Wie komme ich dazu durch Parks zu krabbeln, auf Bäume zu klettern, auf Balken zu balancieren, Baumstämme zu tragen und mich über den Boden zu rollen?
Mein erster Impuls ist, an dieser Stelle einen kurzen Abriss meiner "sportlichen Entwicklung" mit "Kinderturnen ab 6 Jahren und Judo ab 7" zu beginnen. Dann fällt mir auf, dass sich der Kreis geschlossen hat und ich noch früher ansetzen sollte: Ich übe mich heute in Disziplinen, die mir (und bis vor Kurzem allen Kindern) seit dem Krabbelalter begeistern! Nicht umsonst finde ich mich in der Stadt des Öfteren auf Spielplätzen wieder.
Als Ausgleich für meine Initiation in den Sitzeralltag der Schule, begann meine sportliche Ausgleichskarriere also mit Kinderturnen und Judo, später dann Geräteturnen, Badminton und Aikido, dann MMA, Selbstverteidigung und schließlich mit Mitte zwanzig Crossfit.
Zeitgleich begann ich bei Pawel Gnosdorf Yoga zu lernen und praktizieren. Als erfahrener Physiotherapeut und Osteopath unterrichtet Pawel anatomisch fundiert. Seine akribisch genauen Anweisungen haben meinen Unterrichtsstil beeinflusst und geschult, und nicht zuletzt auch meinen beruflichen Wandel geprägt.
Als mich mit 26 Jahren ein akuter Bandscheibenvorfall lahmlegte, reflektierte ich meine Einstellung zu "Sport" und körperlicher Gesundheit. Durch die frustrierende Konfrontation mit diffusen neurologischen Schmerzen und Einschränkungen überdachte ich meine bisherige Einstellung zum "Sport". Seitdem sehe ich meinen Körper nicht mehr bloß als das Werkzeug, mit dem ich meinen sportlichen Ehrgeiz umsetzen und willkürliche Ziele erreichen kann.
Mein Bewegungstraining stellt seitdem den Körper in den Mittelpunkt. Das übergeordnete Ziel, seine Gesundheit zu erhalten, langfristig und nachhaltig, führte mich zu Fighting Monkey Practice, Feldenkrais, Functional Range Conditioning, Animal Flow und Movnat. Nachdem ich mich bereits neben meinem ersten Beruf in diesen Systemen fortgebildet hatte, beschloss ich, den Bewegungsapparat des Menschen ganz in den Mittelpunkt zu rücken und eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu beginnen. Seitdem ermöglichen ich anderen diesen Weg und begleite unterstützend: Von der Behandlungsbank auf die Matte und zurück in die Natur.