Permafrost ist wichtig für die Stabilität unserer Böden.
Als Permafrost bezeichnet man Böden, Schutthalden oder Felsen, die über mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre hinweg Temperaturen unter 0°C aufweisen. Entscheidend ist dabei allein die Temperatur. Permafrost kann unabhängig vom Eisgehalt sowohl in lockerem Material wie Erde und Sedimenten als auch in festem Gestein vorkommen.
Er tritt vor allem in polaren Regionen sowie in Hochgebirgen auf. In Gebirgsräumen ist die Permafrost Schicht meist einige Meter bis hundert Meter dick, während sie in den Polarregionen Tiefen von bis zu rund 1500 Metern erreichen kann. Im Sommer taut lediglich die oberste Bodenschicht, die sogenannte Auftauschicht, während der darunterliegende Bereich ganzjährig gefroren bleibt.
Permafrost spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität vieler Landschaften. In steilen Berghängen und Felswänden wirkt er wie ein verbindendes Element, das Gestein und Schutt zusammenhält. Je tiefer die Temperaturen, desto stärker ist dieser stabilisierende Effekt. Dadurch bleiben viele Hänge und Felsformationen über lange Zeit hinweg stabil.
Mit der fortschreitenden Erwärmung des Klimas verändern sich diese Verhältnisse jedoch zunehmend. Messungen zeigen, dass die Temperaturen im Boden steigen und der Permafrost zu tauen beginnt. Die Folgen sind weitreichend. Wenn das Eis im Untergrund schmilzt, verliert das Material seinen Zusammenhalt. Hänge werden instabil, und es kommt häufiger zu Rutschen, Steinschlägen und Felsstürzen. Das sind Folgen, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.
Auch die menschliche Infrastruktur ist davon betroffen. Gebäude wie Schutzhütten oder Wege, die auf Permafrost gebaut sind, können durch das Auftauen beschädigt werden oder an Stabilität verlieren. Was früher als sicher galt, wird zunehmend riskanter.
In arktischen Küstengebieten führt tauender Permafrost zusätzlich dazu, dass Uferbereiche weggespült und vom Meer abgetragen werden. Ganze Landschaften verändern sich sichtbar und Siedlungen geraten in Gefahr.
Darüber hinaus hat das Auftauen globale Auswirkungen. Im Permafrost sind große Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Wenn der Boden auftaut, werden Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid und Methan freigesetzt. Diese verstärken den Treibhauseffekt und beschleunigen den Klimawandel weiter.