Schapdettener fiel Gewaltverbrechen zum Opfer
Leiche des 23jährigen wurde enthauptet bei Horstmar-Leer entdeckt
Zeuge in Gewahrsam
-uwa- Nottuln/Horstmar/Steinfurt (Eig. Ber.). Einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist der 23jährige Thomas Storb aus Nottuln-Schapdetten. Spaziergänger und Verwandte fanden die enthauptete Leiche des Autoverkäufers am Sonntagnachmittag in einer Bauerschaft bei Horstmar-Leer (Kreis Steinfurt). Storb hatte seit Samstag als vermisst gegolten. Trotz des noch fehlenden Körperteils wurde der Tote einwandfrei identifiziert.
Der Ermordete wurde neben seinem Dienstfahrzeug, einem roten BMW 524td älteren Baujahrs, gefunden. Mit diesem Wagen war der junge Verkäufer am Freitag zu einem Kunden im Kreis Steinfurt gefahren, der am Erwerb eines anderen Fahrzeugs interessiert war und deshalb bereits am Donnerstag in Nottuln eine Probefahrt unternommen hatte. Dieser 22jährige Kaufinteressent wurde in der Nacht zum gestrigen Tag von der Polizei in Steinfurt verhört und nach widersprüchlichen Aussagen vorläufig in Gewahrsam genommen. Dies teilte der ermittelnde Staatsanwalt Rolf Juschka (Münster) gestern in einer Pressekonferenz in Burgsteinfurt mit.
Der Autoverkäufer hatte die Firma seines Arbeitgebers in Nottuln am Freitag zwischen 7.30 und 8 Uhr verlassen. Als er nicht zurückkehrte, gaben Angehörige am Samstag eine Vermißtenanzeige bei der Polizei in Dülmen auf. Bekannte und Verwandte machten sich ebenso auf die Suche wie die Polizei, die sogar einen Hubschrauber einsetzte.
Wie die späteren Ermittlungen ergaben, war das in einem Hohlweg festgefahrene und dadurch aus der Luft nicht zu sehende Fahrzeug einer Zeugin bereits am Samstagmorgen um 8 Uhr aufgefallen. Deshalb konzentrieren sich die Fragen der von Harry Heithorn geleiteten Mordkommission Münster auf den Zeitraum von Freitag (4. November) 7.30 Uhr und Samstag (5. November) um 8 Uhr. Die Kriminalpolizei möchte wissen, wer den gutgepflegten BMW (Kennzeichen MS – AS 424), rot mit schmalem Seitenstreifen, in der genannten Zeit gesehen hat und wer ihn gefahren hat. Vielleicht hat ein Zeuge auch Thomas Storb selbst gesehen. An der Leiche so Staatsanwalt Juschka, fehlte eine lange helle Hose, die Strümpfe und die Schuhe. Außerdem wird ein weinroter Aktenkoffer mit persönlichen Papieren des Toten vermißt.
In diesem Zusammenhang fragt die Polizei auch noch nach dem Fahrzeug, das der Kaufinteressent zwischen Freitag und Samstag benutzte. Dabei handelt es sich um einen silbergrauen Opel Kadett, neues Modell, mit dem Kennzeichen ST – KM 674. Auch hier interessiert sich die Kriminalpolizei für den Standort des Fahrzeugs in der genannten Zeit. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, hat die Oberstaatsanwaltschaft Münster eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt.
Siehe auch Seite "Westfalen"
(Quelle: Westfälische Nachrichten, Dienstag, 8. November 1988)