Ich bin Physiotherapeut und Trainer – zwischen Therapie und Training ziehe ich keine klare Grenze, sondern sehe den Übergang wie meine Lehrer des Functional Range Systems: als Kontinuum. Die Gewebe des menschlichen Körpers reagieren auf mechanische Kräfte. Frei übersetzt nach Dr. Andreo Spina:
„[mechanische Energie] ist die Sprache der Zellen und Bewegung eine Unterhaltung, die wir mit ihnen führen“
(„Force is the language of cells and movement is how we speak to them“)
Dieses Grundgesetz der menschlichen Physiologie, der Anpassung lebender Gewebe an mechanische Kräfte, ist die Grundlage sowohl manueller Therapie als auch therapeutischer Übungen sowie jeden Trainings überhaupt. Unsere Zellen und Gewebe unterscheiden nicht zwischen Therapie und Training, lediglich zwischen ausreichend starken (→Anpassung/Verstärkung) und zu starken Belastungen (→ Überlastung/Schädigung).
Die deutsche Rechtsordnung zieht eine solche klare Grenze allerdings in umgekehrter Richtung: Bei Verletzungen, Schmerzen und Zuständen, die von einem Arzt als abweichend von der physiologischen Norm, also als Krankheit diagnostiziert werden, ist eine ärztliche Anordnung [umgangssprachlich: Rezept] die Voraussetzung für eine Therapie.
Als selbstständiger Physiotherapeut behandele ich meine Patient_innen sowohl in meinen eigenen Räumlichkeiten als auch im Hausbesuch.
Rezepte der gesetzlichen Krankenkassen kann ich nicht abrechnen und auch nicht als Grundlage einer Behandlung auf eigene Kosten nehmen. Hierfür bedarf es eines sog. Selbstzahler-Rezepts.
Wir Menschen sind jedoch mehr als nur eine Ansammlung von Zellen, die auf mechanische Kräfte reagieren. Unser Bewusstsein, unsere Emotionen, Gedanken und Erwartungen beeinflussen unseren Bewegungsapparat und umgekehrt. Die Vorstellung einer Trennung in Körper und Geist ist eine bestenfalls historisch wertvolle, aber falsche Arbeitshypothese. Die moderne Physiotherapie betrachtet den Menschen und seine körperlichen Beschwerden als multi-dimensional, nämlich Bio-Psycho-Sozial:
bio-mechanisch: welche Belastung hat eine Verletzung bedingt, wie belastbar ist das Gewebe aktuell,...
psychisch: wie gehen wir mit Problemen um, was sind unsere Erwartungen oder Ängste hinsichtlich einer Verletzung/Erkrankung,...
sozial: Lebensumstände wie Arbeits- und Ruhezeiten, finanzielle Situation, Vorhandensein emotionaler Unterstützung durch Freunde/Familie
Das Ziel meiner therapeutischen Interventionen ist, die Patienten zu unterstützen ihre Situation in diesen drei Dimensionen zu begreifen und einen Fahrplan anzubieten, der dem Körper die Ressourcen und Reize bietet, sich zu erholen und aus dem Zustand der Verletzung/Erkrankung heraus zu wachsen. Die wirksamsten therapeutischen Stellschrauben sind für mich diejenigen, die die Patient_innen in ihrem Alltag selbst verstellen und bedienen können. Ich biete hierbei sozusagen „bio-mechanische Stellschrauben“ an, um über schrittweise Belastung die Belastbarkeit des Körpers wieder zu steigern.
Meine Behandlungen beginnen immer mit einem Gespräch, bei dem die Lebensumstände, weitere Faktoren und der bisherige Verlauf der Verletzung/Erkrankung erörtert werden.
Anschließend untersuche ich manuell, sowohl über orthopädische Testungen als auch über das Palpationsprinzip des Functional Range Release (FR) und Bewegungstestungen.
Aus der manuellen Untersuchung ergeben sich eventuell direkt auch manuelle Behandlungen.
Im letzten Schritt vermittele ich Übungen, die meine Patient_innen selbstständig durchführen können. Wir gehen die Übungen praktisch durch und passen sie individuell an, meist bietet es sich an, dies als Gedächtnisstütze zu filmen. Wir sprechen ab wie oft und mit welcher Intensität das Übungsprogramm durchgeführt werden kann und sollte.
Im weiteren Verlauf stehe ich für Rückfragen zur Verfügung, auch per Videocall.