Viele stellen diese Frage besorgt, während sie die Ereignisse in der Welt beobachten. Nach der Lehre der Bibel bezeichnen die „letzten Tage“ jedoch nicht nur die unmittelbaren Momente vor dem Ende der Welt, sondern jene besondere Epoche, die mit dem Erscheinen Jesu Christi begann.
Nach dem Zeugnis der Bibel waren die ersten Christen davon überzeugt, dass das Kommen Christi und die Ausgießung des Heiligen Geistes ein neues, endgültiges Kapitel in der Geschichte der Menschheit eröffneten. Der Apostel Petrus erklärte die Ereignisse zu Pfingsten mit den Worten des Propheten Joel:
"Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch..." (Apg 2,14-18)
Auch der Apostel Paulus betrachtete seine eigene Zeit und die christliche Gemeinschaft als Menschen, für die das Ende des Zeitalters gekommen war. Für ihn war die Bedeutung der Endzeit nicht nur eine theoretische Frage, sondern eine praktische Mahnung für den gläubigen Lebenswandel (1. Kor 10,11).
Als Paulus Timotheus ermahnt, beschreibt er die Merkmale der Menschen der „letzten Tage“: Selbstsucht, Geldgier, Lieblosigkeit. Diese Beschreibung ist heute ebenso schmerzlich aktuell wie im ersten Jahrhundert.
"Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend... und von diesen wende dich weg." (2. Tim 3,1-5)
Bei dieser Mahnung geht es nicht darum, Angst zu schüren, sondern um Wachsamkeit: Sie ruft dazu auf, an den göttlichen Werten festzuhalten, anstatt uns von der Geisteshaltung der uns umgebenden Welt leiten zu lassen.
Der Brief an die Hebräer fasst klar zusammen, warum wir diese Zeit als Endzeit bezeichnen. Früher geschah Gottes Offenbarung durch Propheten, doch nun spricht er durch den Sohn zu uns. Das Erscheinen Jesu bedeutet die Fülle der Zeit:
• Der Höhepunkt der Offenbarung: Gott hat uns in Jesus alles gesagt (Heb 1,1-2).
• Die Vollendung der Erlösung: Jesus ist einmal am Ende der Zeiten erschienen, um den Weg zum Vater zu ebnen (Heb 9,26).
• Die letzte Stunde: Der Apostel Johannes weist in seinen Briefen auf das Auftreten von Irrlehrern hin (1. Joh 2,18).
Die entschiedenen Worte des Apostels Jakobus an die Reichen (Jak 5,1–6) erinnern uns daran, dass das Leben in den letzten Tagen eine Verantwortung ist. Anstatt irdische Schätze anzuhäufen, ist es wichtig, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu üben, denn die Dinge der sichtbaren Welt sind vergänglich.
Dass wir uns in einer Zeit befinden, die durch Gottes Geduld und Liebe aufrechterhalten wird. Unsere Aufgabe ist es nicht, besorgt das Ende der Welt herbei zuzählen, sondern die Gegenwart mit Sinn, Frieden und Liebe zu erfüllen. Die Erlösung durch Christus und die tröstliche Gegenwart des Heiligen Geistes geben uns dafür Kraft im Alltag.
Das ist auch heute noch unser Glaube und unser Bekenntnis: Wir leben in der Zeit der Geduld Gottes, die uns zur Hoffnung aufruft, während wir auf die Wiederkunft Christi warten.
Wenn du dich uns anschließt, können wir gemeinsam in Gottes Wort vertiefen, unsere Glaubenserfahrungen miteinander teilen und uns gegenseitig ermutigen, mit immer größerem Vertrauen Jesus Christus im Alltag nachzufolgen.