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Der Königshof Manderfeld
Vor der Erhebung Manderfelds zur Pfarre hat es bereits kirchliches Leben, wie überall im Eifel-Ardennerraum, gegeben.
Das Hofgebiet von Manderfeld entstand wohl im 6. Jahrhundert als eine geschlossene Siedlungseinheit am Oberlauf der Our. Der karolingische Königshof Manderfeld beherrschte das gesamte obere Ourtal vom Quellgebiet der Our bei Losheimergraben bis Andler und von Kobscheid bis Holzheim.
Seine Ersterwähnung verdankt Manderfeld keinem geringeren als dem karolingischen König Lothar I. In „Manderfeld“, einem seiner Königshöfe? stellte er im Jahre 854 eine Urkunde für die Abtei Prüm aus. Manderfeld wird weiter im Jahre 888 in der Bestätigungsurkunde König Arnulfs unter den Königshöfen genannt. Bestätigungen späterer Kaiser aus den Jahren 930, 966 und 1226 bezeugen die Existenz Manderfelds erneut. Der Königshof dürfte in der Nähe der Kirche gestanden haben. Der Chronist der Prümer Abtei, Servatius Ottler, schreibt in seiner Chronik anlässlich der Überführung der Gebeine der heiligen Märtyrer Chrysanthus und Daria, durch Abt Markward nach Prüm: „... und auch der Kaiser, der damals in der nahe gelegenen Pfalz Manderfeld lebte, säumte nicht, der heiligen Heerschar, um die er so eindringlich gebeten hatte, entgegen zu gehen ...“. Der Kaiser scheint zwischen Prüm und Manderfeld hin und her gependelt zu sein, denn gleicher Chronist berichtet? dass Manderfeld mehr die Funktion der königlichen Residenz zufiel, während der Regent Prüm als „Wohnstatt“ benutzte.
Das Ende der Königspfalz wurde durch den Überfall der Normannen 882 eingeleitet. Im gleichen Jahr zerstörten sie den Königshof – und mit ihm unzählige Burgen – in der Westeifel, ebenso das Kloster der Abtei Stablo-Malmedy. Die berühmte Abtei Prüm fiel der Zerstörungswut der Normannen ebenso zum Opfer. Servatius Ottler gibt in weiten Teilen die wortgetreue Darstellung der Ereignisse wieder, wie er sie in der Chronik des Abts Regino vorfand. Abt Regino berichtet: „ So wurde unser Kloster, das lange Zeit anderen Menschen als Zufluchtsstätte gedient hatte, erstmals zerstört. Auch die Königspfalz Manderfeld , der Ruhm der Eifel, wurde mit sehr viel Burgen und Schlössern für allezeit zerstört“.
Manderfeld blieb Mittelpunkt einer Siedlungsgemeinschaft am Oberlauf der Our, die wohl bis zum 13. Jahrhundert als unantastbares Krongut betrachtet wurde. Dies geht aus den verschiedenen mittelalterlichen Nennungen des Besitzes sowie aus Abgabeverpflichtungen, die durch verschiedene Könige in gewissen Zeiträumen erneuert wurden, eindeutig hervor. So wird Manderfeld immer wieder erwähnt wenn es um die Abgabe des neunten Teils aller Erträge aus 43 Königshöfen geht. Manderfeld und die anderen 42 Königshöfe aus dem Eifel-Ardennenraum – darunter „Amblava“ (Amel),und „Bulinga“ (Büllingen) „Tumbas“ (Thommen), Nova Villa (Neundorf) mussten diese Abgabe leisten, zu Gunsten des Aachener Marienstifts. Seitdem Karl der Große Aachen nämlich zur Hauptstadt seines Reiches gemacht hatte, diente dieses Marienstift, auch Münster genannt, ihm als Palastkirche. Sie sollte die schönste und reichste seines Reiches sein. Dass diese Abgabe zu leisten war, lässt sich bis ins 13. Jahrhundert durch Bestätigungsschreiben der Nachfahren Karls belegen.
Im 13. Jh. ist es dann zu einer Teilung dieses Gebiets gekommen, vermutlich wegen der Zunahme der Bevölkerung im Zuge der Rodungstätigkeit in der 4. Siedlungsperiode. Auch der Zerfall der Zentralgewalt mag hier ein Grund gewesen sein: Lokale Dynasten bemächtigten sich des herrenlosen Landes. Um 1300 gaben die Herren von Daun den Hof Manderfeld an die seit dem Ende des 12. Jh. erstarkenden Herren von Schönberg ab, die in Manderfeld das Präsentationsrecht hatten. Im Jahre 1342 verkauften die Dauner auch den Hof Auw an Kuno von Schönberg. Daun behielt lediglich die Wasserburg Tornbach und ein Viertel der Gerichtsbarkeit in Manderfeld und Auw. Bis 1795 gehörte der Hof zum kurtrierischen Amt Schönberg.
Mit der Aufteilung der weltlichen Herrschaft dürfte sich auch die pfarrliche Aufgliederung zwischen Manderfeld und Auw vollzogen haben. Der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht mehr bestimmen, doch dürfte die Aufteilung in zwei Pfarren, Manderfeld und Auw, bereits 1300 vollzogen gewesen sein, denn am 8. Dezember 1304 wird ein gewisser Gobelinus als Pastor in Auw genannt. Die Our bildete die Grenze zwischen den beiden gleich großen Höfen. Beide Höfe blieben jedoch durch ein gemeinsames Weistum und eine gemeinsame Gerichtsordnung über Jahrhunderte verbunden. Dieses Verhältnis sollte fortbestehen bis ins vorige Jahrhundert, als die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Belgien gezogen wurde.
Die Pfarre St.Lambertus
Später entstanden neue Dörfer und mit ihnen nicht selten die Kapellen, die der Mutterkirche unterstanden. So stehen heute die Rektoratskirche „Heiliger Joseph“ Lanzerath und die beiden Kapellen „Heiliger Brixius“ Merlscheid und „Heiliger Donatus“ Holzheim den Gläubigen zur Verfügung.