Wie für die Reise nach Rom gibt es auch bei der Budgetfindung viele Wege. Nachfolgend findet Ihr eine kleine Auswahl, die aber sicherlich nicht alle Möglichkeiten beinhaltet.
1. Arbeitslosengeld-Satz
Es klingt vielleicht erst einmal abschreckend, aber den Hartz4-Satz von ca. 35€ pro Woche pro Person für Lebensmittel/Haushaltsartikel/Hygieneartikel (also vom Apfel bis zur Zahnpflege) kann man als ersten Richtwert hernehmen, um überhaupt einen Einstieg in die Budgetwelt zu finden.
Gut funktioniert dieser Richtwert bei Haushalten, in welchen keine oder kaum Bioprodukte gekauft werden. Falls Ihr mit einem Monatsbudget arbeitet, könnt Ihr den Wert mal 4,5 rechnen und habt somit das Monatsbudget.
Wenn Ihr Wert auf Bioprodukte legt und keine Ahnung von den Preisen habt, wird Euch im Tagesthread sicher geholfen, denn einige kennen sich dort preistechnisch sehr gut aus und können in Sachen Budgetfindung sicher Ratschläge geben.
2. Haushaltsheft-Auswertung
Wenn man schon vor der KD Haushaltsheft geführt hat (möglichst aktuell und nicht Daten von vor drei Jahren nehmen), kann man diese Werte heranziehen.
Es wäre bspw. möglich, für die vergangenen drei Monate auszurechnen, wieviel Geld man für Lebensmittel und Haushaltsartikel ausgegeben hat. Nun wird hier die Summe über die drei Monate gebildet und durch die Anzahl der vergangenen Wochen geteilt. Vermutlich werdet Ihr auf eine krumme Anzahl von Wochen kommen, da die meisten Monate nicht exakt über vier oder fünf Wochen laufen.
Beispiel: Die Summe der Lebensmittel/Haushaltsartikel-Ausgaben beläuft sich für drei Monate auf 520€. Vergangen sind in diesen 3 Monaten aber nicht exakt 12 Wochen, sondern 12, 6 Wochen. Rundet hier am besten auf, sodass Ihr dann 520€ auf 13 Wochen (40€ pro Woche) verteilt. Somit geht Ihr auf Nummer sicher und setzt keinen zu hohen Budgetwert an.
3. Kassenbon-Auswertung
Weitere Möglichkeiten wären das Auswerten der Kassenbons der letzten Wochen, wenn man die noch hat.
Auch hier geht Ihr dann wie bei der Haushaltsheft-Methode vor. Ermittelt die Summe für Lebensmittel und Haushaltsartikel-Ausgaben in den letzten Wochen und teilt die Summe durch die (gerundete) Wochenanzahl.
Gibt es das perfekte Budget?
Es gibt zumindest ein Budget, welches optimal ist. Optimal bedeutet, dass man nicht knausern muss, aber auch nicht wieder unnötig viel einkauft, weil das Geld noch da ist.
Ein Budget, bei dem Ihr Euch noch was gönnen könnt, jedoch bewusster konsumiert, ist, denke ich, erstrebenswert. Bis man dieses Budget gefunden hat, kann es eine Weile dauern, sofern man überhaupt an dem Budget schrauben kann. Selbst nach fünf Jahren KD ändert sich auch immer wieder mein Budget und mein Budgetsystem.
Wenn sich Eure Situation oder Einkaufsverhalten ändert, darf/sollte sich das Budget genauso ändern!
Grüngeldhöhe und was sie aussagt
Wenn Ihr dauerhaft sehr hohe Grüngeldbeträge habt, wäre es sicher eine Idee, mal probehalber das Budget zu reduzieren.
Ist es ständig sehr sehr knapp bis rot, sollte man über eine Budgeterhöhung, sofern möglich, nachdenken.
Im Grunde wird das Budget nie über Jahre hinweg fix sein. Preiserhöhungen, Zuwachs, Einkaufsveränderung haben immer wieder Einfluss auf unser Budget und sorgen dafür, dass man immer wieder über Anpassungen nachdenkt und diese ggf. auch durchführt.