Wer sich vom gesunden Menschenverstand, von der Logik, von seinem Gefühl und vom Blick in die Natur leiten lässt, wird ziemlich schnell feststellen, dass es ziemlich viele Ungereimtheiten und unlogische Behauptungen gibt, die einer genaueren Prüfung nicht standhalten.
Unser Leben wird immer leichter und hygienischer. Keiner muss hungern. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern der Welt leben wir in einem gewaltigen Überfluss. Unser Gesundheitswesen ist eines der leistungsfähigsten der Welt. Die Menge der Medikamente, Vitaminpräparate und anderer so genannter Nahrungsergänzungsmitteln ist riesig.
Auf der anderen Seite werden wir kaum gesünder. So wird es schon als völlig normal angesehen, dass man im Alter ohne Medikamente nicht mehr leben kann. Die aktuellen Missstände sind unübersehbar: Die Wartezimmer der Ärzte sind brechend voll. Jeden Morgen rückt eine riesige Schar von Pflegediensten aus, um die dauerhaft Kranken und Siechen einigermaßen zu versorgen. Eine „Gesundheitsreform“ jagt die nächste, weil das Ganze schon lange nicht mehr bezahlbar ist. Immer mehr Menschen suchen die Erlösung von ihren Leiden bei Heilpraktikern, Homöopathen und Wunderheilern. Yoga- und viele andere Gesundheitskurse zählen zu den Rennern. Die Zahl der chronisch kranken Menschen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Diabetes hat das Ausmaß einer Epidemie angenommen. Die Zahl der Bluthochdruckpatienten geht in die Millionen. Zu den häufigsten chronischen Krankheiten zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, rheumatische Erkrankungen, Kopfschmerz, Multiple Sklerose, Nierenversagen, Erkrankungen der Atemwege, Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, Tinnitus, Leberzirrhose, Epilepsie, psychiatrische Erkrankungen (z.B. Schizophrenie, Depression) und Suchterkrankungen (Alkohol, Medikamenten-, Drogenabhängigkeit). Dazu kommen noch die immer früher einsetzenden körperlichen Katastrophen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
Die Fehlentwicklungen sind offensichtlich: Ärzte verdienen nichts und Pharmakonzerne verkaufen nichts, wenn die Menschen gesund sind. In den USA leben nur 5 % der Weltbevölkerung. An diese 5 % werden jedoch 50 % aller Medikamente der Welt verkauft. Die industrielle Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln ist ein Milliardengeschäft. Es werden Unsummen an Kranken und Süchtigen verdient. Wo soll da das Interesse herkommen, die Menschen wirklich gesund zu machen? Leider hängen die Massenmedien mit an diesem Tropf. Die Werbung ist ihre Haupteinnahmequelle und die wird zu einem großen Teil von der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie den Pharmaunternehmen finanziert. Genauso verhält es sich mit der wissenschaftlichen Forschung. Derjenige, der sie finanziert, hat natürlich ganz bestimmte Zielvorstellungen. Werden diese nicht erfüllt, gibt’s kein Geld oder das Forschungsergebnis verschwindet. Wie heißt es doch so schön: „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.“
Damit wir uns gleich richtig verstehen: Mir liegt es fern, die ehrliche Arbeit der Menschen in diesen Bereichen zu verunglimpfen. Ich ziehe den Hut vor den Leistungen der Ärzte, die täglich in den Kliniken und Praxen ihre ganze Kraft dafür einsetzen, den Menschen zu helfen. Doch auf der anderen Seite sehe ich es als Verbrechen an, wenn aus Geld- und Machtgier wider besseres Wissen das Leid der Menschen nicht nur in Kauf, sondern sogar befördert bzw. erzeugt wird.
Jedoch die gesamte Verantwortung auf die Gesellschaft abzuwälzen, ist genauso verkehrt wie die Zusammenhänge zu ignorieren. In letzter Instanz ist jeder Mensch für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Zu oft werden äußere Umstände für eine Krankheit verantwortlich gemacht bzw. das ach so traurige Schicksal bemüht.
Natürlich kann jeder Mensch nur dann seiner Verantwortung nachkommen, wenn er über das notwendige Wissen verfügt. Leider haben sich viele Lehrsätze in den Köpfen der Menschen festgesetzt, die bei näherer Betrachtung nicht haltbar sind. Jahrhunderte verbreitete die Wissenschaft die Lehre, die Erde sei eine Scheibe. Doch das änderte nichts an ihrer Kugelform. Genauso verhält es sich mit vielen medizinischen Behauptungen und Lehrsätzen zur gesunden Ernährung. Für viele ist die Wissenschaft der „letzte Stand des Irrtums“. Zu oft hört man die Einleitung: „Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen…“ und danach die Berichtigung der Lehrmeinungen, die bisher als absolut und unumstößlich galten. Leider haben sich viele Fehlinterpretationen weltweit verbreitet. Die Folgen sind fortschreitende Degenerationsprozesse, die jeder sieht, der mit offenen Augen die Menschen um sich herum betrachtet. Die Zahl der Erbschäden besonders am Gebiss und Skelett steigt von Generation zu Generation. Bereinigt man die Statistik der Lebenserwartung von der Säuglingssterblichkeit, die in der Vergangenheit ungleich höher war als heute, dann wird man feststellen, dass auch die Lebenserwartung der Menschen in den letzten Jahrzehnten nur wenig gestiegen ist. Und die Jahre, die gewonnen wurden, verbringen viele als Pflegefälle. „Die Menschen leben nicht länger. Sie sterben nur länger.“ Dieser Satz, den ich von einem Bekannten aufgeschnappt habe, trifft ins Schwarze. Diese angeblichen Fortschritte in der Lebenserwartung werden den Leistungen der modernen Medizin zugeschrieben, obwohl es auch andere sicher mindestens genauso stichhaltige Gründe gibt wie z. B. das leichtere Leben an sich und die wesentlich bessere Hygiene. Trotzdem wird es heute als völlig normal angesehen, dass ein Mensch krank wird. Ein Blick in die Natur zeigt uns jedoch ein ganz anderes Bild. Ein nach den Naturgesetzen lebender Mensch würde nicht krank. Er würde mindestens 120 Jahre leben und an Altersschwäche sterben. Viele sprechen sogar von einem möglichen Alter um die 140 Jahre. Das alles klingt ziemlich utopisch.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung behauptet noch heute, der Mensch müsse möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel zu sich nehmen, um sich gesund zu ernähren. Und genauso sieht auch ihre Ernährungspyramide aus. Doch beim genaueren Hinschauen entpuppt sich gerade diese Pyramide als eine Quelle von Krankheiten und Siechtum.
Schauen wir in die Natur. Dort stellen wir fest, dass sehr oft Monokost angesagt ist. Ein Tier findet eine Nahrungsquelle und beutet sie aus bis sie versiegt. Wieso soll es dann für den Menschen gut sein, in einer Mahlzeit Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Obst als Kompott zu sich zu nehmen?
Die Trennkost-Anhänger haben schon lange erkannt, dass die Verdauung viel besser funktioniert, wenn nicht so viel gemischt wird. Und das ist doch auch ganz logisch. Wenn wir z. B. ein Steak und etwas Salat zusammen essen, dann vergammelt der Salat im Magen, da er so lange wie das Steak dort verweilen muss. Deshalb gilt beim Essen immer die Reihenfolge Obst – Gemüse – anderes.
Jedes Lebewesen auf diesem Planeten ist für eine ganz bestimmte Nahrungsform geschaffen. Warum soll da der Mensch eine Ausnahme darstellen. Auch ein Blick zu unseren genetisch nächsten „Verwandten“ – den Menschenaffen – bestätigt diese Annahme. Schimpansen, die mit uns eine über 90%ige Genübereinstimmung haben, ernähren sich in der freien Wildbahn zum größten Teil von Obst. Dazu kommt noch viel meist grünes Gemüse. Tierisches Eiweiß hat lediglich einen Anteil von 0,2 bis maximal 4 % in ihrer Ernährung.
Damit ist eigentlich schon klar, dass wir Menschen auch zu den Pflanzenfressern – genauer zu den Früchteessern, den Frugivoren gehören.
Auch ein Vergleich des Verdauungstraktes erhärtet diese Feststellung. Im Gebiss fehlen uns die Reißzähne, die jedes Raubtier hat. Es fehlt aber auch die Hornplatte, über die Grasfresser verfügen. Darüber hinaus sind wir keine Wiederkäuer. Unser Magen hat nur ein Zehntel der Salzsäure eines Raubtiermagens und unser Darm ist so lang wie der, anderer Pflanzenfresser. Fleischfresser haben einen ungleich kürzeren Darm.
Körnerfresser sind wir aber auch nicht. Ungekeimte Samen scheiden wir so wieder aus wie wir sie aufgenommen haben. Ein Körnerfresser hat einen Kropf und lässt dort die Samen keimen. Andere haben Steine im Magen, die die Körner zermahlen.
Damit wird die gegenwärtig verbreitete Nahrungspyramide ad absurdum geführt. Fleisch kann nicht zu den gesunden Lebensmitteln gehören. Milch und Milchprodukte werden wir noch erörtern. Sie scheiden auch aus. Brot und Backwaren gehören ebenfalls nicht zur gesunden Menschennahrung. Es ist auch nicht plausibel zu erklären, warum wir so viel durcheinander essen sollen. Kein Darm kann ein solches Durcheinander auf die Dauer ohne Schaden überstehen.
Seneca, einer der großen Gelehrten seiner Zeit, wurde von seinem Herrscher gefragt, wie gesund sein Volk wäre. Er antwortete darauf: „Zähle die Köche!“
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine Nahrung wärmebehandelt und er glaubt, dass er damit seiner Verdauung etwas Gutes tut. Wenn man das jedoch etwas genauer betrachtet, sieht es ganz anders aus:
Durch das Erhitzen gehen viele wertvolle Stoffe verloren. Vor allem die meisten Enzyme und Vitamine überstehen die Wärmebehandlung nicht. Dadurch fehlen unserem Körper wertvolle Lebensbausteine.
Viele Stoffe ändern auch ihre Struktur. Das kann z. B. am Spiegelei bewundert werden. Das Eiweiß gerinnt (koaguliert) und wird dadurch für unseren Verdauungstrakt äußerst schwer bzw. gar nicht verdaubar. Dieser Vorgang setzt schon bei einer Temperatur über 41 °C ein. Deshalb ist Fieber über 42 °C lebensgefährlich.
Die Zellstruktur der Nahrung wird zerstört. Dadurch tritt das Wasser aus und die Nahrung wird trockener. Da wir jedoch zu über 70 Prozent aus Wasser bestehen, hat das ziemlich fatale Folgen. So gibt es z. B. schon viele Untersuchungen, die aufzeigen, dass die Menschen im Alter immer mehr austrocknen.
Mit dem Wasser werden der erhitzten Nahrung noch viele weitere wertvolle Inhalts- und Geschmacksstoffe entzogen. Dadurch verliert erhitzte Nahrung an Geschmack und wir müssen mit Salz und anderen Würzmitteln künstlich nachhelfen. Das führt zu einer Überversorgung, womit der Körper immer größere Probleme bekommt. Das Würzen führt leider auch dazu, dass wir uns Dinge in großen Mengen einverleiben, die uns von Natur aus eigentlich gar nicht schmecken.
Beim Braten, Grillen, Frittieren und Backen entstehen noch zusätzliche Giftstoffe, mit denen sich unser Körper herumschlagen muss. So finden wir in der Brotkruste und im Bratgut z. B. Acrylamid, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen.
Die Ballaststoffe der Nahrung, die vor allem eine wichtige Reinigungsfunktion in unserem Darm haben, verlieren durch das Erhitzen ihre Elastizität. Damit büßen sie die erforderliche Haupteigenschaft für die Reinigung ein. Ihre Funktion entspricht dann nur noch einem Besen, der statt Borsten weich gekochte Spaghetti hätte.
Fast alle erhitzten Nahrungsmittel werden säureüberschüssig verdaut. Das hat fatale Folgen. Der einzige saure Körpersaft ist die Magensäure. Alle anderen sind basisch. Auch das Blut des Menschen ist mit einem Wert von 7,4 leicht basisch. Verlässt das Blut seinen sehr engen basischen Bereich unter 7,37 spricht man von Azidose. Dieser Zustand ist lebensgefährlich. Der Körper muss also bei Strafe seines Untergangs den pH-Wert des Blutes aufrechterhalten. Erhält er über die Nahrung nicht genügend basisch reagierende Stoffe wie z. B. rohes Obst und Gemüse, ist er gezwungen, die eigenen Mineralstoffspeicher anzugreifen. Eine gesunde Ernährung müsste aus ca. 80 % basisch und 20 % sauer reagierenden Nahrungsmitteln bestehen. Leider ist das Verhältnis bei den meisten Menschen fast umgekehrt oder noch schlimmer. Dadurch entsteht ein ziemlich großer Säureüberschuss. Da die Ausscheidungskapazität der Nieren relativ schnell überfordert ist, bildet sich ein Säurerückstau. Damit die Säure die Organe nicht verätzen kann, wird sie mit Wasser verdünnt. Das führt zu Aufschwemmungen und einem saurem Milieu im Bindegewebe und auf der Haut. So wissen viele Menschen gar nicht, dass es nicht das Fett, sondern das Wasser ist, das sie so dick werden ließ. Um die Säuren neutralisieren zu können, werden Basen benötigt. Diese werden aus Mineralstoffen gebildet, die der Körper aus den Knochen, den Zähnen (Karies) u. a. entnehmen muss, weil er sie leider nicht in der Nahrung findet. Das Ergebnis der Neutralisierung ist ein Salz, das dann ausgeschieden oder abgelagert wird. Dadurch entstehen eine zunehmende Verschlackung des Körpers und eine Entmineralisierung. Die Folgen sind vielerlei verschiedene Erkrankungen wie z. B. Nieren- und Gallensteine, Arthrose, Arthritis, Gicht, und Osteoporose.
Erhitzte Nahrung stellt den Körper vor eine schwere Verdauungsaufgabe. Er muss möglichst alle zur Verfügung stehende Energie der Verdauungsarbeit zuführen. Das ist der Grund, warum man nach einem üppigen Mahl schläfrig wird. Es ist doch absurd: Da hat man so viel energiereiche Kost aufgenommen und trotzdem muss man sich danach auf die Couch legen. Das passiert bei roher Nahrung nicht. Essen Sie sich z. B. mit Bananen und Äpfeln satt. Sie werden ganz schnell feststellen, dass bei dieser Nahrung die Schläfrigkeit ausfällt. Rohe Früchte verdauen sich zu 80 Prozent und rohes Gemüse zu 70 Prozent selbst. Das liegt in erster Linie an den mitgelieferten Enzymen. Die erhitzte enzymlose Nahrung stellt den Körper vor gewaltige Probleme, weil er für die Verdauung eigene Enzyme einsetzen muss. Das führt zu einer Überlastung vieler Organe. So ist z. B. die Bauchspeicheldrüse der meisten Menschen dreimal so groß als normal.
Man kann es drehen und wenden wie man will. Im Ergebnis führt es immer wieder zu der Schlussfolgerung, dass erhitzte Nahrung nicht gesund sein kann. Auch ein Blick in die Natur bestätigt das. Niemand käme auf die Idee, das Gras für eine Kuh zu kochen, damit es ihr leichter verdaulich wird. Unsere nächsten Verwandten – die Schimpansen – erhalten im Zoo nur rohes Obst und Gemüse. Wieso soll für uns Menschen das unschädlich sein, was ihnen schadet?
Auch der Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt bei genauerer Betrachtung kein anderes Bild. Die ersten Menschenspuren tauchen vor ca. 50 – 60 Millionen Jahren auf. Rechnet man die Entwicklungszeit auf eine Stunde um, so wurde Jesus vor ca. einer Minute geboren. Das Feuer wurde vor ca. 10 Minuten beherrscht und seit ca. 5 Minuten für die Essenszubereitung benutzt. Das hatte natürlich seinen Grund. Der Mensch drang immer weiter in kältere Regionen vor und musste, um zu überleben, neue Strategien entwickeln. Dabei war er gezwungen immer weiter von der idealen Nahrungsform abzuweichen.
In dieser Zeit lebte er aber nie im Überfluss. Sein Körper hatte also Zeit, die Säuren wieder auszuscheiden. Außerdem hat der Mensch sicher immer die Pflanzennahrung bevorzugt, wenn sie ihm zur Verfügung stand. Niemand setzte sich der Lebensgefahr bei der Jagd aus, wenn er nicht unbedingt musste. Leider stellt sich bei Ausgrabungen ein scheinbar anderes Bild dar. Die Knochenreste haben überdauert, aber aus den vielen Pflanzenresten sind schon lange wieder viele neue Pflanzen entstanden. So schnell können fehlerhafte Schlussfolgerungen gezogen werden.
Interessant ist auch ein Blick zu den Eskimos. Wieso können sie fast ohne Pflanzen in dieser unwirtlichen Gegend leben? Nun, die Antwort ist relativ simpel. Zum ersten haben sie leider nur eine relativ geringe Lebenserwartung. Zum zweiten nehmen sie einen Großteil des Fleisches im rohen und getrockneten Zustand zu sich. Dadurch nehmen sie die Enzyme des Tieres mit auf.
Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass das Erhitzen der Nahrung aus der Not geboren wurde und es zu den größten Irrtümern unserer Zeit gehört, zu glauben, dass man sich mit erhitzter Nahrung, gleich welcher Art, gesund ernähren könne.
Daran ändern auch Untersuchungen nichts, die z. B. festgestellt haben, dass wir viel mehr Betacarotin aus gekochten Möhren aufnehmen als wenn wir sie roh verzehren. Zum Ersten wäre zu hinterfragen, ob wir überhaupt so viel Betacarotin benötigen. Zum Zweiten wäre interessant zu wissen, welche Stoffe noch benötigt werden, damit das Betacarotin im Körper seine Aufgabe auch wirklich erfüllen kann und zum Dritten wäre interessant zu wissen, welche anderen wertvollen Stoffe bei der Erhitzung vernichtet werden. All das wird in den Studien nicht einmal ansatzweise berücksichtigt.
Die Rückkehr zu einer möglichst naturbelassenen, hauptsächlich rohen Kost ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Erlangung einer stabilen Gesundheit bis ins hohe Alter. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Weder unser Körper noch unsere Psyche würden das verkraften. Die meisten Menschen sind von der Kochkost abhängig, sowohl geistig wie auch körperlich.
Die geistige Abhängigkeit entsteht vor allem aus den Traditionen, der Erziehung und den Gewohnheiten. Fast alle essen auch als Erwachsene so weiter wie sie das von ihren Eltern und Großeltern gelehrt bekamen. Ihnen fällt es nicht ein, diese Traditionen einmal kritisch zu hinterfragen. Für meine Eltern und Großeltern hatte das Essen einen sehr hohen Stellenwert. Sie mussten im Krieg und danach den Hunger und die Sorge um das tägliche Essen kennenlernen. Diese traumatischen Erfahrungen prägten sie für ihr weiteres Leben. Doch die meisten Menschen von heute kennen diese Erfahrung nur noch vom Hörensagen. Sie sind schon von klein auf jeden Tag ohne Mühen satt geworden und trotzdem essen viele so, als würde es morgen nichts mehr geben.
Die körperliche Abhängigkeit entsteht dadurch, dass sich die Organe auf die erhitzte Nahrung einstellen mussten. So produziert der Körper unnatürlich viel Magensäure, Insulin und viele andere Stoffe, die für die Verdauung von gekochter Nahrung in größeren Mengen benötigt werden. Sodbrennen, Magengeschwüre, Diabetes und andere Beschwerden und Krankheiten sind die Folge. Er stellt die körperchemischen Prozesse auf die Verdünnung und Neutralisierung überschüssiger Säuren ein. Die Prozesse der Mineralstoffentnahme aus körpereigenen Speichern sind in vollem Gange. Haarausfall, Löcher in den Zähne, brüchige Knochen, Hautprobleme, Krampfadern, Gelenkschmerzen u. a. Probleme sind die wahrnehmbaren Zeichen dieses Prozesses. Da unser Körper eine Energiesparmaschine ist, sträubt er sich gegen jede größere Veränderung, da sie unnötig Energie kostet. Deshalb fordert er weiter die bisherige Nahrung. Wir nehmen das als „Heißhunger“ wahr. Erst nach einiger Zeit stellt er sich langsam um und der Heißhunger verschwindet als hätte es ihn nie gegeben. Von allein und ohne Mühen lässt sich also die Umstellung nicht bewerkstelligen. Wer aber den Willen aufbringt, wird bald die Früchte in Form einer stabileren Gesundheit und eines höheren Leistungsvermögens auf allen Gebieten ernten.
Die Wissenschaft ist zunehmend stolz darauf die Inhaltsstoffe unserer Nahrung entschlüsselt zu haben. So wurde herausgefunden, dass Kohlenhydrate Energie liefern, Eiweiße als Grundbaustein unentbehrlich sind und Fette unsere Energiedepots auffüllen. Schon glaubt der Mensch den Schlüssel gefunden zu haben und beginnt diese Grundbausteine isoliert zu sich zu nehmen, in dem Glauben, seine Nahrung optimieren zu können.
Als nächstes wurden Vitamine entdeckt und jedem Vitamin wurden Funktionen zugeordnet. Es dauerte nicht lang und die Vitamine konnten synthetisch hergestellt werden, so dass für jedes Unwohlsein, jede Krankheit oder zur Vorsorge hübsch bunte Pillchen geschluckt werden können. Sie erhielten den tollen Titel „Nahrungsergänzungsmittel“. Ohne schlechtes Gewissen kann jetzt der Apfel gegen die Schokolade getauscht und das Gemüse gut durchgekocht werden. Mit der Multivitaminpille danach ist wieder alles in Ordnung - so glauben viele.
Auch dass unsere Lebensmittel Mineralstoffe enthalten ist bekannt und so versieht man die Vitaminpräparate mit Magnesium, Calcium, Jod und anderem. In der Annahme, der Körper kann diese in jeder beliebigen Form, in der sie ihm angeboten wird, aufnehmen. Doch schon Dr. Heinrich Wilhelm Schüßler hat erkannt, dass Mineralsalze vom Körper am besten aufgenommen werden können, wenn sie diesem in potenzierter Verdünnung verabreicht werden. Das Prinzip „Viel hilft Viel“ ist hier also nicht angebracht. Für den Körper ist es fremd, Mineralien aus anorganischen Quellen zu beziehen, da Mineralien natürlicherweise aus „lebendiger“ Nahrung stammen und somit bereits in der Konzentration vorliegen, wie sie auch in den menschlichen Körperzellen zum Wirken kommen.
Täglich entdecken die Forscher neue Inhaltsstoffe und preisen sie als den Stein der Weisen, den Jungbrunnen oder den Schlüssel zu Gesundheit und Schönheit. Das Regal mit den Nahrungsergänzungsmitteln ist um ein neues Produkt reicher, aber die Menschen sind keinen Schritt weiter. Was ist passiert?
In seinem Forscherdrang und in seiner Gier nach Profit ist der Mensch einen Schritt zu weit gegangen. Er glaubt die Natur verbessern zu müssen und zu können. Dabei vertraut er lieber auf sein beschränktes Wissen statt auf die seit Jahrmillionen währende Evolution, die das Leben auf unserer Erde stetig optimiert.
Allein ein Apfel enthält nach aktuellen Schätzungen über 10.000 bioaktive Stoffe, von denen nur ein winziger Bruchteil bekannt und analysiert ist. Selbst wenn wir es schaffen, diese Substanzen zu isolieren und ihre Funktionen zu klären, schaffen wir es nicht, die Wirkung, die ein Apfel erzielt, nachzuahmen. Denn ein Apfel besitzt eine lebende Struktur. All die bioaktiven Substanzen sind gekoppelt an den Aufbau der Zellen und deren Ordnungssystem. In isoliertem Zustand fehlen die Partner, mit denen diese Stoffe unter natürlichen Bedingungen interagieren und damit ihre Wirkung erzielen können. Darüber hinaus ist unser Körper darauf eingestellt, diese Substanzen mit all dem „Drumherum“ aufzunehmen und zu verstoffwechseln.
Eine Eigenschaft von lebender Nahrung ist die Aktivität der enthaltenen Enzyme. Enzyme sind Proteine also Eiweiße, welche chemische Reaktionen katalysieren. Es gibt eine unglaublich große Anzahl dieser kleinen Maschinen, denn jedes Enzym katalysiert eine spezifische Reaktion. Je komplexer ein Organismus ist, umso mehr Aufgaben kann er bewältigen und umso größer ist daher sein Repertoire an Enzymen.
Proteine haben einen sehr variablen Aufbau. Ihre Bauanleitung liegt in der DNA verschlüsselt und jede Zelle synthetisiert die Proteine, die sie gerade benötigt. Proteine bestehen aus einer Kette von Aminosäuren, den Bausteinen der Proteine. In der Natur kommen 23 Aminosäuren (für den Menschen sind 21 von Bedeutung) vor, welche in jeder beliebigen Reihenfolge und Anzahl kombiniert werden können.
Diese Aminosäurekette faltet sich dann in eine dreidimensionale Struktur, welche es dem Protein erlaubt seine Aufgabe zu erfüllen. Eine falsche Faltung führt zu Inaktivität. Jetzt lässt sich auch der Begriff „Denaturieren“ erklären. Unter bestimmten Bedingungen z. B. zu hoher Temperatur, zu niedrigem pH-Wert oder zu hoher bzw. niedriger Salzkonzentration wird die Faltung eines Proteins zerstört und damit auch seine Aktivität. Dies ist der Grund, warum ein Spiegelei in der Pfanne gerinnt. Die enthaltenen Proteine denaturieren. Sie können damit keine ihrer Aufgaben mehr erfüllen. Sie sind tot.
Zu den bekanntesten Enzymen gehören die Verdauungsenzyme. Sie katalysieren die Zerlegung von z. B. Stärke in einzelne Zuckermoleküle oder von Proteinen in Aminosäuren. Sie zerlegen also Stoffe in ihre Grundbestandteile und machen sie so für den Körper verwertbar. Jede Zelle besitzt diese Enzyme und bewahrt sie unter normalen Bedingungen sicher auf, da sie, wären sie frei in der Zelle zugegen, diese von innen verdauen würden. Bei der Reifung von Früchten kommt dieser Vorgang gezielt zum Einsatz. Verdauungsenzyme spalten dabei Stärke in Zucker, weshalb reifende Früchte zunehmend süßer werden. Auch die Zellstruktur wird bereits nach und nach aufgelöst, weshalb die Früchte weicher werden. Eine reife Frucht ist deshalb so leicht verdaulich, weil sie alle Enzyme für ihren Abbau bereits mitliefert. Zusätzlich enthält sie reichlich Wasser und eine genau abgestimmte Konzentration an Mineralien.
Nun sind Enzyme, wie oben schon angesprochen Proteine, welche unter den falschen Bedingungen denaturieren. Daher ist gekochte Kost schwerer verdaulich als rohes Obst und Gemüse. Der Körper muss hier alle Verdauungsenzyme selbst herstellen, was zum einen Energie und zum anderen Zeit kostet, so dass die tote Nahrung länger in unserem Verdauungstrakt verweilen muss. Außerdem muss er Wasser und Mineralstoffe zufügen oder entziehen, um für die Verdauungsenzyme optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Ein häufiges Gegenargument zu dieser These ist, dass die Enzyme noch vor ihrem Wirkungsort im Darm durch die Magensäure denaturiert würden. Grundsätzlich ist das nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist es deutlich erwiesen, dass sich „lebendige“ Nahrung schneller verdauen lässt. Zudem enthält der Magen bei pflanzlicher Kost wesentlich weniger Säure und auch die Verweildauer der Nahrung ist kürzer. Als Hauptpunkt sei genannt, dass die Enzyme nicht in isolierter Form in den Magen gelangen, sondern in Verbindung mit all den anderen Zellbestandteilen. Es wäre also möglich, dass Zellen oder Zellfragmente, welche von einer Membran aus Lipiden (=Fette) umgeben sind, erhalten bleiben und ihr Inhalt daher nicht in Kontakt mit der Magensäure kommt. Erst durch das Einwirken von Gallensaft im Darm wird die Lipidhülle aufgebrochen und die enthaltenen Enzyme kommen zum Einsatz.
Die Qualität unserer Nahrung wird also wesentlich von ihrer Lebendigkeit geprägt. Es scheint erstaunlich, aber durchaus logisch, dass man von Obst und Gemüse allein satt werden kann. Unser Körper zählt nicht - wie so viele nutzlose Diäten - die Kalorien (Energiegehalt, welcher durch Verbrennung frei wird), sondern die für ihn lebensnotwenigen Bestandteile wie Mineralien, Vitamine und andere für uns essentielle Stoffe. Das erklärt, warum man manchmal einfach nicht satt wird und Heißhunger hat. Der Körper verlangt nach diesen Stoffen nicht nach Energie. Leider greifen die meisten Menschen dann immer noch zu den falschen „Lebensmitteln“. Probieren Sie doch einfach bei der nächsten Hungerattacke einen frischen Salat oder Obst. Meist mangelt es dem Körper an Mineralstoffen, welche vor allem in Gemüse und Salat zu finden sind.
Man muss sich keine Sorgen darüber machen, ob der Körper ausreichend Energie über die Nahrung bekommt. Weit wichtiger ist es ausreichend Mineralien, Vitamine und „Leben“ zu sich zu nehmen.
Die Auffassungen, wann, wie oft und wie viel am Tag gegessen werden sollte sind sehr vielfältig. Die einen empfehlen möglichst viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, die anderen behaupten, besonders das Frühstück sei wichtig.
Fast niemand kommt auf die Idee, die gesamte Mahlzeiten-Theorie in Frage zu stellen. Wie sieht es in der Natur aus? Das Tier nimmt in seiner aktiven Phase dann Nahrung zu sich, wenn es Hunger hat und welche findet. In unserer heutigen Gesellschaft essen wir nach der Uhr. Wir reden unseren Kindern von klein auf ein, dass sie früh unbedingt etwas essen müssen, um gesund zu bleiben, auch wenn es keinen Hunger hat. Wir stopfen uns zu Feierlichkeiten so voll, dass wir das Gefühl haben, fast zu platzen. Die disziplinierende Arbeitswelt von heute hat den Menschen beigebracht nach der Uhr zu essen und es dauerte nicht lange und schon entwickelte sich der Glaube, dass das gesund sei. Das Ergebnis ist unübersehbar.
Die meisten Menschen haben dabei verlernt, auf ihren Körper zu hören. Sie glauben eher der Zeitgeisel als ihrer inneren Stimme. Der Mensch hat seine aktive Phase von Sonnenaufgang bis es wieder dunkel wird, denn er ist kein nachtaktives Wesen. Sein Biorhythmus stellte sich in Millionen Jahren darauf ein. In der aktiven Zeit sind sein Verdauungsapparat und die Energieproduktion in Betrieb. In der Nacht wird wieder aufgeräumt. Unser Gehirn verarbeitet das erlebte und unser Körper entgiftet und entschlackt. Diese Entgiftungs- und Entschlackungsphase hält noch fast bis zum Mittag an, wenn wir sie nicht durch ein üppiges Frühstück stoppen, da der Körper dadurch gezwungen wird, die Verdauung wieder anzukurbeln.
Müssen wir wirklich schon nach dem Aufstehen unbedingt etwas essen? Wir haben die ganze Nacht geruht. Unser Körper und unser Geist haben aufgeräumt. Wir sind voller Energie. Es gibt in Wirklichkeit keinen einzigen vernünftigen Grund, warum wir schon in den frühen Morgenstunden unsere Insulinproduktion wieder hochfahren und die Entschlackung vorzeitig stoppen sollten, damit das dick mit Nuss-Nougat-Creme bestrichene Weißmehlbrötchen und der obligatorische Kaffee verdaut werden können.
Das einzige, was wir logischerweise früh am Morgen benötigen, ist etwas Wasser, um die Verdunstungsverluste der Nacht wieder auszugleichen. Ich trinke meist früh nur etwas Wasser und gehe danach häufig joggen. Meine erste Nahrung nehme ich fast immer am späten Vormittag oder gar erst mittags zu mir und das ist in der Regel Obst. Dabei fühle ich mich wohl und verspüre keine Hunger.
Wenn ich dann einmal mit der Nahrungsaufnahme begonnen habe, zieht es mich immer wieder in die Küche. Oft muss ich mich dann bremsen, um nicht zu viel zu essen, denn auch ich wurde nach der Mahlzeiten-Theorie erzogen und ich muss mir das wirkliche Sättigungsgefühl erst wieder erarbeiten.
Der einzig logische und vernünftige Weg führt über die Schärfung unserer eigenen Sensoren. Normalerweise signalisiert uns der Körper sehr genau, was er benötigt. Leider haben wir verlernt, auf ihn zu hören. Dazu kommt noch, dass es für die meisten kaum noch möglich ist, Sucht-, Abhängigkeits- und Gewohnheitssignale von den Signalen zu unterscheiden, die wir wirklich beachten sollten, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Der einzige Weg der erfolgreichen Differenzierung führt ausgehend vom Wissen über den Verstand zum Willen. Eine Abhängigkeit kann nur durch einen mindestens so starken Willen beseitigt werden.
Unstrittig ist auch die Tatsache, dass die Mahlzeiten nach der Uhr dazu geführt haben, dass wir viel mehr essen als wir benötigen und das führt zu einer unnötigen Belastung unseres Körpers. Eine vernünftige und natürlich einigermaßen gesunde Mahlzeit am Tag und dazu hier und da noch ein paar Häppchen würden sicherlich ausreichen, uns mit allem Notwendigen zu versorgen, um gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter zu sein. Doch wer schafft das schon in der heutigen Zeit – nicht einmal ich. Wohin man schaut, überall locken leckere Verführungen: in der Werbung im Fernsehen, im Supermarkt, an den Gaststätten und unzähligen Imbissständen. Das Geschäft mit der „Fresserei“ boomt.
Es hat sich ja schon herumgesprochen, dass Zucker nicht so richtig gesund sei. Doch das ganze Ausmaß der Katastrophe erkennen die wenigsten. Zucker ist eine wunderbare Sache – wenn er mit der ganzen Frucht gegessen wird. Doch was machen wir? Wir nehmen z. B. die Zuckerrüben und „erkochen“ aus ihr den weißen Kristallzucker. Im Klartext bedeutet das, wir vernichten alle Enzyme, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, also alle lebenswichtigen Bestandteile der Zuckerrübe, um den konzentrierten Weißzucker zu erhalten. Gelangt dieser ohne die anderen Stoffe in unseren Verdauungstrakt, fehlen sie und unser Körper hat nichts, um diesen Zucker zu verarbeiten. Deshalb ist er gezwungen einen Stoff zu produzieren, der in der Lage ist, den Zucker zu neutralisieren – das Insulin. Essen wir dagegen eine süße Frucht wird keinerlei oder nur wenig Insulin für die Verdauung benötigt, weil die Frucht den größten Teil der Stoffe, die für ihre vollständige Verdauung benötigt werden, mitliefert. Da wir von Natur aus Früchteesser (Frugivoren) sind, ist unser Körper nicht für solch eine intensive Insulinproduktion eingerichtet. Deshalb bricht sie nach einigen Jahren zusammen mit der Folge, dass der Mensch zuckerkrank wird. Nun muss das Insulin künstlich zugeführt werden. Geschieht das nicht, kann der Körper die Zuckermassen nicht mehr abbauen. Sie verkleben die Adern und die hohe Zuckerkonzentration würde dazu führen, dass der Mensch ins Koma fiele und sterben würde. Es ist also ein Skandal ersten Ranges, wenn versucht wird, Diabetes zu bagatellisieren. Sie ist und bleibt eine lebensbedrohliche Krankheit, für die man vielleicht auch eine gewisse erbliche Veranlagung benötigt. Sie bricht aber nur aus, wenn auch der entsprechende Lebenswandel dazu kommt. Und der muss nicht einmal besonders schlimm sein. Weißmehl, Kuchen u. a. Süßwaren reichen oft aus, wenn sie in entsprechenden Mengen gegessen werden.
Konzentrierter Zucker führt zu einem sehr großen Säureschub. Der Körper versucht natürlich diese möglichst schnell zu neutralisieren. Da er keine Mineralstoffe mitgeliefert bekommt, muss er wohl oder übel auf die eigenen Speicher zurückgreifen. Er entnimmt die Mineralstoffe vor allem aus den Zähnen, aus dem Haarboden bei vielen Männern, aus den Adern und Knochen. Die Löcher in den Zähnen (Karies) entstehen also nicht von außen, sondern sind die Folge der Mineralstoffentnahme. Haarausfall ist kein Schicksal, sondern die Folge der Auslaugung des Haarbodens. Schlaganfall und Thrombose kommen nicht aus heiterem Himmel, sondern werden durch die Mineralstoffentnahmen aus den Blutgefäßen vorbereitet. Osteoporose ist kein Gesetz des Alters, sondern das Ergebnis der Mineralstoffentnahme aus den Knochen für die Säureneutralisation. Zucker ist also der beste Krankmacher. Die Reihe der Leiden, die mit ihm zusammenhängen ließe sich noch ziemlich verlängern.
Leider trifft das nicht nur auf den Weißzucker zu. In nicht so extremer, aber immer noch schädigender Form trifft das auch auf alle anderen konzentrierten Zuckerarten zu. Ob er nun Vollrohrzucker, Roh-Rohrzucker, Melasse oder sonst wie heißt. Sie haben alle gemeinsam, dass sie durch eine Hitzeprozedur geschickt wurden, die auf jeden Fall garantiert, dass kein einziger lebendiger Bestandteil übrig bleibt und das Produkt sehr mineralstoffarm ist. Natürlich könnte man sagen, dass Vollrohrzucker besser ist als Weißzucker, doch das käme dem Vergleich nahe, dass der Pantherpilz nicht ganz so giftig ist wie der Knollenblätterpilz.
Und schon wieder muss ich mich bei einer Berufs- bzw. Hobbygruppe unbeliebt machen. Auch Honig ist konzentrierter Zucker und erfordert für seine Verdauung fast genauso viel Insulin wie der Weißzucker. Natürlich ist Honig gesund – jedoch nur für die Bienen. Auch ein Blick auf unsere körperlichen Voraussetzungen sagt uns, dass der Urmensch sicher nur sehr selten an Honig gelangen konnte. Die Bienen rücken ihre sauer erarbeitete Nahrung nicht freiwillig heraus. Besser wäre es also, die Bienen zu halten, dass sie unsere Obstbäume fleißig bestäuben und damit für eine gute Ernte unseres wichtigsten Grundnahrungsmittels sorgen. Zum Dank dafür dürfen sie ihren Honig behalten und sicher werden sie damit nicht so schnell krank wie mit dem ekligen Zuckerwasser, mit dem wir sie sonst abspeisen.
Viele Menschen glauben nun, dass sie auf Dicksäfte ausweichen können. Doch leider wurden auch diese durch Hitzeprozesse gewonnen, die alles Lebendige durch den Schornstein schickten.
Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Mensch ist für die Aufnahme dieser konzentrierten Süßungsmittel nicht gerüstet.
Immer mehr Menschen versuchen deshalb ihren Zuckerkonsum zu verringern. Leider machen viele dabei einen katastrophalen Fehler: Sie weichen auf Süßstoffe aus. Damit wird das Chaos für den Körper so richtig perfekt. Die Geschmacksorgane melden dem Gehirn den süßen Geschmack, den sie auf der Zunge feststellen. Unser Zentralcomputer befiehlt demzufolge die Produktion von Insulin anzukurbeln. Das kreist vergeblich in unserem Blut und sucht nach dem Zucker. Da keiner zu finden ist, ruft es nach ihm. Wir nehmen dieses Rufen als Appetit oder Heißhunger wahr. Die Folge ist, dass wir immer mehr essen. Der Süßstoff selbst stellt unseren Körper vor ein unlösbares Rätsel: „Was ist das denn für ein Zeug? Dafür habe ich keinerlei Verwendung. Also raus damit oder Ablagern!“ In den USA müssen Produkte, die den Süßstoff Saccharin enthalten die Aufschrift tragen: „Die Verwendung dieses Produkts kann Ihrer Gesundheit schaden.“ In Europa sind gegenwärtig sechs Süßstoffarten zugelassen. Sie müssen zwar auf der Verpackung genannt werden, einen Hinweis sucht man jedoch vergebens. Sind die Europäer resistenter gegen dieses Zeug?
Die Verbannung jeglichen konzentrierten Zuckers und natürlich aller Zuckerersatzstoffe aus der Küche ist die logische Schlussfolgerung. Die bessere Alternative bilden beispielsweise Trockenfrüchte (natürlich ungeschwefelt) wie Rosinen, Datteln, Aprikosen und natürlich Bananen. Wenn sie nicht im Übermaß gegessen werden, stellen sie den Körper bei weitem nicht vor solche Probleme und die Menge des benötigten Insulins ist nicht ganz so groß.
Ich weiß, nun mache ich mich auch noch bei den Bäckern unbeliebt. Doch was bleibt mir übrig? Leider sind die meisten Erzeugnisse dieser Zunft ziemlich gesundheitsschädlich.
Wir Menschen sind keine Körnerfresser. Gegessene Körner scheiden wir unverdaut wieder aus. Unser Verdauungsapparat ist darauf ausgerichtet in erster Linie Obst und Gemüse zu verarbeiten. Um an die Nährstoffe des Korns heranzukommen, kamen die Menschen auf die Idee das Korn zu mahlen. Das so entstandene Mehl schmeckt uns jedoch nicht und ist viel zu trocken. Auch mit Wasser verdünnt könnten wir uns den so entstandenen Mehlbrei nur mit Widerwillen hinunter-würgen. Deshalb müssen wir es würzen. Doch der Brei wird auch damit noch nicht zu einer Leckerei.
So kam es, dass wir den Getreidebrei einer Feuerbehandlung unterzogen und siehe da, auf einmal wird das schmackhaft und soll auch noch gesund sein. Da stimmt doch etwas nicht. Die Wahrheit ist, dass unser Körper ziemlich viel Aufwand betreiben muss, um mit dieser Art Nahrung fertig zu werden. Brot liefert dem Körper viel Energie, das ist unbestritten, jedoch dazu kommen noch die Giftstoffe aus dem Backprozess und eine große Menge Schleim. Diese Verschleimung behindert die Fließfähigkeit der Körpersäfte und die Funktionen der Verdauung. Und wenn das „Fass“ voll ist, läuft der überflüssige Schleim aus der Nase. (Lesen Sie dazu das Kapitel „Warum Schnupfen nicht von Viren ausgelöst wird“!)
Doch das ist leider erst der Anfang der Tragödie. Der weitaus schlimmere Teil begann damit, dass man versuchte, Mehl haltbar zu machen. Werden Körner so wie sie sind zu Mehl gemahlen, befinden sich alle lebendigen Stoffe darin. Diese führen dazu, dass das Mehl ziemlich schnell ranzig wird und verdirbt. Also ging man dazu über, die lebendigen Stoffe aus dem Mehl zu entfernen. Was übrig blieb war die reine Stärke. Alle wertvollen Mineral- und Ballaststoffe wurden beseitigt. So entstand das so genannte „Auszugsmehl“. Das ist deshalb so lange haltbar, weil nicht einmal Bakterien etwas damit anfangen können. Bei der so schon schwierigen Verdauung fehlen nun auch noch die lebendigen Bestandteile und der Körper ist gezwungen, eigene Reserven dafür anzugreifen. Die Verdauung von Weißmehlprodukten führt also zusätzlich zur Verschleimung noch zur Entmineralisierung des Körpers. Die Stärke wird zu Zucker verdaut. Bei Weißmehlprodukten geht das besonders schnell. Damit führen sie auch noch zu einer unnatürlich hohen Insulinausschüttung.
Sehr oft werden die Weißmehlprodukte auch noch ziemlich stark mit Zucker und Fett kombiniert. Dadurch entstehen nicht nur wahre Kalorienbomben, sondern sie führen zu einer gewaltigen Übersäuerung und die Insulinausschüttung wird bis an die Grenzen des Zusammenbruchs beansprucht.
So kommt es, dass Torte und Kuchen uns immer dicker und kränker werden lassen. Zu allem Übel entziehen sie dem Körper Unmengen von Wasser. Das wird dann noch durch den Kaffeegenuss verstärkt. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen.
Die gesündeste Art, Getreide zu essen, ist sein Genuss im gekeimten Zustand. Die Essener stellten ihr Brot aus gekeimtem Getreide her. Sie formten daraus Fladen und backten sie auf heißen Steinen in der Sonne. Gekeimtes Getreide führt dem Körper nicht nur viel Energie zu, sondern wirkt auch noch entschlackend und entgiftend.
Wer auf Brot nicht verzichten will bzw. kann, sollte wenigstens auf Vollkornbrot zurückgreifen. Leider wird hier oft Etikettenschwindel betrieben. Dadurch, dass man Brötchen außen ein paar Getreidekörner „aufklebt“, werden sie noch lange nicht zu Vollkornbrötchen. Diesen Namen verdienen sie nur, wenn sie auch wirklich aus Vollkorn gebacken worden sind und das ist leider nur selten der Fall.
Die Vollkornbäckerei hat jedoch auch ihre Tücken. So ist es nicht besonders ratsam Vollkorn mit Früchten zu kombinieren. Das Zusammentreffen der Fruchtsäure mit dem Vollkorn führt zu ziemlich starken Gärungsprozessen und damit zu Blähungen.
Man kann es drehen und wenden wie man will. Am Ende bleibt bei allen Backwaren ein fader Beigeschmack. Egal in welcher Form tragen sie auf keinen Fall zu unserer Gesundheit bei. Besser ist es also, die Menge Schritt für Schritt zu reduzieren und es ist natürlich immer besser, wirkliche Vollkornprodukte zu bevorzugen.
Irgendwann stellt jeder fest, dass ein zu viel an Fleisch, Wurst oder auch Fisch nicht gesund ist. Sodbrennen, Gicht und viele andere Krankheiten werden heute direkt mit dem Verzehr von tierischem Eiweiß in Zusammenhang gebracht. Warum ist das so?
Die Antwort ist im Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers zu finden. Der einzige saure Körpersaft befindet sich im Magen. Alle anderen Säfte sind mehr oder weniger stark basisch. Bei Strafe unseres Untergangs muss der Körper sichern, dass die basischen pH-Werte des Blutes, des Gallensaftes, der Lymphe usw. stimmen.
Den Nachschub erhält er über unsere Ernährung. Jedes Nahrungsmittel wird entweder säure- oder basenüberschüssig verdaut. Alle tierischen Produkte werden säureüberschüssig verdaut. Das führt dazu, dass durch die Ernährung der meisten Menschen ein Säureüberschuss entsteht. Da der Körper jedoch meist basische pH-Werte benötigt, ist er gezwungen die überschüssigen Säuren möglichst schnell zu neutralisieren. Als erstes werden sie verdünnt, damit sie keine ätzenden Schäden anrichten können. Das führt zu Aufschwemmungen und zu einem pH-saurem Bindegewebe. Als zweites versucht er die Säuren zu neutralisieren. Die dazu benötigten Mineralstoffe bezieht er aus der Nahrung und wenn die nicht genügend liefert – was leider oft genug vorkommt – aus körpereigenen Vorräten. Dadurch entmineralisiert er mit den Jahren z. B. den Haarboden bei vielen Männern, die Zähne, das Adersystem und das Skelett. Das Ergebnis der Säureneutralisierung ist ein Salz. Dieses versucht er natürlich auszuscheiden. Leider ist die Kapazität meist nicht ausreichend bzw. die Menschen nehmen zu wenig Wasser auf. Dadurch ist der Körper gezwungen, das Salz abzulagern. Das geschieht vor allem im Bindegewebe, später in den Gelenken und auch in den Organen. Da er zu wenig basenüberschüssige Nahrung erhält, ist er zusätzlich noch gezwungen die körpereigenen Mineralstoffe für die Aufrechterhaltung des basischen pH-Wertes des Blutes und der anderen Körpersäfte zu opfern. So verbrauchen sich die Menschen mehr und mehr selbst. Die Ergebnisse sind Haarausfall, Karies und Zahnverlust, Knochenschwund und höhere Brüchigkeit, Verlust der Elastizität und erhöhte Brüchigkeit des Adersystems. Dazu kommen immer mehr Ablagerungen, die dazu führen, dass die Knorpel in den Gelenken abgenutzt werden, die Sauerstoffversorgung der Zellen immer stärker behindert wird usw.
Das alles haben wir natürlich nicht nur dem Fleisch zu verdanken. Alle Zuckerprodukte, Backwaren, Alkohol und die vielen anderen so genannten Genussmittel tragen einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.
Der Mensch ist kein Fleischfresser. Schon seine körperlichen Voraussetzungen beweisen, dass er von Natur aus nicht zum Raubtier taugt. Wir haben keine Klauen, um ein Beutetier festhalten zu können. Unsere Greiforgane sind eindeutig für das Pflücken von Früchten bestimmt. Wir haben keine Reißzähne. Damit fehlen uns alle Voraussetzungen ein Beutetier zu öffnen. Unser gesamter Verdauungsapparat ähnelt einem Pflanzenfresser. Ein Fleischfresser hat bis zu zehnmal mehr Magensäure und einen viel kürzeren Darm, damit er die giftigen Stoffe schneller ausscheiden kann. Wer viel Fleisch und Wurst isst, bekommt häufig Sodbrennen. Der Körper stellt mehr Magensäure her, um der großen Menge an tierischen Produkten irgendwie Herr zu werden, verkraftet das jedoch nur sehr schwer.
Auch psychologisch ist die Argumentation sehr schlüssig. Wenn wir Blut sehen, läuft uns nicht das Wasser im Mund zusammen. Rohes Fleisch ohne Gewürz schmeckt nicht. Wenn jeder selbst schlachten müsste, um Fleisch essen zu können, dann würde der Fleischkonsum ziemlich zurückgehen.
Natürlich haben die Menschen schon viele tausend Jahre Fleisch gegessen. Doch das geschah immer aus der Not heraus. Die Menschen damals lebten nie im Überfluss. Ihr Körper hatte genügend Zeit für die Verdauung. Auch heute würde sicherlich eine kleine Menge keinen Schaden anrichten. Jedoch von einer gesundheitsfördernden Wirkung zu sprechen, das ist absurd.
Der Mensch von heute ist ziemlich schizophren. Auf der einen Seite vergöttert er seine Haustiere und kann sich nicht vorstellen, diese auf den Speiseplan zu setzen. Auf der anderen Seite versündigt er sich an der Natur durch die industrielle Tiermast in einer unvorstellbar bestialischen Weise. Schon allein das müsste aus ethischen Gründen genügen, um dem Fleisch- und Wurstkonsum zu entsagen bzw. ihn enorm einzuschränken. Würden die Tiere wenigstens wie früher beim Einzelbauern meist üblich, relativ artgerecht gehalten, dann wäre sicher nichts gegen einen kleinen Braten einmal im Monat etwas einzuwenden.
Aber auch aus anderen Gründen ist der Fleischkonsum zu verwerfen. Da ist zum einen die Luftverschmutzung. Ja, Sie lesen richtig! Die intensive Tierhaltung ist heute einer der größten Luftverschmutzer überhaupt. Die Exkremente der Tiere verursachen größere Klimaschäden als alle Autos dieser Welt. Zum anderen ist es der Hunger in der Welt. Ja, auch daran ist die industrielle Tierhaltung mit schuld. Würden wir die pflanzlichen Erträge unserer Felder direkt für die Ernährung der Menschen einsetzen und nicht den krank machenden Umweg über das Tier gehen, dann könnte locker die doppelte Menschenzahl ernährt werden.
Aber das tierische Eiweiß ist doch so wertvoll, wird jetzt sicher so mancher Leser denken. Ist es das wirklich? Ein Blick in die Natur belehrt uns ziemlich schnell eines Besseren. Ausgangspunkt allen Lebens auf der Erde ist die Sonne. Ihre Strahlen ermöglichen das Wachstum von Pflanzen. Von ihnen ernähren sich alle anderen Lebewesen. Der direkteste Weg zur Aufnahme der Sonnenenergie führt also über die Pflanze. Woher beziehen Elefanten, Pferde, Kühe, Antilopen, Zebras usw. ihr Eiweiß? Die Pflanze ist und bleibt auch der beste Eiweißlieferant für den Menschen.
Aber Fisch ist doch gesund, höre ich immer wieder als Gegenargument. Nun, er ist sicher gesünder als Fleisch. Doch auch er wird säureüberschüssig verdaut. Dazu kommt noch, dass er wie ein Filter im Laufe seines Lebens viele Schadstoffe in seinem Körper abgelagert hat. Viele Fischprodukte stammen heute aus Mastbetrieben. Damit unterscheiden sie sich also nur wenig von den anderen Tierprodukten. Darüber hinaus ersticken die meisten Fische. Sie werden also nicht geschlachtet, sondern sterben. Man kann es also drehen und wenden wie man will, auch eine fischreiche Ernährung fördert keine Gesundheit.
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nach der Entwöhnung noch Milch trinkt und das auch noch von einem anderen Tier. Mit großem Werbeaufwand wurde und wird daran gearbeitet, die Milch als gesundes Lebensmittel darzustellen.
Leider sieht die Realität auch hier gänzlich anders aus. Die Kuhmilch ist für das Kalb, nicht für den Menschen. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich in vielen wesentlichen Punkten von der Muttermilch. Komisch, kein Erwachsener käme auf die Idee noch Muttermilch zu trinken. Das wäre jedoch auf jeden Fall gesünder.
Kuhmilch ist reich an Milchzucker (Laktose). Diese kommt in der Muttermilch kaum vor. Deshalb haben viele Menschen große Probleme sie ohne Beschwerden zu verdauen. Um die Laktose verarbeiten zu können wird das Enzym „Lactase“ benötigt. Unser Körper kann davon nur eine sehr geringe Menge produzieren. Alle Asiaten vertragen z. B. überhaupt keine Kuhmilch. Das ist sicher einer von mehreren Gründen, warum sie gesünder sind als die Europäer. Leider setzt man in der Zwischenzeit alles daran, dass sich das ändert. Die Jagd nach Profit führt immer mehr dazu, dass auch den Asiaten die Milchprodukte schmackhafter gemacht werden.
Milch wird im Körper wie alle tierischen Nahrungsmittel säureüberschüssig verdaut. Das bedeutet, dass das so oft gepriesene Kalzium nicht einmal ausreicht, den entstandenen Säureüberschuss zu neutralisieren. Deshalb ist der Körper gezwungen, eigene Mineralstoffe zu opfern. Sehr häufig entnimmt er diese aus den Knochen. So kommt es, dass Milch keinerlei positiven Effekt bei Osteoporose hat, sondern diese sogar herbeiführen bzw. verschlimmern kann. Damit ist nun auch zu erklären, warum gerade in den Ländern, in denen viel Milch getrunken wird, die Osteoporoserate erschreckend hoch ist.
Milch wird sehr schnell sauer. Lässt man sie ungekühlt stehen, so breiten sich schon nach kurzer Zeit Milchsäurebakterien aus. Deshalb wird sie in der Natur immer direkt, quasi unter Luftverschluss aufgenommen. Dieser sehr schnelle Verderb würde die industrielle Vermarktung kaum ermöglichen. Nun hatte zum (Un)glück ein Mann namens Louis Pasteur entdeckt, dass durch kurzzeitiges Erhitzen fast alle Keime abgetötet werden. Und siehe da, schon war die Milch für die industrielle Revolution reif. Dass diese Keime zu ihrem größten Teil absolut wichtig für die Verdauung der Milch sein könnten, auf diese Idee wollte oder konnte man nicht kommen. Leider auch dann nicht, als man Kälber, die mit pasteurisierter Milch gefüttert wurden reihenweise verenden sah. Was für die Kälber schlecht ist, muss für den Menschen ja noch lange nicht schädlich sein, welch irre Logik.
So kam es, dass in Deutschland sogar ein Gesetz erlassen wurde, das verbietet unerhitzte Milch zu verarbeiten. Das bedeutet, dass alle deutschen Milchprodukte dieser Prozedur unterworfen werden. Nicht einmal der Käse bleibt davon verschont. Wer also von den Milchprodukten dennoch nicht lassen will oder kann, der sollte wenigstens auf Produkte zurückgreifen, die nicht erhitzt worden sind. Als Trinkmilch ist nur Rohmilch in relativ geringen Mengen zu tolerieren. Es gibt auch Käse z. B. aus Frankreich, der aus nicht pasteurisierter Milch hergestellt wurde.
Immer mehr Menschen kommen nun auf die Idee Milchersatzprodukte wie z. B. Sojamilch zu kaufen. Doch ich frage mich, wozu trinken Menschen nachdem sie dem Säuglingsalter entwachsen sind noch Milch? Das ist absolut überflüssig.
Wer nicht ganz auf Milchprodukte verzichten will, der sollte sich auf Sahne, Butter und Käse (natürlich Bio-Produkte) in geringen Mengen konzentrieren. Sahne und Butter haben einen hohen Energiegehalt und ihre Herstellung ist bei weitem mit nicht so vielen technologischen Schritten verbunden wie z. B. bei Trinkmilch. Diese wird nicht nur erhitzt, sondern ihr wird alles Fett entzogen, um es danach wieder genau dosiert wieder „hineinzuträufeln“. Dazu kommt noch, dass sie mit hohem Druck an die „Wand“ gespritzt wird, damit sie nicht mehr auf die Idee kommen kann, eine Haut zu bilden. Diese weiße kalkhaltige Brühe hat also nicht mehr viel mit ihrem Ausgangsprodukt zu tun. Sie wird nicht einmal mehr sauer, sondern fault im Tetrapack.
Viele Menschen werden immer dicker, ihre schönen Körper immer unansehnlicher, ihre Leistungsfähigkeit nimmt immer mehr ab. Woher kommt das?
In der Nahrung von heute sind zu viele Bestandteile, die Energie und zu wenige, die Lebenskraft liefern. In erster Linie wird das Fett für das Übergewicht verantwortlich gemacht. Deshalb werden heute viele Produkte fettreduziert angeboten. Doch hat das etwas am Übergewicht geändert? Mitnichten.
So langsam kommt man auf einen anderen Dreh. Nicht das Fett, sondern die vielen Kohlenhydrate seien daran schuld, dass wir immer dicker werden. Immer wieder wird der gleiche Fehler wiederholt. Es wird ein Nahrungsbestandteil herausgegriffen und ihm allein die Schuld in die Schuhe geschoben.
Dabei ist die Antwort ganz simpel: Wir essen das Falsche und davon zu viel!
Wir essen zu viel erhitzte Nahrung, obwohl das kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten tut. Im Gegenteil, füttert man Tiere mit diesem Essen, dann bekommen sie die gleichen Probleme wie wir Menschen. Sie werden dick, ihre Knochen werden brüchig, die Gelenke versagen ihren Dienst und am Ende steht ein jämmerlicher Tod, wenn wir dem nicht mit der Giftspritze zuvorkommen. Wer Obst und Gemüse zum großen Teil im rohen Zustand isst, wird bald merken, dass es ihm wesentlich besser geht, dass die Pfunde purzeln, die Müdigkeit wie weggeblasen und die Leistungsfähigkeit so hoch wird, wie man es vorher nie für möglich gehalten hätte.
Es ist nicht das Fett an sich, dass die Menschen dick werden lässt, sondern das denaturierte hitzebehandelte Fett. Es sind nicht die Kohlenhydrate an sich, die die Fettschichten anschwellen lassen, sondern die Auszugsmehle und konzentrierten Zuckerprodukte. Es ist also egal, ob man zu viel Zucker oder zu viel Fett isst. Dick wird man von beidem, da der Körper jederzeit in der Lage ist, Kohlenhydrate in Fett und Fett in Kohlenhydrate umzuwandeln. Das beweist schon die Tatsache, dass man beim Sport Fett und Kohlenhydrate verbrennen kann.
Wer also den Spieß wirklich umdrehen will, der muss vor allem umdenken. Wir haben die wirkliche Menschennahrung zu einer Nebensache verkommen lassen. Unsere Hauptnahrung Obst essen wir höchstens nebenbei und als Kompott. Unseren Hauptlieferanten für Mineralstoffe und Eiweiß - Gemüse und Salat - nehmen wir höchstens als Beilage zu uns.
Ja, wir sind schon so weit von der Natur entfernt, dass wir glauben, das Eiweiß aus der tierischen Kost sei wertvoller als pflanzliches Eiweiß.
Es geht bei der Nahrungsaufnahme nicht nur um Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Sie sind zwar wichtige Energie- und Bausteinlieferanten für den Körper, noch wichtiger aber sind die Lieferanten für die Lebenskraft. Allen voran sind hier die Enzyme zu nennen. Hat ein Mensch seinen Enzymvorrat verbraucht, dann stirbt er, egal wie viel Energie er aufnimmt. Und gerade diese Enzyme töten wir mit jedem Koch-, Brat-, Back-, Frittier- und Grillvorgang. Als Zweites sind die Vitamine zu nennen. Sie sind diejenigen, die Erreger abwehren und die Schäden reparieren, die durch den aggressiven Sauerstoff entstanden sind. Auch sie werden meist beim Erhitzen abgetötet. Und dann gibt es da ja noch die scheinbar nebensächlichen Ballaststoffe. Doch auch sie haben eine sehr wichtige Funktion. Sie sind die Reinigungskräfte im Darm. Sie säubern ihn und halten ihn vital und gesund. Man kann essen so viel man will, wenn der Darm nicht richtig arbeitet, kommt nichts oder nur wenig von den wertvollen Inhaltsstoffen des Nahrungsbreis in den Zellen an. Die Ballaststoffe verlieren durch die Behandlung im Kochtopf und in der Pfanne ihre Elastizität. Damit funktionieren sie wie schon erwähnt wie ein Besen mit weich gekochten Spaghetti.
Wer dauerhaft schlank und gesund werden will, wobei das Letztere sicher das Wichtigere ist, der muss also zweierlei tun:
Erstens sollte er die Zusammensetzung seiner Nahrung überdenken und den Anteil von Obst und Gemüse drastisch erhöhen.
Zweitens sollte er den Anteil an erhitzter Nahrung auf ein Minimum reduzieren.
Für viele wird das sicher ziemlich utopisch klingen. Doch das ändert nichts an der Wahrheit. Also probieren Sie es einfach aus. Ändern Sie Schritt für Schritt ihre Essgewohnheiten und Sie werden bald Fortschritte feststellen, die Sie motivieren, auf diesem Weg fortzufahren. Dabei hilft sicher auch das kurzzeitige Andünsten von Gemüse. Es verliert dadurch nur wenig an Gehalt und ist deshalb sicherlich der beste Kompromiss.
Viele Jahre und einen astronomischen Werbeaufwand waren vonnöten, um die Margarineprodukte salonfähig zu machen. Heute ist es sogar schon soweit, dass ihnen gesundheitlich wertvolle Wirkungen angedichtet werden. Immer mehr Menschen fangen an zu glauben, Margarine sei gesünder als Butter. Die Deutschen sind natürlich wieder mal vorn dran. In keinem anderen Land wird pro Kopf so viel Margarine gegessen.
Leider ist jedoch das Gegenteil der Fall. Die immer wieder hervorgehobenen Pflanzenfette in der Margarine verlieren durch die Hitzebehandlung und den Vorgang des Härtens ihre gesundheitlichen Vorteile. Dadurch entstehen die gefürchteten gesättigten Fettsäuren. Noch schlimmer sind die sog. Trans-Fettsäuren in teilgehärteten Fetten. Sie reichern sich im Fettgewebe des Körpers an, werden in Zellmembranen eingebaut, stören den Stoffwechsel, fördern Zuckerkrankheit und verringern die Qualität der Muttermilch. Da können auch nachträglich hineingeträufelte Vitamine und andere Zusatzstoffe nichts dran ändern.
Aus Tier- und Zellversuchen gibt es zudem Hinweise auf Störungen des Immunsystems und der Fruchtbarkeit sowie auf Behinderungen des Wachstums von Hirn und Nervengewebe des Embryos. Beim Prozess der Teilhärtung entstehen zudem weitere potentielle Schadstoffe wie z. B. unnatürliche Verknüpfungen von verschiedenen Fettsäuren, deren biologische Wirkungen kaum erforscht sind.
Derlei unüberschaubare Risiken lassen sich leider auch nicht mit einem Blick auf das Etikett ausräumen: Begriffe wie „teilweise gehärtet“ weisen zwar unmissverständlich auf Trans-Fettsäuren hin, Formulierungen wie „Pflanzenfett, gehärtet“ sind jedoch ebenso schwammig und nichts sagend wie die Inhaltsangaben auf Packungen.
Der Herstellungsprozess von Margarine ist ein so kompliziertes chemisches Verfahren, dass am Ende garantiert nichts mehr Lebendiges in ihr ist. Stellt man Margarine in den Wald, dann wird sie von keinem Tier angerührt. Einen eindrucksvolleren Beweis ihrer Schädlichkeit kann man wohl kaum finden.
Butter ist zwar ein tierisches Produkt. Ihr Herstellungsverfahren ist jedoch kurz und überschaubar. Außer Milchsäure und Beta-Carotin dürfen keine weiteren Zusätze verwendet werden. Leider gehen die medikamentösen, hormonellen und jodlastigen Behandlungen der Kühe mit in die Milch über. Echte Sauerrahmbutter findet man nur noch selten. Meist wird sie in einem „Eilverfahren“ mit Milchsäure nachgesäuert.
Wenn Sie Brot essen, dann greifen Sie zur Bio-Butter. Sie ist zwar für die menschliche Ernährung auch nicht unbedingt ideal, jedoch auf jedem Fall das wesentlich kleinere Übel.
Für jeden liegt klar auf der Hand, dass wir zu viel essen. Deshalb wurden die Energieeinheiten erfunden, die helfen sollen, die Essensmengen richtig einzuschätzen. Leider führt das in die falsche Richtung, weil es in letzter Instanz nicht nur um das Abnehmen geht, sondern darum, wieder einen schlanken, leistungsfähigen und natürlich gesunden Körper zu haben.
Wer sich nur um die Kalorien kümmert, kann sich z. B. von Tütensuppen ernähren und wird am Ende zwar abnehmen, aber nicht gesünder.
Es geht nicht um die Kalorien, sondern um die richtigen Lebensbausteine, die dem Körper zugeführt werden müssen, damit er reibungslos funktioniert.
Wer sich für die richtige Nahrung entscheidet, der muss sich nicht mit dem Taschenrechner an den Tisch setzen. Er kann sich satt essen und sein Körper wird trotzdem im Laufe der Zeit wieder ansehnlicher und sein Gewicht normaler.
Die einzig wahre Diät ist die Rohkosternährung. Sie schafft keinen Mangel, sondern Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Daraus entspringen Lebensfreude und Wohlbefinden.
Leider hält man diese Ernährungsform aus mehreren Gründen nicht lange durch. Zum Ersten ist es trotz der Fülle des Angebots ziemlich schwierig, wirklich sonnengereiftes und gehaltvolles Obst und Gemüse zu bekommen. Zum Zweiten stehen Süchte und Gewohnheiten im Weg. Sie führten immer wieder dazu, dass auch ich wieder „schwach“ wurde. Und zum Dritten gibt es ja auch noch die kalte Jahreszeit. Die kühlende Wirkung des Obstes ist an heißen Sommertagen eine wunderbare Sache, jedoch an kalten Winterabenden nicht mehr ausreichend. In dieser Zeit essen wir z. B. den fettesten Käse, den es gibt. Das ist auf jeden Fall natürlicher als die mit viel Aufwand künstlich fettreduzierten Produkte und es versorgt uns mit der Heizenergie, die wir benötigen. Hier auf Kalorien zu schauen ist einfach Quatsch. Wichtig ist es eben nur, dass auch in dieser Zeit die Zusammensetzung der Nahrung kontrolliert wird und Obst und Gemüse in möglichst rohem Zustand oder nur leicht gedünstet den Hauptanteil unserer Ernährung ausmachen. Dazu kommen vor allem in der kälteren Jahreszeit selbst gezogene Keime und Sprossen verschiedenster Art.
Immer wieder hören und lesen wir von Vitaminmangel und –unterversorgung. Doch wer sich die industriell gefertigten Nahrungsmittel etwas genauer anschaut, der wird erstaunt feststellen, dass in sehr vielen Produkten Vitamine zugesetzt worden sind. Besonders Vitamin C und Betacarotin werden in solch großen Mengen Bonbons, Säften, Joghurts und vielen anderen Lebensmitteln hinzugefügt, dass die Menschen auf keinen Fall mehr eine Erkältungskrankheit bekommen dürften, wenn es stimmt, dass Vitamin C diese verhindern kann.
Doch leider ist das nicht der Fall. Im Gegenteil, die Vitamine geraten so langsam in Verdacht, zu den Auslösern von Allergien und anderen Beschwerden zu gehören.
Es ist wie in vielen anderen Fällen auch: Wir finden einen Stoff, der scheinbar unsere Gesundheit fördert, isolieren ihn und stellen ihn dann sogar noch künstlich her und dann wundern wir uns, dass er nicht die Wirkung zeigt, die wir uns von ihm versprechen.
Immer wieder ertappen wir uns bei dem gleichen Fehler, die Natur verbessern zu wollen und immer wieder erleiden wir dabei zwingend eine Niederlage.
Vitamin C kann eben nur seine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten, wenn auch die anderen 9.999 Mitspieler im richtigen und lebendigen Verhältnis mit von der Partie sind. Und damit ist klar, dass eine Vitaminpille niemals einen Apfel ersetzen kann. Sie kann vielleicht helfen, Defizite auszugleichen, die durch eine Fehlernährung in der Vergangenheit entstanden sind, kann jedoch nicht in der Lage sein, eine dauerhafte Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.
Aus dieser Sicht betrachtet ist also immer vor allem das Obst die bessere Wahl als der Vitamin-C-Bonbon oder der erst durch Erhitzen abgetötete Saft, der danach wieder künstlich mit Vitamin-C angereichert wird und dessen Aussehen durch den Zusatz von Betacarotin wie bei vielen anderen Lebensmitteln verschönert wurde.
Unser Körper ist ein „Energiesparmaschine“. Nur so war es ihm möglich, die harten Anforderungen der bisherigen Menschheitsentwicklung zu meistern. Er kann sich auf unterschiedliche Nahrungsangebote einstellen und sicherte damit das Überleben auch in klimatischen Gebieten, die das ideale Nahrungsangebot nicht bereitstellen können. Dieser Überlebensmechanismus funktioniert auch heute noch, obwohl er zumindest in den "entwickelten" Ländern nicht mehr gebraucht wird.
Das erste Gebot unseres Körpers lautet: „Verbrauche so wenig Energie wie möglich!“
Seine Wirksamkeit nehmen wir als den viel zitierten „inneren Schweinehund“ wahr. Wie oft schon hielt er uns ab, etwas Sportliches zu unternehmen. Wie viele gute Vorsätze wurden diesem Gebot schon geopfert.
Heute ist das, was sich in Millionen Jahren bewährt hat, sehr kontraproduktiv. Es geht soweit, dass der Körper Organe, die nicht benutzt werden, unterversorgt. Bei Raumfahrern werden die Knochen abgebaut und bei Menschen, die sich kaum bewegen, verkümmern die Muskeln. Was sich also für das Überleben der Menschheit als sehr gut darstellte, wird heute in Zeiten des Überflusses zu einer Gefahr. Bisher hatte der Mensch gar keine andere Wahl. Er musste sich bewegen, wollte er nicht verhungern. Heute können wir vor dem Fernsehschirm sitzen und uns vollstopfen ohne Ende. Wenn es uns nicht gelingt, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden, ist Siechtum die unausweichliche Folge.
Wir müssen die Bewegung, die früher aus der Not heraus erfolgte, bewusst in unser Leben integrieren, sonst degenerieren die Muskeln und die Knorpel unserer Gelenke verhungern. Wo das hinführt wird jedem täglich vor Augen geführt. Die meisten Menschen sind kaum noch belastbar. Jede längere Treppe bringt sie außer Atem. Viele könnten schon gar nicht mehr joggen, auch wenn sie das wollten. Sie schleppen sich mit Schmerzen in den Gelenken und Bandscheiben durchs Leben.
Bewegung ist für den Menschen keine Nebensächlichkeit für die Freizeit, sondern ein lebenserhaltendes Erfordernis. Dabei geht es nicht um Leistungssport, sondern um Bewegung im Ausdauerbereich. Sie bringt den Kreislauf in Schwung, versorgt die Zellen mit genügend Sauerstoff und hilft beim Abtransport der Abfallprodukte und Giftstoffe. Die Knorpel in den Gelenken werden durch die Saug- und Druckvorgänge der Bewegung ausreichend versorgt und können so ein Leben lang ihre Funktion ohne Probleme erfüllen. Das alles funktioniert natürlich nur, wenn genügend wertvolle Nährstoffe über die Ernährung zur Verfügung gestellt werden und der Säure-Basen-Haushalt stimmt.
Doch dieses Gebot hat auch noch eine zweite Seite. Die „Energiesparfunktion“ wirkt sich auch auf unsere geistigen Prozesse aus. Wenn wir das wiederholen, was wir tagtäglich immer wieder tun, benötigt unser Gehirn ungleich weniger Energie als wenn wir neue Wege beschreiten. Unsere Gewohnheiten sind also nichts anderes als das Ergebnis des „Energiesparprogramms“. Unser Körper sträubt sich dagegen, mehr Energie einzusetzen als unbedingt notwendig. Deshalb wird viel Willenskraft benötigt, um eine Gewohnheit zu ändern.
Doch es kommt noch schlimmer. Wie wir schon festgestellt haben, ist unser Körper in der Lage, die Verdauung auf ein unterschiedliches Nahrungsangebot einzustellen. Nehmen wir z. B. viele Süßigkeiten zu uns, dann kurbelt er die Insulinproduktion an. Wenn die nun einmal läuft, dann fordert das „Energiesparprogramm“, es dabei zu belassen. So kommt es, dass er immer etwas mehr Insulin produziert als gebraucht wird. Das kreist dann in unserem Körper und fordert den Zuckernachschub. Wir nehmen das als Appetit oder Heißhunger wahr. Zur geistigen Abhängigkeit durch die Gewohnheiten kommt jetzt also noch die körperliche – die Sucht. Der Mensch kann nach vielen Dingen und in unterschiedlichen Stufen süchtig werden.
Die angekurbelte Insulinproduktion erzeugt die Sucht nach Süßem. Die in Gang gesetzte Verdauung von tierischem Fett und Eiweiß erzeugt die Sucht nach Fleisch und Wurst. Die Produktion von Verdauungsenzymen für die Verarbeitung von gekochter Nahrung erzeugt die Sucht nach erhitzter Nahrung.
Nur nach einem können wir nicht süchtig werden: Nach unserer angestammten Nahrung, also Obst und Gemüse. Dafür muss der Körper keinen besonderen Aufwand betreiben. Diese Nahrung entspricht unserem genetischen Programm.
Zum Glück ist die Sucht nicht immer so stark wie bei Heroin oder bei Alkoholkranken. Doch sie macht den meisten Menschen schon sehr zu schaffen ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Wie stark sie abhängig sind merken sie immer dann, wenn sie auf das Nahrungsmittel eine Weile verzichten müssen. So bekommen sie richtige Entzugserscheinungen, allen voran schlechte Laune. Wenn es keinen Kaffee gibt, reagiert der Körper mit Müdigkeit, Leistungsschwäche und Kopfschmerzen. Wer länger kein tierisches Fett erhielt reagiert mit Fressattacken. Wie anders ist es zu erklären, dass Menschen, die wissen, dass sie total übergewichtig sind, trotzdem Chips in Massen in sich hineinstopfen. Das ist eindeutiges Suchtverhalten und nichts anderes.
Das Schlimme dabei ist, dass es nur noch ganz wenige gibt, die nicht nach irgendeiner Nahrung süchtig sind. Und noch schlimmer ist, dass ein Süchtiger seine Sucht selbst nicht erkennt und ignoriert. Wie ein Alkoholkranker sagt er: „Ich hab das im Griff. Wenn ich wollte, dann könnte ich darauf verzichten.“ Wenn das so wäre, dann müsste es doch ein leichtes sein, sich einen Monat testweise nur von rohem Obst und Gemüse zu ernähren, um herauszufinden wie der Körper reagiert und welche Veränderungen stattfinden, ob man gesünder oder kranker wird. Aber das schaffen nur die wenigsten. Wer es versucht, wird feststellen wie groß die Entzugserscheinungen sind. Leider werden sie fast immer falsch interpretiert. Schon nach kurzer Zeit behaupten die meisten, dass ihnen das Obst und Gemüse nicht bekommt usw. Würden sie durchhalten, dann könnten sie feststellen, dass diese Erscheinungen schon bald verschwinden wie auch der Heißhunger. Sie würden merken wie die Leistungsfähigkeit zunimmt, der Körper sich von Giften befreit, Wehwehchen verschwinden usw.
Das zweite Gebot unseres Körpers lautet: „Nutze deine Nahrung effektiv!“
Da die Menschen in ihrer langen Geschichte fast nie im Überfluss lebten, war ihr Körper gezwungen aus dem geringen Nahrungsangebot das Maximale herauszuholen. Sobald er etwas mehr als benötigt bekam legte er sofort Reserven in Form von Fettdepots an. Eine Obergrenze musste er dafür nie einrichten. Das wird vielen Menschen heute zum Verhängnis. Ihre wunderbare Veranlagung zum Anlegen von Fettreserven wird für sie zu einer Geisel. Hat sich der Körper erst einmal darauf eingestellt, jedes überflüssige Fetttröpfchen einzulagern, dann nutzt er jeden auch nur winzigen Überfluss dazu.
Dazu kommt noch das Dilemma, dass der Körper heute gezwungen ist, viel mehr Nahrung zu fordern, um an die lebensnotwendigen Stoffe heranzukommen. Die Nahrung der meisten Menschen von heute enthält zu viel Energie und zu wenig Vitalstoffe wie wir schon herausgearbeitet haben. Um an eine ausreichende Menge dieser Vitalstoffe heranzukommen, ist er leider gezwungen zu viel Energie aufzunehmen.
So kommt es, dass die Menschen immer dicker werden und kein noch so gut gemeintes Regierungsprogramm daran etwas ändern kann. Solange das Problem nicht an der Wurzel angepackt wird, ist das alles nur Kosmetik ohne wirkliche Veränderung.
Natürlich wäre das Hungern eine Möglichkeit, um die Fettreserven abzubauen. Doch leider hat das einen ganz entscheidenden Haken wie das Diäten anschaulich vorführen. Nach der Beendigung der Hungerkur hat der Körper das Bestreben möglichst schnell wieder die verlorenen Reserven aufzubauen und da er aus der Hungerperiode seine Erfahrungen gezogen hat, legt er vorsichtshalber gleich noch ein paar Kilo obendrauf. Der Jo-Jo-Effekt, der in der Steinzeit vielleicht Leben rettete ist heute völlig kontraproduktiv.
Der Weg zu einer wirklichen Lösung führt nur über die dauerhafte Verringerung der Essensmengen und die Erhöhung des Anteils von rohem Obst und Gemüse in der Nahrung. Jeder, der es ernsthaft ausprobiert, wird merken wie die Pfunde schmelzen und sich gleichzeitig die Gesundheit verbessert.
Das alles muss natürlich mit einem moderaten Bewegungsprogramm verbunden werden. Wir haben nur ein Organ, dass Fett wieder verbrennt und das sind Muskeln. Werden diese nicht beansprucht, verkümmern sie und wir bekommen unser Fett nicht weg.