Film ist ein audio-visuelles Medium. Die Tonebene wird zu Unrecht oft zweitrangig behandelt, obwohl sie unsere Wahrnehmung eines Filmes in gleichem Masse so stark beeinflusst wie die Bildebene. Beim Zusammenstellen und Gestalten der Tonspur (sound design) sind oft mehrere Dutzend Personen beteilgt. Die Tonspur enthält zahlreiche Komponenten: Hintergrundmusik / Soundtrack; Geräusche aus der dargestellten Wirklichkeit; gesprochene Sprache. Den Ton können wir auf mehrere Dinge hin untersuchen: Beispielsweise auf die Lautstärke, die Tonhöhe und den Klang. Des Weiteren ist wichtig, ob es sich um diegetischen (in der Filmwelt) oder extradiegetischen (ausserhalb der Filmwelt) Ton handelt. Und auch die Unterscheidung on und off (im Filmbild zu sehen bzw. nicht zu sehen) ist dabei wichtig.
Film war übrigens nie stumm. Wenn wir auch von der Stummfilmzeit sprechen (1895 bis ca. 1930), so wurde das Medium stets von Tönen begleitet. In der Anfangszeit des Kinos war jeweils ein Pianist (oder sogar ein Orchester) neben der Leinwand und untermalte live das Geschehen. Dialoge oder Geräusche wurden dann oft musikalisch "imitiert" - dies sieht man gut in Charlie Chaplins Filmen. Aber auch in Trickfilmen war und ist diese Strategie oft zu sehen: Man nennt diese Technik, wenn die Geschehnisse exakt von der Musik unterstreicht werden, auch Mickey-Mousing - benannt nach einer der berühmtesten Trickfilm-Figur.