Ein Kontra ist meist kein Strafkontra, sondern ein sogenanntes Take-Out, kann aber vom Partner durch Passen in ein Strafkontra verwandelt werden. Im Zweifel reizt man lieber als auf ein Strafkontra zu wetten. Kontrakte, bei denen der Gegner einen Fit gefunden hat, kontriert man nur sehr vorsichtig.
Ein Kontra direkt auf eine Farberöffnung ist ein Informationskontra (Take-Out). Der Partner muss antworten, wenn der Gegner vor ihm passt, auch mit 0 Punkten. Dieses Kontra verspricht Eröffnungsstärke, Kürze in der Gegnerfarbe und Bereitschaft in allen anderen Farben, insbesondere eine 4-er Länge in der anderen Oberfarbe. Der Partner sollte an eine 4-4-4-1 Verteilung mit 13 Punkten denken. Hat er 9+ Punkte, sollte er seine 4-er Oberfarbe oder 5-er Unterfarbe im Sprung zeigen. SA-Antworten versprechen Halt in der Gegnerfarbe.
Reizt der kontrierende Partner nach der erzwungenen Antwort nochmals, muss er sehr stark sein (Powerkontra), etwa ab 18 Punkte. Das gibt auch für die Antwort 1SA, die nun 18-20 Punkte zeigt.
Ein Kontra nach zweimaligem Passen ist auch Take-Out, aber nur eine Wiederbelebung. Dieses Kontra ist schwächer und zielt darauf, ein Spiel in den anderen Farben zu erobern. Das Kontra kann auch direkt nach einem Gebot des Gegners abgegeben werden, wenn die Reizung darauf hindeutet, dass sich die Gegner mit einem Kontrakt auf niedriger Stufe begnügen werden. Es gibt die Theorie, dass man die Gegner nicht unter 2♥ spielen lassen sollte, insbesondere nicht, wenn man selber nicht in Gefahr ist.
Ein Kontra auf eine Zwischenreizung in einer Farbe ist ein negatives Kontra. Dies gilt insbesondere für eine Zwischenreizung in einer Oberfarbe. Man zeigt damit die andere Oberfarbe in 4-er Länge, die man normalerweise gereizt hätte. Daraus folgt, dass eine direkte Reizung der anderen Oberfarbe eine 5-er Länge zeigt und nicht mehr forcierend ist. Gegen eine Zwischenreizung auf 2-er Stufe zeigt das Kontra Interesse an den anderen Farben. Eine Farbunterstützung der Oberfarbe mit Spieleinladung zeigt man durch einen Überruf.
Wenn beide, Eröffner und Responder, eine Farbe auf 1-er Stufe gereizt haben und der Gegner dazwischen reizt, ist ein Kontra des Eröffners ein Unterstützungskontra mit minimaler 3-er Unterstützung für die Farbe des Partners, die auch nur einer 4-er Länge sein kann.
Ein Kontra des Eröffners nach einer Zwischenreizung ist ein Stärkekontra. Es zeigt dem Partner, dass der Eröffner stärker als erwartet und seine eröffnete Farbe besser als erwartet ist. Wenn der Partner schon gereizt hat, verspricht das Kontra eine gewisse Unterstützung der Farbe. Der Partner muss schließlich antworten.
Wenn beide Partner gereizt haben und der Gegner offenbar nur eine Verteidigungsreizung dazwischen geworfen hat, ist das Kontra tendenziell Strafkontra. Selbst dann ist zu überlegen, ob das Kontra nicht aufgrund der Punkte gegeben wurde und eine erneute Hebung der eigenen Farbe besser wäre. Insbesondere die Hebung in die 5-er Stufe sollte man davon abhängig machen, wie gut der eigene Fit ist und welche Verteidigungsstiche man hat. In vielen Fällen kann man aber den Gegner nicht ohne Kontra spielen lassen, insbesondere im Paarturnier.
Ein Kontra auf eine Sperreröffnung ist immer ein Take-Out. Es zeigt die anderen Farben, Stärke und eine Hand, mit der man nicht 2SA oder 3SA reizen konnte.
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