Ein Gummizug ist ein kleiner, elastischer Ring, der an Haken der festsitzenden (oder herausnehmbaren) Zahnspange eingehängt wird. Er erzeugt einen dauerhaften, sanften Zug auf Zähne und/oder Kiefer, um eine Zahnfehlstellung oder eine Bissfehlstellung zu korrigieren. Die Kraft entsteht durch die Dehnung des Gummis zwischen zwei Punkten. Je nachdem, wo diese Punkte liegen, entsteht eine andere Zugrichtung und ein anderer Effekt.
Typen und Anwendung der Gummizüge
Lang vs. kurz (Klasse II/III)
Beim langen Zug sitzt der Haken weiter hinten, zum Beispiel am 1. Molar. Dadurch ist die Strecke größer und der Zug wirkt stärker horizontal, kann aber auch mehr Nebenwirkungen wie Kippung oder Extrusion verursachen.
Beim kurzen Zug sitzt der Haken näher, zum Beispiel am Prämolar. Dadurch ist der Zug sanfter und leichter zu kontrollieren. Diese Variante wird oft am Anfang der Behandlung oder bei milden Fällen eingesetzt.
Die gute Nachricht
Falls dir das Lernen bisher schwerfällt, gibt es eine gute Nachricht. In unserer Praxis kommen die meisten Fälle aus Klasse II, Klasse III und Dreieck. Das bedeutet, du musst dir nicht alle Sonderformen wie Box oder Kreuzgummizug im Detail merken, denn die kommen nur selten vor. Konzentriere dich zuerst auf Klasse II, III und Dreieck: welche Zähne betroffen sind und in welche Richtung der Zug geht. Damit bist du für den Großteil des Praxisalltags schon gut vorbereitet. Die selteneren Typen kannst du dir nach und nach dazulernen, sobald ein entsprechender Fall tatsächlich auftritt.
Unsere Gummizüge in der Praxis
In unserer Praxis verwenden wir die Gummizüge Wolf, Gorilla und Bald Eagle. Sieh nach, wo die Gummizüge in der Gummizug-Schublade liegen. Diese drei Sorten unterscheiden sich in ihrer Größe. Wolf ist der kleinste, Gorilla der mittlere und Bald Eagle der größte. Je nachdem, was der Patient braucht, wählt der Arzt die passende Sorte aus. So haben wir für jeden Fall den richtigen Gummizug zur Hand und können jede Behandlung gezielt unterstützen. Der Gesamtvergleich ist unten dargestellt.
Das folgende Bild zeigt Klasse II, III und Dreiecke zusammen. Achte einfach darauf, welche Zähne jeweils beteiligt sind.
Wir hängen die Gummizüge während des Bogenwechseltermins ein. Auf der Patientenkarteikarte wird das kurz und einheitlich dokumentiert, zum Beispiel so:
GZ: Re. Kl. II // T+N // 2x Gorilla mitg.
Das bedeutet: rechte Seite, Klasse II Gummizug, Tragezeit Tag und Nacht, und dem Patienten wurden zwei Packungen Gorilla-Gummizüge mitgegeben.
Du kannst „bds.“ für beide Seiten und „li.“ für die linke Seite verwenden.
Die folgenden Bilder zeigen, wie Gummizüge die Zahn und Bissrelation bei Klasse II und Klasse III verbessern können. Man sieht jeweils den Zustand vor der Behandlung und den Zustand nach der Behandlung. Die Gummizüge bewegen vor allem die Zähne in eine bessere Position zueinander, bei wachsenden Patienten kann zusätzlich ein leichter Effekt auf das Kieferwachstum dazukommen. Dadurch verbessert sich der Biss, und oft verändert sich auch das Profil des Patienten sichtbar.