Aufgabe 9
b) Welche dieser Tonelemente sind intradiegetisch, welche extradiegetisch?
Extradiegetisch sind die Erzählstimme und die Musik; der Rest ist intradiegetisch.
Aufgabe 10: Musik in Harry Potter
Die Musik setzt im Moment ein, als es Hermine gelingt, die Feder zum Fliegen zu bringen. Die Musik hat hier die Funktion diesen (für sie erfolgreichen) Moment hervorzuheben und zu zeigen, dass es speziell ist, dass der Zauberspruch gelingt. Die Musik verstärkt zudem die Bewegung der Feder: Die Instrumentierung wirkt leicht (Glockenspiel, Xylophon, hohe Streicher) und die Tonfolge geht von unten nach oben entsprechend der Flug-Richtung (wie Sie der Einleitung zu diesem Kapitel entnehmen konnten, nennt man diese Koordination zwischen Handlungselementen und Tonabfolgen Mickey mousing).
Aufgabe 11: Eyes Wide Shut
Der Film beginnt mit dem Vorspann und dazu mit extradiegetischer Musik, die wir als Soundtrack einordnen (es handelt sich um einen Walzer aus der Jazz-Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch), wobei wir bei Minute 1:50 sehen, wie Tom Cruise die Stereoanlage ausschaltet und damit auch die extradiegetische Musik (die sich nun als intradiegetische entpuppt).
Aufgabe 12: soundbridge
Die soundbridge ist ein filmisches Stilmittel des continuity-Editing, bei dem sich der Ton zweier Szenen überlappt. Oft ist der Ton einer nachfolgenden Szene bereits zu hören, womit sich ein unsichtbarer Schnitt ergibt. In The Big Lebowski hören wir nach dem Dialog zwischen Lebowski und Brandt das Intro zum Song „Hotel California“, der während der Einführung einer neuen Figur zu hören ist. Bei The Matrix geht ein Element des Elektro-Rhythmus in das Wecker-Piepsen über.
Aufgabe 13: Ton in Desserts
Bei der eingangs hörbaren Stimme könnte es sich um eine Art Sirene handelt, jene Wesen aus der griechischen Mythologie, welche die Seefahrer mit ihren Gesängen anlockten und dann verzerrten. Auch der hohe Ton während der ersten Einstellung hat fast warnenden Charakter.
Das dumpfe und rhythmische Klopfen erinnert an einen Herzschlag. Es ist schwer zu sagen, ob es sich um ein Geräusch oder um einen Teil der Musik handelt. Dieses Geräusch wird oft eingesetzt, um einer Szene einen steigenden Rhythmus zu verleihen und damit Spannung zu erzeugen. Es könnte sich um das Herzklopfen des Mannes handeln, der allmählich aufgeregt wird, als er mehr vom Dessert probieren möchte. Vielleicht handelt es sich aber auch das Herzklopfen seines „Jägers“, der angespannt und nervös wird ob der Frage, ob das „Opfer“ anbeisst.
Als das Seil aus dem Sand herausschnellt, hören wir einen gellenden Schrei. Dieser erinnert an einen Schlachtruf (wie wir es beispielweise aus dem Genre der Indianerfilme kennen); mehrere helle Schreie verstärken diesen Effekt des Angriffgebrülls. Auf der Ebene des Tones wird also die Angriffsszene (inkl. Siegesschrei) verstärkt: Der Täter triumphiert über sein Opfer.
Insgesamt folgt die Tonebene in diesem Kurzfilm einer klaren Dramaturgie: Am Anfang herrscht (bis auf die einzelnen „Warngeräusche“) eine stille Atmosphäre, dann steigert sich der Ton (durch das „Herzklopfen“) bis zum Höhepunkt (die Schreie) und versiegt dann wieder in der Stille (mit einzelnem Wellenrauschen). Der Ton unterstützt folglich den klaren Spannungsverlauf.
Zur Repetition: wichtige Fachbegriffe in diesem Kapitel
Sound design, Diegetisch/extradiegetisch, On/Off, Mickey-Mousing, Voice-over, Synchronisation, Post production, Foley artists, Leitmotiv, Mood-Technik, Sound bridge