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5 October 1791

Mozart rewarded with the receipts from the third performance of Die Zauberflöte

Bayreuther Zeitung, no. 121, Tue, 11 Oct 1791
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                  Wien, vom 5. October.
Seit ein paar Tagen haben wir so kaltes Wetter,
daß in den mehresten Häußern eingeheiht [sic] wird.
Dieser schnelle Uebergang von der Hitze zur Kälte ver=
ursacht Schnupfen und Strauchen und den heillosen
Rheumatismus, der hier zu Lande eine Modekrank=
heit ist, und öfters üble Folgen nach sich zieht. Son=
sten waren Hämeroidal=Umstände das Modeübel; al=
lein seit zehn Jahren beklagt sich jedermann über
Rheumatische Schmerzen, was sonsten unter dem Na=
men der fliegenden Gicht bekannt war. Hr.
Stuver wollte gestern im Prater sein letztes dießjäh=
riges Feuerwerk abbrennen, allein die rauhe Witte=
rung hat ihn hiervon abgehalten, weil sich keine Zu=
schauer würden eingefunden haben.
   Desto häufiger werden anjetzo die beyden Vorstädts=
Theater besucht. Hr. Schickaneder hat ein sehr be=
liebtes Stück, unter dem Namen: Die Zauber=
Flöte von seiner Composition aufführen lassen, wel=
ches allgemeinen Beyfall erhält. Es stellt eine alte
Einweihung vor, wie im Sethos beschrieben wird.
Die Decoration ist prächtig. Die Musik hat unser
berühmter Virtuos Hr. Mozzart verfertiget, auch
solche selbst dirigirt, wofür ihm die dritte Einnahme
von Hrn. Schikaneder überlassen wurde. Dieses
Stück wird 3 mal aufgeführt werden, und das Hauß
wird allzeit voll seyn.
   Hr. Hensler hat auch ein Stück für die Mari=
nellische Schaubühne verfertigt, unter dem Titel:
Der Oranutang, welches gerne gesehen wird, und
sehr viel Gutes an sich hat. Hr. Baumann spielt
als Oranutang eine herrliche Pantomime. Ueber die=
se zwey Stücke wird beynahe das National=Theater
ganz vergessen, welches seltner besucht wird. [...]