Die christliche von der esoterischen Spiritualität unterscheiden.
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Zölibat befreit den Priester von Situationen, Kern des Zölibates ist, dass der Priester Jesus Christus präsentiert, er ist nicht nur Mensch geworden sondern auch Mann geworden.
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Mein Glaube hat mich gesund gemacht, Gott zu vertrauen, weil Gott oft
rettet, obwohl wir es ja gar nicht gewusst haben! Lieber Gott komm, übernimm
bitte in meinem Leben die Herrschaft, lieber Jesus Christus, ich vertraue Dir,
daß du mir immer hilfst, und immer schon geholfen hat. Mein Vertrauen auf Gott ist
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Jede Einmischung von außen wird damit abgeblockt. Zu lernen, daß wir Gott
vertrauen können! Ich darf vieles gerne abgeben, Gott abgeben,
Gott ist mit seinem Latein NIE am Ende!
JESUS ICH VERTRAUE AUF DICH !
ICH HABE OFT DAS GEFÜHL, DASS, WENN ICH DAS IN MEINER HAND HABE, DANN KANN ICH DAS GANZE "SEHR GUT DREHEN", SO TÄUSCHE ICH MICH - GOTT DREHT VIEL; VIEL BESSER! DESHALB - JESUS CHRISTUS, ICH VERTRAUE AUF DICH!
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Ein Programm, dass einen Menschen beschützt, wenn sich andere Personen,
seien es die Eltern, seien es die Ehepartner, seien es die Kinder, seien es die
Enkelkinder und deren Mütter, seien es Geschwister oder Freunde, die Freude an uns verloren haben. Seien esdiverse Verwandte oder Bekannte. Diese Programme sind von Gott entwickelt, in dem Buch der Bücher für uns niedergeschrieben, und von einem Österreichermittels einer Software programmiert worden.
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"Seelenwege" oder diverser "Eigeninteressen" oder "nicht nachvollziehbarer"
"Lebensslalome" durchgeführten "Lebensslalome"
erfolgreich entgegenzustellen. Auf die "Gottesliebesvertrauenssoftware" umzuschalten.
Gottes Schaltkasten überwacht auch viel besser meine Familie als ich es tun könnte.
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Jedesmal wenn ein Angriff kommt, egal von wem, schaltet sich die Software
im "Augenblick mit Dankbarkeit" ein.
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geschaltet werden.
Gott kennt logischer Weise jedes Lebensprogramm, was mische ich mich bitte ein.
Ich verteile auch virtuell Weihwasser und segne während der Unterhaltung.
Ich danke dir, ich verzeihe dir, ich liebe dich, es tut mir leid in mir, ich segne
dich in mir,
ich bin fröhlich in dir, ich danke Gott in dir.
Mit Begeisterung dankbar lebendig sein.
DIESER TEXT IST ALS BUCH IM BUCHHANDEL ERHÄLTLICH!
1. IST GOTT SCHULD AM SÜNDENFALL?
Gott - ein schwarzer Pädagoge?
Die Schlange als Erlöserin von einem bösen Gott?
Gott als moralische Ursache des Sündenfalls?
Sündenfallgeschichte ohne Gott
Protest gegen den Gott der Sündenfallgeschichte
Wie kommt das Böse in eine gute Welt?
5. SCHULD, SCHAM UND STRAFE: AUSWIRKUNGEN DES SÜNDENFALLS
Sie erkannten, dass sie nackt waren - und schämten sich
6. VOM MISSTRAUEN ZUM MASSENMORD: DIE DYNAMIK DER SÜNDE
Kain und Abel: Eine weitere Falle Gottes?
Lüge und Mord als Früchte der Sünde
Sintflut: Eskalation der Gewalt bis zur Selbstvernichtung der Welt
2. Der verbotene Baum: Genesis 2,9.16-17
Eine Jesus Christis Gleichnis ist eine Aussage, welche die von uns in unserem Leben gottgewolten Lebenspläne hervorrufen soll, indem wir sie wiederholt nachdenken, feststellen, Gott loben, preisen, ehren danken und aufschreiben, so finden wir Gotteswillen.
Der Glaube ist der einzige Weg zu Gott! Da der Glaube das einzige, nächste und angemessene Mittel ist, um Gott zu erreichen.
Ps 3,1
Ps 3,2
Ps 3,3
Ps 3,4
Ps 3,5
Ps 3,6
Ps 3,7
Ps 3,8
Ps 3,9
Hilferuf in Feindesnot
[Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Abschalom floh.]
Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; / so viele stehen gegen mich auf.
Viele gibt es, die von mir sagen: / «Er findet keine Hilfe bei Gott.» [Sela]
Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, / du bist meine Ehre und richtest mich auf.
Ich habe laut zum Herrn gerufen; / da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. [Sela]
Ich lege mich nieder und schlafe ein, / ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.
Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, / wenn sie mich ringsum belagern.
Herr, erhebe dich, / mein Gott, bring mir Hilfe! Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert, / hast den Frevlern die Zähne zerbrochen.
Beim Herrn findet man Hilfe. / Auf dein Volk komme dein Segen! [Sela]
Wissen Sie, wie herrlich Gott ist? So: Sie können ihn auch um seine Hilfe bitten, daß Sie ihn mehr und mehr an erste Stelle in Ihrem Leben setzen. Sagen Sie ihm: ‚Lieber Gott, helfe mir dabei, daß ich dich mehr und mehr an erste Stelle in meinem Leben setzen. Du verdienst es.‘
Jawohl, Jesus Christus Plattform - Beim ersten Hören von Dostojewsky ..
19.07.2014
09:15
Vertiefungskurs des Glaubens:
Jesus Christus Software 11774 Version 51
"Evangelium konkret - in den menschlichen Lebensphasen
(nach Erik E. Erikson)"
Länge: ~95:23 Minuten (43,67 MB)
http://radiomaria.at/?nID=258&s=175 Seitenblatt 5 (Hier zum kostenlosen Download)
Beim ersten Hören mögen wir den Satz von Dostojewskij für eine Schwärmerei halten: „Die Schönheit wird die Welt retten.“ Bei genauem Hinschauen schickt uns aber auch das biblische Zeugnis auf die Spur „der rettenden Schönheit“. Die Schönheit des Glaubens immer wieder unraubbar neu entdecken. Durch die Schönheit des Glaubens Jesus Christus Sohn Gottes Hilfe zulassen. jsg
In der Bergpredigt sagt Jesus den Jüngern, ihr Licht solle vor den Menschen leuchten. Diese sollen ihre „schönen Taten“ sehen – und dadurch den Vater im Himmel erkennen und preisen. Was zumeist als „gute Taten“ übersetzt wird, sind im griechischen Urtext „schöne Taten“. Schönheit ist das, wo etwas aufleuchtet, wo etwas durchleuchtet. Im christlichen Verhalten und im christlichen Reifwerden als Menschen leuchtet das Wirken Gottes auf. Hier wird Gottes Nähe erkennbar, so dass die Menschen an Gott glauben und ihn preisen können.
Dieses Aufleuchten und Durchleuchten von Gottes Glanz, von Gottes Herrlichkeit und Gegenwart, geschieht auch durch die Verkündigung. So entspricht es dem Denken des hl. Paulus. Die Menschen folgern die Wahrheit des Glaubens nicht aus irgendwelchen Argumenten, selbst wenn die Vernunft manche Gründe zum Glauben finden wird. Sondern Menschen erkennen die Wahrheit des Glaubens an seinem „Glanz“. Mit der Rede von Gott und von Jesus Christus leuchtet „Herrlichkeit“ auf, eine Schönheit, die überzeugt. Diese Erkenntnis war in der Theologiegeschichte des letzten Jahrhunderts ganz wichtig: Glaube lebt nicht von besseren Argumenten oder von so etwas wie von Beweisen. Glaube leuchtet auf und leuchtet ein. Durch die Schönheit der Botschaft, wenn sie verkündet wird, werden Hörer überzeugt...
Zum Jahr des Glaubens eine doppelte Herausforderung an die Kirche. Den Glauben möglich zu machen durch „schöne Taten“ – hierher gehört Mutter Teresa, die immer wieder gesagt hat, sie möchte „etwas unraubbares Schönes“ in der Welt tun. Und den Glauben möglich zu machen dadurch, dass wir als Kirche weniger von diesem oder jenem und mehr von Gott sprechen. „Von der ungeschauten Schönheit, die uns erschienen ist“. Dass wir die unberaubbare Herrlichkeit Gottes aufleuchten lassen im Wort der Predigt ebenso wie in einer aus tiefem Glauben gefeierten Liturgie
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Jesus liebt Dich unberaubbar genau so, wie du jetzt gerade bist, er wollte dich so haben.
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Ohne den selbst ernannten Apostel Paulus würde es das Christentum nicht geben. Er war theologisch und historisch der eigentliche Gründer.
„Mich ärgert dieses vom Papst ausgerufene Paulusjahr", sagt Peter Pilhofer – er muss sich noch bis Mitte 2009 echauffieren. Der Lehrstuhlinhaber für Neues Testament an der Universität Erlangen-Nürnberg erbost sich über die 2000-Jahr-Feier, weil sie suggeriert, dass Paulus, der zunächst Saulus hieß, im Jahr 9 n.Chr. geboren wurde. „Wir wissen aber nicht, wann er zur Welt kam." Damit befindet sich der Apostel Paulus in Einklang mit Jesus von Nazaret, den er zum Jesus Christus machte.
„Paulus' Interpretation des Wirkens Jesu war ganz entscheidend dafür, dass sich das Christentum zu einer eigenen Religion mit einem eigenen Profil, einer eigenen Ethik und eigenen Ritualen hat ausbilden können", meint Jens Schröter. Doch der Institutsdirektor und Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Universität Leipzig ist sicher, dass Paulus – ebenso wie Jesus – keine neue Religion etablieren wollte, sondern seine Mission als Reformation des jüdischen Glaubens betrachtete. Die geschichtliche Wirkung war allerdings eine andere.
Saulus-Paulus stammte aus Tarsus, der weltoffenen Hafenstadt an der südöstlichen Mittelmeerküste Kleinasiens. Er war griechisch sprechender Jude in der hellenistisch geprägten Region, der seine jüdische Tradition eifrig pflegte: das von den Christen heute sogenannte Alte Testament, das er jedoch nur in der griechischen Übersetzung kannte. Er tat sich nach eigenem Bekunden als eifernder Christenverfolger hervor, bis ihm in seinem persönlichen Schicksalsjahr 33 Gott „seinen Sohn Jesus in mir" offenbarte. Paulus' folgendes Wirken als Verkünder Jesu war gewaltig, sein Selbstbewusstsein überschäumend. Doch: Er begegnete seinem Superstar Jesus, den er so unvergleichlich promotete, nie.
Pilhofer: „Paulus versteht sich in erster, zweiter und dritter Linie als Apostel Jesu Christi. Er will die Botschaft von Jesus verkünden, alles andere spielt keine Rolle." Der Ehrentitel „ Apostel" für den – wie wir ihn heute sehen – einflussreichsten Wortführer Jesu war im ersten Jahrhundert jedoch umstritten. In der Apostelgeschichte wird ihm dieser Titel verweigert – bis auf zwei Stellen, wo der Autor offenbar andere Quellen einfließen ließ und schlecht redigierte. Denn nach urchristlicher Auffassung konnten nur die Jünger Jesu diese Bezeichnung für sich in Anspruch nehmen. Paulus hält selbstbewusst dagegen: „Ich habe mehr gearbeitet als sie alle." In der Tat, so Pilhofer, „haben die Jerusalemer Kollegen ja nicht über den Mauerring hinausgeschaut, während Paulus Tausende von Kilometern unterwegs war." Die Spuren der Jesus-Jünger verlieren sich in den neutestamentlichen Nachrichten dann auch ziemlich schnell.
Das rastlose Reisen wurde Paulus' Markenzeichen. Nach einer wenig erfolgreichen Missionsexpedition nach Arabien stieg Paulus in die Leitung der sehr agilen frühchristlichen Gemeinde in Antiochia am Orontes (damals Syrien, heute das türkische Antakya) auf. Es war die erste Gemeinde außerhalb Palästinas und die erste, bei der (in der Apostelgeschichte) um 40 n.Chr. die Bezeichnung „Christen" auftaucht. Und: Sie war die erste, die auch Nichtjuden in ihre Gemeinschaft aufnahm – ein unerhörter Affront gegen die Jerusalemer Konservativen und zugleich Impulsgeber für Paulus' zukünftige Missionstätigkeit. Denn es wurde programmatisch unterschieden zwischen Judenchristen und Heidenchristen. Judenchristen waren Jesus-Anhänger, die beschnitten waren und die jüdischen Gesetze (Fasten, Sabbat, Reinheitsgebot) achteten. Ihr Mittelpunkt war die urchristliche Gemeinde in Jerusalem um Jakobus, den Bruder Jesu.
Heidenchristen verehrten ebenfalls den „Einen Gott" der Juden und sahen im Wirken Jesu die Fortsetzung der jüdischen Heilsgeschichte, ließen sich jedoch nicht beschneiden und betrachteten die jüdischen Gesetze nicht als bindend. Hier setzte Paulus an. Nach Abstimmung mit den Jerusalemer Aposteln widmete er sich der Bekehrung der Heiden. So wurde er zum „Heidenapostel" , zum „Apostel der Völker" – und zum wirkmächtigsten christlichen Missionar. Als Preis für die Zustimmung der Jerusalemer Hardliner versprach Paulus eine Riesenkollekte in all seinen neuen Gemeinden für die notleidenden Jerusalemer Urchristen.
Von Antiochia reiste Paulus in den nächsten drei Jahrzehnten ruhelos durch Kleinasien, Griechenland und Makedonien. Seine Wanderungen sind nur in der Apostelgeschichte des Neuen Testaments beschrieben, außerchristliche oder handfeste archäologische Belege gibt es nicht. So viel aber ist sicher: In Galatien, Philippi, Thessaloniki, Kolossä, Ephesus und an anderen Orten gründete er christliche Gemeinschaften. In Korinth überwarf und versöhnte er sich mit „seiner" Gemeinde, auch in Athen trat er auf und disputierte öffentlich mit den Philosophen – offenbar nicht sehr erfolgreich. In Ephesus wurde er von den Römern ins Gefängnis geworfen, wo er sein Todesurteil erwartete, aber wieder frei kam. In seiner über viele Briefe verstreute „Autobiografie" liest sich das so: „Ich habe viel gearbeitet, ich war häufig gefangen, ich habe viele Schläge erlitten, ich war häufig in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal 40 Geißelhiebe weniger einen erhalten, ich bin dreimal mit Stöcken geschlagen, einmal gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten."
Was wie eine gewaltige innere Unruhe aussieht, bewertet Paulus-Kenner Pilhofer als weltumspannenden Plan: „Paulus wollte alles von Damaskus bis Spanien missionieren. Darauf hat er sich früh festgelegt. Allein schon dieser kühne Plan zeigt die Weite seines Denkens."
Wenn am Ende seiner Reise die ganze damalige Welt mit der Botschaft Jesu Christi versorgt sei, so Paulus, wäre auch das Ende der Welt erreicht und das Reich Gottes komme. Doch Paulus kam nicht bis Spanien, und Rom hat er nur als Gefangener betreten. Für die Jerusalem-Kollekte hatte Paulus in all seinen Gemeinden gesammelt, sie sollte ja die Einheit der neuen, heidenchristlichen Gemeinschaften mit der Jerusalemer judenchristlichen Muttergemeinde symbolisieren. Über die Jahre war offenbar eine solche Summe zusammengekommen, dass Paulus sie selbst überbringen wollte – trotz Bedenken, denn er befürchtete Übles von den „falschen Brüdern".
So kam es denn auch. In Jerusalem wurde er von seinen jüdischen Kontrahenten diffamiert: Er habe einen Heidenchristen zu weit in den Jerusalemer Tempel geführt. In den ausbrechenden Tumult griffen die römischen Besatzer ein, inhaftierten den Unruhestifter. Paulus hatte ausgespielt: Seine Mission war nicht zum Ende gekommen, und nach mehreren Jahren Haft wurde er nach Rom geschickt. Dass es dort zu einer regulären Gerichtsverhandlung unter Vorsitz des Kaisers Nero kam, ist eher unwahrscheinlich. Vermutlich erlitt Paulus – wie Petrus – bei der ersten römischen Christenverfolgung den Märtyrertod. Im Jahr 64 nämlich brannte Rom. Dem Gerücht (und den Schulbüchern) zufolge, hatte Nero nachts – obwohl offiziell verreist – die Stadt angesteckt. Er brauchte einen Sündenbock und ließ die offenbar schon zahlreichen Anhänger des „neuen Aberglaubens", so die offizielle Einschätzung des Christentums, stellvertretend büßen.
Die Christen waren, eine Generation nach dem Tod ihres Namensgebers, aus dem Hinterhof des Imperiums in der Metropole angekommen – und zwar so massiv, dass sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Auch wenn die römischen Gemeinden nicht von Paulus organisiert wurden, hat er sie doch indirekt durch die Öffnung des christlichen Glaubens für alle Völker, ohne die beengenden Vorschriften des Judentums, mit initiiert. Er war ja nicht der einzige Verkünder des Jesus, es gab landauf landab Konkurrenten und Richtungskämpfe. Mal wird Paulus der Irrlehre verdächtigt, mal warnt er vor falschen Aposteln und alten Götzen. Es müssen zahlreiche Wanderprediger mit dem Programm „Jesus Christus" unterwegs gewesen sein, denn in Ägypten, Nordafrika und am Schwarzen Meer wuchsen teilweise große christliche Gemeinden, ohne dass die Forscher sagen können, wer den neuen Glauben dorthin gebracht hat. Jens Schröter: „Unser Wissen über die frühen Entwicklungen des Christentums sind höchst lückenhaft." Archäologische Belege gibt es keine.
In der ständig wachsenden kulturellen Weite des römischen Imperiums konkurrierten Geist, Ideen und Idole aus aller Welt. Römische Schriftsteller beklagten die Invasion fremder Götter – Christus war nur einer davon. Der griechische Dionysos, die ägyptische Isis, der persische Mithras, die kleinasiatische Artemis – sie alle infiltrierten das Reich. Und was in der hellenistischen Welt des Ostens gut ankam, war bei den hellenophilen Römern ebenfalls „in". Religionsforscher listen 4000 Götter auf.
Und dann kam, peu à peu, diese neue Gotteslehre aus Galiläa dazu – weitergetragen von Überzeugungstätern wie Paulus. Dessen Arbeitsweise ist vermutlich beispielhaft für die vielen Verkünder des ersten Jahrhunderts. Paulus' Anlaufstelle in einer fremden Stadt war zunächst die Synagoge, wo er in der hellenistisch geprägten Welt des östlichen Mittelmeerraums stets weltoffene Juden als Ansprechpartner fand, die sich mehr an der örtlichen Synagoge als am strengen, aber fernen Tempel in Jerusalem orientierten. Daneben hatte jede jüdische Gemeinde einen Kreis von Sympathisanten, die „Gottesfürchtigen". Sie gingen mit der Ethik und dem Monotheismus der Juden konform, akzeptierten aber nicht die strikte Abgrenzung gegen andere Völker und die strengen Gesetze der Thora. Und sie wichen vor dem letzten Schritt, der Beschneidung, zurück. Das war eine endgültige und – etwa im Bad – sichtbare Entscheidung, die einem städtischen Beamten oder Soldaten nur Scherereien einbrachte: Die Juden waren in römischen Augen Störenfriede und potenzielle Aufwiegler. Ihnen war Paulus hochwillkommen mit seinem Versprechen, dass man sehr wohl den Einen Gott verehren könne, ohne sich beschneiden zu lassen.
Dazu gab es noch die Verheißung: Der Mensch ist zwar ein Sünder und kann diesem Zustand von allein nicht entrinnen, doch Jesus Christus kann den Menschen aus dieser Sklaverei befreien. Christus ist deshalb der Menschen Erlöser. „Das war das Stichwort des ersten Jahrhunderts", bringt Pilhofer das neue, das christliche Angebot auf den Punkt, das Paulus rastlos verkündete. So formten sich Kerne neuer christlicher Gemeinschaften, die die weitere Missionierung der Region übernahmen, während Paulus schon wieder weitergeeilt war. Die frühchristlichen Gemeinden des ersten Jahrhunderts trafen sich in Privathäusern und lasen das Alte Testament in griechischer Sprache, das sie als christliches Buch verstanden, als Weissagung von Geschehnissen, an denen sie – jetzt – selbst teilnahmen. Die korinthische Gemeinde versammelte sich täglich im Haus des reichen Bürgers Erasthos, der das obligatorische Abendmahl wohl finanzierte. In diesem Rahmen wurden alte Texte wie die jüdische Bibel und neue Texte, wie der Paulusbrief an die Gemeinde, gelesen und diskutiert. Eine Frontal-Predigt gab es nicht. „Man sollte nicht von einem Gottesdienst reden, sondern eher von einer Vereinsversammlung", meint Pilhofer.
Der gläubige Wissenschaftler ist seit 30 Jahren archäologisch wandernd auf den Spuren, Straßen und in Städten des Paulus im gesamten Ägäis-Raum unterwegs. Er ist souverän genug, um – neben der spirituellen Anziehungskraft der christlichen Botschaft – auch ganz profane Dinge in seine Betrachtung der frühen Christenheit einzubeziehen: etwa die soziale und ökonomische Attraktivität dieser neuen Bewegung. Im römischen Weltreich gab es zum Beispiel Vereine zuhauf, die sich meist dem Kult einer Gottheit verschrieben hatten – etwa der Athener Verein der Iobakchen, der sich der Verehrung des weinseligen Gottes Bacchus widmete. Dessen in Stein gemeißelte Gründungsurkunde ist erhalten. Pilhofers Mitarbeiterin Eva Ebel hat sie analysiert: Demnach musste ein neues Mitglied stolze 50 Denare Einstandsgebühr entrichten, auch für das monatliche Treffen inklusive Mahl und das alljährliche Fest des Gottes musste bezahlt werden. Dem neu gewählten Priester, sprich Vorsitzenden, verlieh das Amt bürgerschaftliches Ansehen. Das benötigte der Athener Herodes Atticus dringend, denn er hatte sich bei der Bevölkerung gerade unbeliebt gemacht: Er widersetzte sich dem Testament seines Vaters, das eine jährliche Geldzahlung an jeden Athener Bürger vorsah.
Neben religiösen Brüderschaften gab es Sterbehilfevereine, bei denen Arme und Freigelassene einzahlten, die ihr künftiges Begräbnis nicht finanzieren konnten – eine wichtige Hilfe für die auf würdige Beerdigungen fixierten Römer. Schließlich sind anhand von Inschriften berufsständische Vereinigungen nachzuweisen, etwa die Innung der Silberschmiede in Ephesus. „In jedem Dorf gab es irgendeinen Verein", übertreibt Pilhofer, und jeder hatte meist einmal im Monat eine Versammlung, auf der gegessen und getrunken wurde und auf der man Gleichgesinnte traf. Was machte da den neuen Paulus-Verein so interessant?
Bei diesem Prozess geht es letztlich um die Verwandlung des ganzen Lebens - also von Leib, Seele und Geist. Diese Verwandlung reicht bis in die Tiefe des menschlichen Seins - bis hin zur grundlegenden Lebenseinstellung. Im griechischen Urtext der Bibel lesen wir in diesem Zusammenhang von "metamorphose", also um einen radikalen Wandel wie von der Puppe zum Schmetterling. Weil es christlicher Spiritualität folglich um einen persönlichen Reifungsprozess geht, gehört zu ihr die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, ihren Stärken und Schwächen.
"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gute, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaft und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen" (Die Bibel, Galater, Kapitel 5, Verse 22 - 25).
Christliche Spiritualität heisst also nichts weiter und nicht weniger als "Leben aus dem Geist Jesu Christi". Die Grundlage, aus der sich die eigene und individuelle Spiritualität nährt. Dort, wo wir eine lebendige Beziehung zu Gott haben, wirkt er durch seinen Geist in unser Leben hinein und verwandelt die Gestaltung des Lebens.
Autor: Bruno Graber
Unberaubbar Christlich!
Die christliche von der esoterischen Spiritualität unterscheiden
Berlin. Ein ehemaliger Esoterik-Anhänger hat Christen davor gewarnt, Autogenes Training und Yoga zu praktizieren. Dabei handele es sich um “hinduistische Anbetungsrituale”, die den Menschen für Dämonen öffnen könnten, schreibt in einem Artikel der Theologe Albrecht L. Schmidt (Berlin).
Schmidt war vor seiner Hinwendung zum christlichen Glauben selbst ein Yoga-Jünger und suchte sein spirituelles Heil in Kalifornien. “Ich meinte, mich mit der rechten Anstrengung selbst erlösen zu können.”
In seinem Beitrag plädiert er dafür, die magisch-ritualistische und hinduistisch-esoterische Spiritualität klar von der von der christlichen Spiritualität zu unterscheiden.
Esoterische Praktiken seien nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar.
Schmidt: “Alles, was wir tun, um selbst Gott zu spielen und unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, ist schädlich und führt uns letztendlich in die Arme des Teufels.”
Es sei Gottes Wille, dass der Mensch seinen Verstand einsetze. “Im esoterischen und okkulten Bereich soll der Verstand aber gerade ausgeschaltet werden”, so Schmidt.
Christen benötigten “keine geheimen Rituale, keine Geister die sie führen und lehren”.
Sie brauchten “das Wort Gottes und den Heiligen Geist”.
Wahre christliche Spiritualität bestehe darin, das Wort Gottes unter Gebet zu betrachten und anzuwenden.
Jesus Christus habe sich immer wieder in die Stille zurückgezogen, “um mit seinem himmlischen Vater zu reden”.
Er sage aber nicht, dass man sich dazu mit Hilfsmitteln wie Kerzenschein und stimmungsvollen Bildern erst in die richtige Stimmung versetzen müsse.
Es bestehe die Gefahr, “dass man diesen Hilfsmitteln mehr Raum, als dem Wort Gottes geben”.
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Gegenüberstellung von Christentum und Esoterik
Esoterik ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl neuheidnischer Vorstellungen, die sich in den letzten Jahrzehnten in den vermeintlich “aufgeklärten” Gesellschaften des Westens entwickeln konnten. Was die Ursache dafür ist, ist leicht zu erklären: Die Großkirchen in Westeuropa haben ein spürbares Defizit an christlicher Lehre und christlichem Glauben - eine Wirkung der unbiblischen Theologien, die an den Universitäten gelehrt werden.
Hinzu kommt der europäische Rationalismus, der die Menschen im Hinblick auf die unsichtbare Welt sehr ahnungslos und blind gemacht hat. Viele meinen, daß alles, was spürbar von "drüben" kommt, natürlich von Gott kommt oder zumindest ein “Engel” ist.
Nur wenige Europäer kennen sich wirklich mit Spiritismus, okkulten Phänomenen etc. aus. Selbst gläubige Christen rechnen oft gar nicht mit diesen Dingen.
Kein Wunder eigentlich, daß auch viele “Christen” auf alle möglichen esoterischen Moden hereinfallen und offenbar kein Unterscheidungsvermögen haben, was christlicher Glaube ist und was nicht. Mehrfach habe ich schon mit Menschen gesprochen, die tatsächlich meinten, Christen zu sein, und in Wahrheit in vielen Punkten esoterische Ansichten vertraten. Dabei liegt zwischen Christentum und den Vorstellungen der Esoterik im Grunde ein tiefer Abgrund.
Christlicher Glaube und Esoterik sind in vielen Punkten geradezu gegensätzlich. Dies möchte ich anhand einiger Punkte deutlich machen:
Gott:
Esoteriker glauben überwiegend an etwas "Göttliches", das unpersönlich bzw. "überpersönlich" ist, wie z.B. an irgendeinen universalen Geist oder eine kosmische Energie. Oft besteht auch die Auffassung, dieses “Göttliche” äußere sich in allen Religionen. Genaue Festlegungen über Gott werden in der Regel nicht getroffen.
Dagegen glaubt ein Christ an den einen persönlichen Gott - ein einzigartiges, eigenständiges Wesen, das unser Vater sein will und mit dem jeder durch Jesus Christus in eine lebendige, persönliche Beziehung treten kann.
Mensch:
Esoteriker behaupten, daß der Mensch in seinem tiefsten Inneren gut ist. Viele sagen sogar: Der Mensch ist selbst göttlich.
Für einen Christen ist der Mensch dagegen immer im Kern ein Sünder und schuldig vor Gott. Der Mensch wurde zwar von Gott gut und perfekt geschaffen, aber mit einem freien Willen. Diesen freien Willen hat der Mensch dazu gebraucht, sich von Gott abzuwenden, so daß der Mensch heute in seinem Innersten böse ist.
Welche von beiden Ansichten richtig ist, sieht man, wenn man sich die Welt anschaut.
Kosmos:
Die Esoterik meint, der Kosmos sei belebt oder gar durchdrungen von Gott. Gott sei alles in allem. Alle Existenz sei letztlich eins und miteinander verwandt. Gott sei in allen Dingen drin (sogenannter Pantheismus). Die Esoterik betont die Entsprechung von Mensch und Universum, von Mikro- und Makrokosmos.
Für einen Christen sind dagegen die Natur und der Kosmos Gottes Schöpfung. Gott als Schöpfer ist viel größer als seine Schöpfung. Zwischen Gott als dem ewigen Schöpfer und allen nur geschaffenen Dingen (auch dem Menschen) besteht für einen Christen ein nie zu überbrückender Unterschied - der qualitative Unterschied zwischen dem Töpfer und dem Ton. Ein Christ glaubt zwar, daß Gott überall da ist und an Zeit und Raum nicht gebunden ist; aber Gott ist nicht in den Dingen drin.
Sünde:
Die Esoterik lehnt die biblische Lehre von der Sünde des Menschen und seiner Trennung von Gott ab. Eine solche Trennung besteht - wenn überhaupt - nur in der mangelnden Erkenntnis und im eigenen Bewußtsein, das einer neuen erleuchteten Einsicht in die "Einheit mit dem Göttlichen" bedarf.
Dagegen ist es christlicher Glaube, daß der Mensch durch seine Taten von Gott getrennt ist. Gott ist heilig und der Mensch ist nicht heilig. Die Sünde trennt den Menschen in Ewigkeit von Gott. Der Mensch muß Vergebung seiner Schuld erlangen. Nur der Glaube an Jesus Christus kann uns von dieser Schuld frei machen.
Erlösung:
Die Esoterik sagt mehr oder weniger: Der Mensch kann sich selbst erlösen, indem er sein göttliches Wesen erfährt und erkennt. Die Esoterik nennt das Erleuchtung. Um diese "Erleuchtung" zu erlangen, werden Praktiken gebraucht, die zum großen Teil okkulten oder magischen Charakter haben - z.B. Meditation, Trance, Yoga, ekstatischer Tanz. Erlösung ist für die Esoterik also letztlich ein Gewinn an Erkenntnis.
Ein Christ ist hingegen davon überzeugt, daß Erlösung nur durch die Gnade Gottes und die Vergebung der persönlichen Schuld zu erlangen ist, niemals jedoch durch eigenes Tun oder gar Erkenntnisgewinn. Die Erlösung ist für einen Christen ein reines Geschenk Gottes, für alle, die Jesus annehmen - aber nie etwas, was man sich durch irgendwelche Praktiken selbst erwerben kann.
Jesus Christus:
Die Esoterik relativiert die Bedeutung Jesu und sieht ihn nur als einen von vielen "Avataren" oder als einen besonders vollmächtigen Heiler und spirituellen Lehrer - Manche Esoteriker ignorieren Jesus völlig.
Für einen Christen ist die Erlösung ausschließlich an die Person Jesu gebunden. Jesus Christus ist für einen Christen Messias, Heiland, Sohn Gottes und Erlöser - Mensch und Gott zugleich. Ein Christ ist davon überzeugt, daß in Jesus Christus Gott Mensch wurde, um uns von unserer Schuld zu befreien, indem er selbst die Strafe am Kreuz trug, die wir nicht tragen können.
Reinkarnation:
In der Esoterik überwiegt der Glaube an die Reinkarnation: an eine vielfache Wiederholung von Tod und Leben. Von ihrer Wurzel im Hinduismus, daß das Ziel sei, daß die (geläuterte) Seele aus dem Kreislauf der Geburten ausscheren kann, hat sich diese Vorstellung in der Esoterik allerdings oftmals entfernt. Die hinduistische Vorstellung einer Reinkarnation wurde vielmehr zu etwas Tröstlichem banalisiert.
Solche Vorstellungen sind allerdings für einen Christen ausgeschlossen, da jeder am Ende seines Lebens Rechenschaft für dieses eine Leben ablegen muß. Ein Christ ist davon überzeugt, daß jeder Mensch nur einmal lebt. Reinkarnation ist auch mit dem Begriff der Sünde und mit dem Glauben an die Erlösung durch Jesus unvereinbar. Unsere Seele kann auch nicht geläutert werden, sondern wir nehmen entweder die Gnade Gottes an oder weisen sie zurück.
Unterscheidet die Geister !
Ingmar
Spiritualität, was ist das ?
Das Wort leitet sich ab von dem lateinischen Wort spiritus und bedeutet Geist. Im christlichen Sprachgebrauch verbindet sich mit dem Wort Spiritualität sofort der Gedanke an den Spiritus Sanctus, d.h. den Heiligen Geist. Dieser wiederum ist nicht denkbar ohne sein Wirken in der Kirche. Mit seiner Ankunft am ersten Pfingsten in der Jerusalemer Urgemeinde unter Zeichen wie Sturmesbrausen und Feuerzungen erfüllt er die dort versammelten Apostel und Gläubigen mit einem begeisterten Mut, das Evangelium in aller Öffentlichkeit zu verkündigen. Von diesem Tage an beginnt der Siegeszug des Evangeliums in die Welt.
Das Charakteristische christlicher Spiritualität, mit der die Kirche in der Gesellschaft auftritt, ist in doppelter Weise provozierend:
Es ist der Wahrheitsanspruch, den die Christen gegenüber allen anderen Religionen erheben, der ihnen auch die drei Jahrhunderte dauernde Verfolgung durch den römischen Staat einbrachte. Nicht nur dass sie den Gott, den sie verehren, als den einzigen und allein wahren Gott verkünden, das erregt schon genügend Anstoß, aber unerträglich für die heidnische Welt war, dass sie allen anderen Göttern die Verehrung und Anbetung verweigerten.
Das zweite Skandalon, das die Christen ihrer Umwelt zumuteten, war, dass sie eine andere Ethik verkündeten und lebten. Ihr Eintreten für die Schwachen und Unterdrükten nach dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter widersprach dem Denken in Gesellschaft und Politik. Als geradezu herausfordernd wurde ihre Verehrung des Jesus von Nazareth als Gott und wahrer König der Juden empfunden, der auf Veranlassung seines eigenen Volkes den Verbrechertod am Kreuz erleiden musste.
Das Erstaunliche für die damalige Welt war jedoch die Erfahrung, dass diese für sie absurde, neue Form der Gottesanbetung mit ihrem als überzogen empfundenen Wahrheitsanspruch und als weichlich verachteten Ideal der Nächstenliebe nach und nach sich immer weiter im römischen Weltreich ausgebreitet hatte. Nach knapp 300 Jahren, war das Christentum zur staatstragenden Religion aufgestiegen, und von Jerusalem ausgehend gab es in allen Ländern rings um das Mittelmeer bis England und zum Kaukasus überall christliche Gemeinden. - Was war es gewesen, was diesem Gottesglauben eine solche innere Kraft gab zu einem derartigen Siegeszug?
Die Frage nach dieser Kraft ist die Frage nach der Spiritualität des Christentums. Seine Anziehungs und Überzeugungskraft lag genau in den Kennzeichen, die von der Umwelt als abstoßend empfunden wurden. - Es war der geradezu unumstößliche und bis zum Märtyrertod in der Arena bezeugte Glaube - an den Mensch gewordenen Gottessohn, seine Auferstehung von den Toten und die Liebe Gottes zu allen Menschen, die die Christen mit ihrem Leben bezeugten, - dieser Glaube war es, der die Menschen anzog. Es war die Balance von Wahrheit und Liebe, die das Christentum auszeichnete.
Der Anspruch der jungen Kirche, die von Gott offenbarte Wahrheit den Menschen zu verkünden, war bald heftiger aus den eigenen Reihen als von der Umwelt angefochten. Gegen diese Verfälschungen des Evangeliums durch alle möglichen Abspaltungen wehrte sich die Kirche mit einem dreifachen Mauer:
1. durch Glaubensbekenntnisse, die in Kurzform den Glauben enthielten,
2. durch das autoritative Bischofsamt,
3. durch Berufung auf die Evangelien und apostolischen Briefe
Mit diesen drei Schutzmauern hat die Kirche für alle Zeiten den Inhalt ihrer Verkündigung und damit das Fundament ihrer Spiritualität errichtet. Die Umsetzung dieser theologischen Erkenntnisse in Lebensformen, damit sie für alle Zukunft das Sein der Kirche prägen, erforderte eine Dreiteilung der Aufgaben :
- in Theologie,
- in Liturgie und
- in Diakonie.
Theologie mit ihren Erkenntnissen hat nur dann auf Dauer Bestand, wenn sie in Liturgie, d.h. in Verherrlichung Gottes umgesetzt wird. Die genaueste Definition des Menschen ist gerade die liturgische, dass der Mensch sagen kann: „Ich singe meinem Gott, solange ich lebe". Ein Heiliger ist kein Übermensch, sondern einer, der seine Wahrheit im liturgischen Leben findet. - Die Umsetzung von Theologie in Liturgie bedeutet, dass beide nicht ohne die Gemeinschaft der Gläubigen vollzogen werden können. Schon im Vaterunser sind die Menschen nur in der Mehrzahl erwähnt. Aber Theologie, in die schönsten liturgischen Formen und Gebete umgesetzt, wäre nur ein ästhetischer Selbstgenuß, wenn nicht diese beiden Säulen der Spiritualität getragen wären von der aktiven Nächstenliebe in der Diakonie. Alle drei Säulen der christlichen Spiritualität sind unerlässlich und von gleichem Gewicht. Eine Überbetonung auch nur einer von diesen dreien würde die Harmonie des geistlichen Lebens in der Kirche stören und allen dreien ihre Schönheit und Wahrhaftigkeit rauben. Wenn wir allein die Wahrheit liebten und vergäßen die Nächstenhebe, würden wir uns in die Inquisition verrennen. Würden wir allein die Nächstenliebe praktizieren und vergäßen die Wahrheit, so endeten wir in einer grenzenlosen Sentimentalität.
Von allem Spirituellem auf dem Jahrmarkt der Esoterik unterscheidet sich christliche Spiritualität in vielerlei Hinsicht:
Ihr Ausgangspunkt ist nicht der Mensch und die Erfüllung seiner natürlichen Wünsche, sondern die Offenbarung Gottes zuletzt in der Menschwerdung seines Sohnes und der Sendung des Geistes vom Jenseits ins Dieseseits unserer Existenz. Hier geht es nicht um Ideen, sondern um die zeitlos gültige Wahrheit des Evangeliums, um Tatsachen in der Geschichte. Die Überlieferung dieser Wahrheit ist nicht Einzelpersonen anvertraut, sondern der vom Geist geleiteten Kirche. Ziel aller christlichen Spiritualität ist die Unsterblichkeit des Menschen.
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