"Wer sein Leben lieb hat, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dient, so wird der Vater ihn ehren." (Johannes 12:25-26)
Dieser Aufruf macht deutlich, dass die Nachfolge Jesu die Grundlage des Christentums ist, denn Jüngerschaft ist nicht nur Theorie, sondern eine Schicksalsgemeinschaft mit dem Meister.
Jeder Mensch folgt jemandem oder etwas – wenn schon nichts anderem, dann zumindest seinen eigenen Plänen, Gefühlen und Sehnsüchten. Jeder hat Ziele und einen eigenen Lebensweg. Auch viele Religionen bieten einzigartige Wege an, und heutzutage nimmt sogar die Zahl der verschiedenen Kirchen und Gruppen, die sich christlich nennen, immer weiter zu.
Aber führen alle Wege zum selben Ziel? Wir glauben, dass die Nachfolge Jesu die Grundlage des Christentums ist und dass dies das einzige enge Tor und der einzige schmale Weg ist, der zum Leben führt. Jesus sagte:
"Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch sie eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden." (Matthäus 7:13-14)
Diese Pforte ist Jesus selbst, der uns zu einem Leben in Fülle mit ihm und untereinander einlädt (Johannes 15:11, 17:13), damit es niemandem an etwas mangelt. Er ist die Tür, durch die wir Sicherheit und „Weide“ finden:
"Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein - und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben." (Johannes 10:9-10)
Er sorgt sich um uns und kümmert sich um uns. Er ist es, der all unsere Bedürfnisse stillt und die müde Seele erquickt. Deshalb ruft er die Müden zu sich, damit sie ihre Lasten nicht länger allein tragen müssen:
"Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht." (Matthäus 11:28-30)
Die Entscheidung liegt bei uns. Nicht jeder kommt auf irgendeine Weise zu Gott. Dieser Weg ist Jesus selbst, die Wahrheit und das Leben:
"Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Johannes 14:6)
Nur durch Jesus können wir ewiges Leben haben (Apostelgeschichte 4:12) und im Licht des Lebens wandeln. Johannes schreibt:
"Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet." (Johannes 1:9)
Sich selbst zu stellen ist vielleicht nicht leicht, aber die Klarheit wirkt heilsam. Bei ihm findet unsere Seele Ruhe, denn bei ihm können wir ohne Sünde zur Ruhe kommen. Egal welche Sünde auf uns lastet, er kann barmherzig mit uns sein, wenn wir es ehrlich sehen. Jesus weist uns auf unsere Sünden hin, denn er will uns von allen Sünden reinigen (1. Johannes 1:5-2:2). Auch wenn dies im ersten Moment nicht erfreulich erscheint (Hebräer 12:7-11), wird Gottes Klarheit später unser Herz erfreuen und unser Leben erfüllen.
"Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Johannes 8:12)
Wer die Nachfolge Jesu als Grundlage des Christentums betrachtet, fürchtet sich nicht vor dem Licht, denn er weiß, dass die Buße zur wahren Freiheit führt.
Nur dann kann Gott uns vor der Macht der Finsternis bewahren, wenn wir uns ganz auf Jesus verlassen. Wenn wir auf ihn vertrauen, können wir siegen, aber nur so, wie er die Welt überwunden hat. Wenn wir mit Jesus wandeln, müssen wir bereit sein, Tag für Tag unser Schicksal mit ihm zu teilen – selbst in der Verachtung, Demütigung oder Verfolgung durch die Welt.
"Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf und folge mir nach. Denn wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erretten. Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert oder einbüßt?" (Lukas 9:23-25)
Wenn wir ernsthaft davon ausgehen, dass die Nachfolge Jesu die Grundlage des Christentums ist, müssen wir bereit sein, uns täglich selbst zu verleugnen und unser Kreuz zu tragen.
Die Nachfolge Jesu erfordert völlige Hingabe. Wir können nicht gleichzeitig an der egoistischen, materiellen Sichtweise der Welt und an den Werten Christi festhalten. Ein Jünger zu sein bedeutet, dass wir bereit sind, alles aufzugeben, was uns von der tieferen Liebe Gottes entfernen würde (Lukas 14:26-27). Gott heiligt uns durch sein Wort, aber nur, wenn wir dem Herrn treu bleiben und bis zum Ende in seinem Willen beharren:
"Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit." (1. Johannes 2:15-17)
Die Heiligung ist keine Option, sondern Gottes guter Plan für uns (2. Korinther 7:1), damit wir rein und glücklich sind. Nur so können wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen (1. Johannes 3:2-3). Der Apostel Paulus erinnert uns an diese erhabene Berufung:
"Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligkeit. Deshalb nun, wer dies verachtet, verachtet nicht einen Menschen, sondern Gott, der euch auch seinen Heiligen Geist gegeben hat." (1. Thessalonicher 4:7-8)
Als Christen müssen wir einander so lieben, wie Jesus uns geliebt hat, denn die Nachfolge Jesu ist die Grundlage des Christentums, und das ist nicht nur eine Empfehlung, sondern ein Gebot (Johannes 13:34-35, 15:12-17; Römer 13:8; 1. Petrus 1:22-23). Der wahre Prüfstein unserer Liebe zu Gott ist die Liebe, die wir unseren Brüdern und Schwestern entgegenbringen. Wir können diese beiden Dinge nicht voneinander trennen. Wenn wir lernen, in brüderlicher Gemeinschaft zu leben und einander zu tragen, wird Gottes Gegenwart unter uns greifbar.
"Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann der Gott lieben, den er nicht gesehen hat? Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder liebe. Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist." (1. Johannes 4:20-5:1)
"Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend hat. Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben." (1. Johannes 3:14-16)
Gott wohnt in uns, wenn wir als Brüder und Schwestern füreinander leben.
"Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet." (1. Johannes 4:11-12)
Wenn wir dem Beispiel Jesu (Markus 10:45) folgen und bereit sind, zu dienen (1. Johannes 3:16) und unser ganzes Leben ihm und einander zu widmen, dann wird unser christliches Leben glaubwürdig. Der Apostel Paulus schreibt dazu:
"Seid nun Nachahmer Gottes, als geliebte Kinder, und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch." (Epheser 5:1-2)
Gott schenkt uns Freude daran, unseren Alltag miteinander zu teilen und einander zu helfen. In dieser Gemeinschaft gibt es keinen Grund, hochmütig zu sein, denn wir alle befinden uns auf dem Weg, und keiner von uns hat die Vollkommenheit bereits erreicht. Auch Jesus fordert uns auf, dass niemand sich für etwas Besseres als der andere halten soll:
"Ihr aber, lasst euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Nennt auch niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater – der im Himmel ist. Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn euer Meister ist nur einer, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. Wer aber sich selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden." (Matthäus 23:8-12)
Wer Jesus nachfolgt, muss so zu wandeln, wie er gewandelt ist. Das sind die Maßstäbe: selbstlose Liebe, Unbescholtenheit, Demut und Aufrichtigkeit. Der Apostel Johannes schreibt:
"Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist." (1. Johannes 2:6)
Wir erhalten wahre innere Kraft für unsere Hingabe an den Herrn, wenn wir in der Lage sind, das, was hinter uns liegt, loszulassen und uns ihm mit unserer ganzen Aufmerksamkeit zuzuwenden:
"Und als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach einer zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin irgend du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege. Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der aber sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes. Es sprach aber auch ein anderer: Ich will dir nachfolgen, Herr; zuvor aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes." (Lukas 9:57-62)
Das eigentliche Ziel wartet auf uns: so zu werden wie unser Meister, der sagte:
"Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer; jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer... Was nennt ihr mich aber: “Herr, Herr!”, und tut nicht, was ich sage? Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut – ich will euch zeigen, wem er gleich ist: Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, der grub und in die Tiefe ging und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, schlug der Strom an jenes Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet. Wer aber gehört und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf die Erde baute, ohne Grundlage, an das der Strom schlug, und sogleich fiel es zusammen, und der Sturz jenes Hauses war groß." (Lukas 6:40.46-49)
Jesus nachzufolgen bedeutet, treu seinen Weg zu gehen und das, was wir von ihm hören, in Taten umzusetzen. So werden seine Worte in unserem Leben lebendig, denn er selbst hat uns dazu aufgerufen:
"Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." (Johannes 8:31-32)
Obwohl viele den Ruf Jesu hören, begeben sich nur wenige auf den Weg, der zu einer echten Lebensveränderung führt. Viele bleiben am Tor stehen, doch wir glauben und haben erfahren, dass dieser Weg zu einem erneuerten, erfüllten Leben führt. Und auf diesem Weg musst du nicht allein gehen.