Wenn wir nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens suchen, können wir uns an die Worte Jesu wenden, die nicht bloß menschliche Gedanken sind, sondern uns die Wahrheit offenbaren. Er ist gekommen, um uns den Willen des Vaters zu zeigen, und ist auch heute noch die Quelle des Lebens für uns. Im Evangelium lesen wir:
"Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll; und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat." (Joh 12,48-50)
Da Jesus seine eigenen Worte mit dem Wort Gottes gleichsetzte und Gottes Wort mit der Wahrheit, ist dies für uns ein sicherer Anker inmitten der Unsicherheit. So lesen wir:
"Heilige sie durch die Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit." (Joh 17,17)
Die Bibel ist nicht bloß eine Sammlung weiser Ratschläge oder historischer Aufzeichnungen, sondern von Gott inspiriert, um uns zu formen, zu lehren und auf das Gute vorzubereiten.
"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt." (2. Tim 3,16-17)
Es ist wie eine Laterne: Sie bringt Licht dorthin, wo bisher Dunkelheit oder Ungewissheit herrschte. Es ist nicht der menschliche Wille, der sie hervorgebracht hat, sondern der Heilige Geist hat die Verfasser berührt, damit sie auch heute noch zu uns sprechen kann. Der Apostel Petrus schreibt dazu:
"Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen; indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist." (2. Pet 1,19-21)
Gott hat uns nicht im Ungewissen gelassen: In Jesus Christus hat er sich offenbart und uns alles gesagt, was für unser Heil und unsere Beziehung zu ihm notwendig ist.
"...hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn..." (Heb 1,1-3)
Diese Offenbarung ist vollständig und vollendet – sie ist wie ein Geschenk, von dem man nichts wegnehmen muss und dem man nichts hinzufügen muss, denn sie ist vollkommen, so wie sie ist, da auch Jesus selbst vollkommen war. Diese Vollkommenheit kommt auch darin zum Ausdruck, wie Jesus zu seinen Jüngern sprach: Er hielt nichts von dem zurück, was er vom Vater empfangen hatte:
"...habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe." (Joh 15,15)
Die Bibel weist an mehreren Stellen darauf hin, dass Gottes Wort in seiner Vollständigkeit und Reinheit vor uns steht, dem nichts hinzugefügt und von dem nichts weggenommen werden darf (Off 22,18–19). Auch das Buch der Sprüche mahnt zur Ehrfurcht vor der Heiligkeit der Schrift:
"Alle Rede Gottes ist geläutert; ein Schild ist er denen, die bei ihm Zuflucht suchen. Tu nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht überführe und du als Lügner befunden werdest." (Spr 30,5-6)
Nach dem Zeugnis der Bibel ist Gottes Wort zuverlässig und vollständig; daher bereichern menschliche Hinzufügungen oder Weglassungen seine Botschaft nicht, sondern verfälschen sie. Ein ähnlicher Gedanke kommt auch zum Ausdruck, wenn der Apostel vor „anderen Evangelien“ warnt:
"Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr empfangen habt: Er sei verflucht!" (Gal 1,6-9)
Diese Mahnung betrifft die Bewahrung der ursprünglichen Reinheit des Evangeliums. Wenn wir daran festhalten, setzen wir uns keine Grenzen, sondern bewahren jene Quelle, aus der das Leben entspringt. Gottes Wort ist in diesem Sinne wahrhaftig Schutz und Kompass.
Die Schrift mahnt uns jedoch auch, dass ihre Auslegung nicht losgelöst von der Führung des Heiligen Geistes erfolgen darf, denn ihre Fehlinterpretation kann leicht in die Irre führen (2. Petr 3,16). Deshalb bedeutet die Ehrfurcht vor der Bibel nicht bloß das Festhalten am Text oder eine wörtliche Strenge, sondern die Treue gegenüber Gott.
Die Tatsache, dass die Bibel Gottes inspiriertes Wort ist, bietet praktische Hilfe:
• Fester Boden für unsere Entscheidungen: Wenn wir vor einer Weggabelung stehen, sollten wir uns nicht auf unsere momentanen Gefühle oder die wechselnden Meinungen der Welt verlassen. Wir können fragen: „Was sagt das Wort Gottes dazu? “ Das schenkt uns Frieden bei unseren Entscheidungen.
• Schutz vor Unsicherheit: In der Welt und im Internet werden wir mit tausend verschiedenen „Wahrheiten“ überschüttet. Die Kenntnis der Bibel ist wie ein Filter: Sie hilft uns zu erkennen, was wirklich von Gott kommt und was nur menschliche Interpretationen oder Erfindungen sind.
• Persönlicher Dialog: Das Lesen der Bibel ist nicht nur Lernen, sondern eine Begegnung. Durch sie gibt Gott uns die Möglichkeit, seine Stimme zu hören. Das gibt Kraft an schweren Tagen und bewahrt uns in Zeiten des Erfolgs vor Überheblichkeit.
• Gemeinschaft in der Wahrheit: Es hilft uns, unsere Beziehungen nicht auf „persönlichen Meinungen“ aufzubauen, sondern auf der von Gott festgelegten Liebe und Wahrheit.
Wir Christen leben gemäß der Lehre der Bibel als Brüder und Schwestern in Gemeinschaft. Im Alltag bedeutet das, dass unsere Entscheidungen und Beziehungen von Gottes Wort und der Wahrheit geleitet werden. Wir laden dich herzlich ein, selbst zu erfahren, wie wir uns gegenseitig im Glauben unterstützen.