Alexander (23. Dezember 2004)
Es war einmal ein Herrscher, der sich sehnte nach ruhmreichen Kämpfen, dem weltweiten Sieg der Freiheit und einer tiefen Freundschaft der Völker. Der junge Mann führte sein stattliches Heer bis an das Ende der bekannten Welt, um nach zehn Jahren Krieg von seinen Getreuen ermordet zu werden. Denn diese Getreuen, böse Nationalisten und Rassisten, teilten nicht den Traum ihres Chefs von der Einen Welt. Haben Sie den Herrscher erkannt? Es ist Alexander der Große, Oliver Stones Alexander.
Colin Farrell gibt Alexander, den enthusiastischen Jüngling wie den skrupellosen und frustrierten Herrn über das größte Reich der Geschichte. Ihm, der mich immer wegen seiner aparten Vokuhila-Frisur an Andre Agassi erinnert, steht zur Seite Angelina Jolie als diabolische wie ewigjunge Mutter Olympias. Anthony Hopkins spielt überzeugend den altersweisen Erzähler Ptolemaios.
Auch diese Verfilmung eines antiken Stoffes wird puristische Kenner des Altertums zu meckernder Pauschal- wie Detailkritik animieren. Wie immer an dieser Stelle, wenn ich es denn meine: Mir hat es trotzdem gefallen. Packende Szenen der Schlachten im indischen Dschungel wie in der asiatischen Wüste und ergreifende Dialoge habe ich sehr genossen.