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23 August 1791

A piano sonata by Mozart in Jünger’s Er mengt sich in Alles

Johann Friedrich Jünger, Er mengt sich in Alles. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Frey nach Mistreß Centlive [sic]. Leipzig: Georg Joachim Göschen, 1793
[Act 5, sc. ii, 124]

[...]

    Mileck. Weißt du was? Weil du nicht essen
willst, so spiele mir meine Lieblingssonate.

    Charlotte leise. O mein Gott — Laut.
Ich weiß nicht, ob ich werde spielen können, mein
Vater! Das Pianoforte ist erschrecklich ver=
stimmt.

    Mileck. Was? Der Stimmer war ja erst
gestern da.

    Charlotte setzt sich zum Klavier. Welche
meinen Sie denn, mein Vater?

    Mileck. Ich weiß nicht, wo du heute ein=
mahl deinen Kopf hast? — Die von Mozart,
die ich so gerne höre. Du hast mir sie ja hun=
dertmahl vorgespielt.

    Charlotte macht einige Gänge auf dem Piano=
forte, oder kann auch nach Gutbefinden einen kleinen





[125]

Satz aus einer Sonate spielen. Nach demselben öffnet
sich auf einmahl die Thür des Kabinets, und Karl
Herrmann erscheint, fährt aber gleich wieder zurück, so
wie er den Alten erblickt. Dieser sitzt am Tische mit
dem Gesicht gerade gegen die Kabinetsthür, und starrt
mit weiten, offenen Augen darauf hin, so wie Karl er=
scheint.


    Hannchen schreyend. Ein Geist! Ein
Geist! —

    Mileck aufspringend. Der Fleisch und Blut
hat, das will ich wetten.
                         Springt Karln nach ins Kabinet.

    Charlotte. Gott! — wie wird mir’s
ergehen?





[translation:]

    Mileck. Do you know what? Since you
don’t want to eat, play my favorite sonata.

    Charlotte. softly. O my God! — aloud.
I don’t know if I will be able to play, father!
The piano is terribly out of tune.

    Mileck. What! The tuner was here only
yesterday.

    Charlotte sits down at the keyboard. Which
one do you mean then, father?

    Mileck. I don’t know where your head is
today. — The one by Mozart that I like so
much. You’ve played it for me a hundred
times.

    Charlotte plays some passages on the piano,
or if desired can play a short movement from
a sonata. At this point the closet door opens
suddenly and Karl Hermann appears, but
withdraws immediately when he sees
the old man. The latter sits at the table directly
facing the closet door, and stares at it with
wide opened eyes when Karl appears.


    Hannchen shouting. A ghost!
A ghost! —

    Mileck jumping up. That has flesh
and blood, I’ll wager.
                        Leaps after Karl into the closet.

    Charlotte. God! — What will become
of me?