Pascha – Sonntag der Auferstehung Christi
Der Sonntag der Auferstehung ist der großartige Tag, der von der Orthodoxen Kirche als der „einzigartige und Heilige Tag, König und Herr aller Tage, Fest der Feste, Feier der Feiern“ beschrieben wird. Pascha ist Mitte und Herz des orthodox-christlichen Jahres. An diesem Datum hängt der ganze liturgische Kreis. Die Auferstehung Christi wird um Mitternacht des Großen Samstag während des Orthros feierlich verkündet.
In diesem Gottesdienst sehen wir den Priester wie er aus dem Altarraum kommt und vor den königlichen Türen eine brennende Kerze hält. Er hält die Kerze hoch und fordert die Gläubigen auf dieses Licht, das den auferstandenen Christus darstellt, zu nehmen mit den Worten:
"Kommt, nehmt das Licht vom ewigen Licht
und verherrlicht Christus, den von den Toten Auferstandenen!"
Die Orthodoxe Kirche stellt das Oster-Mysterium dar als Licht-Mysterium. Dieses Licht, dessen Geburt durch den Stern von Bethlehem angezeigt wurde, hat unter uns mit immer größerer Kraft gescheint. Sogar das Dunkel von Golgatha am Großen Freitag konnte es nicht auslöschen. Nun erscheint es wieder unter uns und die leuchtenden Kerzen der Gemeinde verkünden den Triumph dieses Licht, das natürlich unser auferstandener Herr und Gott, Jesus Christus ist. Wir können die Auferstehung Christi nicht würdig feiern, wenn in unserer Seele das Licht, das der Retter brachte, die Dunkelheit unserer Sünden nicht völlig überwältigt hat. Nachdem die Gläubigen das heilige Licht empfangen haben und es sich rasch in der ganzen Kirche ausgebreitet hat, gehen der Priester, die Altardiener und der Chor gefolgt von den Gläubigen vor die Kirche. Der Priester liest den Auferstehungsbericht aus dem Evangelium. Dann singt er das große Sieges-Tropar von Ostern:
Christus ist auferstanden von den Toten,
im Tode zertrat Er Tod zertreten
und schenkte denen in den Gräbern das Leben!
Dieses Antiphon wird von den Sängern und der ganzen Gemeinde dreimal wiederholt. Dann grüßen und küssen die Gläubigen einander mit den Worten „Christus ist auferstanden!“ mit der Antwort „Er ist wahrhaft auferstanden!“ Ab diesem Augenblick bis zum Fest Christi Himmelfahrt gebrauchen orthodoxe Christen nur noch diese Art der Begrüßung. Nun gehen alle wieder in die Kirche zum Abschluss des Morgengottesdienstes und zur Göttlichen Liturgie, die darauf folgt.
Die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apostelgeschichte 1: 1-8) während der Göttlichen Liturgie berichtet von der Wirklichkeit der Auferstehung. Sie beschreibt die verschiedenen Arten, mit denen sich Christus nach Seiner glorreichen Auferstehung 40 Tage lang immer wieder zeigt. Überraschenderweise ist die Evangeliumslesung kein Bericht von der Auferstehung. Stattdessen lässt uns die Kirche den Anfang des Johannes-Evangeliums hören (Johannes 1: 1-17). Also hören wir:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“
Es ist offensichtlich, dass der Bezug auf „Wort“ und „Licht“ Jesus Christus meint. Diesen Prolog des vierten Evangeliums kann man als Zusammenfassung der ganzen orthodoxen Lehre über Jesus Christus, unserem Gott und Retter begreifen.
Sie haben die Fastenzeit durchlaufen und es bis zum „Großen Tag“ geschafft. Vervollständigen Sie nun die Freude unseres Herrn und bringen sie den „Großen Tag“ nach Hause. Wenn Sie die Liturgie online sehen können, seien Sie dabei. Seien Sie angezogen für Ihren Herrn, seien Sie hell und strahlen Sie. Beginnen oder beenden Sie den Tag nicht ohne „Christus ist auferstanden!“ zu singen. Öffnen Sie den Korb und den Tisch erst, wenn der Gottesdienst beendet ist, und singen Sie „Christus ist auferstanden!“, um das Essen zu segnen. Greifen Sie zu und kontaktieren Sie sowohl geliebte als auch ungeliebte Menschen. Der erste Atemzug trägt den Ostergruß. Der Tod humpelt nur noch weiter, der Hades wird besiegt und die Hoffnung auf die Auferstehung unseres Herrn erhebt uns alle!
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Christus ist auferstanden von den Toten
Und hat den Tod durch den Tod zertreten
Und denen in den Gräbern hat er
Dass Leben geschenkt
Christus ist auferstanden
Er ist wahrhaftig auferstanden
Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht ergriffen. Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herab- fahren über dem Menschensohn.
Da wir mit dir begraben wurden in der Taufe, Christus, unser Gott, werden wir des unsterblichen Lebens gewürdigt durch deine Auferstehung.
Wir preisen dich mit Liedern und rufen: Hosanna in der Hohe! Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn!
Von den Palmen und Zweigen wollen wir uns wie von einem göttlichen Fest hinübergegeben zu einem anderen göttlichen Fest. Lasst uns, ihr Gläubigen, gemeinsam eilen zu der erhabenen und rettenden Feier der Leiden Christi. Ihn wollen wir schauen, der für uns das Leiden auf sich nahm, der freiwillig sein Leben als Losepreis für alle Welt darbot. Für ihn wollen wir in Dankbarkeit das angemessene Lied anstimmen und ausrufen: Quell der Herzinnigkeit und Hafen der Rettung, Herr, Ehre sei dir!
Idiomelon am Palmsonntagabend;
Christus ist auferstanden von den Toten und hat den Tod durch den Tod zertreten und denen in den Gräbern hat er das Leben geschenkt.
Almasihu kama min beinil amuat, ua uati-a Lmauta bil maut, ua uahabal haiata lil-lazina fiel Kubur.
Zum Gottesmutterhymnus (1. Ton):
Der Engel rief der Gnadenerfüllten zu: ,Reine Jungfrau, freue dich! Nochmals sag ich: freue dich! Dein Sohn erstand nach drei Tagen aus dem Grabe!
Werde Licht, werde Licht, neues Jerusalem, denn die Herrlichkeit des Herrn ist aufgegangen über dir. Jauchze jetzt und frohlocke, o Sion! Du aber reine Gottesgebärerin, freue dich über die Auferstehung deines Kindes.
Das Kondakion zum Auferstehungsfest (8. Ton):
Obschon du ins Grab hinabstiegst, Unsterblicher, hast du dennoch die Macht des Totenreiches gebrochen. Als Sieger bist du erstanden, Christus Gott. Den myrrhetragenden Frauen riefst du zu: Freuet euch! Und deinen Aposteln gabst du den Frieden; den Gefallenen gewährest du Auferstehung.
Priester: Gott erhebt sich, da zerstieben seine Feinde; seine Gegner fliehen vor ihm.
Chor: Almasihu kama min...
Priester: Wie flüchtiger Rauch verweht; so verwehen sie; wie das Wachs vor dem Feuer zerfließt.
Chor: Almasihu kama min...
Priester: So vergehen die Frevler vor Gottes Antlitz; doch die Gerechten freuen sich und jubeln vor dem Angesicht Gottes.
Chor: Almasihu kama min...
Priester: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und seiner uns freuen!
Chor: Almasihu kama min...
Priester: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, Jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit! Amen.
Almasih kama min...
Lasset uns die Sinne reinigen so werden wir Christus strahlen sehen im unnahbaren Lichte der Auferstehung und deutlich Ihn rufen hören: "Freuet euch !", wir, die wir das Siegeslied singen.
Die ikonographische Darstellung der Auferstehung Christi ist erst relativ spät entstanden, wir haben keine alten Ikonen diese Festes. Traditionell gilt ja in der Orthodoxie die kanonische, d. h. als recht und gültig anerkannte Regel, nur das auf Ikonen darzustellen, was der Welt offenbar wurde, sich zeigte. Das kann entweder visuell, durch Worte oder durch eine Offenbarung geschehen sein. Der Vorgang der Auferstehung selbst wurde in dieser Weise aber niemandem offenbar. Deshalb werden die Ikonen der Auferstehung Christi nur symbolisch gemalt.
Am verbreitetsten ist das Bild der Auferstehung “Abstieg in die Unterwelt”. Das auf der Ikone dargestellte Geschehen ist symbolischer (mystischer) Natur. Wir kennen es aus der Offenbarung; es ist im Neuen Testament grundgelegt. Der Erlöser steigt in die Unterwelt, den Hades, der als schwarze Leere dargestellt wird. Seine Füße zertreten die Pforte der Unterwelt; daneben liegen die Trümmer der Umzäunung der Unterwelt. Christus entgegen kommen die Gerechten, Adam, Eva und andere. Häufig gibt es auch Ikonen, welche die Bezeichnung “Auferstehung Christi mit den Festtagen” tragen. Im Mittelfeld dieser Ikonen befindet sich ebenfalls die Darstellung des Abstiegs in die Unterwelt.
Ein anderes Bild, das man häufig antrifft, ist die “Erscheinung des auferstandenen Herrn vor den myrontragenden Frauen”. Auf dieser Ikone werden außer dem Erlöser, der in einer Mandorla am Grab steht, auch Engel (einer oder zwei) und die myrontragenden Frauen dargestellt. Es sind dies Maria von Magdala, Maria Salome, Marta und Maria (die Schwestern des Lazarus) und Susanne.
Dieses Bild der “Auferstehung Christi mit den Engeln” ist zwar später entstanden, aber es entspricht mehr dem Text des Evangeliums.
Vom biblischen Text am weitesten entfernt ist die Darstellung des Ereignisses der Auferstehung Christi. Christus steigt mit einem Kreuz in der Hand aus dem Grab, so als ob Er in den Himmel auffahren würde. Dieses Bild hat seinen Ursprung in der Auferstehungskirche in Jerusalem. Heutzutage trifft man es oft auf dem Erhöhten Ort in den Kirchen und auf Prozessionsikonen an, die zu Ostern um die Kirche getragen werden.