Fahreindrücke... erste Erfahrungen eines ZAR-Neulings und wie es zur Anschaffung kam.
Abschnitt-1
Nicht wundern, die vielen Absätze im Text sind nicht zufällig sondern beabsichtigt, damit man den nicht gerade kurz geratenen Bericht besser lesen kann. Fahreindrücke, Erfahrungen eines ZAR-Neulings nach dem umstieg von einem Wiking Merkur 410 auf ein ZAR 53 und wie wir zu einem ZAR 53 gekommen sind.
Die Überschrift könnte aber auch so lauten:
Rückenprobleme Ade, endlich ein Boot auf dem sich auch unsere Bandscheibe Wohl fühlt.
Ich möchte nachstehend mal aus meiner ganz persönlichen Sicht und da bezeichne ich mich (ausgehend vom September 2009) mal als ZAR-Neuling, meine Erfahrungen und Einschätzungen im Vergleich zu unserem alten Wiking Merkur 410 wiedergeben. Über allem steht eine Aussage von ZAR - Formenti die die Fahreigenschaften dieses Bootes auf den Punkt bringt.
Zitat:
Mit einer Länge von 5,35 ist das ZAR 53 wohl das kürzeste Schlauchboot, das mit einem CE Zertifikat der Kategorie "B" ausgezeichnet ist.
In Tests wurde der patentierte Rumpf auf Grund seiner ruhigen und sanften Fahrweise, bei rauher See, sogar mit der Kategorie "A" ausgezeichnet.
Spätestens jetzt gibt es keine vergleichbaren Boote mehr bis zu einer Länge von 7 Metern.
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Aber erst einmal die Vorgeschichte wie es dazu gekommen ist dass wir uns ein neues größeres Boot zugelegt haben. Lange Jahre waren wir mit dem zufrieden… was wir hatten. Als wir vor 13. Jahren von unserem damaligen Wiking Komet auf das Wiking Merkur 410 mit Festrumpf umgestiegen sind, war es zwar ein spürbarer Unterschied zu unserem Wiking Komet aber derart groß war der Unterschied nicht. Wiking hatte seinerzeit damit geworben das Wiking Merkur sei ein sehr gutes Rauhwasserboot.
Auch damals wollten wir uns bezüglich Rauhwassereigenschaften zu unserem alten boot verbessern, denn in Kroatien ist die Adria ein Gewässer das bei normalem Wetter… dazu gehören „fast täglich“ Jugo und Mistral“ nicht mit den Wellen die man bei uns auf dem Rhein antrifft zu vergleichen ist.
Der Normalfall bezüglich Wetter sieht dort so aus, ganz früh morgens ist das Meer oftmals ganz ruhig und glatt. Dann gegen ca. 8:00-9:00 Uhr frischt der Jugo aus Richtung Osten auf, über Mittag dreht sich der Wind so dass ab ca. 13:30 auf die 14:00 Uhr der Mistral kommt, also die Wellen aus genau der entgegengesetzten Richtung kommen. Daher war es ratsam, wenn man mit einem Boot wie Bspw. unserem Wiking Merkur 410 eine Tour plant sie so einzurichten, dass man morgens von Osten Richtung Westen (also mit den Jugo-Wellen) fährt und nachmittags wieder von Westen nach Osten, so dass man dann mit den Mistral-Wellen wieder halbwegs vernünftig zurück fahren kann.
So jedenfalls hat sich in all den zurückliegenden Jahren unser Urlaub bezüglich Bootfahren abgespielt. Was zur Folge hatte, dass wir sehr oft unser Boot an der Boje liegen hatten ohne Boot zu fahren. Natürlich lässt sich dies nicht immer früh morgens erkennen, dass das Wetter so bleibt. Da kann es auch mal passieren das sich ab Mittag der Wind nicht dreht, sondern der Jugo so bleibt und an Stärke sogar noch zunimmt, oder im umgekehrten Fall schon von morgens bis abends Mistral ist. Das sind die Fälle wo man mit einem solchen Boot sehr schnell an die Grenzen des Bootfahrens kommt und es einfach keinen Spaß mehr macht. Egal ob gegen die Jugo-Wellen zu fahren oder gegen die Mistral-Wellen, das schlagen des Bootes wird dann derart hart dass wenn man sich nach 1 oder 2 Stunden gegen die Wellen zu seinem Urlaubsort durchgekämpft hat alle Glieder wehtun.
Die Fälle dass sich das Meer mal von der Seite zeigt das es den ganzen Tag glatt wie ein Spiegel ist sind derart gering das man in seinem Urlaub nicht darauf hoffen darf, auf genau solch einen Tag zu warten, genau so kann es sein, dass ein solcher Tag nicht kommt… also fährt man auch bei Wellen. Da nicht nur ich sondern auch meine Frau mit der Bandscheibe zu tun haben, wir aber das Bootfahren derart lieben das wir einfach darauf nicht verzichten wollen,
kam von Jahr zu Jahr immer mehr der Wunsch auf… mal auf ein anderes Boot umzusteigen. Wie oft haben wir anderen Leuten mit größeren Festrumpfschlauchbooten nachgeschaut, die bei Wellen einfach so ohne dass das Boot in die Wellen geschlagen ist an uns vorbei gefahren sind.
Wie oft hatten wir vor mal Orte mit unserem Boot aufzusuchen wo wir schon in all den zurückliegenden Jahren mal hinfahren wollten. Leider ist es so gut wie nie dazu gekommen.
So… das soll der Vorgeschichte Teil 1 genug sein.
Abschnitt-2
Als im Januar 2007 wieder die Boot in Düsseldorf war, sind wir zur Messe gefahren und haben uns dort umgeschaut. Unser Augenmerk haben wir dabei nicht nur auf Festrumpfschlauchboote, sondern auch auf Festboote gerichtet. Schon 2007 sind uns die Boote der Firma ZAR aufgefallen…
ABER.. die Preise….
Das war dann auch 2007 der Grund erst einmal von dem Vorhaben uns ein anderes größeres Boot zuzulegen loszulassen. Dort gab es schon einige Leute mit größeren Schlauchbooten die über ihre Eindrücke geschrieben haben, auch jene… die ein ZAR fahren, oder sich mit dem Gedanken getragen haben sich eins zuzulegen. Immer wieder war davon zu lesen welch super tolle Rauhwasserfahreigenschaften diese Boote haben sollen.
Für mich hörte sich das alles wie Anglerlatein an, wer äußert sich über das was er besitzt schon sehr negativ. Aber immer und immer wieder bekam ich Berichte zu lesen… ja aber das kann man nicht mit einem ZAR vergleichen. So bin ich… sowie meine Frau erst einmal auf die ZAR-Schlauchboote aufmerksam geworden. Ebenso gibt es unzählige Videos Bspw. in Youtube wo man die ZAR-Boote fahren sehen kann.
Zu Beginn sagte mir das überhaupt nichts… CE Klassifizierung.
Als wir seinerzeit.. 1996 mit dem Kauf unseres damaligen Wiking Merkur 410 beschäftigt waren, war das alles noch Schall und Rauch. Die ZAR-Boote sind nach dieser Norm ab dem ZAR 53 „B“ Klassifiziert. Das heißt… diese Boote sind außerhalb Küstennaher Gewässer zugelassen, im Klartext heißt das… sie sind für 3 – 4 Meter hohe Wellen klassifiziert. Wenn ich ganz ehrlich bin… und mir die Frage stelle, wer fährt schon bei 3 – 4 Meter Wellen…. habe ich mir gesagt und auch gedacht das muss doch nicht sein, aber was ist wenn man mal in solch eine Situation kommt.
Hat man aber erst einmal solch ein Boot heißt dass, es ist ein sehr beruhigendes Gefühl irgend wo mit seinem Boot zu sein, das Wetter hat sich geändert, überall sind Schaumkronen zu sehen und man braucht sich um seine Rückfahrt zum Ausgangsort keine Sorgen machen.
Was sowohl mir wie auch meiner Frau im direkten Vergleich zu anderen Booten dieser Art sofort aufgefallen ist, das alle ZAR-Boote eine derart durchdachte und großzügige Raumaufteilung haben wie man es selten bei anderen Booten dieser Art findet, von der Verarbeitung ganz zu schweigen. Dann die Vielzahl an sehr.. sehr großen Stauräumen die sicherlich seines gleichen sucht. Nicht zu vergessen..
das ZAR 53 bietet 7 Sitzplätze in Fahrtrichtung,
das alles sind Dinge die uns beiden auf Anhieb sehr gut gefallen haben.
Nachstehend Mal eine Abbildung als Seitenansicht.
Nach unzähligen Fragen im Forum, auch Kontaktaufnahmen mit einzelnen Leuten habe ich dann in kleinen Schritten alles Mögliche an Infos zusammen getragen. Mein Wissensdurst war unendlich groß.
Dann kam das Thema Auto auf den Tisch, eins stand für meine Frau und mich schon fest, wenn… dann soll es ein ZAR werden. ABER… wie man mir im Forum geschrieben hat.. ist ein ZAR um einiges schwerer als unser altes Wiking. Mit unserem Golf VR6 den wir zu der Zeit noch hatten hätte ich maximal 1200 Kg gebremst bis 8% Steigung ziehen dürfen. Also kamen meine Frau und ich zu dem Schluss, da unser Golf auch schon fast 12. Jahre alt war uns erst einmal einen anderen Wagen zuzulegen.
Also haben wir uns auch hierzu auf dem Markt umgeschaut, Probefahrten gemacht und… und… und. Im November 2007 haben wir uns dann einen VW Tiguan bestellt der am 11. November bei allen VW Händlern seine Vorstellung hatte. Auch hierbei war es Liebe auf den ersten Blick. Am 23. Februar 2008 war es dann soweit das wir unseren neuen Wagen bekommen haben. Natürlich waren wir auch Anfang 2008 wieder auf der Boot, noch bevor wir unseren neuen Wagen bekommen haben, aber das Thema Boot war erst einmal auf Seite gestellt.
Auto und Boot… nein, das hätte unser Sparbuch „noch nicht“ hergegeben.
Auch das restliche Jahr 2008 habe ich mich im Forum aufgehalten um weiterhin an Infos zu kommen, dabei ist es auch erst einmal geblieben.
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Abschnitt-3
Dann kam die Boot 2009 in Düsseldorf wo ich mich wieder am Stand von ZAR eingefunden habe und mir ein Angebot habe erstellen lassen, aber auch hierbei war es wieder der Preis. Auch wenn wir es uns mit unserem ersparten hätten erlauben können uns ein ZAR zu kaufen, stand meine Frau der ganzen Sache derart skeptisch gegenüber das sie mir ständig sagte, als wir uns damals das Wiking Merkur gekauft haben… habe ich ihr auch erzählt das man damit viel besser bei Rauhwasser fahren könne als mit unserem damalig alten Wiking Komet und was war… soviel besser war das auch nicht.
Sie bezog das damals gesagte direkt auf das Vorhaben ein ZAR zu kaufen. „Du kannst mir viel erzählen“, da geben wir dann viel Geld aus und viel besser als unser jetziges Wiking ist das dann auch nicht. Somit war der Traum erst einmal geplatzt. Von einigen wenigen Leuten aus dem Forum erhielt ich dann den Tipp, nehme deine Frau doch mal mit um mit ihr auf einem ZAR eine Probefahrt zu machen und am besten du lässt sie dann hinten sitzen. Natürlich musste ich das Angebot das ich im Januar 2009 noch von Nautikpro bekommen habe (mit der Option es mir ca. 3 Wochen zu überlegen) sausen lassen.
Er sagte uns allerdings auch, sollten sie sich jetzt nicht entscheiden so haben sie noch die Möglichkeit uns im Mai auf unserer Hausmesse zu besuchen, da kann ich ihnen ein noch besseres Angebot machen. In der Zwischenzeit habe ich meiner Frau mit Engelszungen versucht zuzureden, sowie ein Großteil meiner Bekannten und Freunde. Bis dann der Mai kam wo wir zusammen mit einem befreundeten Ehepaar übers Wochenende nach Nautikpro gefahren sind.
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Hier hatten wir das erste Mal die Möglichkeit mit einigen Booten, unter anderem einem ZAR 53 und einem ZAR 57 auf dem Rhein ausgiebige Probefahrten zu machen. Das war der Punkt wo meine Frau 50% ihrer Zweifel zur Seite gelegt hat, aber so richtig war sie noch immer nicht davon zu überzeugen das solch ein ZAR auch auf der Adria um Welten besser bei Wellen fährt als unser altes Wiking.
Milan Sterk von Nautikpro hat uns am Tag der Hausmesse ein sehr verlockendes Angebot gemacht und uns einen Zeitraum von ca. 4 Wochen eingeräumt wo er sein Angebot aufrecht erhält. Nun waren ja noch lange nicht alle Probleme beseitigt, denn jetzt musste ich mich nach einer neuen bstellmöglichkeit
bzw. einem neuen Unterstellplatz umschauen, denn in unsere Garage wo bisher unser altes Wiking drin stand da passt ein ZAR 53 mit Trailer nicht mehr rein. Bestellen geht also nur wenn ich noch rechtzeitig einen geeigneten Stellplatz finde. Der Verkauf unseres alten Wiking wäre nicht ganz so schlimm, denn da hatte uns Milan Sterk angeboten es in Zahlung zu nehmen. Auch hier hatte ich mir (im Fall eines Falles) die Optionen offen gehalten es wenn möglich auch selber zu verkaufen, aber was sind schon 3 Wochen… die gehen so schnell vorüber.
Fast in letzter Minute hatte ich das Glück über einen Bekannten doch noch an einen Unterstellplatz (sogar vom feinsten) zu kommen. Also habe ich mich schnell mit Milan Sterk in Verbindung gesetzt und ihm die Neuigkeiten berichtet. Kurzer Hand wurde der Kaufvertrag getätigt und wir haben unser ZAR 53 bestellt. Zu diesem Zeitpunkt aber noch mit der Inzahlungnahme unseres alten Wiking Merkur. Da wir ja nun unser Boot bestellt und auch einen tollen Unterstellplatz hatten machte ich mich daran unser altes Wiking noch innerhalb der uns verbleibenden Zei bis zur Lieferung des neuen zu Verkaufen.
Gesagt getan, habe ich alles was ich noch an Fotos hatte zusammen gesucht, zusätzlich noch ein Paar Detailfotos gemacht und eine Verkaufsanzeige ins Forum gestellt. Ich muss und sollte hierbei aber erwähnen, dass ich unser Wiking Schlauchboot über all die 13. Jahre immer im Höchstmaß gepflegt habe,
das Boot sah für sein Alter aus als wäre es bei guter Pflege gerade mal zwei oder drei Jahre alt.
Es hat nicht einmal drei Tage gedauert und ich hatte unser Boot verkauft.
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Abschnitt-4
So und nun komme ich zu dem Vergleich (Wiking/ZAR) bezüglich Fahreigenschaften und aller anderen nennenswerten Dinge. Unser Wiking Merkur 410 gehört zu der Art Festrumpfschlauchboote die einen ringsherum laufenden Schlauch haben. Ebenso hat es am Heck die Schlauchenden weiter nach hinter heraus ragen als der Heckspiegel ist. Das herausragen der Schläuche ist aber beim Wiking nicht so stark ausgeprägt wie es bei anderen Schlauchbooten vorzufinden ist. Beim Wiking ist das auf die Länge von 4,10 Meter bezogen nur ca. 30-40 cm beidseitig.
Nachstehend mal zwei Skizzen 1x vom Wiking Komet und 1x vom Wiking Merkur, auf denen die Maßangaben im Vergleich zu sehen sind. Fotos lassen sich mit Klick vergrößern.
Nachstehend mal das ZAR 53 mit Maßangaben.
Auf den folgenden Abbildungen aus dem ZAR-Prospekt wird sehr gut verdeutlicht wie die von mir beschriebenen Unterschiede in der Realität aussehen.
Bei dem Vergleich auf den Abbildungen 3 u. 4 ist sehr gut zu sehen, dass bei der vorderen Rumpfform der vordere Teil bei einem herkömmlichen Rumpf (so auch bei Wiking) viel flacher abläuft als bei den ZAR-Booten. Ebenso am Bug des Bootes wo der Schlauch auch am Bug herum läuft, hier muss man.. genauso wie am Heck bezogen auf die reale Rumpflänge des Bootes Abstriche machen.
Im direkten Vergleich heißt das in Zahlen ausgedrückt, das Wiking Merkur 410, dass eine Komplett-Länge von 4,10 Meter hat, aber nur eine reine Rumpflänge von ca. 3,00 Meter - 3,20 Meter hat. Im Vergleich dazu hat das ZAR 53 mit einer Gesamt-Länge von 5,43 Meter eine Reale Rumpflänge von 5,30 Meter, das ergibt einen Unterschied von etwas mehr als 2,00 Metern. Rechnet man (beim ZAR) den vom Bug aus steiler herablaufenden Bug (im Gegensatz zum Wiking Merkur) noch hinzu, beträgt die Differenz sogar ca. 2,20 Meter. Auf diesem Foto ist sehr schön zu erkennen wie sich der Unterschied (bei gleicher Bootlänge) auf die Reale Rumpf-Länge gegenüber herkömmlichen Booten auswirkt.
Daher dürfte spätestens jetzt jedem klar sein, dass man ein ZAR-Boot mit der angegebenen Länge (gleich Rumpflänge) mit herkömmlichen anderen RIBs die 1,00 - 1,50 Meter länger sind vergleichen kann, denn es fehlen jegliche Überhänge... Vorne und Hinten. Bekanntlich sagt man Länge läuft, das ist so und wird auch immer so bleiben. Ebenso was die Breite angeht, das Wiking Merkur hat eine Breite von 1,90 Meter, das ZAR 53 eine Breite von 2,39 Meter, das sind knapp 50 cm weniger als beim ZAR. Beim Gewicht schlägt noch einmal der enorme Unterschied zu buche.
Während das Wiking gerade mal um die 350-370 Kg gewogen hat wiegt das ZAR 53 (mit komplettem Zubehör, Leinen, Anker, vollen Tank 130 Ltr.!!!, usw. satte 1000-1100 Kg, also ca. 650/700 Kg. mehr, das merkt man natürlich auch beim Fahren, das ZAR liegt viel satter im Wasser Den Unterschied der reinen Rumpflänge beim ZAR 53 bekommt man besonders bei Wellen zu spüren und natürlich die ZAR spezielle Rumpfbauart mit den seitlich nach hinten laufenden runden Kanälen, die das Boot derart weich in die Wellen eintauchen lässt wie man es sich niemals vorstellen kann. Auf nachstehender Skizze kann man die besagten, unter dem Rumpf liegenden seitlichen Kanäle sehr schön erkennen.
Durch den längeren Rumpf schafft man es beim ZAR 53 bei den Wellen auf der Adria über die Wellenkämme zu fahren was uns mit dem Wiking nicht möglich war, da sind wir immer in die Wellen reingeschlagen. Wo ein Fahren gerade noch halbwegs erträglich war... wenn wir mit den Wellen gefahren sind, dann durften es schon keine mittelträchtigen Jugo oder Mistralwellen sein sondern eher die etwas friedlicheren Wellen bei denen das noch soeben möglich war.
Ein Fahren gegen die Wellen wurde zur Herausforderung für Mensch und Material… das hatte nichts mehr mit Bootfahren zu tun und wurde für uns von Jahr zu Jahr zur Tortur. Nicht nur ich, auch meine Frau beklagte sich sehr.. sehr häufig über Schmerzen im Nackenbereich und das sich ihre Bandscheibe im Höchstmaß bemerkbar machte, das kann ich aus eigenen Erfahrungen nur bestätigen. Das war in all den zurückliegenden Jahren für uns der Grund dass wir sehr häufig das Bootfahren haben ausfallen lassen.
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Abschnitt-5
Wie ich schon in unserem Urlaubsbericht 2009 geschrieben habe, sind wir in diesem Jahr nicht mit unserem Boot samt Trailer zu unserem Urlaubsort Zavala auf Insel Hvar gefahren, sondern haben auf Grund der schmalen Strassen zu unserem Urlaubsort und auch wegen dem schmalen Tunnel durch den wir immer durch müssen unser Boot im Yachthafen in Vrboska auf Insel Hvar mit den Kran zu Wasser gelassen. Um von dort aus zu unserem Urlaubsort zu gelangen muss man um die Ganze Spitze der Insel Hvar herum fahren. Von Vrboska bis Zavala sind es ca. 62 Km.
Als wir am gleichen Tag an dem wir unser Boot zu Wasser gelassen hatten uns auf dem Weg machten noch nach Zavala zu fahren, kamen wir bei unserer Abfahrt aus dem Yachthafen von Vrboska heraus und draußen waren nur noch Schaumkronen zu sehen.
Mit unserem alten Wiking wäre ich jetzt wieder umgekehrt.
Also… dachte ich, warum haben wir uns ein ZAR gekauft.. um damit auch bei Wellen fahren zu können, schließlich war es für uns die aller erste Fahrt mit dem ZAR auf der Adria überhaupt. Wenn nicht jetzt… wann dann, also sind wir losgefahren. Das Erlebnis bei diesen Wellen zu fahren kann man sehr schlecht mit Worten wiedergeben. Diese Erfahrung muss jeder selber gemacht haben um sich darunter etwas vorstellen zu können.
Ein weiteres Merkmal die Luft in den Schläuchen. Bei unserem Wiking war das ein Problem, der linke Schlauch hielt sehr gut die Luft, den vorderen Schlauch musste ich in ca. 3 Wochen Urlaub ungefähr 2-3 mal nachpumpen, den rechten Schlauch in dieser Zeit ca. 1 Mal. Schuld daran können eventuell die alten von Wiking verbauten Ventile gewesen sein, bei anderen Wiking-Booten hielt sich dies allerdings in Grenzen, auch auf Messen hatte sich Wiking immer damit gerühmt wie gut die Wiking-Boote die Luft halten würden, bei unserem war es leider nicht so.
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Jetzt bei unserem ZAR ist das so… wie es auch sein sollte, die Schläuche halten derart gut die Luft das ich seitdem wir unser Boot seit dem 1. August 2009 haben nicht einmal Luft nachpumpen brauchte. Auch die Erreichbarkeit der Ventile, von denen zwei über den vorderen Stauraum im Bug zu erreichen sind und vier weitere über den hinteren Stauraum. Obwohl beim ZAR kein ringsherum laufender Schlauch vorzufinden ist, denn diese sind nur an jeder Seite zu 2/3 der Bootslänge vorhanden, hat jeder Schlauch 3 Luftkammern.
Bei der Motorisierung die wir genommen haben war ich erst am schwanken ob 115 PS auch für solch ein schweres Boot ausreichend sind, zugelassen ist das ZAR 53 bis zu einer Maximalen Motorisierung von 140 PS. Die empfohlene Motorisierung sind 115 PS. Bei unserer Probefahrt im Mai 2009 auf der Hausmesse bei Nautikpro war das ZAR 53 mit einem 135 PS Honda Außenborder bestückt. Diese starke Motorisierung braucht man nicht wenn man nicht gerade ein Geschwindigkeitsfreak ist.
Die 115 PS an unserem Boot reichen voll und ganz aus. Mit 8 oder 10 Leuten an Bord kommt das Boot ohne mit der Wimper zu zucken sofort ins gleiten. Auch beim Verbrauch spiegelt sich das wieder. Fährt man mit einer schönen Tourengeschwindigkeit von 3.200 – 3.500 U/min begnügt sich der Motor mit ca. 10-12 Ltr. in der Stunde. Bei einer Drehzahl von 3.800 bis 4.200 U/min sind es ca. 14 Ltr. die Stunde. Aber wann kommt das vor, das man eine oder mehrere Stunden mit 40 oder 45 Km/h fährt, höchstens wenn man eine längere Tour macht. Ansonsten fährt man in gemischten Drehzahlbereichen… mal schnell, etwas langsamer oder gar im Kriechtempo. Über einen Zeitraum von 3 Wochen haben wir mit unserem Suzuki DF 115 einen Verbrauch im Schnitt von 9,75 Ltr. pro Std. erzielt, oder umgerechnet auf den Kilometer ca. 0,28 Ltr. pro Km.
Dazu gehörten mal einige kürzere Vollgasfahrten… man will ja schließlich Wissen wie schnell sein Boot ist. Dann im überwiegenden Teil Fahrten in dem zuvor genannten Drehzahlbereich mit einigen Stopps und Pausen, oder das er eine Weile mal im Standgas lief ebenso wie Fahrten mit Schrittgeschwindigkeit. Zum Suzuki DF 115 sei noch gesagt, dieser Motor ist erstaunlich leise… besonders im Stand. Mir ist es einmal sogar passiert, wir sind auf eine unserem Urlaubsort gegenüber liegende Insel gefahren, haben unser Boot dort festgemacht und ich wollte gerade vom Boot herunter gehen als meine Frau mich fragte… sag mal ist das normal das der Motor immer noch den Wasserstrahl hinten hat, erst da habe ich gemerkt das ich vergessen hatte den Motor aus zu machen oder… am gleichen Ort nur einen Tag später.
Wir sind mit Bekannten wieder auf der Insel, haben angelegt und Freunde von uns waren mit auf dem Boot. Einer unserer Freunde sprach den anderen Bekannten an und sagte, du musst den Motor mal im Stand laufen hören, der ist so etwas von leise. Was er nicht wusste… der Motor lief noch. Als ich ihm dann sagte, der Motor ist am laufen konnte er es kaum glauben. Aber dieses ruhige Laufverhalten besonders im Leerlauf wird man auch bei Motoren anderer Hersteller und Marken haben. Wir sind jedenfalls mit dem Suzuki sehr zufrieden. Was mir auch aufgefallen ist, das Boot reagiert auf die kleinsten Trimmbewegungen derart feinfühlig, man braucht nur etwas mehr ans Heck zu trimmen (aber wirklich nur sehr wenig) und schon merkt man wie die Nase (Bug) des Bootes sich nach unten bewegt. Ebenso beim Trimmen weg vom Heckspiegel, auch hierbei merkt man sofort wie sich der Bug des Bootes minimal anhebt. Was sensationell beim ZAR ist, man kann aus voller Fahrt ca. 70 Km/h die Lenkung voll einschlagen ohne das der Motor Luft zieht oder das Boot in der Kurve weg wischt oder ins wanken gerät. Allerdings treten hierbei derart hohe Fliehkräfte auf das man dies nicht ohne vorher seine Bootsinsassen darüber zu informieren machen sollte, das hätte garantiert zur Folge das einer oder gleich mehrere aus dem Boot fliegen.
Bezüglich der Trimmung reagieren alle Boote unterschiedlich, das muss man sich erst einmal neu heran tasten. Dennoch ist es das A und O was das Fahren ganz entscheidend beeinflusst. Ich beobachte es immer wieder das ein Großteil der Bootfahrer ihre Boote falsch getrimmt haben. Hat man den Dreh erst einmal raus, steigt auch das Fahrvergnügen.
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Abschließend möchte ich noch etwas erwähnen..
Wir haben uns (wie ich schon geschrieben habe) auf den vielen Boots-Messen der vergangenen Jahre nicht NUR nach Festrumpf-Schlauchbooten (RIBs), sondern auch nach reinen Festbooten umgeschaut. Woran es liegt dass ein vergleichbares reines Festboot (bei gleicher Länge) um einiges billiger ist lasse ich mal dahin gestellt, für uns stand immer die Sicherheit im Vordergrund. Wir sind im Laufe der vielen zurückliegenden Jahre schon auf sehr vielen reinen Festbooten mitgefahren, damit meine ich nicht nur eine Probefahrt, sondern wir haben darauf auch schon ausgiebige Touren gemacht. Die Kränkung (bei einseitiger Gewichtsverlagerung) bei reinen Festbooten ist im Vergleich zu Schlauchbooten/Festrumpf-Schlauchbooten schon erheblich.
Ebenso haben wir in all den zurückliegenden Jahren schon ca. 5 gekenterte Festboote (zwischen 5 bis auf die 10 Meter) gesehen, diese Momente haben sich besonders im Kopf meiner Frau derart ferstgesetzt, dass für sie von vornherein feststand.. niemals ein reines Festboot. In einem dieser Fälle waren wir sogar Augenzeuge, eine vierköpfige Familie mit einem 6,50 Meter Festboot ist im Scedrovski Kanal mit dem Boot bei starkem Jugo gekentert. Die vierköpfige Familie hatte auch noch ein befreundetes Ehepaar an Bord. Zum Zeitpunkt als das Boot kenterte waren wir mit unserem damaligen Wiking Komet noch etwas weiter entfernt, als wir dann immer nächer kamen schwammen schon alle im Wasser und versuchten sich an dem Rumpf... der nur noch aus dem Wasser schaute festzuhalten.
Wir haben dann, wegen Platzmangel in unserem Boot erst drei Personen aufgenommen (die zwei Kinder und die Ehefrau) und bei der zweiten Tour die anderen drei. Inzwischen waren aber noch andere Boote zur Hilfe gekommen, so dass man auch das gekenterte Boot in Richtung zum kleinen Hafen in Zavala gezogen hat. Die Ehefrau war derart schockiert und sagte ständig zu ihrem Mann, du bekommst mich nie mehr in ein Boot. Als wir dann im darauf folgenden Jahr wieder in Zavala in Urlaub waren, trafen wir die gleiche Familie, ich sprach als erstes die Ehefrau an und fragte... na, wie ist es denn so ganz ohne Boot in Zavala, die Antwort... wir sind nicht ohne Boot, wir haben jetzt ein großes Schlauchboot. Das sollte Wohl seinen Grund gehabt haben...
Wir haben auf diesen Festbooten bei starken Wellen schon derart Haarige Situationen miterlebt, wo ich zugegebener Maßen sagen muß... wir hatten beide Angst und können aus heutiger Sicht sagen dass wir großes Glück hatten nicht auch in Seenot geraten bzw. gekentert zu sein. Natürlich bieten die Gesamtheit der reinen Festboote ein Mehr an Komfort... mehr Platz, Kabine/Kajüte, Übernachtungsmöglichkeit usw. aber das kann man mit dem entsprechenden Zubehör auch auf einem Festrumpf-Schlauchboot erreichen, siehe Zubehör-Programm, Nautisches Zelt für die ZAR-Boote.
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Nicht... das jetzt Leute die ein Wiking-Boot (egal welcher Größe) ihr Eigen nennen und die diesen Bericht gelesen haben den Eindruck bekommen ich wollte die Wiking-Boote schlechtreden, dem ist nicht so. Was aber die Fahreigenschaften (bei richtigen starken Wellen auf der Adria) angeht sind den Wiking-Booten einfach Grenzen gesetzt, da hat jedes Wiking-Boot.. egal welcher Größe gegenüber einem ZAR immer das nachsehen und ich weiß wovon ich Rede... denn ich bin schon auf allen Modellen/Typen an Wiking-Booten mitgefahren oder teils selbst gefahren. Ganz gleich ob Wiking-Meteor, Wotan mit Innenborder, Wega oder Titan. Ebenso habe ich erleben dürfen wie es ist, bei sehr starken Wellen mit einem ZAR zu fahren, denn ich bin auf der Adria bis zur Größe eines ZAR 65 schon mit allen gefahren bzw. mitgefahren. Den Unterschied kann man nicht mehr in Worte fassen, da beim Fahrverhalten zwischen Wiking-Booten und besagten ZAR-Booten Welten liegen..
So… im Moment fällt mir nichts mehr ein, sollte dies zwischenzeitlich doch der Fall sein werde ich diesen Bericht ergänzen.