EDU 3.0
digitales, eigenverantwortliches & vernetztes Lernen
digitales, eigenverantwortliches & vernetztes Lernen
An der WFO Bozen wurde ein eigenes, auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtetes Unterrichtskonzept entwickelt, das seit dem Schuljahr 2020/2021 fester Bestandteil des Bildungsangebots ist. Das Konzept EDU 3.0 stützt sich auf die drei Säulen eigenverantwortliches, vernetztes und digitales Lernen. Den Schülerinnen und Schülern wird dabei ein moderner Unterricht geboten, der sie bestmöglich auf die neuen Herausforderungen der Arbeits- und Studienwelt vorbereitet.
Im Mittelpunkt dieses Unterrichtskonzepts steht das digitale Lernen. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihren eigenen Laptop mit in die Schule, der als zentrales Arbeitsmittel im Unterricht dient. Durch die Sammlung der Unterrichtsunterlagen auf einer eigenen Plattform haben die Schülerinnen und Schüler immer und überall Zugang zu den verschiedenen Materialien, können ihr eigenes Denken und Arbeiten einfacher mit anderen teilen und gemeinsam mit anderen lernen, unabhängig vom Ort. Lernphasen in der Schule können auf diese Weise mit Lernphasen zu Hause sinnvoll verzahnt werden. Da die Schülerinnen und Schüler ihren Laptop immer dabeihaben, ist es im Unterricht einfach und unkompliziert mit Videos, Bildern oder Audio-Dateien zu arbeiten, Feedbacks oder Reflexionsprozesse durchzuführen oder auf verschiedenen Kanälen Wiederholungen anzubieten, um damit Lerninhalte zu festigen. Durch den Einsatz des Laptops gibt es auch viele neue Möglichkeiten, kreativ zu arbeiten und Lernprodukte wie Präsentationen, Erklärvideos oder Broschüren selbst zu erstellen. Ebenso wird Künstliche Intelligenz als integrativer Bestandteil in den Unterricht einbezogen, um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zukunftsorientiert zu fördern. Durch den reflektierten Umgang mit KI-Tools lernen sie, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, Prompts präzise zu formulieren und die KI als kreativen Ideengeber für ihre Projekte zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so Gelegenheit, selbst zu produzieren und Inhalte nicht zu konsumieren.
Wir legen einen sehr großen Wert auf das eigenverantwortliche und individuelle Lernen unserer Schülerinnen und Schüler. Ein besonderes Anliegen ist es uns hierbei, dass die Jugendlichen ihr eigenes Lernen verstehen, mitgestalten und wissen, wohin ihr Lernen führen soll und welche Fertigkeiten und Fähigkeiten sie erwerben sollen. Das Lernen orientiert sich dabei nicht an den Lernschwierigkeiten bzw. Lerndefiziten, sondern an Stärken und Lernfortschritten. Wir schaffen für die Schülerinnen und Schüler vorbereitete Lernumgebungen, die sie unabhängig und im persönlichen Lerntempo erledigen können. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich die Zeit sinnvoll einzuteilen und bearbeiten Lernaufgaben und Hausaufgaben eigenverantwortlich. Immer wieder werden Wahlmöglichkeiten eingebaut und individuelle Beratungen angeboten. Daneben spielt auch die Selbsteinschätzung ihrer Leistungen und Mitarbeit eine wichtige Rolle, ebenso wie die Fremdeinschätzung seitens der Lehrperson. In gemeinsamen Gesprächen wird über das Erreichte reflektiert, das weitere Vorgehen besprochen und Lernwege eröffnet.
Ein weiterer wichtiger Baustein dieses Unterrichtskonzepts ist das vernetzte Lernen. Darunter verstehen wir nicht nur die digitale Vernetzung der Lernenden, sondern auch die interdisziplinäre Vernetzung des Unterrichts. Dabei werden immer wieder einzelne Unterrichtseinheiten fächerübergreifend aufgebaut und teilweise auch im Team unterrichtet, um Inhalts- und Wirkungszusammenhänge aufzeigen und betrachten zu können und vernetztes Denken zu fördern.
Anwendung des Konzepts: Thementage
Die Thementage stellen eine zentrale Maßnahme dar, um das didaktische Konzept EDU 3.0 in die Praxis umzusetzen und die interdisziplinären Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler durch gezielte fächerübergreifende Ansätze zu fördern. Während der Thementage arbeiten die Schülerinnen und Schüler an schriftlichen, fächerübergreifenden Arbeitsaufträgen, die innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens zu erledigen sind. Die Planung der Thementage, einschließlich der Tage, Termine, Themen, Arbeitsweise und teilnehmenden Fächer, erfolgt selbstständig durch die Klassenräte. Die Thementage sind zeitlich flexibel, wobei eine Dauer von drei bis zehn Stunden empfohlen wird. Der Stundenplan wird bei der Durchführung nicht aufgelöst, stattdessen können Stunden getauscht oder im Team unterrichtet werden.