.. wenn doch alles so klappt.
Die Dame will über das Grundeinkommen reden. Wie soll das denn finanziert werden? Der Einwand, es ginge um die Güter und weniger um Geld, lässt sie nicht gelten. Ja, sollen die Güter vielleicht an alle verteilt werden? Warum nicht, bevor wir dauerhaft Armut haben. Das ist doch Sozialismus, ist der nächste Einwand. Und? Wenn die Idee, dass alle Menschen eine Existenzsicherung brauchen, und die Gemeinschaft sich darum kümmern sollte, richtig ist? Der Fehler im Kommunismus war, dass die Menschen zum »richtigen« sozialen Verhalten gezwungen wurden. - Das geht nicht. Das ist nicht menschengemäß.
Hingegen das Bedingungslose Grundeinkommen haben wir erst, wenn in Gesellschaften entweder eine Mehrheit das will, oder eine Minderheit mit Nachdruck auf die dauernden Menschenrechtsverletzungen in den Demokratien hinweist (zum Beispiel aktuell, Kinderarmut in Deutschland und England), und wir alle genötigt sind, zu überlegen, wie bewältigen wir die Situation.
»Umdenken« ist nicht möglich bei vielen, weil sie in ihrem alten Denken, sagen wir, aus den 70er Jahren feststecken, und aus dieser Zeit ihren Status und ihre Erfolge haben und Wohlstand und Anerkennung herauszogen. - Warum also umdenken?
Wieso mit der Eisenbahn fahren, wenn die Postkutsche einen auch zum Ziel brachte. - Und wieso mit LibreOffice arbeiten, wenn es auch mit Office 2003 klappt?
Wer vor Jahren mit einem Denken Erfolge erzielte, sieht keinen Grund, von den Ansichten abzurücken. - Das Bedingungslose Grundeinkommen ist für diejenigen, die bereit sind, die Gesellschaften neu zu denken.
Soll das Grundeinkommen gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger eingeführt werden? Eben nicht. Das war ja das Konzept des Sozialismus: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Mit entsprechenden Gewalttätigkeiten. Ähnlich auch der Kapitalismus. Er bekämpft alles, was seiner Ideologie nicht entspricht.
Was aber wollen die Menschen? - Wozu ist Land? Wozu ist die Wirtschaft?
Viele Bürger meinen, wenn es um das Bedingungslose Grundeinkommen geht, dann ginge es um Geld. Das stimmt nicht. Geld ist eine Form des »Zugriffsrechts« auf Ware. - Aber alle Menschen brauchen die notwendige Ware, die ihre Existenz sichert.
Und wenn eher über die Güter und Dienstleistungen geredet wird, die die Wirtschaft für uns bereitstellen, dann wird deutlich, es geht beim Bedingungslosen Grundeinkommen auch nicht um Umverteilung, sondern um »Richtigverteilung«.
Es geht nicht darum dem »Reichen« Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Energie »wegzunehmen«. Es geht darum, dass alle Bürgerinnen und Bürger die Grundversorgung garantiert erhalten.
Der Arme, der als Obdachloser vor dem Supermarkt sitzt und bettelt, steht dafür symbolisch: Er bettelt um »Geld«, aber im Supermarkt ist doch alles, was er braucht. Warum geht er nicht einfach rein, nimmt sich die Sachen für seinen Bedarf und geht wieder seines Weges? - Weil wir noch nicht »umgedacht« haben, und ihm genau das noch nicht ermöglichen.
»Richtigverteilen« ist die Devise beim Grundeinkommen.
Wer seinen Bedarf, der bescheiden aber menschenwürdig definiert ist, nicht ausreichend decken kann, soll das mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen machen können. – Deswegen muss die Wertschöpfung (in Deutschland Waren und Dienstleistungen für über 3 Billionen Euro) »richtig verteilt« werden.
Der Begriff »Umverteilen« hingegen, schürt Ressentiments und bringt die Menschen gegeneinander. Sicher sollte der Unternehmergewinn von der Gemeinschaft stärker ins Auge gefasst werden. Aber das ist für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens nicht relevant. – Wenn nach Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens, die Gesellschaft nicht mehr auf dem heutigen Arbeitszwang basiert, sind die überzogenen Supergewinne von Einzelpersonen als Unternehmer sofort in Frage gestellt, weil Arbeiten selbstbestimmt ist, und niemand bei einem Unternehmer arbeiten sollte oder muss, der seinen Gewinn nicht mit der Bevölkerung und seinen Mitarbeitern angemessen teilt.
Das heißt, zuerst brauchen wir die Selbstermächtigung der Bürger. - Und die kommt mit der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens.