Es gibt kein exaktes Datum für den Start dieser technischen Neuerung, aber wir gehen zurück bis ins Jahr 2003, als mp3-Player in den Hosentaschen der US-Jugend verschwanden und In-Ear Kopfhörer in ihre Ohren. Je kostengünstiger die Technologie wurde, je verbreiteter wurde das Phänomen, zuerst einmal Radio online zu hören.
The Guardian geht davon aus, dass die Erfindung des Podcastens von Christopher Lydon (https://dtvgroup.com/Chris_Lydon/) ausging, der zusammen mit einem Kollegen der Harvard University erstmals die Methode testete, eine mp3 Datei online zu verbreiten. Die RSS-Feed Technik wurde schon 2000 erfunden. Eine kleine Audio-Revolution brach mit dem Audioblogging aus, doch erst 2014 begann der wahre Boom: Wir waren offensichtlich kulturell und technologisch für das Podcasten bereit.
Die erste App ist jene von Apple: Apple Podcasts. Ab dem Jahr 2019 untersucht Ipsos dieses neue Demokratisierungs-Phänomen im Audio, und zwar mit dem jährlichen „Digital Audio Survey“ – so etwas wie die Bibel für Freaks. Schon 2020 geben in dieser Studie ein Drittel der US-Bürger:innen an, kein Radiogerät mehr zu besitzen und Radio und Podcasts am Handy zu hören, letzteres durchschnittlich 40 Minuten täglich, in Europa ca. 22-25 Minuten täglich. In Italien starteten professionell gemachte Podcasts erst 2017 mit Pablo Trincias „Veleno“, in Deutschland bereits 2005 mit Philip Banses „Küchenradio“ im Talkshow-Format (häufig als Livestream).
Mittlerweile erzählen uns nicht nur Medien- und Fachleute aus allen Bereichen, auch den Nischen, die Welt in all ihren Facetten – ein buntes Stimmengewirr: nützlich, unterhaltsam, bereichernd.