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1791 (between 12 March and 23 August)

Johann Friedrich Jünger asks Mozart for a keyboard piece


Johann Friedrich Jünger to Johann Franz Hieronymus Brockmann, undated letter (1791)
Vienna, Wienbibliothek, Handschriftensammlung, H. I. N. 1207
[1v]

[...]

     Der Vorwurf den du mir machst, ich habe die Aufführung von
Er mengt sich in Alles” selbst durch meine Nachlässigkeit verzögert,
ist ungegründet. Dein Gedä
chtniß hat dir da vermuthlich einen
Streich gespielt, und du hast vergessen, daß ich das Stück von
dir gehohlt, selbst zu Mozart getragen, esund ihn lesen lassen, und
ihn um Composition eines kleinen Sazzes gebethen habe: So
wie auch, daß ich dir einmahl geklagt habe, ich seÿ zu ver=
schiedenen Mahlen ohne Erfolg beÿ M. geweßen, mit der aus=
drücklichen Bitte, du möchtest selbst an ihn schicken, und das
qua Theaterdirektor von ihm verlangen, was ich als Autor

nicht erlangen konnte. Diese Bitte habe ich absichtlich nicht wieder=
hohlt, weil ich auch den allergeringsten Schein vermeide, als woll=
te ich die Aufführung meiner Stücke durch mein Zuthun be=
fördern. Uebrigens glaube ich nach näherer Prüfung, daß diese
Composition gar füglich wegbleibe, und an ihrer Statt das
erste beste liedchen gespielt werden kann, weil mir eine Mu=

sik in welcher sich die Schauspielerin als Flügelspielerin zeigt,
da nicht recht an ihrer Stelle zu seÿn scheint, da die Aufmerk=
samkeit der Zuschauer auf den Ausgang des Stücks gespannt ist.

[2r]

Uebrigens bitte ich dich recht herzlich, künftig nichts von allem dem zu glau=
ben, was dir von mir und über mich gesagt wird. Ich wenigstens habe
mir fest vorgenommen, mich gegen keine einzige Klätschereÿ mehr
zu vertheidigen, weil ich das unter der Würde des Mannes finde. [...]

[facsimile and transcription of the complete letter here]


[translation:]

[1v]

[...]

     Your charge against me, that I myself have delayed the
performance of Er mengt sich in Alles through my neglect, is
unfounded. Your memory has probably played a trick on you
here, and you’ve forgotten that I fetched the play from you to take
to Mozart myself, and to have him read it, and asked him to
compose a short movement: how I also once complained to you
that I had been to M[ozart] several times without success,
with the express request that you yourself might send a note
to him, and as Director of the Theater demand from him what
I as Author could not obtain. I intentionally did not repeat this
request, because I also avoid the very least appearance that
I would want to promote the performance of my play through my
own action. Besides, I think on closer examination that this
composition can even be omitted with justification, and in its
stead any little song can be played; because it seems to me that
a musical piece in which the actress shows herself off as
a keyboard player is not right for this scene, as the attention
of the spectator is in suspense over the outcome of the play.

[2r]

In addition, I ask you quite sincerely in the future not to believe
everything that is said of me and about me. I at least have
firmly resolved to myself not to defend myself against any 
gossip at all, because I find that beneath a man’s dignity. [...]