Bridge, genauer "Contract Bridge", ist ein Kartenspiel für 4 Personen, das mit 52 normalen Pokerkarten (4 Farben, je 13 Karten A, K, D, B, 10, ..., 2) gespielt wird. Es spielen jeweils die beiden gegenübersitzenden Spieler als Paar miteinander (also Nord-Süd gegen Ost-West). Das Spiel besteht aus einer Reizung und einem Abspiel. Die Reizung wird von einem Paar gewonnen mit der Verpflichtung, eine bestimmte Anzahl Stiche mit einer bestimmten Trumpffarbe oder ohne Trümpfe zu machen. Ein Spieler dieses Paares wird zum Alleinspieler, der während des Abspiels mit den offengelegten Karten seines Partners spielt. Es empfiehlt sich, auf Youtube eines der zahlreichen Videos zum Spiel anzusehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
-> Introduction to Bridge (Jack Stocken)
-> Learn Bridge in 5 Minutes (Peter Hollands)
Die aktuelle Form von Bridge entstand aus einem alten englischen Kartenspiel "Whist", dem später eine Bietphase hinzugefügt wurde ("Auction Bridge"). Die heutigen Regeln stammen im Wesentlichen aus dem Jahre 1925 von Vanderbilt und anderen (-> Wikipedia). Bridge ist heute mehr ein Denk- und Strategiespiel, vergleichbar mit Schach oder Go, als ein Glücksspiel. Wahrscheinlichkeiten spielen zwar eine Rolle, können aber oft durch geschicktes Planen optimiert werden.
Bridge wird in Deutschland fast immer in Turnierform gespielt, meist in Paarturnieren oder Teamturnieren. Leider stirbt das Kartenspielen in Kneipen und Gesellschaften aus, zum Beispiel in der Form von Rubberbridge. In Deutschland existiert ein Netz von Bridge-Clubs in größeren Städten (-> Deutscher Bridgeverband). In vielen Ländern ist Bridge weiter verbreitet als in Deutschland. Obwohl einem aufgrund der Kriminalliteratur zunächst England einfällt, gilt China heute vor den USA als Land mit der größten Dichte an Bridgespielern. In Europa führen Länder wie Frankreich und Dänemark. Bei den internationalen Turnieren waren lange Zeit Italien und die USA führend. Inzwischen gibt es aber zahlreiche Herausforderer.
Eine komplette Einführung in Deutsch findet man auf -> Wikipedia. Insbesondere das englische Wikipedia enthält zahlreiche Links zu Konventionen und Techniken im Bridge. Ich werde hier gelegentlich darauf verlinken. Auf diesen Seiten plane ich nach und nach einen Bridge-Kurs in Deutsch zu schreiben. Die Dinge, die man durch Links auf andere Seiten erklären kann, werde ich auch verlinken. Der Level orientiert sich an Anfänger.
Links sehen wir eine typische Bridge-Verteilung der 52 Bridgekarten mit je vier Händen zu 13 Karten. Es spielen vier Spieler in zwei Partnerschaften, Nord/Süd gegen Ost/West.
Nord und Süd haben mit der Reizung im Bild den Kontrakt 4♥ ersteigert. Das bedeutet, dass sie 6+4=10 Stiche mit ♥ als Trumpffarbe machen müssen. Bei dieser Verteilung ist das auch leicht möglich.
Beim Bridge zählen nur Stiche. Der mutige Anfänger kann sich einmal überlegen, wie Nord/Süd hier zu 10 Stichen kommt. Es ist nicht so leicht.
Man kann das Board auch online selbst spielen.
Die Reizung beginnt übrigens der Nord-Spieler, weil er Teiler ist. Der genaue Ablauf der Reizung und des Abspiels wird auf der Seite über die -> Regeln erläutert.
Zunächst sollte man sich einen Eindruck verschaffen, wie ein Bridgespiel abläuft. Es gibt auf Youtube genug Tutorien, auch auf Deutsch. Die oben verlinkten Seiten auf Wikipedia oder zu den Bridgeverbänden liefern genügend Anschauungsmaterial. Eine andere Alternative ist der Besuch in einem der lokalen Bridge-Clubs, die alle auf der Verbandsseite gelistet sind. Man wird dort stets willkommen sein. Die Clubs bieten auch Anfängerkurse an.
Die nackten Bridgeregeln habe ich hier zusammengefasst. Der Ablauf ist zwar schnell erklärt, die Abrechnung jedoch ein wenig komplexer. Auch hier empfiehlt es sich, Videos oder anderes Online-Lernmaterial als Beispiele anzusehen.
Das Abspiel kann man mit Minibridge lernen. Ich erkläre das im Abschnitt über das Abspiel. Es gibt eine kostenlose Online-Variante, die vom Bridgeserver BBO zur Verfügung gestellt wird.
Danach bleibt "nichts weiter" übrig, als die Strategien und Konventionen der Reizung kennenzulernen, und das Abspiel zu üben. Ich werde versuchen, auf diesen Seiten dazu eine Starthilfe zu geben. Übung macht aber hier den Meister, optimal mit einem gut gelaunten Mentor. Mir ist leider kein sehr gut gestaltetes Lernprogramme bekannt, das den Mentor ersetzen könnte. Natürlich gibt es Bücher, die genau das versuchen. Außerdem existieren eine Reihe frei verfügbarer Texte über Bridge, zum Teil mit sehr vertieften Themen. Man muss sich nur auf die Suche begeben.
Praktisch sind die Webserver, die in Communities das Spiel erlauben und Robots einsetzen, mit denen man spielen kann. Meist kann man gegen einen festen Monatsbeitrag beliebig viele Boards spielen. Die bekanntesten und meistbesuchten Server sind BBO. und Funbridge Mein Favorit ist IntoBridge, der auch ein relativ transparentes Kostenmodel anbietet. Um schnell große Fortschritte zu machen, sind solche Server äußerst hilfreich, da sie so viel Übungszeit anbieten, wie man bereit und in der Lage ist, aufzubringen.
Bridge ist ein Denkspiel. Es ist nicht möglich, Bridge im automatischen Modus des Gehirns erfolgreich zu spielen. Statt dessen muss jede Hand neu durchdacht werden. Natürlich hilft dabei Erfahrung. Aber die genaue Einschätzung der besten Chance ist immer wieder eine Herausforderung. Es gibt dazu Regeln, wie das Punktesystem zur Blattbewertung oder auch die meist zutrefffenden Regeln für das Gegenspiel. Aber das wirkliche Vergnügen beim Bridge stellt sich nur ein, wenn man bereit ist, jedes Board neu zu durchdenken und aufmerkrsam durchzuspielen. Man lernt nie aus. Die guten Spieler hinterfragen nicht nur ihre Misserfolge, sondern auch ihre Erfolge.
Bridge ist auch ein Glücksspiel. Bisweilen gibt es zwar Abspiele, die einen hundertprozentige Erfüllung versprechen, und trotzdem übersehen werden. Aber im Allgemeinen ist es nur möglich, die Chancen zu maximieren. Selbst wenn etwas mislingt, ist das kein Beweis dafür, dass die Strategie falsch war. Gute Spieler sind auf lange Sicht erfolgreich. Schlechte Spieler sind manchmal erfolgreich, strüzen aber oft vollkommen ab, wenn etwas schief geht.
Bridge ist ein Partnerschaftsspiel. Reizung und Gegenspiel beruhen auf einer Kommunikation mit dem Partner. Die Partnerschaft erfordert auch ein Grundvertrauen. Was die meisten Partner nicht vertragen, ist der ständige HInweis auf vermeintliche oder tatsächliche Fehler während des Spiels. Dies ist auch für die Gegner nicht angenehm. Wenn ein Board nicht gelingt, ist es oft nicht einfach zu ermitteln, woran es gelegen hat und ob eine andere Strategie überhaupt langfristig gesehen besser wäre. Die einzige Ausnahme sind Reizmissverständnisse, die im nächsten Board wieder auftauchen könnten.
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