Immer wieder wird von der »Schere zwischen Arm und Reich« gesprochen. Was ist dran, an diesem Gedanken.
Wer in einer Gesellschaft erst »Reichtum« zulässt, und ihn erstrebenswert und als Möglichkeit im Gemeinwesen darstellt, der stellt sich schon seltsam an, wenn er ihn im Nachhinein verurteilen will. - Dann doch lieber »Sozialismus«. Denn in ihm war Reichtum nicht vorgesehen.
Wenn wir also in der »Marktwirtschaft« Reichtum den unternehmerisch tätigen Menschen versprechen, als Lohn für das Risiko, das sie haben, wenn sie ein Unternehmen starten, dann ist es unfair, wenn wir nachträglich den unternehmerisch erfolgreichen Menschen den Profit nicht gönnen?
Aber es stimmt. Warum muss es einen obszönen Super-Reichtum geben, der in der Höhe nicht mehr als »normal« bezeichnet werden kann, wenn wir die Superreichen uns anschauen. - Das wären Gesetzesfragen, wie wir uns die Gesellschaften vorstellen und ob wir etwa »Reichensteuern« einführen wollen.
Aber einmal davon abgesehen.
Was will uns denn die »Schere zwischen Arm und Reich« sagen?
Solange wir ein »gutes Leben« für alle Menschen haben, muss der Reichtum eines Teils der Bevölkerung nicht weiter auffallen, oder er wird sogar von dem Großteil der Bürger toleriert, wenn es ihnen denn selbst ausreichend gut geht.
Wir reden heute deshalb von der »Schere zwischen Arm und Reich«, weil wir heute »Armut« haben, die es in der Form vor 20 Jahren noch nicht gab. Das ist der Grund, warum wir über »die Reichen« reden. - Wir reden deshalb über die Reichen, weil wir heute »die Armen« haben.
Armut in einer Gesellschaft ist ein Signal dafür, dass die Gesellschaft nicht mehr funktioniert. Und in dem Moment ist das Gespräch über »die Reichen« nur ein Symptom für die gesellschaftliche Krise. Armut haben wir nicht »wegen der Reichen«, sondern wegen der schlechten und benachteiligenden Gesetze der Politiker und wegen der Behörden, die diese schlechten Gesetze in die Tat umsetzen und gegen die Bürgerinnen und Bürger verwenden. - Deshalb haben wir »Armut«.
Das Gespräch über »die Reichen« ist dabei ein Ablenkungsmanöver. - Denn die Reichen haben nicht durch ihr Reichsein die Armut erzeugt, sondern die Armut, zum Beispiel der Hartz4-Empfänger, wird durch die benachteiligenden Gesetze der Politiker bewirkt, die mit ihren Sanktionsdrohungen gegen die Geldlosen diese in die Armut drücken.
So sind manche Diskussionen über die »Schere zwischen Arm und Reich« wenig hilfreich, wenn sie davon ablenken, wer die Armut im Land zu verantworten hat.
Letztlich läuft die Diskussion immer darauf hinaus, zu fragen, wie wollen wir Bürgerinnen und Bürger die Gesellschaft gestaltet sehen. - Was sind unsere Vorstellungen diesbezüglich?
Irgendjemandem die Schuld zuweisen, nützt uns selbst nichts. - Wir müssen stattdessen dafür sorgen, dass die Dinge in den Gesellschaften in richtiger Weise funktionieren.
Deshalb ist der erste Schritt in eine menschenwürdige Gesellschaft, die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens. Das bewirkt, dass wir Menschen mehr Entscheidungsfreiheit gewinnen und existenzielle Sicherheit erlangen.
Das Bedingungslose Grundeinkommen schafft die Grundlage.