Ziel: Überblick über die Planung eines Unterrichtsvorhabens im TTG erhalten
Dieses Planungstool führt durch einen Planungsprozess. Dabei werden die Schritte zur Planung eines Unterrichtsvorhabens im TTG aufgezeigt. Ziel ist es, als Studierende, resp. Lehrpersonen Planungskompetenz für TTG-Unterricht zu entwickeln.
Unterrichtsplanung und Designprozess haben viel gemeinsam (vgl. Aprea 2014). Beides sind Prozesse, die ein gegebenes Ziel verfolgen, der Weg dorthin ist ebenso offen wie die Ausgestaltung des Endproduktes. Lehrpersonen agieren als Designer:innen von Lernaufgaben (Reusser 2014, S. 337), indem sie Unterrichtsaktivitäten im Voraus planen. Dieser Prozess erfordert Kreativität, Einfallsreichtum und die Bereitschaft neue Dinge auszuprobieren (Tänzer et. al 2020). In beiden Prozessen gibt es herausfordernde und erfüllende Momente (Kalcsics & Wilhelm 2017).
Gemeinsam ist den Prozessen ein iteratives Vorgehen, das sich in verschiedene Phasen gliedert. Diese Phasen werden mehrfach durchlaufen und beziehen sich aufeinander (Interdependenz). Im Prozess werden Lösungen entwickelt und umgesetzt. Ein Designprozess ist ein methodisches Problemlösen (TuD Lehrhilfen, S. 46), wie es TTG-Studierende wahrscheinlich bei ihren eigenen Projekten erlebt haben. Das Vorgehen kann im Unterrichtsplanungsprozess genutzt werden, um strukturiert und zielgerichtet vorzugehen.
Leitend bei der Unterrichtsplanung können die folgenden Fragen sein: «Wer soll was, von wem, mit wem, wann, wo, wie, womit und wozu lernen?» und «Unter welchen realen bzw. möglichen Schwierigkeiten und Störungen?» (Berner, Isler und Weidinger 2018, S. 277)
Die Anzahl der Fragen ist herausfordernd. Das Ziel dieser Unterlagen ist es, diese systematisch und schrittweise aufzunehmen.
Unterrichtsplanungsprozess
Das Planungsmodell Makroplanung der PHBern > Home zeigt die Phasen der Unterrichtsplanung als lineare Darstellung. Zum Planen eines Unterrichtsvorhabens werden die ersten drei Planungsphasen (Klären, Entscheiden, Entwerfen) iterativ bearbeitet. Die Darstellung von Stettler (PHBern, 2022) visualisiert die Phasen auf der inhaltlichen Ebene.
Planungsprodukte -> Elemente des Leistungsnachweises
Beim Planen entstehen sowohl Unterlagen für die Lehrpersonen (Planungsunterlagen mit begleitendem Didaktischen Kommentar) als auch für die Schüler:innen (Dossier mit begleitendem Didaktischen Kommentar). Die Unterlagen für die Lehrperson werden in den Planungsphasen Klären, Entscheiden und Entwerfen entwickelt, das Dossier für die Lernenden entsteht in erster Linie in der Planungsphase Entwerfen.
Planen im Team
In einem funktionierenden Team fällt die Planung eines Unterrichtsvorhabens leichter und der Austausch mit anderen ist förderlich. Erläutern von Absichten, Verbalisierungsmethoden wie das laute Denken und gezieltes Feedback sind unterstützend beim Entwickeln von Aufgaben und helfen, sich selbst zu reflektieren und weiterzuentwickeln (vgl. Tänzer 2020, Aprea 2014). Wie auch der Designprozess ist der Planungsprozess ein Learning by Doing, welcher sich effektiv durch Coaching-Massnahmen anleiten lässt (Aprea 2014).
Der Begriff «Planungstool» kann Gedanken an ein Planungsformular oder eine App wecken. Darum handelt es sich hier nicht. Das Planungstool ist eine Hilfestellung, die durch einen (exemplarischen) Planungsprozess führt, um ein Unterrichtsvorhaben im TTG zu entwickeln.
Das Planungstool richtet sich in erster Linie an Studierende der PHBern IS1, die den Leistungsnachweis in Makroplanung TTG schreiben.
Arbeiten mit dem Planungstool
Das Planungstool zeigt entlang der Planungsphasen auf, was bei der Planung eines Unterrichtsvorhabens zu berücksichtigen ist.
Zu Beginn sollte diese Seite (Einführung) und danach jeweils der Überblick zu den einzelnen Planungsphasen (Klären, Entscheiden und Entwerfen) gelesen werden. Dies gibt eine Vorstellung, welche Elemente zur Planung von TTG-Unterricht gehören.
Aufbau der Webseite / des Tools
Zu jeder Planungsphase gibt es eine Unterseite. Im Fokus stehen die Planungsphasen Klären, Entscheiden und Entwerfen. Die entsprechenden Seiten beinhalten die gleichen Elemente: prägnant formuliertes Ziel, ein Überblick und klappbare Abschnitte zu Unterthemen.
Neben den Unterseiten zu den Phasen der Unterrichtsplanung sind folgende Unterseiten auf dieser Webseite zu finden
Einführung: diese Seite
Lehrmittel & Planungshilfen: Auflistung von Lehrmitteln / Unterrichtsmaterialien und Planungshilfen
Literatur & Impressum: Literaturverzeichnis zu den verwendeten Quellen und Informationen zur Autorenschaft
Mögliches Vorgehen
Unter diesem Titel werden in den einzelnen Abschnitten mögliche Vorgehen beschrieben, welche den Auftrag zum Leistungsnachweis Makroplanung TTG ergänzen.
Es kann zwischen unterschiedlichen zeitlichen Horizonten der Unterrichtsplanung unterschieden werden. Das Lehrmittel Lernwelten (Kalcsics & Wilhelm 2017) schlägt eine Unterteilung in vier Planungsebenen vor (Abb. 3).
Dieses Planungstool fokussiert in erster Linie auf das «Lernarrangement». In der Makroplanung TTG wird für diesen Planungshorizont der Begriff «Unterrichtsvorhaben» verwendet. Die verschiedenen Planungshorizonte bedingen sich gegenseitig. So muss beispielsweise mitgedacht werden, was bereits erarbeitet wurde und worauf aufgebaut werden kann (Zyklusplanung oder Jahresplanung). Daraus kann abgeleitet werden, wie das Unterrichtsvorhaben geplant und wie die einzelnen Lektionen ausgestaltet werden.
Das Theoriewissen im Studium und Praxiswissen im Berufsfeld werden oft unterschiedlich wahrgenommen. Dieses Phänomen ist auch in der Literatur (z.B. Fraefel, 2023, S. 22) gut dokumentiert. Begründet werden umfangreiche Planungen damit, dass das Studium eine Ausbildungssituation ist, in welcher exemplarisch gelernt wird, was bei einer Unterrichtsplanung alles zu beachten ist. Weiter können Planungen als Basis zur Reflexion dienen. Zudem ist es für die formative als auch für die summative Beurteilungen der Arbeiten durch Praxislehrpersonen /Dozierende wichtig, dass der Planungsprozess sichtbar und nachvollziehbar gemacht wird. Die Planung ist auch ein Kommunikationsmittel, damit beispielsweise ein Austausch im Teamteaching, in Planungsgruppen oder zwischen Studierenden und Praxislehrpersonen stattfinden oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Planung zurückgegriffen werden kann. Ein weiterer Grund für die wahrgenommene Diskrepanz ist, dass erfahrene Lehrpersonen Praktiken erworben haben, welche die Planung erleichtert bzw. implizit ablaufen lässt (vgl. Fraefel 2018, S. 4).
Dazu eine Analogie
Trainieren Profiskifahrer:innen indem sie tagelang die gleiche Strecke herunterfahren? Nein, dies würde nicht zum gewünschten Erfolg führen. Neben dem Fahren von Trainingsläufen werden diverse Technikelemente isoliert geübt. Dazu gehören: Taktile und mentale Kompetenzen, Kraft- und Ausdauerkomponenten. Auch für das Unterrichten müssen bestimmte Komponenten isoliert und detailliert betrachtet bzw. geplant werden (Kalcsics, persönliche Kommunikation, 12. Dez. 2022).