In den 90ziger Jahren war der »Tauschring« die Idee. - Es war absolut fortschrittlich, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. In den 70er und 80er Jahren waren die »Alternativen« der Fortschritt. - Nicht mehr in den alten Denkstrukturen verharren, sondern neue Lebensformen entwickeln und ausprobieren, der Natur und dem Umweltschutz sich zuwenden, war wichtig. – Die »Konservativen« hingegen, waren immer die Nationalen, die den Staatsbürger in die Pflicht nehmen wollen, für ihre Gesellschaftsvorstellungen.
Heute ist die Situation verworrener. – Der junge Typ mit den Rastalocken mag fortschrittlich sein, aber er lächelt, wenn man ihm sagt, Hartz4 sei Unrecht. Er vergleicht dann die hiesige Bevölkerung mit Menschen in Teilen Afrikas oder anderen Elendsregionen. Und andere 20-, 30-Jährige wollen nichts vom Bedingungslosen Grundeinkommen hören. - Sie sind womöglich die Kinder der GRÜNEN Parteimitglieder, die Hartz4 eingeführt haben.
Nein, diese Leute sind nicht konservativ. Das kann man nicht sagen. Sie setzen sich für Flüchtlinge ein und der ökologische Fußabdruck bedeutet ihnen etwas. – Andererseits kann der Abstand zwischen Konservativen und Alternativen doch nicht so groß sein, wenn die Beschlüsse der GRÜNEN und der SPD, bezüglich der Agenda2010, fraglos und ohne Kommentar von den Konservativen unter der Kanzlerin »Merkel« weiter umgesetzt werden. - Was 13 Jahre Hartz4 mit der Regierungschefin Merkel zur Folge hat.
Also sind Alternative und Fortschrittliche doch irgendwie konservativ?
Jedenfalls sind sie nicht »modern«. Man könnte sagen, diese Menschen sind »rückständig«. - Viele dieser konservativen, alternativen Fortschrittlichen, sind rückständig.
Sie lehnen gerne das Internet ab, zumindest privat. Sie sind fleißige Fernsehkucker und Radiohörer. Sie finden es in Ordnung, dass man andere Leute zur Arbeit zwingt, durch Hartz4. Sie lehnen das Bedingungslose Grundeinkommen ab. - Andererseits sind sie für eine moderne Flüchtlingspolitik und befürworten den Umweltschutz, wenn er nicht zu viele Arbeitsplätze kostet und sie sind für »humanitäre Hilfen« eher, als für ein BGE für alle.
Sie sind eben fortschrittlich. - Aber dabei irgendwie rückständig und nicht modern.
Können Moderne und Rückständige zusammenarbeiten?
Eher nicht. Der Rückständige will das Moderne aufhalten. - Da die Zeit aber mit riesen Schritten voranschreitet, ist das ein sinnloses Unterfangen. – Wer moderne Gesellschaften will, die mit Hilfe des Internet eine neue kommunikative Grundlage haben und mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen ein weiteres, konkretisiertes Menschenrecht als Lebensgrundlage verankern, hat keine Freude an den rückständigen Positionen seiner Mitbürger.
Ob die Gesellschaften sich in ihren Orientierungen spalten, ist noch nicht abzusehen. Aber was wir bereits heute feststellen können, sind entgegengesetzte Meinungsströme. – Wie wir da Kompromisse zustande bekommen, von denen der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache schwärmte, ist nicht klar.
Vielleicht sollten die Regierungen mit der »Kompromissbereitschaft« anfangen, und weniger die eigenen Vorstellungen beim Gesetze-machen verwirklichen und stattdessen mehr die Einwände und Vorstellungen der Bevölkerung berücksichtigen. – Das wäre ein guter Start.