1. Brackets
Metallbrackets (Edelstahl)
Präzise gefertigte Edelstahl-Kleinapparatur mit Schlitzausbildung.
Befestigt an labialen/bukkalen Zahnflächen in festsitzenden Apparaturen.
Aufgeklebt nach Ätzen, Primerauftrag und mit lichthärtendem Komposit.
Keramikbrackets
Zahnfarbene Brackets aus poly- oder monokristallinem Aluminiumoxid.
Vorzugsweise im anterioren Bereich für ästhetische Lösungen.
Aufgeklebt mit Standard-Ätz-/Primer-/Komposit-Protokoll; schonend handhaben.
2. Bogen
Edelstahl (SS) Bogen
Steifer metallischer Bogen mit hoher Steifigkeit.
In die Schlitze der Brackets entlang des Zahnbogens eingelegt.
Eingesetzt, bei Bedarf geformt und mit Ligaturen oder Ligaturgummi fixiert.
Nickel-Titanium (NiTi) Bogen
Superelastische Formgedächtnis-Legierung.
Verwendet in aktiven Ausrichtungsphasen im Bracketsystem.
In die Schlitze eingeführt und mit Ligaturen oder Ligaturgummi befestigt.
3. Elastische Komponenten
Ligaturgummi
Kleine elastische Ringe für Bracketflügel.
Um die Brackets gelegt, um den Bogen zu fixieren.
Über die Tie-Wings gezogen, regelmäßig gewechselt.
Elastische Ketten (Power Chains)
Verbundene Elastomer-Module als Kette.
Über mehrere Brackets intraoral gespannt.
Zwischen gewählten Brackets gedehnt und aufgezogen.
Intermaxilläre Gummizüge
Medizinische Latex- oder non-latex-Elastiken.
Zwischen Ober- und Unterkiefer-Haken/Brackets getragen.
Vom Patienten nach Verordnung angebracht und regelmäßig gewechselt.
Klick hier für mehr Details zu Gummizügen.
Separatoren (elastische Ringe)
Kleine dehnbare Elastikringe zur Schaffung von Zwischenräumen.
Interproximal zwischen Zähnen platziert.
Mit Separatorzange oder Zahnseide eingesetzt bis Raum entsteht.
4. Ligaturen
Metalligaturen (ML)
Dünne Edelstahl-Ligaturdrähte, kurz ML genannt.
Um Bracketflügel herum zur dauerhaften, feinen Fixierung des Bogens.
Draht um die Flügel gelegt, verdreht, Enden gebogen/gekürzt und gesichert.
Achterligaturen (8er)
Ligatur in Acht-Form, aus Draht (häufig „8er“ genannt).
An einzelnen Brackets zur zusätzlichen Stabilisierung oder Rotationskontrolle.
In einer Acht um Bracketflügel (ggf. über mehrere Flügel) gelegt und fixiert.
Kobayashi-Ligaturen
Ligaturdraht mit gezielt geformtem Haken/Öseende (Kobayashi-Form).
Meist am Eckzahn-Bracket oder an Hilfshaken zur Befestigung von Gummizügen.
Draht um das Bracket gelegt und so geformt, dass eine kleine Haken-/Ösestruktur entsteht, an der Elastics eingehängt werden.
5. Federn
Open Coil-Feder (NiTi oder SS)
Helikale, offene Federsegmente, über den Bogen geschoben.
Zwischen zwei Brackets intra-archal positioniert.
Auf Maß geschnitten, auf den Bogen geschoben und komprimiert.
Close Coil-Feder (NiTi oder SS)
Geschlossene helikale Federn mit Ösenenden.
Zwischen zwei Befestigungspunkten eingesetzt.
An Haken oder Hilfsfixierungen eingehängt und aktiviert.
6. Bonding-Materialien
Ätzgel (Etch)
Viskoses Gel zur Konditionierung des Schmelzes.
Vor dem Kleben direkt auf den Schmelz appliziert.
Zeitgerecht appliziert, gründlich abgespült und trocken geblasen.
Bonding-Primer
Resinbasierter Haftvermittler zur Erhöhung der Verbundfestigkeit.
Auf geätzten Schmelz und/oder Bracketbasis aufgetragen.
Dünn appliziert und gemäß Herstellerangaben verarbeitet.
Self-Etching Primer
Kombiniertes Ätz- und Haftvermittlermaterial in einem Schritt.
Direkt auf die Zahnoberfläche vor dem Bracketbonding aufgetragen, in unserer Praxis speziell bei Keramikbrackets.
Dünn appliziert, leicht verteilt und anschließend mit Licht polymerisiert (kein separates Ätzen nötig).
Komposit
Gefülltes Harzadhäsiv für Bracket-Bonding.
Auf Bracketbasis oder Schmelz aufgebracht.
Positioniert, Überschuss entfernt und mit Licht polymerisiert.
Komposit - Flow
Niedrigviskoser, fließfähiger lichthärtender Komposit.
Für kleine Aufbauten, Versiegelungen oder Retentionselemente in der Kieferorthopädie.
Direkt aus der Kanüle appliziert, selbstnivellierend verteilt und anschließend lichtgehärtet.
Lichthärtender Bandzement / Komposit
Lichtpolymerisierbares komposit zur Befestigung kieferorthopädischer Bänder.
Wird unter Bändern (meist Molaren) und auf dem Aufbiss verwendet
Zement in die Bandinnenfläche füllen, Band aufsetzen, Überschuss entfernen und mit Lichthärtegerät polymerisieren.
Für den Aufbiss: Zement auf die Okklusalfläche auftragen (z. B. palatinale Aufbisse an der mesiopalatinalen Kuspis), mit der Polymerisationslampe aushärten, den Patienten zubeißen lassen und überschüssiges Material entfernen.
Kunststoffpistole
Wird für die kontrollierte Anwendung von lichthärtendem Komposit verwendet.
In unserer Praxis verwenden wir es zum Einsetzen von Attachments bei Invisalign-Behandlungen.
Setzen den Compule ein, tragen das Material in dosierten Mengen auf die Schablone auf und polymerisieren es.
7. Polier- und Prophylaxematerialien
Polierpaste
Feinkörnige abrasive Paste zur Prophylaxe.
Zur Reinigung/Politur der Schmelzoberfläche verwendet.
Mit Gummikelch oder Bürste rotierend aufgetragen und abgespült.
Prophylaxe-Gel
Gel zur Unterstützung der Reinigung und Aufbereitung des Schmelzes.
Vor dem Bonding oder bei Prophylaxemaßnahmen eingesetzt.
Aufgetragen, mit Bürste bearbeitet und abgespült.
Fluorid-Gel
Topisches Fluoridpräparat zur Remineralisation.
Nach Reinigung auf die Schmelzoberfläche appliziert.
In Schienen oder direkt appliziert, kurz einwirken gelassen und entfernt.
8. Isolations-Verbrauchsmaterial
Watterollen
Zylindrische, saugfähige Watteeinheiten.
In der Vestibulärregion zur Feuchtigkeitskontrolle platziert.
Mit Pinzette positioniert und bei Bedarf ersetzt.
Parotisrollen
Zylindrische Rollen aus Baumwolle zur relativen Trockenlegung.
Im Vestibulum bukkal im Bereich der Parotis-Ausführungsgänge positioniert.
Locker eingelegt zur Speichelabsorption und während der Behandlung regelmäßig gewechselt.
Zellstoff Pads
Hochsaugfähige Einweg-Pads aus Zellulose/Fasern.
Peri- oder intraoral zur Speichelkontrolle genutzt.
An der entsprechenden Stelle platziert und nach der Behandlung entsorgt.
9. Okklusale Beurteilung
Artikulationspapier
Tintenbeschichtetes Papier oder Folie zur Kontaktmarkierung.
Zwischen Ober- und Unterkiefer bei der Okklusionsprüfung eingelegt.
Patient beißt auf das Artikulationspapier; Kontaktstellen werden als Markierung sichtbar.
Hier sind die 10 Multiple-Choice-Fragen, die auf dieser Seite „Materialien” basieren. Die Antworten findest du auf der Seite „Lösungen der Tests“ der Lernplattform unter „Weitere Optionen.“ Bitte schau dir die Antworten nicht sofort an, sondern arbeite dich zuerst durch die Fragen.
Hinweis zur Struktur:
Frage 1–3: leicht
Frage 4–6: schwierig
Frage 7–9: extra schwierig
Frage 10: Verständnisfrage zum Thema
Mehrfachantworten sind möglich. Bitte bearbeite alle Fragen, bevor du die Lösungen ansiehst.
Welche Eigenschaft hat Nickel‑Titanium‑Bogen am meisten?
a) Superelastizität / Formgedächtnis
b) Härter als Edelstahl
c) Dient ausschließlich zur Retention
d) Wird nicht in Bracketschlitze eingeführt
Wofür dienen Ligaturgummis?
a) Fixieren des Bogens am Bracket
b) Versorgung entzündeter Bereiche
c) Als Prüfsonde im Sulkus
d) Zur Aushärtung von Komposit
Welches Material wird üblicherweise für das Bonding benutzt?
a) Ätzgel
b) Bonding‑Primer
c) Lichthärtendes Komposit
d) Speichelsauger
Was kennzeichnet einen Self‑Etching‑Primer?
a) Er kombiniert Ätzen und Haftvermittlung in einem Schritt
b) Er ersetzt das Komposit komplett
c) Er wird dünn appliziert und dann lichtgehärtet
d) Er wird ohne Licht gehärtet
Welche Aufgabe hat ein lichthärtender Bandzement?
a) Bandsitz am Molaren sichern
b) Er dient zur Veneerbefestigung
c) Klebt retainierende Drähte
d) Dient zur vestibulären Expansion
Wofür werden Open Coil Federn genutzt?
a) Um Platz zwischen Zähnen zu schaffen
b) Zur Retention nach Therapie
c) Zum Entfernen von Brackets
d) Als Poliermaterial
Welcher Ligaturtyp wird zur Rotationskontrolle genutzt?
a) Metallligaturen
b) Elastische Ligaturen
c) Achterligaturen
d) TPA Ligaturen
Welche Materialien gehören zu Prophylaxematerialien?
a) Polierpaste
b) Fluorid‑Gel
c) Prophylaxe‑Gel
d) Komposit
Was ist typisch für Polierpaste?
a) Fein abrasive Paste zur Glättung nach Kleberentfernung
b) Wird zur Abdichtung von Fissuren benutzt
c) Ist ein Desinfektionsmittel
d) Wird zur Lupenreinigung gebraucht
Welches Vorgehen ist korrekt beim Bonding eines Brackets?
a) Ätzen der Schmelzoberfläche, Primer auftragen, Komposit auf Bracket, Bracket einsetzen, Lichtpolymerisation
b) Nur Primer, kein Komposit
c) Kein Ätzen, direkt Kleber auftragen
d) Zuerst Fluorid, dann Komposit