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Eigenes Fahrzeug nach Australien


Diese Seite beschreibt den Versand eines in der Schweiz registrierten und versicherten leichten Motorfahrzeugs (Kategorie bis 3.5 Tonnen) als Containerfracht nach Melbourne (State of Victoria, Australien), die administrative Abwicklung der temporären Einfuhr und den Abschluss der Versicherungen. Dass es sich um ein 4x4-Wohnmobil mit Spezialaufbau handelt, ist nur für die Erlangung einer Versicherung für das Fahrzeug relevant. Der Rest gilt für alle Autos und Motorräder.

Eine fundamentale Randbedingung für den Inhalt dieser Seite ist, dass das Fahrzeug nur temporär nach Australien eingeführt wird, und zwar unter einem sogn. Carnet de Passages en Douane, CPD. Ein permanenter Import ist eine ganz andere Angelegenheit, ist wesentlich aufwändiger und teurer.



Translated version.

Grundsätzliche Bemerkungen


Der finanzielle und zeitliche Aufwand, ein Motorfahrzeug unter einem Carnet de Passages (siehe unten) auf australische Strassen zu bringen, ist hoch, vor allem wegen der sehr strengen Qurantänekontrolle. Ausser man hat ein Fahrzeug, das man so oder ähnlich in Australien nicht mieten oder kaufen kann, lohnt es sich wahrscheinlich nicht. Wer nicht über seriöse Englischkenntnisse, Beharrungsvermögen und Überredungskunst verfügt, muss unbedingt einen kompetenten australischen Partner beiziehen, sonst kann sich das Abwicklung in die Länge zu ziehen

Unbedingt sollte man ein Komplettangebot vom Versender einholen, d.h. inkl. aller Kosten am Start- und Zielort, Transportvesicherung, Zollabwicklungen, Quarantäne, Auslieferung, etc.

Es ist meine Hoffnung, den zeitlichen Aufwand für ein gleiches Unterfangen mit den hier zusammengestellten Informationen wesentlich zu verkürzen, Stolpersteine aufzuzeigen und Unsicherheiten zu beseitigen.

Alle Informationen auf dieser Seite wurden nach besten Wissen und Gewissen verifiziert, werden aber ohne Gewähr zur Verfügung gestellt.


Melbourne (Victoria) scheint ein "guter" Zielhafen für die temporäre Einfuhr eines Motorfahrzeugs zu sein, aus drei Gründen:

  1. Die von VicRoads (siehe weiter unten) geleistete Haftpflichtdeckung gilt in ganz Australien
  2. Victoria führt keine technische Abnahme des Fahrzeugs durch (z.B. korrekte Beleuchtung (Linksverkehr!), Bremsen, allg. Verkehrstüchtigkeit)
  3. Die Konkurrenz unter den Logistik-Unternehmen scheint hoch, somit sind die Preise fair, auch für Zoll- und Quarantäne-Inspektionen
Dies ist in anderen Staaten nicht notwendigerweise so, wo z.B. die Haftplichtdeckung nur das Gebiet des versichernden Staates umfasst (meines Wissens so in NSW), oder wo zu strenge technische Inspektionen ausgeführt werden (meines Wissens WA, NT).

 

Sollte jemand eigene Erfahrungen zum Import von Autos oder Motorrädern in andere australische Staaten beisteuern können, bin ich gerne bereit, diese hier aufzunehmen.


Dokumente im Abgangsland

Siehe diese Seite für nähere Informationen zum CPD, zu Fahrzeug- und Führerausweisen.


Kosten

Basel — Melbourne März 2010 CHF EUR 1 EUR
Carnet de Passages330
217
 
40'-HC-Container Basel — Melbourne (inkl. alle Abfertrigungsgebühren auf Versandseite)
5460
3592
 
Transportversicherung 1% von z.B. CHF 50'000
500
330
 
Container-Handling-Gebühren Hafen Melbourne
570
375
 
Customs-Broker
250
 165 
Zollgebühren (wurde ohne Inspektion des Containers abgewickelt)
0
0
 
Quarantäneinspektion und -gebühren
215
141
 
Containertransport Hafen zu Depot, -auslad, -rückgabe, Handling-Gebühren Speditionsunternehmen Melbourne
790
520
 
Total (März 2010)
8115
5340
 1.52 CHF
    
Melbourne — Basel (Februar 2011)
Pauschalangebot von Müller & Gysin, alle Kosten inbegriffen (inkl.Transportversicherung z.B. CHF 50'000)
 68135240
 1.30 CHF
    
Basel — Melbourne (September 2014)*
Pauschalangebot von ITS, Reinach, aller Kosten inbegriffen (inkl. Transportversicherung z.B. CHF 50'000, Zoll, Quarantäne, etc.)
* im Preis inbegriffen ist die direkte Route (d.h. ohne Umladen in Asien) mit garantiertem Ankunftsdatum, ca. CHF 1000
8100 6806 1.19 CHF


Versand ab Terminal in Basel

Der schwierigste Teil des Versands war, einen kompetenten Speditionspartner zu finden. Die grösseren Seehäfen in Europa bieten auch Roll-on-Roll-off-Versand (RoRo) an, bei welchem das Fahrzeug unter eigener Kraft aufs und vom Schiff gefahren wird. Die Anfrage u.a. bei Höegh Autoliners ergab, dass dabei keine persönlichen Gegenstände auf dem Fahrzeug mitgeführt werden können, und dass das Fahrzeug unverschlossen transportiert wird. Da das nicht verhandelbar war, war es nicht das Produkt, das ich brauchte.

Danach konzentrierte ich mich auf Containerfracht und fragte die folgenden Firmen um eine Offerte an (alphabetisch geordnet):
  • Fracht AG, Basel (2010): nicht mehr im Geschäft, war mir sehr empfohlen worden.
  • ITS, Reinach (2014): sehr profesionelle, kundenorientierte Abwicklung, preislich auf der Höhe der günstigsten Konkurrenz
  • Müller & Gysin, Basel  (2010, 2014): Kompetente Beratung, bestes Angebot.
  • Schenker/DB, Zürich (2010): Können nicht zuhören, schlechtestes Angebot.
  • SPEDITEAM AG, Basel (2010): eher lange Antwortzeiten, eher teuer; Travel2Explore (2012) und ATW (2013) bewerteten Spediteam positiv; keine Antwort, kein Angebot (2014)
  • Spedition Ebert, Hamburg (2010): Kompetent, gutes Angebot, etwas kurz angebunden, wenn's um Fragen ging. Letztlich zu weit weg im Winter.

Wir haben uns 2010 für Müller & Gysin entschieden. Danach war alles recht einfach. Dasselbe 2014 mit ITS, wo alles sehr einfach war.

Das Fahrzeug reiste wegen seiner Höhe (2.55 m) in einem 40-Fuss-High-Cube-Container; es gibt auch 20-Fuss-High-Cube-Container, aber nicht in Europa. High-Cube ist heute der Standard (nicht mehr die Ausnahme) und kostet nur wenige hundert CHF mehr; 40 Fuss kostet nur ca. CHF 1000 mehr als 20 Fuss. Die günstigste Variante ist somit, zwei Fahrzeuge im selben 40-Fuss-Container, allerdings soll man sich dabei unbedingt zwei separate Waybill-Dokumente ausstellen lassen, damit die Fahrzeuge von Zoll und Quarantäne einzeln abgewickelt werden können. Sonst kann es sein, dass beide Fahrzeuge blockiert bleiben, bis beide die Freigaben erreicht haben.

2009 wurde unser Reisemobil wurde im Frachtterminal des Spediteurs in den Container gefahren, von dort mit dem Lastwagen an den Basler Rheinhafen transportiert, 2014 haben wir direkt am Hafen von Basel verladen, von wo der Container direkt mit dem Kran verladen wurde. Weiter mit einem Rheinschiff nach Rotterdam und mit dem Ozeandampfer über Singapore nach Melbourne Container-Terminal. Die ganze Reise dauerte 8 Wochen (Rotterdam — Melbourne: 47 Tage, die Offerte sagte ca. 36 Tage — das ist der einzige Punkt, in dem ich nicht ganz zufrieden bin, da wir das Fahrzeug letztlich zwei Wochen später zur Verfügung hatten).

Notwendige Dokumente

  • Fahrzeugausweis
  • Carnet de Passages en Douane
  • Packliste der persönlichen Effekten

Containerverlad

Siehe hier. Der Container wird verschlossen und plombiert ("bolt seal"; die Plombierung kann nur mit einem guten Bolzenschneider geöffnet werden). Die Fahrzeugkabine blieb unverschlossen und die Fahrzeugschlüssel verbleiben im Handschuhfach, damit es bei einer ungeplanten Zollinspektion unterwegs nicht aufgebrochen werden müsste.

Transportversicherung

Ist Sache des Auftraggebers, wird aber vom Spediteur angeboten und abgeschlossen. Damit wird die Ladung gegen Diebstahl, Schiffbruch, Über-Bord-Gehen, Absturz bei Be- und Entladung, etc. versichert. Nicht versichert sind Krieg, Terrorismus (mir ist unklar, ob die Ladung versichert wäre, wenn somalische Piraten das Schiff versenken) und ... Naturkatastrophen.

Containerterminal Sendai, Japan, nach dem Tsunami vom 11. März 2011

Die  Versicherungsbedingungen (exemplarisch: Baloise-Versicherungen) befinden sich im Anhang.

Ausgestellte Dokumente

  • Sea Waybill (durch Container-Frachtunternehmen)
  • Arrival Notice (durch Container-Frachtunternehmen)
  • Delivery Order (durch Container-Frachtunternehmen)
  • Versicherungspolice (durch Versicherung, siehe Anhang)

Tracking

Als der Container Rotterdam verliess, wurde ich von der CH-Spedition benachrichtigt und erhielt das Sea-Waybill-Dokument. Die Spedition gab mir auch den Namen und das Kennzeichen des Schiffs bekannt. Ich fand heraus, dass sich das genannte Schiff MOL Eminence über marinetraffic.com tracken liess. So konnte man in mit zunehmender Genauigkeit errechnen, wann der Container eintreffen würde. Ca. 10 Tage vor Ankunft erhielt ich die Arrival Notice (siehe unten) per Email.


Entgegennahme und Einfuhr in Melbourne

Vorwort

Ich habe 2009 in Melbourne viel Zeit aufgewendet, um eine einfache und preisgünstige Lösung vor Ort zu finden und habe es 2014 nicht mehr selbst gemacht — was auch nicht teurer kam …
Als der Container 2009 ankam wohnte ich in Melbourne und hatte alle Mittel zur Verfügung. Ich halte es mittlerweile für unmöglich, das Fahrzeug im Containerhafen selbst oder in dessen unmittelbarer Nähe aus dem Container zu nehmen und inspizieren zu lassen. Das muss m.E. zwingend im Depot eines zugelassenen Frachtunernehmens stattfinden, welches natürlich bezahlt werden will.

Abwicklung im Detail

Die Lektüre der folgenden Ausführungen kann man sich im Wesentlichen sparen, wenn man sich — wie eingangs geraten  — für ein Komplettangebot entscheidet => weiter zu Zoll-Bestimmungen und Inspektion.

Sobald persönliche Effekten im Container (und somit auf der Waybill vermerkt) sind, wird die Zoll- und Quarantäneabwicklung noch viel komplizierter. Viele Speditionsunternehmen winken ab, sobald sie von personal effects hören. Alle kommerzielle Fracht (wohl mehr als 99%) wird elektronisch vorregistriert und abgewickelt, während die persönlichen Effekten auf dem Papierweg bearbeitet und anlässlich von speziell arrangierten Termin von den Behörden inspiziert werden. Das könnte man wohl alles auch selbst arrangieren, aber ich habe es nach mehreren Tagen Recherche, Telefonieren, und sogar Vor-Ort-Vorsprechen aufgegeben und einen Customs Broker kontraktiert.
  • http://johnsonwills.com — Customs Broker, also kein echtes Logistikunternehmen mit eigener Infrastruktur, dafür mit Erfahrung mit CPDs. Wählt seine Partner von Fall zu Fall aus, schliesst Unterverträge ab und nimmt selbst eine Kommission von ca. AUS$ 250 (März 2010).

Danach war es eigentlich wieder ziemlich einfach, und ich hätte mir die langwierige Recherche ersparen können. Im Folgenden beschreibe ich nur noch, wie der effektive Ablauf über Johnson-Wills vonstatten ging. Die detaillierten Ergebnisse meiner vorgängigen "Ermittlungen" sind hier dokumentiert und geben etwas Hintergrund zum Ablauf hinter den Kullissen.
Die Australian Automobile Association (AAA) hat eine nach State gegliederte Beschreibung der Einfuhrbedingungen.

Vom Moment, wo der Container im Hafen ankommt, bis man mit dem Fahrzeug davonfährt, vergeht eine Woche. Darunter ist's kaum zu schaffen, und sollte es Probleme mit Zoll oder Quarantänebehörde geben, verlängert sich diese Frist.

Es empfiehlt sich, eine australische prepaid SIM-Karte fürs Mobiltelefon zu erstehen, weil man immer und überall eine Telefonnummer angeben muss; die Nummer aus Europa würde natürlich auch funktionieren, aber ausländische Nummern sind ein Hemmnis für australische Anrufer (ein Beamter kann z.B. keine Auslandanufe direkt tätigen). Im März 2010 hatte Virgin Mobile ein sehr attraktives Angebot ("Bean Counter") mit ansprechender Web-Site. Die SIM-Karte kam innert drei Tagen per Post.

Ablauf
  1. Customs Broker kontraktieren
  2. Hafengebühren begleichen
  3. Dokumente bereitstellen
  4. (Container wird im Terminal abgeholt, von Zoll und Quarantänebehörde inspiziert)
  5. Fahrzeug bei Strassenverkehrsbehörde versichern (spezifisch Victoria)
  6. Fahrzeug versichern
  7. Einfuhrgebühren begleichen

Customs Broker kontraktieren

Der Customs Broker sollte spätestens eine Woche vor Ankunft der Fracht im Zielhafen kont(r)aktiert werden. Ist der Container einmal im Terminal eingetroffen (d.h. aus dem Schiff ausgeladen und am Dock zwischengelagert), hat man drei Arbeitstage Zeit, ihn von dort abholen zu lassen, sonst fallen ziemliche Lagergebühren an.

Hafengebühren begleichen

Ein paar Tage bevor das Containerschiff im Zielhafen einläuft erhielt ich vom Containerunternehmen die Arrival Notice und die Rechnung für die Container-Handling-Gebühren im Containerterminal. Sobald diese bezahlt waren, erhielt ich die Delivery Order. Damit konnte das vom Broker beauftragte lokale Logistikunternehmen den Container aus dem Containerterminal auslösen. Die Delivery Order kann vor Ankunft des Schiffs ausgestellt werden, was mehr Zeit zum Organisieren schafft. Wenn möglich elektronisch zustellen lassen.
Je nachdem, wer als Empfänger der Fracht genannt ist, kann die Arrival Notice auch direkt an ein bereits vor Versand kontraktiertes Fracht- oder Customs-Broker-Unternehmen am Ziel gehen.

Dokumente bereitstellen

Wayne Johnson von Johnson-Wills benötigte die folgenden Dokumente (Beispiele der Dokumente sind weiter unten zu finden):
  • (Sea Waybill — nur zur Info)
  • (Arrival Notice — nur zur Info)
  • Delivery Order
  • Carnet de Passages en Douane
  • Packliste der persönlichen Effekten
  • Ausgefüllte Zolldeklaration (Unaccompanied personal effects statement B534 (PDF))

Dabei war er bereits von wohl kostensparendem Wert: es gibt bei den persönlichen Effekten gewisse Wertlimiten für Neuwaren, die in der Zolldeklaration nicht überschritten werden sollten, sonst wird der Zoll hellhörig. Als Neuwaren gilt alles, was man nicht seit mindestens einem Jahr besessen hat. Achtung: heute kann man fast alles übers Internet bestellen und die Zollbehörde kann so relativ einfach den ungefähren Wert von Waren ermitteln. Die Limite lag bei $1500 pro Person (ohne Gewähr).

Es hat sich auch gelohnt, die Zolldeklaration ehrlich auszufüllen. Am Ende hat der Zoll den Container nämlich auf dem Papier freigegeben, d.h. den Container nicht geöffnet und den Inhalt nicht inspiziert.

Der Customs Broker kontraktiert seinerseits ein Frachtunternehmen, das für die Abwicklungen von persönlichen Effekten zertifiziert ist. Dieses holt den Container im Container-Terminal ab und bringt ihn ins firmeneigene Depot (meist in der Nähe des Flughafens). Dort wird der Container geöffnet, und das Fahrzeug mit einem Stapler herausgezogen und eingelagert (Zutrittskontrolle, Video-Überwachung). Dort finden auch die Zoll- und Quarantäneinspektionen statt.

Zoll-Bestimmungen und Inspektion

Hier gibt es einige Stolpersteine, die man vermeiden kann:
  1. Gesamtwert von Neuwaren
    Wie oben erwähnt.

  2. Kühlschränke
    Die Einfuhr von Kühlschränken und Kühlboxen, die FCKW oder R134a enthalten (fast alle gebräuchlichen Kompressorkühlschränke, z.B. die von WAECO) sind bewilligungspflichtig, obwohl genau das gleiche Modell auch in Australien erhältlich ist.
    Die Bewilligung wird vom Australian Department of the Environment, Water, Heritage and the Arts ausgestellt; das dauert nicht nur eine Woche (und kann, wenn zu spät beantragt, die Einfuhr empfindlich verzögern), sondern kostet auch noch $400!

  3. Klimaanlage des Fahrzeugs
    Braucht (gemäss demselben Amt) keine Bewilligung, wenn das Fahrzeug unter einem CPD eingeführt wird.
In unserem Fall hat der Zollbeamte die Kühlbox wohl einfach übersehen. Glück gehabt.

Ein Fahrzeug unter einem CPD kann maximal 12 Monate in Australien verbleiben, für längere Dauer muss es echt importiert und auf rechtsseitige Steuerung umgebaut werden.

Quarantäne-Bestimmungen und Inspektion

Auch hier gibt es einige Stolpersteine, die man vermeiden kann:
  1. Holz
    Unbehandeltes Holz wird 24h fumigiert. Geöltes, beschichtetes oder verleimtes Holz (Sperrholz, Spanplatten) aus Europa scheint kein Problem zu sein, aber der Beamte hat offenbar Entscheidungspielraum. Fumigieren verzögert das Importprozedere um mindestens einen Tag.

  2. Sauberkeit
    Hier gilt: "For the purposes of this import condition, clean means clean as new." (Bestimmungen zum Fahrzeug-Import)
    Die Inspektion unseres Fahrzeugs ging ca. 20 Minuten (ich war nicht dabei).
    Besonders kritisch sind die Radkasten (Schmutz), Kühlergrill (tote Insekten) und das Armaturenbrett bei der Windschutzscheibe (tote Insekten).
    Falls das Fahrzeug als nicht sauber genug beurteilt wird, wird ein steam cleaning verschrieben. Verfügt das Frachtunternehmen nicht selbst über eine solche (zertifizierte!) Anlage, muss das Fahrzeug mit einem Transporter zu einer Dampfreinigungsanlage transportiert werden. Das kostet und dauert. Es wird aber dann direkt dort freigegeben und muss nicht wieder zurücktransportiert werden.
    > Wie man ein Auto so richtig sauber kriegt, ist hier beschrieben (Nachtrag 2014).
Da unser Fahrzeug auf speziellen Containerrädern (siehe hier) in den Container gefahren wurde, beantragte ich beim Customs Broker, dass ich beim Ausladen aus dem Container anwesend sein und die normalen Räder montieren durfte. Dies wurde vom Frachtunternehmen bewilligt. Die Leute von Direct Couriers in Keilor Park waren sehr hilfsbereit. Da das Fahrzeug bei Unternullgraden und nach salznasser Strasse verladen wurde, war es einfach nicht richtig sauber. Das liess sich gleichzeitig mit der Montage der grossen Räder beheben ... :-)))

Erinnerung: Hintergrundinformation zum ganzen Prozedere finden sich auf dieser Seite.

Dokumente

Name
Beschreibung
Beispiel
Packing List
Vom Shipper für den Carrier ausgestellte Packliste der zu versendenden Güter
Seite 1 von 2
(Sea) Waybill
Transportbestätigung des Carriers an den Shipper. Wird nach Containerverlad ausgestellt.Waybill
Bill of Lading
Transportbestätigung des Schiffsbetreibers an den Carrier

Arrival Notice
Ankunftsanzeige des Carriers an den Consignee.
Enthält die ETA (estimated time of arrival), den Namen des Schiffs, den Namen des Terminal Operators, etc.
Arrival Notice
Delivery Order,
Release Order
Freigabeauftrag des Carriers via den Consignee für den Terminal Operator.
Alle offenen Gebühren sind bezahlt und der Consignee darf die Fracht abholen (lassen).
Release Order
Carnet de Passages ein Douane (CPD)
Sozusagen der Reisepass des Fahrzeugs (siehe hier)Original CPD
Unaccompanied Personal Effects Statement (B534)Mehrseitiges Einfuhrdeklarationsformular der Australischen Zollbehörde
Unaccompanied personal effects statement


Registrierung und Versicherung 

Hier sind die Fakten: ein Fahrzeug, das unter einem CPD temporär nach Australien kommt,
  • wird nicht registriert, sondern
  • verkehrt weiterhin unter den Kennzeichen des Herkunftslandes,
  • wird nicht importiert,
  • braucht keine VIA (vehicle import approval)
  • braucht legdiglich eine Haftpflichtversicherung.
Unser Fahrzeug wurde zudem nicht auf roadworthiness überprüft, d.h. keine Inspektion durch die Strassenverkehrsbehörde.

Haftplichtversicherung (Personenschäden)

Im Gegensatz zu z.B. New South Wales, wird in Victoria die Haftplichtversicherung gegen Personenschäden (third-party personal insurance) ausschliesslich von der  Strassenverkehrsbehörde  VicRoads und nicht von privaten Versicherern ausgegeben. Dazu wird eine sogn. Non-Registered Vehicle Transport Accident Cover ausgestellt. Achtung: non-registered, nicht unregistered (das gibt es nämlich auch und ist wesentlich gebräuchlicher).



(Bild anklicken für Vergrösserung)

Notwendige Dokumente

  • Carnet de Passages
  • Fahrzeugausweis Herkunftsland
  • Reisepass des Fahrzeughalters

Es hat mich Tage gekostet herauszufinden, wie das Fahrzeug hier registriert und versichert werden muss (resp. eben nicht registriert wird, siehe oben). Das Problem war, dass nur VicRoads-Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung wissen, was ein CPD ist und was sie damit machen müssen. Mehrfach blieb meine Anfrage bei einem team leader hängen, der nichts davon wusste und auch nicht bereit war, mehr in Erfahrung zu bringen. Die Antwort war stets ein Verweis auf das Department of Infrastructure, auf private Versicherungen, etc. Am Ende war es der Customs Broker, Wayne Johnson, der (zufällig?) ein VicRoads-Person ans Telefon kriegte, die Bescheid wusste und auf das TAC-Formular verwies. Danach war, einmal mehr, alles ganz einfach. Also: einfach das Formular unten ausdrucken und als Muster mitnehmen.

Mit VicRoads kann fast alles über Tel. 13 11 71 abgewickelt werden. Das TAC-Formular habe ich in einem VicRoads-Büro ausgestellt erhalten. Dauerte etwa 8 Minuten.
  • Adressen aller VicRoads-Büros und Öffnungszeiten
Melbourne:

459 Lygon Street
Carlton, VIC 3053
(2 km nördlich vom Zentrum)

Johnstone St
Broadmeadows VIC 3047 (7 km östlich Tullamarine-Flughafen)

Versicherung (Sachschäden, Kasko)

Für die Versicherung von Sachschäden und das Fahrzeug selbst, sind private Versicherungsgesellschaften zuständig. Für normale Autos gibt es eine grosse Auswahl, jedoch nur eine Minderzahl versichert auch CPD-Fahrzeuge. Dazu gehört z.B. der Royal Automobile Club of Victoria, RACV, allerdings wurde ich dort abgewiesen (siehe unten).
Der Versicherungsabschluss läuft überall gleich ab: die Deckung wird am Telefon ab diesem Zeitpunkt garantiert und die Papiere folgen mit der Post. Dann hat man 28 Tage Zeit, den Antrag zu komplettieren und alle verlangten Anlagen zu beschaffen (Fotos, Bonusbescheinigung von Versicherer in Europa, etc.) und die Prämie einzuzahlen.

Notwendige Dokumente

  • Fotos vom Fahrzeug
  • Beleg für den Fahrzeugwert (Rechnung)
  • Ausgefülltes Antragsformular

Anbieter

Der RACV versichert neben normalen Autos auch Wohnmobile, hat unseren T-Rex aber abgelehnt, weil er ein non-standard Fahrzeug ist und somit das Versicherungsrisiko nur schwer einzuschätzen war. Gleichzeitig mit dem negativen Bescheid wird man auf den Versicherungsombudsmann von Victoria verwiesen, der aber leider auch keine grosse Hilfe zu sein scheint.

Der Caravan und Motorhome Club of Australia, CMCA, bietet seinen Mitgliedern sehr gute Deckung zu interessanten Preisen an, knüpft die Police aber an Bedingungen:
  • der Fahrzeughalter muss Mitglied sein / werden (ca. $60 pro Jahr)
  • das Fahrzeug muss ein "echtes" Wohnmobil sein, d.h. über permanente Einrichtungen zum Wohnen, zur Aufbewahrung und Zubereitung von Essen aufweisen
    Dazu musste ich im Antrag Bilder der Fahrzeugs beilegen.
Der CMCA lässt seine Versicherungen über den Versicherungsbroker Ken Tame abwickeln während der eigentliche Versicherer Wesfarmers General Insurance Limited ("Lumeley General") ist. Die Leute dort wissen recht gut Bescheid, am Ende scheiterte der Vertrag daran, dass unser T-Rex nur ausnahmsweise als Wohnmobil anerkannt wurde, und vor allem, dass die Versicherung nur etwa den halben Wert des Reisemobils als Versicherungswert akzeptieren wollten, weil sie keine seriöse Einschätzung des Fahrzeugwets vornahmen. Die Begründung war fadenscheinig. Auch wurde der von Anfang an in Aussicht gestellte Versicherungsbonus aus der Schweiz nicht übernommen ("alle Neukunden erhalten bei uns den maximalen Bonus als Startbonus"), obwohl das am im Vorfeld an einem Preisbeispiel belegt worden war. Immerhin, die Deckung, die ich in den drei Wochen bis zu meiner Ablehnung genossen hatte, wurde nicht in Rechnung gestellt!

Der CIL ist ein spezialisierter Versicherer für Wohnmobile, Wohnwagen, etc. Die Firma machte mir von Anfang an einen sehr seriösen Eindruck, hat aber nicht ganz die gleich guten Versicherungsbedingungen wie der CMCA, so z.B. keine Pannen-Hotline, leicht geringere Deckungsbeträge. Immerhin wurde das Fahrzeug zum vollen Wert versichert.
Auch hier gilt, "alle Neukunden erhalten bei uns den maximalen Bonus als Startbonus". Die Prämie war letztlich sogar etwas günstiger als bei CMCA / Ken Tame und die persönliche Beratung war kompetenter und hilfsbereiter. Empfehlenswert.

Road-Side Assistance (Pannenhilfe-Versicherung)

Der Automobilclub des jeweiligen Staats (in unserem Fall RACV,) bieten Pannenhilfe an. Das ist für normale Personenwagen innert 15 Minuten abgeschlossen, unser Reisemobil konnte ich aber nicht auf diesem Weg versichern, da es im Pannenfall nicht abgeschleppt (zu schwer) oder abtransportiert würde (zu hoch). Damit ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis m.E. nicht mehr gegeben. Man müsste hier also im Lastwagensegment für eine Lösung suchen.

Die Pannenhilfe ist in den meisten Fällen wohl nicht auf die urbanen Zentren beschränkt, aber Abschleppen oder Abtransport ist jeweils nur für die ersten 30 km oder so im Paket inbegriffen. Immerhin, im Pannenfall kommt jemand vorbei und versucht, das Problem vor Ort zu beheben.

Es wurde uns von Australiern versichert, dass man abseits der grossen Strassen und Städte auf die Hilfe der lokalen Bevölkerung und der truck drivers zählen kann. Diese Leute würden auch nicht nach Gewicht oder Höhe fragen, und der Mechaniker im nächsten Dorf habe schon viel gesehen, viel improvisiert und viel geflickt. So oder so lohnt es sich, allfällige Spezialwerkzeuge (z.B. für das Lösen von Antriebswellen, etc.) selbst dabeizuhaben, weil die sowohl der Dorfmechaniker wie der Pannenhilfe-Gesandte nicht verfügbar haben.

Wir haben uns ohnehin ein Satellitentelefon gekauft und würden im Notfall lokale Garagen kontaktieren. Touristenbroschüren führen immer lokale Informationsbüros auf, die einem weiterverweisen können.

Rücktransport in die Schweiz

Der Rücktransport funktioniert analog. Leider hat keines der angefragten Logistik-Unternehmen innert nützlicher Frist ein Angebot für den Containertransport nach Basel abgegeben; das Hindernis scheint der Transport von einem europäischen Seehafen nach Basel zu sein—ein Territorium, auf dem sich diese Firmen nicht auskennen.

Wir haben uns schliesslich wiederum für das Fixpreisangebot von Müller & Gysin entschieden (siehe Kostentabelle, ganz oben).

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat eine informative Web-Seite zum Thema Umzug vom Ausland in die Schweiz (Übersiedlungsgut). Im Wesentlichen ist das Form 18.44 auszufüllen und eine Liste der eingeführten Gegenstände, amtliche Bestätigungen der mindestens sechsmonatigen Abwesenheit aus der Schweiz und gegebenenfalls die Bestätigung eines Mietverhältnisses o.ä. im Ausland beizulegen.

Wichtig: bei der Einfuhr des Fahrzeugs in die Schweiz ungedingt das CPD vom Zoll abstempeln lassen. Nur mit dieser Bestätigung wird der TCS die hinterlegte Bankgarantie für das CPD freigeben.
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Oliver Reinhard,
May 26, 2010, 5:23 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 8, 2010, 9:28 PM
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Campervan.MotorhomePDS10.08.pdf
(281k)
Oliver Reinhard,
May 23, 2010, 6:56 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 19, 2010, 5:15 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 19, 2010, 5:08 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 19, 2010, 5:08 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 19, 2010, 5:20 AM
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Oliver Reinhard,
May 23, 2010, 6:04 AM
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Oliver Reinhard,
Mar 23, 2010, 3:39 PM
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Oliver Reinhard,
Apr 8, 2011, 1:51 AM
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Oliver Reinhard,
Apr 8, 2011, 1:51 AM
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