E-Mail an einen Freund vom 10.9.2026
Ich habe eine Betrachtung über geistige Armut gelesen, die mir sehr gefallen hat. Da war davon die Rede, dass wir nicht besitzergreifend sein sollen. Wir sollten uns fragen, ob es in unserem Leben Bereiche gibt, in denen wir noch besitzergreifend sind. Gibt es in unserem Leben Dinge oder Personen, die wir unbedingt festhalten wollen? Können wir innerlich wirklich alles loslassen? Ich denke hier an die verfolgten Christen in verschiedenen Ländern, die uns hierin ein großes Vorbild sein können. Für sie ist ihr Glaube das wichtigste und für ihren Glauben sind sie bereit, alles andere loszulassen, sie sind bereit, für ihren Glauben zu leiden, ins Gefängnis zu gehen, geschlagen zu werden oder gar getötet zu werden. Sie lassen alles los, ihren Besitz, ihre Angehörigen und Freunde, ihre Wünsche und Träume, ihre Vorstellungen und Pläne, ihre Gesundheit und ihr Leben. Und wir in Deutschland sind oft viel zu verweichlicht, viel zu verweltlicht, viel zu materialistisch und vergnügungssüchtig, oft auch viel zu hochmütig. Überprüfen wir immer wieder unser Leben, unsere Einstellungen! Wie sehr lieben wir Gott? Sind wir bereit, auf alles zu verzichten, um Christus in Seinen Leiden nachzufolgen, um mit Ihm und in Ihm aufzuerstehen?
In Christus, der gekreuzigten Liebe mit Dir verbunden,
Adolf
E-Mail an einen Freund vom 11.9.2026
Es geht hier um das innere Loslassen, damit wir innerlich frei werden. Wer innerlich nicht loslässt, der klammert sich an rein Irdisches, der sucht zuerst seinen eigenen Vorteil in den Dingen oder Personen, die er nicht loslassen will. Darum sagt ja auch Paulus in 1 Kor 7: Wer verheiratet ist, lebe so, als ob er nicht verheiratet wäre. Hier der ganze Abschnitt:
1 Kor 7,25-40:
Empfehlung der Jungfräulichkeit. "25 Was die Jungfrauen betrifft, so habe ich vom Herrn kein Gebot; aber einen Rat will ich geben als einer, der durch die Gnade des Herrn Glauben verdient. 26 Ich meine, schon wegen der obwaltenden Bedrängnis ist es für sie gut, so zu bleiben, wie es überhaupt für jedermann gut ist. 27 Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Trennung; bist du ledig, so suche keine Frau. 28 Wenn du aber heiratest, begehst du dadurch keine Sünde; und wenn eine Jungfrau heiratet, begeht sie dadurch keine Sünde. Freilich werden solche irdische Trübsal haben, und davor möchte ich euch bewahren. 29 Das sage ich euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher sollen die, die eine Frau haben, so leben, als hätten sie keine; 30 die da weinen, als weinten sie nicht; die sich freuen, als freuten sie sich nicht; die etwas erwerben, als hätten sie nichts zu eigen; 31 die mit der Welt verkehren, als verkehrten sie nicht mit ihr; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. 32 Ich möchte, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefalle; 33 der Verheiratete aber ist um weltliche Dinge besorgt, wie er der Frau gefalle. 34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist besorgt um die Sache des Herrn, sie will an Leib und Seele heilig sein; die verheiratete dagegen ist besorgt um weltliche Dinge, wie sie dem Manne gefalle. 35 Das sage ich zu eurem Besten, nicht um euch eine Schlinge umzuwerfen, sondern weil ich bedacht bin auf gute Sitte und auf ungestörte Hingabe an den Herrn. 36 Wenn jemand meint, er handle schimpflich gegen seine Jungfrau, wenn sie über die Reife hinaus ist, und es so kommen muß, so tue er nach seinem Gutdünken. Er sündigt damit nicht: sie mögen heiraten. 37 Wer aber in seinem Herzen feststeht und nicht genötigt wird, sondern frei ist in seinem Willensentschluß und sich vorgenommen hat, seine Jungfrau zu behalten, der tut wohl daran. 38 Wer also seine Jungfrau verheiratet, handelt gut; wer sie nicht verheiratet, handelt besser. 39 Die Frau ist so lange gebunden, als ihr Mann lebt. Ist ihr Mann entschlafen, so ist sie frei und darf heiraten, wen sie will; jedoch geschehe es im Herrn. 40 Seliger aber ist sie, wenn sie bleibt, wie sie ist. Das ist meine Meinung, und ich glaube doch den Geist Gottes zu besitzen."
Entweder lässt sich ein Mensch vom Heiligen Geist leiten oder von seiner eigenen Habgier. Wir neigen dazu, zuerst unseren eigenen Vorteil zu suchen, auch wenn wir das nicht zugeben wollen. Jesus sagt uns aber: "Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, alles andere wird Euch hinzugegeben werden!"
Wir sollen in dieser Welt leben, aber nicht von dieser Welt sein. Der Himmel soll unsere wahre Heimat sein. Wir sollen uns keine irdischen Schätze suchen, sondern himmlische!
Entweder dienen wir Gott oder dem Mammon. Entweder suchen wir das Reich Gottes oder unseren eigenen Vorteil. Wer Jesus nachfolgen will, muss sich selbst verleugnen.
Wir sollen uns nicht von der Welt vereinnahmen lassen, nicht von unseren eigenen Begierden, nicht von unserem eigenen Ich. Wer sich von irdischen Dingen oder Personen vereinnahmen lässt, versklavt sich selbst. Entweder werden wir Sklaven dieser Welt, Sklaven der Sünde oder wir werden Diener, Kinder und Freunde Gottes. Jesus sagt uns: "Ihr seid meine Freunde, wenn Ihr tut, was ich Euch sage." "Nicht der wird gerettet, der zu mir Herr, Herr sagt, sondern der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut."
Entweder leben wir nach dem Fleisch oder nach dem Geist. (Röm 6). Wer nach dem Fleisch lebt, geht verloren, wer sich vom Heiligen Geist leiten lässt, wird gerettet.