Jesus sagte seinen Jüngern, dass er sie zu sich nehmen würde, wenn er wiederkomme. Er sagte ihnen jedoch nicht, dass sie den Tod nicht erfahren würden (Joh 21,23):
(Joh 14,2-3)
In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.
Der Tag des Herrn, die Wiederkunft Jesu (d. h. seine Rückkehr) und das Ende der Welt bezeichnen in der Bibel ein einziges Ereignis. Auch Jesus sprach in seinem Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut nicht von zwei Ereignissen (Mt 13,30.40-42). Bis zum Ende der Welt leben die Bösen zusammen mit den Guten in der Welt, bis die Bösen zur ewigen Verdammnis verurteilt werden. Die „Posaune” („Posaune Gottes”, „letzte Posaune”) symbolisiert das Eintreffen all dieser Ereignisse:
(Mt 24,31)
Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende.
Paulus schreibt, dass wir, wenn „die Posaune Gottes“ ertönt, zum Herrn entrückt werden:
(1. Thes 4,16-5,4)
Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten. Was aber die Zeiten und die Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Frieden und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife
In der Bibel gibt es keinen Hinweis darauf, dass es zu einem Massenentrückung lange vor dem Weltuntergang kommen wird. Der Tag des Herrn – die Wiederkunft Jesu (2. Thes 2,1-2) – kommt wie ein Dieb, der diejenigen überrascht, die nicht auf ihn vorbereitet sind. Dann wird Jesus die in ihm Verstorbenen auferwecken, um sie zusammen mit den noch lebenden Gläubigen zu sich zu nehmen. Aber nur Gott allein weiß, wie und wann er uns zu sich nehmen wird. Denn es liegt in Gottes Hand, wann wir zu ihm ausheimisch von dem Leib ziehen (2. Kor 5,1-10) und ob wir den Tod erleben oder nicht.
(1. Kor 15,51-52. 23-24)
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
(...) Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; dann die, die des Christus sind bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.
Paulus spricht hier nicht von der Entrückung, sondern von dem Geheimnis, dass nicht alle sterben werden, sondern dass wir alle, die wir bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, verwandelt werden, denn so wie die Leiber der Toten in Unvergänglichkeit auferstehen, so werden auch unsere Leiber beim „letzten Posaunenschall” in Unvergänglichkeit verwandelt werden. All dies geschieht plötzlich, in einem Augenblick. Mit dem Kommen des Tages des Herrn kommt das Ende der Welt. Mit der Wiederkunft Jesu hört die Welt auf, so weiter zu existieren, was bedeutet, dass das Leben auf dieser Erde nicht weitergeht:
(2. Pet 3,9-13)
Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, wie es einige für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an dem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brand werden aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr werden verbrannt werden. Da nun dies alles aufgelöst wird, welche solltet ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit! – indem ihr erwartet und beschleunigt die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel, in Feuer geraten, werden aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Genauso wie wir den Zeitpunkt der Ankunft des Diebes nicht kennen können, können wir auch den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu, den Tag des Herrn, nicht wissen:
(Mt 24,36-44)
Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern der Vater allein. Denn wie die Tage Noahs waren, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: Sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten – bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging und sie es nicht erkannten – bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei Frauen werden am Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen. Wacht also, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, in welcher Wache der Dieb kommen würde, so hätte er wohl gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde. Deshalb auch ihr, seid bereit! Denn in einer Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen.
(Off 3,3; 16,15)
Gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tu Buße. Wenn du nun nicht wachst, so werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. (...) Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergehe und man seine Schande sehe!
(Mt 25,1-13)
Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleich werden, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam entgegen. Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug. Denn die Törichten nahmen ihre Lampen und nahmen kein Öl mit sich; die Klugen aber nahmen Öl mit in den Gefäßen, zusammen mit ihren Lampen. Als aber der Bräutigam noch ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich ein lauter Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht aus, ihm entgegen! Da standen alle jene Jungfrauen auf und schmückten ihre Lampen. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen erlöschen. Die Klugen aber antworteten und sagten: Keineswegs, damit es nicht etwa für uns und euch nicht ausreiche; geht lieber hin zu den Verkäufern und kauft für euch selbst. Als sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam, und die, die bereit waren, gingen mit ihm ein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen. Später aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tu uns auf! Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. – Wacht also, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Wir können nicht nur den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu nicht genau wissen, sondern es ist auch nicht unsere Sache, uns nach dessen Nähe zu erkundigen!:
(Apg 1,6-7)
Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten ihn und sagten: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her? Er sprach aber zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat.
Die Nachfolger Jesu bereiten sich mit einem geheiligten und untadeligen Leben auf die Ankunft ihres Herrn vor:
(Eph 5,26-27)
damit er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und untadelig sei.
(Kol 3,4)
Wenn der Christus, unser Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.
(1. Thes 3,13)
um eure Herzen zu befestigen, dass ihr untadelig seid in Heiligkeit, vor unserem Gott und Vater, bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.