Dieses Modul hilft Trainer*innen und Betreuenden, ruhig und effektiv auf emotionale oder Verhaltensherausforderungen während Klettersessions zu reagieren. Der Fokus liegt auf präventiven Strategien, konstruktiven Reaktionen und der Schaffung eines emotional sicheren Umfelds, das das Wohlbefinden und das Selbstvertrauen der Kinder unterstützt.
🎯 Lernziele
Teilnehmende können:
Emotionale oder Verhaltensherausforderungen antizipieren und präventive Strategien anwenden.
Konstruktiv auf Anzeichen von Dysregulation reagieren, ohne die Belastung zu verstärken.
Kinder dabei unterstützen, in einen regulierten Zustand zurückzukehren, unter Einsatz respektvoller, beruhigender Techniken.
Emotional sichere Klettersessions gestalten, die Angst reduzieren und Selbstvertrauen stärken.
👥 Zielgruppe
Klettertrainer*innen
Personal in Kletterhallen und Einrichtungen
Familien und Betreuende
📌 Schlüsselkonzepte
Erkennen von emotionaler Dysregulation und Verhaltensherausforderungen
Präventive Strategien (klare Erwartungen, Struktur, beruhigende Routinen)
Konstruktive Reaktionen und Deeskalation (z. B. Einsatz von Sinnesmaterialien, verbale Beruhigung)
Schaffung eines emotional sicheren und unterstützenden Umfelds
Positive Verstärkung zur Förderung von Teilnahme und emotionaler Selbstregulation
Die Unterstützung der emotionalen Selbstregulation und der Umgang mit Verhaltensherausforderungen sind entscheidend, um neurodiversen Kindern positive und inklusive Klettererfahrungen zu ermöglichen. Dieses Modul konzentriert sich auf praktische Strategien, die Trainerinnen, Betreuerinnen, Personal in Kletterhallen und Familien einsetzen können, um effektiv auf emotionale oder Verhaltensherausforderungen zu reagieren und gleichzeitig emotional sichere Umgebungen zu schaffen.
Durch das Verständnis, wie Dysregulation verhindert, deeskaliert und darauf reagiert werden kann, können Lernende Kinder dabei unterstützen, emotionale Resilienz und Selbstvertrauen zu entwickeln. Dies führt zu erfolgreicheren, sichereren und angenehmeren Klettererlebnissen.
Was ist emotionale Dysregulation?
Emotionale Dysregulation tritt auf, wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, seine Emotionen zu steuern, was zu intensiven emotionalen Reaktionen führen kann, die möglicherweise nicht zur Situation passen. Dies ist besonders häufig bei Kindern mit neuroentwicklungsbedingten Bedingungen wie ASD, ADHS oder geistigen Behinderungen (ID), die Probleme mit Impulskontrolle, Angst oder sensorischer Überlastung haben können.
Wichtige Anzeichen emotionaler Dysregulation:
Rückzug oder Abschalten: Das Kind wird still, zieht sich zurück oder distanziert sich physisch von der Aktivität.
Wutanfälle oder emotionale Ausbrüche: Emotionale Reaktionen wie Weinen, Schreien oder aggressives Verhalten (z. B. Schlagen).
Körperliche Symptome: Anspannung, Zappeln oder selbstberuhigende Verhaltensweisen (z. B. Händeflattern).
Schwierigkeiten, Anweisungen zu folgen: Bei emotionaler Dysregulation kann es dem Kind schwerfallen, verbale Anweisungen zu verarbeiten oder Aufgaben zu erfüllen.
Das frühzeitige Erkennen dieser Anzeichen ist entscheidend, um eine Eskalation zu verhindern und angemessen auf die Situation zu reagieren.
Das Verhindern emotionaler Dysregulation in Klettersessions umfasst die Schaffung einer strukturierten, vorhersehbaren und sicheren Umgebung, in der sich Kinder geborgen fühlen. Proaktive Strategien helfen, Auslöser zu minimieren, die zu emotionalen Ausbrüchen führen könnten.
Neurodiverse Kinder profitieren oft von vorhersehbaren Routinen und klaren Strukturen bei Aktivitäten. Eine feste Struktur reduziert Ängste, da Übergänge vorhersehbarer werden.
Beispiel: Beginnen Sie jede Sitzung mit einer kurzen Einführung, erklären Sie die Aktivität klar und verwenden Sie einen visuellen Plan, um zu zeigen, was auf sie zukommt.
Tipp: Das konsequente Einhalten derselben Routine ermöglicht es den Kindern, den Ablauf der Sitzung vorherzusehen, wodurch Unsicherheitsgefühle verringert werden.
Da viele Kinder mit ASD oder ADHS empfindlich auf sensorische Reize reagieren, kann die Anpassung der Umgebung zur Minimierung sensorischer Überlastung helfen, emotionale Auslöser zu reduzieren.
Beispiel: Verwenden Sie sanfte Beleuchtung, begrenzen Sie laute Musik oder Geräusche und bieten Sie eine ruhige Ecke für Pausen an.
Tipp: Sensorfreundliche Hilfsmittel wie geräuschunterdrückende Kopfhörer oder Gewichtedecken können bei Bedarf Komfort bieten.
Visuelle Hilfen unterstützen Kinder, die Schwierigkeiten haben, verbale Anweisungen zu befolgen. Diese Werkzeuge helfen, Erwartungen zu klären und Aktivitäten klar zu strukturieren.
Beispiel: Verwenden Sie farbcodierte Klettergriffe, Piktogramme oder einen visuellen Plan, um die Schritte einer Aktivität oder die Reihenfolge der Aufgaben anzuzeigen.
Tipp: Visuelle Hilfen sind besonders nützlich für Kinder mit ASD, da sie Informationen auf eine Weise verarbeiten können, die ihrem Lernstil entspricht.
Wenn emotionale Dysregulation auftritt, ist ein ruhiges und konstruktives Reagieren entscheidend, um eine Eskalation zu verhindern und dem Kind zu helfen, wieder in einen regulierten Zustand zurückzukehren. Hier sind zentrale Strategien zum Umgang mit emotionalen oder Verhaltensherausforderungen:
Kinder spiegeln oft die emotionalen Reaktionen von Erwachsenen wider. Daher ist es wichtig, bei emotionalen Ausbrüchen oder Verhaltensproblemen ruhig und gefasst zu bleiben.
Tipp: Atmen Sie tief durch und sprechen Sie in einem leisen, ruhigen Ton. Vermeiden Sie es, die Stimme zu erheben, da dies die Situation verschärfen könnte.
Wenn ein Kind sichtbar aufgeregt oder agitiert ist, ist es wichtig, ihm Raum zu geben, um sich selbst zu regulieren. Dies bedeutet nicht, das Kind zu ignorieren, sondern ihm Zeit zu lassen, sich zu beruhigen, bevor es wieder an die Aktivität herangeführt wird.
Beispiel: Wenn ein Kind aufgebracht ist, bieten Sie ihm eine Pause in einem ruhigen, wenig stimulierenden Bereich der Halle an.
Tipp: Ein paar Minuten Ruhe erlauben kann intensivere Reaktionen verhindern und dem Kind emotionale Werkzeuge geben, um zur Aktivität zurückzukehren.
Erkennen Sie positive Verhaltensweisen an und belohnen Sie auch kleine Fortschritte, um emotionale Regulation zu stärken. Positive Verstärkung fördert das Selbstvertrauen und motiviert Kinder, weiterhin aktiv teilzunehmen.
Beispiel: „Ich habe gesehen, dass du tief durchgeatmet hast, als du aufgeregt warst. Super, dass du das Gefühl so gut gemanagt hast!“
Tipp: Loben Sie den Einsatz statt nur das Ergebnis, um die Angst vor Misserfolg zu verringern und eine wachstumsorientierte Denkweise zu fördern.
Deeskalationstechniken helfen Kindern, schnell wieder in einen regulierten emotionalen Zustand zurückzufinden. Diese Techniken sollten ruhig, respektvoll und unterstützend sein, damit sich Kinder sicher und verstanden fühlen.
Lehren Sie Kindern einfache Atemübungen, um emotionale Dysregulation zu bewältigen. Techniken wie „tiefes Bauchatmen“ können ein nützliches Mittel zur Beruhigung sein.
Beispiel: Ermutigen Sie das Kind, tief einzuatmen, einige Sekunden die Luft anzuhalten und dann langsam auszuatmen.
Tipp: Demonstrieren Sie die Atemübungen selbst, sodass es zu einer gemeinsamen Erfahrung wird und das Kind sich wohler fühlt, die Technik anzuwenden.
Wenn ein Kind mit Frustration oder Angst kämpft, versuchen Sie, seinen Fokus auf eine beruhigende Aktivität zu lenken oder eine einfache Aufgabe anzubieten, die leicht zu bewältigen ist.
Beispiel: Wenn ein Kind über eine schwierige Kletterroute verärgert ist, bieten Sie ihm eine andere Aufgabe an, wie z. B. eine kürzere Route oder eine Aufgabe, die es zuvor gut gemeistert hat.
Tipp: Verstärken Sie positives Verhalten, indem Sie das Abschließen der Aufgabe loben, um Selbstvertrauen zu stärken und Engagement zu fördern.
Kinder brauchen manchmal die Bestätigung, dass es in Ordnung ist, sich aufgeregt oder frustriert zu fühlen, und dass sie unterstützt werden. Die Emotionen des Kindes zu bestätigen und Trost zu spenden, kann helfen, Sicherheit zu vermitteln und Stress zu reduzieren.
Beispiel: „Es ist okay, frustriert zu sein. Uns geht es manchmal auch so. Lass uns eine Pause machen und es versuchen, wenn du bereit bist.“
Tipp: Zeigen Sie Empathie und bieten Sie Trost, ohne die Gefühle des Kindes zu entwerten.
Eine emotional sichere Kletterumgebung ist ein Raum, in dem Kinder sich frei ausdrücken können, ohne Angst vor Misserfolg oder Bewertung. Eine solche Umgebung fördert positive emotionale Regulation und steigert die Teilnahmebereitschaft.
Viele neurodiverse Kinder haben aufgrund vergangener Schwierigkeiten oder Frustrationen Angst vor Misserfolg. Durch die Schaffung einer positiven, unterstützenden Atmosphäre können Sie diese Angst verringern und die Kinder ermutigen, sich stärker einzubringen.
Beispiel: Legen Sie den Fokus auf Anstrengung und Fortschritt statt auf perfekte Ergebnisse. Feiern Sie kleine Erfolge und fördern Sie eine „Growth Mindset“-Einstellung.
Tipp: Verwenden Sie Formulierungen, die persönliche Verbesserungen betonen, z. B.: „Du wirst mit jedem Versuch stärker.“
Setzen Sie für jedes Kind erreichbare Ziele und steigern Sie die Schwierigkeit der Aufgaben allmählich, während sie Fortschritte machen. Kleine, machbare Schritte helfen Kindern, Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln.
Beispiel: Lassen Sie ein Kind mit einer einfacheren Wand oder Route beginnen und führen Sie dann nach und nach anspruchsvollere Elemente ein, sobald es erfolgreich ist.
Tipp: Konzentrieren Sie sich auf den persönlichen Fortschritt jedes Kindes, anstatt Vergleiche mit anderen anzustellen.
In diesem Modul haben wir untersucht, wie man emotionale und verhaltensbezogene Herausforderungen in Klettersessions voraussieht, darauf reagiert und deeskaliert. Durch präventive Strategien, ruhiges Reagieren auf Anzeichen von Dysregulation und die Schaffung emotional sicherer Umgebungen können Sie ein Klima von Vertrauen, Selbstbewusstsein und emotionalem Wohlbefinden für neurodiverse Kinder fördern.
Emotionale Herausforderungen antizipieren: Erkennen Sie Auslöser und schaffen Sie vorhersehbare, strukturierte Umgebungen.
Ruhig und respektvoll reagieren: Vermeiden Sie Eskalationen, indem Sie auf dysregulierte Kinder besonnen eingehen.
Deeskalationstechniken anwenden: Nutzen Sie Atemübungen oder Ablenkungen, um Kindern zu helfen, wieder in einen regulierten Zustand zu kommen.
Emotional sichere Umgebungen schaffen: Reduzieren Sie die Angst vor Misserfolg und fördern Sie Selbstvertrauen durch kleine Erfolge und positive Verstärkung.
Setzen Sie in Ihrer nächsten Klettersession eine Deeskalationstechnik oder präventive Maßnahme um.
Überlegen Sie, welche Strategien aus diesem Modul Sie anwenden, um Ihre Klettersessions für alle Kinder emotional sicher zu gestalten.
Dieses Modul vermittelt praktische und umsetzbare Strategien, damit alle Kinder sicher und selbstbewusst an Kletteraktivitäten teilnehmen können.
Die Lernenden sollen das im Modul Gelernte anwenden, indem sie eine Standard-Kletteraktivität so anpassen, dass sie inklusiv und zugänglich für Kinder mit unterschiedlichen physischen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten ist. Diese praktische Aufgabe hilft den Lernenden, Entwicklungsstände, Bedürfnisse und unterschiedliche Engagement-Stile der Kinder zu berücksichtigen und gleichzeitig konkrete Anpassungen vorzunehmen.
1. Szenario festlegen (5 Minuten)
Stellen Sie sich vor, Sie leiten eine Klettersession mit einer Gruppe von Kindern. Die Gruppe umfasst:
Ein Kind mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD), das empfindlich auf Geräusche reagiert und Schwierigkeiten mit Übergängen hat.
Ein Kind mit ADHS, das leicht abgelenkt wird und Schwierigkeiten hat, lange Anweisungen zu befolgen.
Ein Kind mit geistiger Behinderung (ID), das einfachere Aufgaben benötigt und langsamer bei der Bewältigung von Kletteraufgaben ist.
Die geplante Aufgabe ist ein Bouldering-Parcours, bei dem die Kinder mehrere kurze Wände mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad erklimmen sollen. Ziel ist, dass jedes Kind innerhalb von 15 Minuten mindestens drei Wände schafft.
2. Aufgabe (10 Minuten)
Passen Sie den Bouldering-Parcours so an, dass alle Kinder, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Bedürfnissen, sinnvoll teilnehmen können.
Schwierigkeit anpassen:
Wie modifizieren Sie die Schwierigkeitsgrade der Kletterwände, damit jedes Kind angemessen gefordert wird?
Beispielsweise: einfachere Wände für das Kind mit ID, komplexere Routen für das Kind mit ADHS.
Anweisungen geben:
Wie präsentieren Sie die Anweisungen?
Das Kind mit ADHS benötigt möglicherweise kurze Anweisungen, das Kind mit ASD visuelle Hinweise.
Wie passen Sie Ihre Anweisungen individuell an jedes Kind an?
Umgebung anpassen:
Welche Umweltfaktoren könnten die Teilnahme beeinflussen?
Wie reduzieren Sie sensorische Überlastung für das Kind mit ASD (z. B. Lärm, Beleuchtung)?
Welche weiteren Änderungen sorgen für eine komfortable Erfahrung für alle Kinder?
Auswahlmöglichkeiten bieten:
Wie geben Sie den Kindern Wahlmöglichkeiten, um ihre Teilnahme zu steuern?
Beispielsweise: Reihenfolge der Wände oder Schwierigkeitsgrad selbst wählen.
Wie unterstützt dies das Gefühl der Kontrolle über die Aktivität?
Teilnahme unterstützen:
Welche spezifische Unterstützung oder Anleitung bieten Sie jedem Kind, um seine Teilnahme zu fördern?
Wie helfen Sie den Kindern, Herausforderungen während der Aufgabe zu meistern?
3. Gruppendiskussion (10 Minuten)
Teilen Sie Ihre Anpassungen mit einem Partner oder in der Gruppe. Diskutieren Sie folgende Fragen:
Welche konkreten Anpassungen haben Sie vorgenommen, um die Kletteraktivität inklusiv zu gestalten?
Wie haben Sie das Bedürfnis nach Herausforderung mit der Notwendigkeit der Zugänglichkeit für jedes Kind ausbalanciert?
Welche Umweltänderungen haben Sie vorgenommen, um sensorische Empfindlichkeiten zu berücksichtigen, und warum sind diese wichtig?
Welche Strategien setzen Sie ein, um individuelle Unterstützung während der Aktivität zu bieten?
4. Reflexion (5 Minuten)
Reflektieren Sie individuell, wie die Anpassung der Kletteraktivität die Beteiligung und den Erfolg der Kinder beeinflusst. Berücksichtigen Sie:
Was haben Sie über die Anpassung von Aktivitäten für Inklusion beim Klettern gelernt?
Wie hat die Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes Kindes Ihre Herangehensweise beeinflusst?
Welche zusätzlichen Änderungen oder Verbesserungen könnten Sie für zukünftige Sessions vornehmen?
Heben Sie die wichtigsten Erkenntnisse hervor:
Flexibilität ist entscheidend: Jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse. Mehrere Wege zum Erfolg stellen sicher, dass alle auf ihrem Niveau teilnehmen können.
Umweltfaktoren berücksichtigen: Lärm, Beleuchtung und Raumgestaltung können die Erfahrung von Kindern mit sensorischen Sensitivitäten stark beeinflussen.
Personalisierte Unterstützung: Fördert Teilnahme, Selbstvertrauen und Motivation.
Durch die Anwendung dieser Anpassungen schaffen Sie eine Kletterumgebung, die nicht nur inklusiv, sondern auch bestärkend ist, sodass alle Kinder Spaß haben und ihre Kletterfähigkeiten entwickeln können.
Ein Werkzeug, das Ihnen hilft, Klettersessions so zu strukturieren, dass alle Kinder – unabhängig von ihren Fähigkeiten – sinnvoll teilnehmen können. Dieser Planer unterstützt Sie bei der Gestaltung inklusiver Aktivitäten unter Berücksichtigung von Entwicklungsstand, Aufgabenanpassungen und Engagement-Stilen.
Wichtige Bereiche:
Ziele der Session: Welche Hauptziele sollen erreicht werden (z. B. Verbesserung der Klettertechnik, Steigerung der Teilnahme, Förderung von Teamwork)?
Anpassungen der Aktivitäten: Notieren Sie alle Anpassungen, die erforderlich sind, um die Aktivität für alle Kinder zugänglich zu machen (z. B. einfachere Routen, visuelle Hinweise, zusätzliche Unterstützung für bestimmte Kinder).
Unterstützungsstrategien: Definieren Sie, wie Unterstützung bereitgestellt wird (z. B. Peer-Hilfe, Einzelcoaching, visuelle Hilfsmittel oder sensorische Pausen).
Ausrüstung & Materialien: Geben Sie benötigte Materialien oder Ausrüstung an (z. B. spezielle Gurte, farbcodierte Griffe, geräuschreduzierende Kopfhörer).
Zeitplanung & Struktur: Legen Sie fest, wie lange jede Aktivität dauert und wie Übergänge zwischen den Aktivitäten gestaltet werden.
2. Sensorisches Audit-Checkliste
Diese Checkliste ermöglicht die Bewertung der sensorischen Umgebung Ihrer Kletterhalle. Sie hilft, Bereiche zu identifizieren, die zu sensorischer Überlastung führen können, und gibt Hinweise zur Anpassung für Kinder mit sensorischen Besonderheiten.
Checklisten-Kategorien:
Beleuchtung:
Sind die Lichter zu hell oder flackern sie?
Kann die Beleuchtung gedimmt oder weicher gestaltet werden?
Lärmpegel:
Gibt es übermäßigen Lärm durch Klettergeräte, Musik oder andere Kinder?
Sind geräuschreduzierende Kopfhörer oder Ohrstöpsel verfügbar?
Raumaufteilung:
Gibt es genügend Platz für Kinder, um sich frei zu bewegen?
Gibt es ruhige Zonen oder Bereiche für sensorische Pausen?
Kletterrouten:
Sind die Routen für alle Schwierigkeitsgrade zugänglich?
Gibt es farbcodierte oder größere Griffe für Kinder, die zusätzliche Unterstützung benötigen?
Ein Leitfaden, wie visuelle, verbale und non-verbale Kommunikation eingesetzt werden kann, um Kinder während der Klettersession zu unterstützen, insbesondere jene mit kognitiven oder sensorischen Herausforderungen.
Wichtige Kommunikationsstrategien:
Visuelle Hinweise:
Verwenden Sie Piktogramme, Diagramme oder farbcodierte Routen für klare visuelle Anweisungen.
Hängen Sie einen einfachen visuellen Ablaufplan der Session auf.
Verbale Hinweise:
Kurze, klare und leicht verständliche Anweisungen geben.
Wichtige Anweisungen wiederholen und Aufgaben in kleine Schritte unterteilen.
Non-Verbale Hinweise:
Handgesten oder Signale zur Verstärkung verbaler Anweisungen verwenden.
Aufgaben physisch demonstrieren („zeigen statt sagen“).
Ein Rahmen, um Kletteraufgaben basierend auf den physischen, emotionalen und kognitiven Bedürfnissen von Kindern anzupassen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen, die Aktivität so zu modifizieren, dass jedes Kind unabhängig vom Entwicklungsstand erfolgreich teilnehmen kann.
Wichtige Anpassungen:
Für Kinder mit ASD:
Aufgaben vereinfachen und klare visuelle Anweisungen anbieten.
Ruhige, sensorisch freundliche Bereiche für Pausen bereitstellen.
Für Kinder mit ADHD:
Kurze Klettereinheiten mit aktiven Pausen kombinieren.
Häufig positive Verstärkung und visuelle Hinweise einsetzen.
Für Kinder mit ID:
Einfachere Routen mit großen, gut sichtbaren Griffen anbieten.
Mehr Zeit für Aufgaben geben und ggf. physische Unterstützung bereitstellen.
Dieses Material zeigt Strategien, um Kinder während der Kletteraktivitäten motiviert zu halten. Es enthält Tipps, wie Engagement durch unterschiedliche Herausforderungen gefördert, Anstrengung belohnt und kleine Erfolge gefeiert werden können.
Strategien:
Positive Verstärkung:
Regelmäßig Anstrengung, Fortschritte und Meilensteine anerkennen.
Lob, Aufkleber oder kleine Belohnungen einsetzen, um Motivation zu steigern.
Abwechslung in den Aktivitäten:
Sowohl Wettbewerbs- als auch Kooperationsaufgaben anbieten.
Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Zielen variieren.
Förderung von Eigenständigkeit:
Kindern die Wahl lassen, welche Route oder Aktivität sie ausprobieren möchten.
Individuelle Ziele setzen und Kinder ihren Fortschritt selbst verfolgen lassen.
Diese Takeaway-Ressourcen bieten ein strukturiertes und unterstützendes Framework, um Kletteraktivitäten anzupassen und sicherzustellen, dass alle Kinder – unabhängig von ihren Fähigkeiten – sinnvoll und sicher teilnehmen können. Sie helfen bei Planung, Durchführung und Evaluation inklusiver Klettersessions.
Video-Lektion: 6 Minuten
Lehrmaterial lesen: 20 Minuten
Praxisaktivität („Passe diese Kletteraufgabe für Inklusion an“): 15–20 Minuten
Quiz (3 Fragen): 5 Minuten
🕒 Geschätzte Gesamtdauer: 45–50 Minuten
✅ Kurzes Quiz – Anpassung von Kletteraktivitäten für Inklusion
Welche der folgenden Maßnahmen ist wichtig, wenn Kletteraufgaben für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsständen angepasst werden?
a) Alle Aufgaben für jedes Kind gleich schwierig gestalten
b) Die Fähigkeit des Kindes, Aufgaben in einer bestimmten Zeit zu erledigen, in den Fokus stellen
c) Aufgaben basierend auf dem Entwicklungsstand und den persönlichen Zielen des Kindes anpassen ✅
d) Aufgaben für alle Kinder unabhängig von ihren Bedürfnissen einheitlich halten
Wozu dient ein flexibler Plan?
a) Eine Kletteraktivität für jedes Kind nach dem „Einheitsgröße“-Prinzip anbieten
b) Mehrere Möglichkeiten bieten, sich einzubringen und Erfolg zu haben, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lern- und Tempostile der Kinder ✅
c) Nur Wettbewerbsaufgaben anbieten, um die Interaktion unter Gleichaltrigen zu fördern
d) Die Teilnahme von Kindern mit besonderen Bedürfnissen einschränken
Was kann Kindern helfen, die sich leicht ablenken lassen (z. B. Kinder mit ADHS) während der Klettersitzungen?
a) Längere, ununterbrochene Kletterherausforderungen
b) Kürzere, fokussierte Aktivitäten mit häufigen Pausen ✅
c) Ablenkungen ignorieren und hoffen, dass sie aufhören
d) Weniger Anweisungen und mehr selbstständiges Klettern
Reflexionsfrage:
Wie werden Sie die Strategien zur Anpassung von Kletteraktivitäten nutzen, um Kinder mit unterschiedlichen physischen, emotionalen und kognitiven Bedürfnissen in zukünftigen Sitzungen zu unterstützen? Überlegen Sie, welche Strategien Sie für Inklusion priorisieren möchten.