Die Koalitionskriege sind beendet. Mit dem Wiener Kongress (1814-15) erhält Bayern die linksrheinischen Gebiete als Ausgleich für an Österreich verloren gegangene Landstriche. Zunächst als "Bayrische Lande am Rhein" (1816) benannt, wurde unser Gebiet zum "Rheinkreis" (1817) bis es letztlich 1838 den Namen "Pfalz" / "Rheinpfalz" erhielt.
Die Geinsheimer zeigten eine große Verbundenheit zu ihren bayrischen Regenten und feierten diese wann immer möglich. Durch den Bau der Villa Ludwigshöh und die Lage Geinsheims zwischen dem Rhein in Speyer und Neustadt bzw Edenkoben, konnten die Geinsheimer so manch königlichen Durchfahrtsverkehr mit Zwischenstopps erleben. Dadurch wurde manches ermöglicht.
Die Verbundenheit dieses Königs zur Pfalz, zeigte sich u. a. darin, dass er den durch französische Revolutionstruppen verwüsteten Speyerer Dom wieder herstellen lies.
Aus Anlass des 25 jährigen Regierungsjubiläums fanden zum 16. Februar 2024 im ganzen Königreich Jubelfeiern statt. Der Geinsheimer Gemeinderat fasste daher den Beschluss. "zum Gedächnis(feyer) des Jubiläums seiner Majestät des Königs am 16. Februar die durch den Ort fließende Bach in Quader zu legen und die noch nicht gepflasterten Teile in der Gemeinde pflastern zu lassen". Die Schließe zur Regulierung des Dorfbaches wurde zu Ehren des Regierungsjubiläums Maxwehr benannt. Das fertiggestellte Wehr diente den Geinsheimern jahrelang als "Schwimmbad", da das Bachbett auf einigen Metern betoniert und das Wehr eine geeignete Tiefe zum Schwimmen hatte. Die Inschrift auf dem Maxwehr Gedenkstein:
MAYWAR ERRICHTET DURCH
DIE GEMEINDE GEINSHEIM UNTER DER
VERWALTUNG DES HERRN BURGER
MEISTER LEDERLE ZUM ANDENKEN
DES 24 JAHRIGEN JUBELEUMS
SR MAIESTAET DES KAERNIG VON
BAIREN 1825
"Dorfbach"
Die Ludwigskerwe vor der Geinsheimer Kirche.
Wie sein Vater Max I. war auch König Ludwig I. der Pfalz sehr verbunden und plante eine Sommerresidenz, die er jedoch erst nach seiner Regentschaft erbauen und beziehen konnte. Er verbrachte zwischen 1852 und 1866 jedes 2. Jahr in dieser Sommerresidenz auf der Villa Ludwigshöhe in Edenkoben. Mit seinen Gäste besuchte er regelmäßig den Dom zu Speyer, den er ausmalen und weiter fertigstellen ließ. In dem auf halbem Weg zwischen Edenkoben und Speyer gelegenen Gasthaus "Zur Pfalz" (heute "Kästel Hof"), standen jeweils frische Pferde bereit. Bei dieser Gelegenheit gab es "stets einen kleinen Aufenthalt" für die königlichen Gäste.
Eine interessante Erzählung über den Besuch des Königs und unseren stotternden Bürgermeister soll in der Zukunft hier noch erzählt werden.
Geinsheim feierte traditionell seine Kerwe am Sonntag nach Bartholomäus (24. August). Wie alle Kirchweihfeste im Bistum Speyer war aber auch die Kerwe in Geinsheim seit 1773 am ersten Sonntag nach St. Martin (11. November). Bedenken um Sitte und Moral waren Grundlage der bischöflichen Anordnung. Im Jahre 1839 beantragte der Geinsheimer Gemeinderat eine Verlegung der Kerwe auf das letzte Augustwochenende und ersuchte gleichzeitig um die Genehmigung zur Abhaltung eines Jahrmarktes zu Ehren des königlichen Namenstags. Seither feiert man in Geinsheim am Sonntag nach dem Fest des heiligen Ludwig (25. August) die Ludwigskerwe.
Die Geinsheimer durften die "vielgerühmte" Güte des Königs Max II. erfahren, indem sie ihm bei einem seiner Aufenthalte unter anderem um Unterstützung beim Kirchenanbau baten. Nach mehrmaligen auch Schriftlichen Bitten wird die Kirchenerweiterung schließlich 1860 genehmigt.
Er hat keine weitere Bedeutung für Geinsheim. Er baute ein schönes Märchenschloss in Bayern. Er hat die Pfalz niemals besucht.
20 Jahre nach dem Tod Ludwigs I. besucht erstmals ein Fürst wieder die Rheinpfalz. Prinzregent Luitpold beehrte Geinsheim ebenfalls bei der Durchreise zu dem von seinem Vater Ludwig I. erbauten Villa Ludwigshöhe, die er bereits aus Kinderzeit kannte.
Die DAmen aus der Regentenfamilie reisen durch Geinsheim. Das Ganze Dorf nimmt Aufstellung vor der Kirche. (Foto)