Schmelzende Gletscher haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung unseres Planeten.
Über Jahre sammelt sich Schnee, der auch über die Sommermonate in den Berggebieten liegen bleibt. Die Schneemassen werden durch ihr eigenes Gewicht immer fester zusammengedrückt. Schließlich bildet sich Eis und ein Gletscher entsteht. Der Gletscher bewegt sich durch sein eigenes Gewicht immer weiter talabwärts. Irgendwann erreicht der Gletscher eine Höhe, in der der Schnee in den Zährgebieten nicht mehr über das ganze Jahr liegen bleibt. Dadurch kann kein Schnee in Eis umgewandelt werden. Da es oben im Nährgebiet aber noch genügend Schnee gibt, der das ganze Jahr über liegen bleibt, bleibt der Gletscher noch im Gleichgewicht. Noch weiter talabwärts kippt das Gleichgewicht. Die Temperaturen sind so hoch, dass der Gletscher an Eis verliert.
Besonders wichtig für die Gletscher ist, dass auch in den Sommermonaten Schnee fällt, der auf den Gletschern liegen bleibt. Denn in dieser Zeit ist die Sonneneinstrahlung besonders stark. Eine helle, weiße Oberfläche schützt den Gletscher vor dem Schmelzen. Wird die Oberfläche jedoch durch Staub oder Ruß verdunkelt, erhöht sich die Schmelzrate deutlich.
Da die Gletscher ca. 70 % unseres Süßwassers (99% Antarktis und Grönland, das restliche 1% verteilt sich auf die übrigen Gletscher) auf der Erde beinhalten, verlieren wir mit dem Schmelzen der Gletscher große Süßwasserspeicher. Allein von 1850 bis 1970 verloren die Gletscher durchschnittlich ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens.
Die Sommer von 2024 waren extrem heiß. Trotz des Schneefalls im Winter schmolzen in den Sommermonaten große Mengen unseres Gletschereises. Auch der Saharastaub, der sich im Winter 2023/2024 und im Frühjahr 2024 auf den Gletschern abgelagert hat, verringerte die Rückstrahlung von Schnee und Gletschereis und führte zu großem Verlust unserer Gletscher. Zusätzlich wird das Schmelzen durch die Luftverschmutzung verstärkt. Ruß und Feinstaub lagern sich auf der Gletscheroberfläche ab und verringern dort die Reflektion des Sonnenlichts.
Durch das Schwinden der Gletscher gehen wertvolle Klimaarchive verloren. Die Eisschichten enthalten wichtige Informationen über vergangene Temperaturen, die Zusammensetzung unserer Atmosphäre und auch Ereignisse wie Vulkanausbrüche oder Waldbrände. Es gehen Daten verloren, die uns über die vergangenen Klimaschwankungen informieren. Auch erhöht das Abschmelzen unserer Gletscher das Risiko von Murenabgängen. Mit der abnehmenden Eismasse wird der Untergrund instabil, was plötzliche Schlammlawinen und Erdrutsche begünstigt. Diese Entwicklungen stellen eine wachsende Gefahr für Siedlungen, Straßen und Wanderwege in den Alpen dar.
Gletschereis speichert nicht nur Klimaarchive, sondern auch industrielle Verschmutzungen, die mit dem Abschmelzen wieder zu Vorschein treten. Nicht nur der Schneemangel im Winter und die steigenden Temperaturen, sondern auch starke Regenfälle sowie strahlungsintensive Frühlings- und Sommermonate sind für das Schmelzen der Gletscher verantwortlich.
Quelle: Sammlung Gesellschaft für ökologische Forschung
Quelle: Sammlung Gesellschaft für ökologische Forschung