3.3.2026
Zwei E-Mails an einen Bekannten:
Herzlichen Dank für Deine guten Worte!
Der heilige Franz von Sales sagt, dass dort wo Lärm ist, der Heilige Geist nicht ist. Mir scheint, der Böse versucht heute alles, damit die Menschen nicht zur inneren Ruhe, nicht zum inneren Frieden finden, denn im Innersten unserer Seele wartet Gott auf uns. Es ist so wichtig, in seine eigene Seele einzukehren, dort bei unserem guten Gott in Ruhe zu verweilen.
Die heutige Arbeitswelt fördert nicht die innere Einkehr. Da kann ich Dich gut verstehen. Bei mir ist dies besser, da ich Frührentner bin, als Nachhilfelehrer und als Buchautor arbeite. Da kann ich mehr Möglichkeiten zur inneren Einkehr finden, aber leider nütze ich diese Möglichkeiten oft zu wenig. Ich bitte Dich darum um Dein Gebet, damit ich innerlicher werde. Herzlichen Dank!
In Gott mit Dir verbunden,
Adolf
Herzlichen Dank für Dein Gebet und Deine guten Worte! Ich bete auch für Dich. Lassen wir uns nicht von anderen Menschen frustrieren oder gar entmutigen. Es ist ja immer der Teufel, der uns entmutigen will und dies tut er auch durch andere Personen. Auch wenn andere Menschen zu hohe Anforderungen und Erwartungen an uns haben, sollten wir zwar versuchen, alles gut zu machen, aber wir sollten nicht versuchen, alles perfekt gemäß der Wünsche anderer zu machen. Wer viel Menschenfurcht hat, versucht immer, es allen recht zu machen, weil er Angst vor Kritik hat. Übergeben wir Jesus all unsere Menschenfurcht und versuchen wir immer auf das zu schauen, was Gott von uns will! Wir wollen Gott gefallen und nicht anderen Menschen.
In unserem guten Gott mit Dir verbunden,
Adolf
5.3.2026
An der Substanz der Lehre darf die Kirche nichts ändern. Dies hat sie aber leider getan, indem sie Ehebrechern in Einzelfällen den Kommunionempfang erlaubt, was 2000 Jahre lang streng verboten gewesen ist. Wer im Zustand einer schweren Sünde die heilige Kommunion empfängt, begeht ein Sakrileg. Amoris Laetitia mit der Interpretation von Papst Franziskus bezüglich des Empfangs der Sakramente für Ehebrecher muss unbedingt rückgängig gemacht werden. Solange Papst Leo dies nicht tut, stimmt er mit Papst Franziskus überein. Und wie sehr schadet dies der Glaubwürdigkeit der Kirche!
Die sakramental geschlossenen Ehen werden immer weniger. Da sich die Menschen immer weniger an Gott binden wollen, binden sie sich auch in der Ehe immer weniger. Die Menschen heute wollen frei und unabhängig sein, aber sie erkennen nicht, dass gerade die Bindung an Gott dem Menschen die wahre Freiheit schenkt.
6.3.2026
Hl. Basilius (um 330-379)
Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
5. Homilie über das Hexaëmeron, 6; SC 26 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1925)
Frucht bringen
Immer wieder vergleicht der Herr die Menschenseele mit dem Weinberg: „Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fruchtbaren Höhe“ (Jes 5,1). Und: „Ich habe einen Weinberg gepflanzt und mit einem Zaun umgeben“ (vgl. Mt 21,33). Offenbar versteht er unter Weinberg die Menschenseelen, die er wie mit einem Zaun mit dem Wall der Gebote und dem Schutz der Engel umgeben hat. Denn „der Engel des Herrn umschirmt, die ihn fürchten“ (Ps 33(34),8). Sodann hat er gleichsam Schutzwehren um uns aufgestellt, indem er „in der Kirche die einen erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer eingesetzt hat“ (vgl. 1 Kor 12,28). Darüber hinaus erhebt er durch das Beispiel dieser heiligen Männer unsere Gesinnung, so dass sie nicht zu Boden sinkt und mit Füßen zerstampft zu werden verdient. Er will auch, dass wir den Nächsten mit den Umarmungen der Liebe umfangen wie mit den Ranken eines Weinstocks und davon nicht ablassen, damit wir immer den Zug nach oben bewahren und uns wie Kletterreben bis zu den höchsten Gipfeln erheben.
Auch fordert er uns auf, uns reinigen, also beschneiden zu lassen. Eine Seele wird dann beschnitten, wenn sie die Sorgen der Welt, die eine Last für unsere Herzen sind, abschüttelt. Wer also die Liebe zu dieser Welt und die Gier nach Reichtum von sich weist oder die Leidenschaft für den erbärmlichen Ruhm als abscheulich und verachtenswert empfindet, der ist sozusagen beschnitten worden und atmet wieder frei, befreit von der törichten Last irdischer Gesinnung.
Um aber im Bild des Gleichnisses zu bleiben, dürfen wir nicht nur Holz produzieren, das heißt einherstolzieren und dem Lob Außenstehender nachjagen, sondern wir sollen Frucht bringen, indem wir unsere guten Werke aufbewahren, um sie dem wahren Winzer zu zeigen (vgl. Joh 15,1).
8.3.2026
Gütiger dreifaltiger Gott, ich liebe Dich. Bitte vergib mir all meine vielen Sünden! Ich habe Gutes unterlassen und Böses getan, ich habe vor allem zu wenig mit Deinen Gnaden mitgewirkt, ich habe zu wenig geliebt, obwohl Du mir Deine ganze Liebe geschenkt hast und Sie mir auch weiterhin schenken wirst. Es mangelt mir vor allem an Innerlichkeit. Ich bin oft zu äußerlich, lasse mich von äußeren Reizen leiten, anstatt von Deinem Heiligen Geist. Wenn ich müde und erschöpft bin, neige ich oft dazu, mir irdischen Trost zu suchen, z.B. im Internet, anstatt den wahren Trost allein bei Dir zu suchen. Ich gehe oft den leichteren, bequemeren Weg. Das innere Gebet ist ja auch nicht so leicht, es erfordert Selbstverleugnung. Um innerlich zu beten, muss ich auf alles Äußere bewusst verzichten, muss ich meine Sinneskräfte abschalten. Anbeten kann ich Dich nur im Geist und in der Wahrheit. Ich muss mich ganz auf Dich hin ausrichten. Du bist die ewige Liebe, nur Du kannst mir die wahre Liebe schenken. Deine Liebe will ich betrachten und beschauen. Inneres Schauen statt äußeres Schauen! Bewusster Verzicht auf alles Äußere, auf alles, was mich äußerlich anzieht, bewusster Verzicht auf jeden irdischen Trost! Hilf mir, aus dieser lauten, verwirrten und verwirrenden Welt innerlich bewusst auszuziehen, mich in meine Seele zurück zu ziehen, um dort ganz mit Dir vereint im Verborgenen zu leben. Äußerlich kann ich nicht aus dieser Welt ausziehen, aber innerlich mit Deiner Hilfe schon. Dies muss ich auch, da ich kein Sklave dieser Welt sein will, sondern Dein Kind und Dein Freund. Darum geht es mir, meine wahre Heimat kann allein bei Dir sein. Du bist mein Ein und Alles. Auf Dich vertraue ich und auf Dich hoffe ich. Du bist die einzige Quelle wahren Lebens, Du bist mein Leben, meine Liebe, meine Freude und mein Frieden. Ohne Dich kann ich nicht leben, ohne Deine Liebe erstickt meine Seele. Ich danke Dir so sehr, dass Du Dich mir ganz schenkst! Und ich bitte Dich, alles von mir zu nehmen, was mich hindert zu Dir und mir alles zu geben, was mich fördert zu Dir! Du schenkst Dich mir! Gib mir die Gnade, dass auch ich mich Dir ganz schenke! Und lass mich immer in Deiner Liebe bleiben! Hilf mir, allen Menschen, denen ich begegne, mit denen ich zu tun haben werde, Deine Liebe weiter zu schenken! Deine Liebe kann ich nur in mir bewahren, wenn ich sie weiter schenke, wenn ich mich ganz hingebe, um Dir zu helfen Seelen zu retten. Nur wenn ich ein Liebender werde, werde ich Dir ganz ähnlich. Und nichts anderes ersehne ich in meinem Leben. Danke! Amen.
9.3.2026
Maria, die Kirche und die Seele
Durch das Wirken des Heiligen Geistes ist der Sohn Gottes in Maria Mensch geworden. Und Er hat uns Getauften in Seinen Leib eingegliedert. Wir sind nun Glieder Seines heiligen Leibes. Der Heilige Geist ist die Seele dieses Leibes und Er schenkt allen Gliedern das wahre übernatürliche Leben, die heiligmachende Gnade. Aber diese Gnade verliert ein Mensch, wenn er eine Todsünde begeht. Wenn er dann wieder umkehrt und in der hl. Beichte die Vergebung seiner Sünden von Gott geschenkt bekommt, erhält er auch wieder diese heiligmachende Gnade. Wer nicht umkehrt, geht auf ewig verloren. Wenn ein Mensch nicht im Stand dieser Gnade lebt, kann der Heilige Geist in ihm nicht das Heil bewirken. Wer im Stand dieser Gnade lebt, wird durch den Heiligen Geist geheiligt, in dem Maß, in dem der Mensch mit der Gnade des Heiligen Geistes mitwirkt. Maria hat auf vollkommene Art mit allen Gnaden des Heiligen Geistes mitgewirkt. Sie war schweigsam, um die Stimme des Heiligen Geistes in ihrem Inneren zu vernehmen und sie war immer gehorsam, sie hat den erkannten Willen Gottes immer in die Tat umgesetzt, ohne Zaudern, ohne Vorbehalte. Ihre Seele wurde nie durch die Sünde befleckt. Bitten wir unsere Mutter Maria um ihre mächtige Fürsprache bei Gott, damit wir immer so wie sie handeln! Maria ist die reinste Braut des Heiligen Geistes.
10.3.2026
Der Mensch ist ein leib-geistiges Wesen. Den Geist des Menschen nennen wir auch Seele. Die Seele hat drei Fähigkeiten, sie kann rein Geistiges empfangen und versenden, sie kann Wahrheit erkennen, zwischen gut und böse unterscheiden und sie kann sich frei für das Gute oder Böse entscheiden. Die rein geistige Seele des Menschen ist von Gott unsterblich nach Seinem Ebenbild geschaffen. Darum sehnt sich der Mensch nach dem ewigen Leben in Gott.
Der Mensch ist ein Individuum und zugleich ein Sozialwesen.
Wonach strebt der Mensch? Der Mensch will etwas haben, er will etwas sein und er will etwas genießen. Dies entspricht seiner Natur und ist darum auch nicht in sich schlecht. Die große Gefahr dabei ist aber, dass der Mensch zuerst an sich selbst denkt, ichsüchtig, selbstsüchtig ist. Wir alle wollen etwas haben. Ich möchte etwas zum Essen haben, ich möchte eine Wohnung und Kleider haben. Aber vor allem will ich das ewige Leben, die ewige Liebe in Gott haben. Wenn ich zu sehr darauf aus bin, irdische Dinge haben zu wollen und zu wenig an die Bedürfnisse anderer Menschen denke, werde ich habsüchtig. Ganz ähnlich ist dies, wenn der Mensch etwas sein will. Jeder Mensch freut sich, wenn er geachtet wird, wenn er geliebt wird. Aber wenn ich zu sehr auf meine eigene Ehre aus bin, werde ich ehrsüchtig, hochmütig. Der Hochmütige sucht zuerst die eigene Ehre und erweist anderen Menschen und vor allem Gott zu wenig Ehre. Der Mensch will auch etwas genießen. Ich genieße es, wenn ich gut schlafen kann, wenn ich etwas zum Essen und zum Trinken habe, wenn ich nicht friere, wenn ich gesund bin, wenn ich die schöne Natur betrachten kann, wenn ich mich an Gott wenden darf und das darf ich ja immer. Aber es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ich zuerst nach irdischem Genuss oder ob ich nach himmlischem Genuss strebe. Wenn ich zu sehr nach irdischen Genüssen strebe, bin ich genusssüchtig, hedonistisch. Es gibt also drei große Gefahren für uns Menschen, die Habsucht, die Ehrsucht und die Genusssucht. Ein ichsüchtiger Mensch verfällt all diesen drei Gefahren. Hingegen ein liebender Mensch nicht, denn ein liebender Mensch schaut nicht zuerst auf seinen eigenen Vorteil, auf sein eigenes Wohlergehen, auf seine eigene Ehre, sondern er schaut auf Gott und dessen Willen. Dies kann ein Mensch aber nur dann, wenn er sich zuerst selbst verleugnet hat und Christus nachfolgt. Aber ohne die Hilfe Gottes vermag er all dies nicht. Der Mensch braucht die Gnade Gottes, um sein rein natürliches Streben zu überwinden, zu transformieren, also umzuwandeln. In der Taufe empfangen wir die Gnade Gottes und werden wir zu Kindern Gottes. Aber ohne Gebet und ohne Sakramentenempfang verlieren wir diese Gnade mit Sicherheit wieder. Wir neigen zum Bösen und gehen ohne Gott zugrunde. Darum müssen wir uns selbst misstrauen. Wir dürfen niemals denken, dass wir das Gute aus eigener Kraft heraus schaffen werden.
Die Sünde ist also eine und ist doch vielfältig. Sünde ist Gesetzwidrigkeit, denn sie wendet sich gegen die Gebote und Gesetze Gottes. Die Sünde ist Eigenwilligkeit, denn der Sünder will nicht den Willen Gottes erfüllen, sondern seinen eigenen Willen. Die Sünde ist Selbstsucht, denn der Sünder denkt nur an sich selbst, an sein eigenes Wohlergehen. Der Sünder widersetzt sich Gott, er entfernt sich von Gott, er vertraut auf sich selbst anstatt auf Gott allein. Der Sünder stellt sich selbst in den Mittelpunkt, für ihn ist er selbst das Maß aller Dinge. Obwohl allein Gott das Maß aller Dinge ist.
Der Mensch kann seine Ichsucht nur überwinden, wenn er demütig anerkennt, dass er nicht gut ist und dass Gott allein gut ist und dass er Gottes Hilfe stetig braucht, um aus seinem Leben etwas Gutes zu machen. Demut ist zuerst nötig.
Die Habsucht kann der Mensch durch die Freigebigkeit, durch die Armut überwinden.
Den Hochmut durch die Demut und den Gehorsam. Die Genusssucht durch die Reinheit und die Keuschheit. Hier können wir den tiefen Sinn der drei Gelübde erkennen. Wer Jesus nachfolgen will, muss die Armut (die Freigebigkeit, den Großmut, die Hochherzigkeit), den Gehorsam, die Demut und die Reinheit, die Keuschheit erwählen. Diese drei Gelübde können wir auch den drei göttlichen Personen zuordnen. Die Armut, die Freigebigkeit können wir Gott Vater zuordnen, denn Er ist die Güte.
Den Gehorsam, die Demut können wir Gott Sohn zuordnen, denn Er war Seinem Vater in allem gehorsam. In größter Demut hat Er sich selbst erniedrigt.
Die Keuschheit, die Reinheit können wir dem Heiligen Geist zuordnen, denn Er ist die reinste Liebe, die Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn. Er ist aus der Liebe des Vaters und des Sohnes hervorgegangen. Aus dieser Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn kann nur reinste heilige Liebe hervorgehen. Darum sagt uns Jesus ja auch, dass die Sünde gegen den Heiligen Geist nicht vergeben werden kann.
Wenn wir etwas haben wollen, sollten wir zuerst an die himmlische Herrlichkeit denken, wenn wir etwas sein wollen, sollten wir zuerst daran denken, dass wir Kinder Gottes sein dürfen und im Himmel Ihm ähnlich sein dürfen, wenn wir etwas genießen wollen, sollten wir zuerst daran denken, dass es keinen höheren Genuss geben kann, als mit Gott, mit der ewigen Liebe im Gebet vereint sein zu dürfen. Streben wir darum immer nach dem, was oben ist, nach dem Himmlischen, denn dazu sind wir von Gott berufen. Gott liebt uns und will immer das Beste für uns, unser ewiges Heil. Fügen wir uns Seinem Willen, übergeben wir Ihm vertrauensvoll unser ganzes Leben, lieben wir Ihn über alles!
11.3.2026
Herr Jesus Christus, ich liebe Dich und bete Dich an. Du bist der ewige Sohn Gottes. Du hast Dich entäußert und erniedrigt, Du bist Mensch geworden. Der ewige Vater hat Dich zu uns armen Sündern gesandt, um sich unser zu erbarmen, um uns all unsere Sünden zu vergeben, um uns für das ewige Leben zu erretten. Du bist gekommen, um uns all Deine Liebe zu erweisen, um uns Dein göttliches Leben zu schenken, um Dich selbst uns ganz zu schenken, um uns vom Vater Deinen Heiligen Geist zu schenken, damit Er in unseren Seelen Sein ewiges Heil wirkt und uns so heiligt. Wir sollen heilig sein, wie Du heilig bist, aber dies vermögen wir natürlich nicht aus eigener Kraft, sondern nur mit Deiner Gnade. Gib uns, dass wir immer gut mit Deiner Gnade mitwirken, dass wir immer auf die Eingebungen des Heiligen Geistes im inneren Schweigen achten und gemäß dieser Eingebungen leben! In meiner Armut komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Dein göttliches Leben! In meiner Sündhaftigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Dein Erbarmen, um Deine Vergebung! In meiner Gebrochenheit und Zerknirschung komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Heilung. In meiner Gefallenheit und Niedergeschlagenheit komme ich zu Dir und bitte Dich, o Jesus, mich wieder aufzurichten und mich zu ermutigen! In meiner Schwäche, Kraftlosigkeit und Ohnmacht komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Stärke! In meiner Unruhe und Ruhelosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Ruhe! In meiner Friedlosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deinen Frieden! In meiner Freudlosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Freude! In meiner Einsamkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Gemeinschaft mit Dir, um Deine Freundschaft! In meiner Lieblosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Liebe! Dank sei Dir, Du meine Liebe! Amen.
14.3.2026
Jesus sagt uns, dass wir vollkommen werden sollen, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist. Wir Menschen auf Erden sind alle unvollkommen, vor allem unsere Liebe ist sehr unvollkommen. Aber wir wünschten uns, dass es die vollkommene Liebe gibt, wir wollen vollkommen geliebt werden und wir wollen vollkommen lieben. Aber woher kommt die Liebe? Sie kommt allein von Gott, Er selbst ist die ewige Liebe und ohne Ihn gibt es keine Liebe. Darum müssen wir Ihn täglich um Seine Liebe bitten. Aber auch unser Gebet allein würde nichts nützen, wenn wir nicht im Stand der Gnade leben würden. Nur durch die heiligen Sakramente und durch das Halten der Gebote Gottes können wir im Stand der Gnade bleiben. Aber um die Gebote Gottes halten zu können, müssen wir natürlich Gottes Kraft dazu erflehen, denn ohne Ihn vermögen wir nichts.
Alles Unvollkommene muss vom Vollkommenen verursacht sein. Das, was unvollkommen ist, strebt nach dem, was vollkommen ist, aber aus eigener Kraft vermag das Unvollkommene nichts. Gehen wir also zu dem, der allein vollkommen ist und bitten wir Ihn um all Seine Gnaden, vor allem um Seine Liebe, das heißt um Ihn selbst! Wer getauft ist, katholisch ist und im Stand der Gnade lebt, darf Ihn in der heiligen Kommunion empfangen, darf mit unserem guten Gott ganz eins werden. Aber wehe dem, der unwürdig den Leib und das Blut Christi empfängt! Bitten wir den Heiligen Geist immer darum, dass Er unsere Herzen reinigen möge! Im Himmel ist nichts Unreines und der Himmel allein ist unser Ziel. Der Heilige Geist will uns reinigen, aber wir selbst müssen mit den Gnaden des Heiligen Geistes mitwirken, alles tun, was uns möglich ist, damit wir ganz rein und heilig werden. Das christliche Leben, die Nachfolge Jesu erfordert unser ganzes Herz, unsere Selbstverleugnung und diese ist nicht leicht für uns sündige Menschen, die wir immer dazu neigen, den bequemeren Weg einzuschlagen. Wir müssen dem Irdischen absterben, all unsere Begierden kreuzigen, mit Jesus am Kreuz für diese Welt sterben, damit wir mit Ihm für den Himmel leben. Der Himmel soll jetzt schon unsere wahre Heimat sein! Streben wir also nach dem Himmlischen, nach dem Vollkommenen! Wenn wir vollkommen werden wollen, wenn wir Liebende werden wollen, wenn wir Menschen werden wollen, die Gott aus ganzem Herzen lieben und anbeten, müssen wir dem rein Irdischen absterben, müssen wir auf reine Unterhaltung verzichten. Unsere heutige Welt ist geprägt von einer rein diesseitigen Kultur der oberflächlichen und verdorbenen Unterhaltung. Aus diesem modernen Babylon müssen wir innerlich ausziehen, damit wir von den Sünden dieser Hure Babylon nicht angesteckt werden. Keiner soll glauben, dass er vor dieser Ansteckung gefeit sei! Nein wir sind schwache Menschen, die zur Sünde, zum Bösen neigen. Darum müssen wir uns selbst misstrauen und innerlich uns von dieser verdorbenen modernen Welt ganz trennen. Und denken wir daran, dass schlechter Umgang die Sitten verdirbt. Suchen wir uns gute Freunde, die aus innerster Überzeugung Christen sind!
Hl. Gregor der Große (um 540-604)
Papst und Kirchenlehrer
Buch XII, SC 212 (Morales sur Job, trad. A. Bocognano, éd. du Cerf, 1974; S. 197-199; ins Dt. übers. © evangelizo)
Die Demut des Herzens
Sehr oft sieht sich der Gerechte, wenn er von Widrigkeiten überwältigt wird, dazu genötigt, auf seine guten Werke zu verweisen, so wie der selige Ijob, der nach einem gerechten Leben von Plagen heimgesucht wurde; der Ungerechte aber, wenn er die Worte des Gerechten hört, sieht darin eher Hochmut als Aufrichtigkeit. Er beurteilt die Worte des Gerechten nämlich mit seinem eigenen Herzen und kann sich nicht vorstellen, dass der Weise diese Worte in Demut gesprochen haben könnte. Wenn es auch tatsächlich ein schweres Vergehen ist, sich etwas anzumaßen, was man nicht ist, so ist es doch sehr oft kein Vergehen, die Tugend, die man besitzt, in Demut zu erwähnen. Es kommt also häufig vor, dass Gerechte und Ungerechte die gleichen Worte benutzen, doch ihre Herzen unterscheiden sich immer grundlegend, und je nachdem, ob sie vom Ungerechten oder Gerechten kommen, beleidigen oder besänftigen die gleichen Worte den Herrn.
So sprach der Pharisäer, der den Tempel betrat: „Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines Einkommens.“ Doch der Zöllner war es, der den Tempel gerechtfertigt verließ, nicht er. Auch König Hiskija sprach, schwer von Krankheit gezeichnet und dem Ende seines Lebens nahe, in seinem reumütigen Gebet: „Ach Herr, denk daran, dass ich in Treue und mit ungeteiltem Herzen vor dir gegangen bin“ (Jes 38,3). Der Herr begegnet dieser Erklärung der eigenen Vollkommenheit jedoch weder mit Geringschätzung noch mit Ablehnung: Er erhört sein Gebet sofort. Da haben wir also einerseits den Pharisäer, der sich in seinen Werken für gerecht erklärte, und andererseits Hiskija, der behauptete, sogar in seinen Gedanken gerecht zu sein: Beide zeigen das gleiche Verhalten, doch der eine beleidigte den Herrn, während der andere ihn besänftigte. Warum ist das so?
Weil der allmächtige Gott die Worte eines jeden von uns nach unserer Gesinnung abwägt und sein Ohr keine Überheblichkeit in Worten wahrnimmt, die aus der Demut des Herzens kommen. So war auch der selige Ijob, als er seine guten Werke darlegte, keineswegs hochmütig Gott gegenüber, da er in Demut vorbrachte, was er wirklich getan hatte.
15.3.2026
Ewiger Vater, ich bitte Dich um Deine allmächtige, gütige und barmherzige Liebe! Ewiger Sohn, ich bitte Dich um Deine demütige, gehorsame und hingebungsvolle Liebe! Ewiger Heiliger Geist, ich bitte Dich um Deine reine, keusche und sich selbst schenkende Liebe! Guter dreifaltiger Gott, Du bist nur Liebe und willst uns an Deiner heiligen Liebe teilnehmen lassen! Du hast uns aus Liebe erschaffen, Du schenkst Dich selbst uns ganz, damit auch wir zu Liebenden werden können. Wir bitten Dich, steh uns immer mit Deiner Gnade bei, damit wir mit ihr gut mitwirken, Dir ähnlich werden, indem wir Liebende werden! Hilf uns, dass wir unseren Trost, unsere Freude, unseren Frieden, unsere Liebe nicht mehr im Irdischen suchen, sondern nur noch bei Dir! Hilf uns, uns innerlich vom rein Irdischen loszuschälen und uns ganz an Dich zu binden! Je mehr ein Mensch seine Freuden im rein Irdischen sucht, um so weniger kann er seine Freude in Dir finden. Aber die wahre Freude können wir nur in Dir finden. Du bist die ewige Liebe, aber alles Irdische vergeht. Auf Dich allein wollen wir unsere ganze Hoffnung setzen. Dir vertrauen wir, Dich wollen wir aus ganzem Herzen lieben. Führe uns immer näher zu Dir, lass uns in Dir leben auf ewig! Amen.
19.3.2026
Je mehr wir unseren Trost, unsere Freude, unseren Frieden, unsere Liebe im Irdischen, in den Geschöpfen suchen, umso weniger können wir diese hohen Güter in Gott finden. Diese hohen Güter kann man zwar im Irdischen suchen, finden wird man sie dort aber niemals wirklich, finden kann man sie nur in Gott. Denn Er allein ist die Liebe, der Frieden, die Freude und der Trost. An Ihn allein sollen wir uns letztendlich binden, von Ihm sollen wir im guten Sinne abhängig sein. Aber wie viele Menschen machen sich von irdischen Dingen abhängig! Um ganz in Gott zu leben, um ganz mit Ihm vereint zu leben, müssen wir irdische Stützen abbrechen. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass man echte Freundschaften in Christus abbrechen soll. Denn solche guten Freundschaften helfen uns, immer mehr mit Christus eins zu werden. Aber wir sollten innerlich ganz frei von allen irdischen Bindungen sein. Vor allem von Freunden sollte man nicht abhängig sein. Je mehr man seine Freunde innerlich ganz los lässt, um so tiefer werden dann diese echten Freundschaften. Wenn diese nicht echt sind, werden diese zu Ende gehen, wenn sie aber echt sind, dann werden sich noch tiefer, je freier man innerlich von ihnen wird.
Das Ziel unseres christlichen Lebens sollte immer die Gotteinung sein, wir wollen mit unserem guten Gott ganz eins werden. Und um mit Ihm ganz eins werden zu können, müssen wir von allem Irdischen innerlich ganz frei sein. Mit der Hilfe Gottes können wir auch innerlich ganz frei von allem Irdischen werden. Machen wir uns mutig auf den Weg und bleiben wir nicht auf halber Strecke stehen! Im Normalfall ist dies sicherlich ein lebenslanger Prozess. Mut, Geduld und Ausdauer sind dringend nötig. Vor allem müssen wir auf unseren guten Gott unser ganzes Vertrauen setzen. Denn diese irdischen Stützen kann man nur abbrechen, wenn man sicher darauf vertraut, dass Gott einen hält, dass Gott einen auffängt. Überprüfen wir uns also sehr gut, von welchen irdischen Dingen oder Personen wir innerlich noch abhängig sind! Bedenken wir, dass wir vor allem von uns selbst frei werden müssen, von jeglicher Selbstsucht, Ichsucht! Dieses innerlich frei werden von allem Irdischen ist das eine. Das andere ist, Christus immer mehr zu suchen, Ihn immer mehr zu lieben, Ihn in Seinen inneren Gesinnungen immer mehr nachzuahmen Ihm bis ans Kreuz treu nachzufolgen. Er ist das Leben, in Ihm sollen wir bleiben, in Seiner Liebe, in Seinem Heiligen Geist! Bitten wir Ihn, Er möge alles von uns nehmen, was uns noch zu Ihm hindert, also vor allem unsere Sünden, aber dann auch unsere Unvollkommenheiten! Bitten wir Ihn, Er möge uns alles schenken, was uns hilft, immer mehr mit Ihm eins zu werden! So dann bitten wir Ihn, Er möge uns selbst uns nehmen, so dass wir nicht mehr uns selbst leben, sondern nur noch für Ihn und Sein Reich! Wenn wir soweit sind, können wir mit Paulus sprechen: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Leider sind aber nur wenige Menschen zu dieser restlosen Selbstverleugnung bereit, denn die meisten wollen noch etwas für sich selbst zurückbehalten. Ich denke, diese Menschen haben nicht das vollkommene Gottvertrauen, dass zuerst nötig ist, um sich vollkommen selbst zu verleugnen. Wenn ich fest glaube, dass Gott gut ist und dass Er immer nur das Beste für mein Leben will, nämlich mein ewiges Heil, dann will ich mich Ihm ganz übereignen, Ihn in mir nach Seinem heiligen Willen schalten und walten lassen. Dank sei Gott!
Dazu ein paar Bibeltexte:
1 Kor 2,6-16:
Wahre Weisheit. 6 Freilich verkündigen wir auch Weisheit — bei Vollkommenen —, jedoch nicht die Weisheit dieser Welt oder der Großen dieser Welt, die zunichte werden. 7 Vielmehr verkündigen wir die geheimnisvolle, verborgene Weisheit Gottes, die Gott vor aller Zeit zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat. 8 Die erkannte keiner von den Großen dieser Welt; denn wenn sie dieselbe erkannt hätten, dann hätten sie nicht den Herrn der Herrlichkeit ans Kreuz geschlagen. 9 Nein, hier gilt das Schriftwort: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in kein Menschenherz gedrungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“ 10 Uns aber hat es Gott durch seinen Geist geoffenbart; denn der Geist ergründet alles, auch die Tiefen der Gottheit. 11 Wer kennt das Innere des Menschen außer dem Geist, der im Menschen ist? Ebenso kennt auch niemand das Innere Gottes als nur der Geist Gottes. 12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. 13 Und das verkünden wir, freilich nicht in Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt: So bieten wir Geistesmenschen Geistiges dar. 14 Der natürliche Mensch erfasst nicht, was vom Geiste Gottes kommt, es erscheint ihm töricht, und er kann es nicht begreifen, weil es geistig beurteilt sein will. 15 Der geistige Mensch dagegen hat über alles ein Urteil; er selbst aber wird von niemand richtig beurteilt. 16 „Denn wer erkennt den Sinn des Herrn, dass er ihn belehren könnte?“ Wir aber besitzen den Sinn Christi.
Paulus sagt uns hier klar, dass nur der Mensch, der in der heiligen Taufe den Heiligen Geist empfangen hat, der im Heiligen Geist lebt, die Offenbarungen Gottes durch das Wirken des Heiligen Geistes verstehen kann. Gott kann aber auch die Ungetauften durch das Wirken des Heiligen Geistes erleuchten, so dass sie die Offenbarungen Gottes verstehen können. Und wenn sie diese verstehen und annehmen, müssen sie Gott auch gehorchen und sich taufen lassen.
Der Mensch muss innerlich frei von allem Irdischen werden, sich Gott ganz öffnen, um dem Evangelium zu glauben und Christus nachzufolgen. Wenn ein Mensch diese Offenheit hat, wird er sich auch vom Heiligen Geist leiten lassen, so dass er dann auch das, was vom Heiligen Geist kommt, geistig richtig beurteilen kann. Der rein natürlich gesonnene Mensch kann dies nicht geistig richtig beurteilen. Dies ist auch der Grund dafür, dass diejenigen, die Christus treu nachfolgen, von der Welt abgelehnt werden. (vgl. Mt 10). Das darf uns aber nicht von der Nachfolge Christi abhalten. Denn denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Besten, wie uns Paulus sagt. Wenn uns also die Welt ablehnt, weil wir christliche Überzeugungen haben, dann ist das gut für uns, denn so reinigt uns Gott immer mehr, so dass wir innerlich immer freier und reiner werden. So handelt Gott an uns, damit wir unser Vertrauen nicht auf Irdisches setzen, nicht auf andere Menschen, sondern allein auf Ihn. Gott ist unsere feste Burg, unser Fels, unser Halt. Bauen wir auf Ihn! Er verlässt uns nicht, auch wenn uns alle Menschen verlassen sollten.
1 Kor 7,25-40:
25 Was die Jungfrauen betrifft, so habe ich vom Herrn kein Gebot; aber einen Rat will ich geben als einer, der durch die Gnade des Herrn Glauben verdient. 26 Ich meine, schon wegen der obwaltenden Bedrängnis ist es für sie gut, so zu bleiben, wie es überhaupt für jedermann gut ist. 27 Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Trennung; bist du ledig, so suche keine Frau. 28 Wenn du aber heiratest, begehst du dadurch keine Sünde; und wenn eine Jungfrau heiratet, begeht sie dadurch keine Sünde. Freilich werden solche irdische Trübsal haben, und davor möchte ich euch bewahren. 29 Das sage ich euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher sollen die, die eine Frau haben, so leben, als hätten sie keine; 30 die da weinen, als weinten sie nicht; die sich freuen, als freuten sie sich nicht; die etwas erwerben, als hätten sie nichts zu eigen; 31 die mit der Welt verkehren, als verkehrten sie nicht mit ihr; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. 32 Ich möchte, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefalle; 33 der Verheiratete aber ist um weltliche Dinge besorgt, wie er der Frau gefalle. 34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist besorgt um die Sache des Herrn, sie will an Leib und Seele heilig sein; die verheiratete dagegen ist besorgt um weltliche Dinge, wie sie dem Manne gefalle. 35 Das sage ich zu eurem Besten, nicht um euch eine Schlinge umzuwerfen, sondern weil ich bedacht bin auf gute Sitte und auf ungestörte Hingabe an den Herrn. 36 Wenn jemand meint, er handle schimpflich gegen seine Jungfrau, wenn sie über die Reife hinaus ist, und es so kommen muss, so tue er nach seinem Gutdünken. Er sündigt damit nicht: sie mögen heiraten. 37 Wer aber in seinem Herzen feststeht und nicht genötigt wird, sondern frei ist in seinem Willensentschluss und sich vorgenommen hat, seine Jungfrau zu behalten, der tut wohl daran. 38 Wer also seine Jungfrau verheiratet, handelt gut; wer sie nicht verheiratet, handelt besser. 39 Die Frau ist so lange gebunden, als ihr Mann lebt. Ist ihr Mann entschlafen, so ist sie frei und darf heiraten, wen sie will; jedoch geschehe es im Herrn. 40 Seliger aber ist sie, wenn sie bleibt, wie sie ist. Das ist meine Meinung, und ich glaube doch den Geist Gottes zu besitzen.
Hier zeigt uns Paulus ganz klar, dass wir alles Irdische innerlich loslassen sollen, damit wir uns ganz an Gott binden und Ihn mit ungeteiltem Herzen lieben sollen. Paulus kennt natürlich den Menschen gut und weiß, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, auf die eheliche Liebe zu verzichten. Und diese ist ja natürlich auch ein hohes Gut, wenngleich es besser ist, um des Himmelreiches willen auf sie zu verzichten. Wenn man sich aber dazu nicht in der Lage sieht, dann soll man aber dennoch so leben, als ob man nicht verheiratet wäre, das heißt, man soll innerlich vom Ehepartner nicht abhängig sein, was natürlich nicht leicht für einen Verheirateten ist. Der Mensch muss innerlich ganz frei von allem Irdischen werden, eben auch von anderen Menschen, um Gott aus ganzem Herzen lieben zu können. Dies ist der einzige Weg zur Gotteinung. Wer einen anderen Menschen innerlich nicht ganz loslässt, sucht noch seinen eigenen Vorteil. Die Liebe aber sucht nie den eigenen Vorteil. Die Liebe gibt sich hin, sie will sich verschenken.
Lk 14,33: So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er besitzt.
Hl. Bernhard von Clairvaux (1091-1153)
Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
24. Predigt über das Hohelied (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten“
Wenn ihr an Christus glaubt, so tut auch die Werke Christi, damit euer Glaube lebendig sei; die Liebe wird diesen Glauben beleben und die Tat ihn beweisen. Ihr, die ihr danach strebt, in Christus zu bleiben, müsst euch auch so verhalten wie er. Wenn ihr Ehre sucht, wenn ihr die Glücklichen dieser Welt beneidet, wenn ihr schlecht über Abwesende redet, Böses mit Bösem vergeltet – Christus hat so etwas nicht getan. Ihr sagt, dass ihr Gott kennt, aber eure Taten verleugnen ihn […]: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen“, sagt die Schrift, „sein Herz aber ist weit weg von mir“ (Jes 29,13; Mt 15,8). […]
Nun reicht aber der Glaube, selbst wenn es der rechte ist, nicht aus, um einen heiligen, rechtschaffenen Menschen hervorzubringen, wenn dieser Glaube nicht in der Liebe wirksam ist. Wer keine Liebe hat, ist nicht in der Lage, die Braut, die Kirche Christi zu lieben. Und die Werke, selbst wenn sie in Rechtschaffenheit vollbracht werden, vermögen ohne Glauben nicht, das Herz gerecht zu machen. Einem Menschen, der Gott nicht gefällt, kann man keine Rechtschaffenheit zuschreiben, denn „ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebr 11,6). Wer Gott nicht gefällt, dem wird auch Gott nicht gefallen. Wem aber Gott gefällt, der kann Gott nicht missfallen. Und wem Gott nicht gefällt, dem gefällt auch die Kirche, seine Braut, nicht. Wie könnte also jemand gerecht sein, wenn er weder Gott noch seine Kirche liebt, von der es heißt: „Die Gerechten lieben dich“ (Hld 1,3 Vulg).
Dem Heiligen genügt weder der Glaube ohne die Werke noch die Werke ohne den Glauben, um die Rechtschaffenheit der Seele zu bewirken. Wir, Brüder, die wir an Christus glauben, müssen versuchen, einen geraden Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam Herz und Hände zu Gott erheben, damit wir ganz gerecht befunden werden, indem wir die Richtigkeit unseres Glaubens durch gerechte Taten bestätigen, die Braut-Kirche lieben und vom Bräutigam geliebt werden, unserem Herrn Jesus Christus, Gott, gepriesen in alle Ewigkeit.
20.-21.3.2026
Viele kleine Schritte führen uns mit der Hilfe Gottes sicher ans ewige Ziel. Wir müssen nur darauf achten, immer in Jesus zu bleiben. Für mich ist es jetzt erst einmal wichtig, auf gewisse Dinge zu verzichten, ich möchte nur noch sehr wenig Musik anhören, im Normalfall keine Spielfilme mehr anschauen und auf andere Arten der reinen Unterhaltung verzichten. Im Internet möchte ich vorsichtiger sein und mich nicht mehr von meiner Neugierde leiten lassen. Mein Interesse an Fußball will ich einschränken. Ein schöner Sport, wenn man ihn aktiv betreibt, aber wenn man zu sehr darauf aus ist, im Internet oder im Fernsehen Fußballspiele anzuschauen oder Sportberichte zu lesen, dann besteht auch hier eine gewisse Abhängigkeit. Und von dieser will ich auch frei werden. Ich möchte eben näher zu Gott kommen und wenn mich rein irdische Dinge zu sehr interessieren oder gar fesseln, dann halten mich diese Dinge davon ab, näher zu Gott zu kommen. Der heilige Paulus war im Glauben viel weiter vorangeschritten als ich. Er konnte sagen: „Die Welt ist mir gekreuzigt und ich bin der Welt gekreuzigt.“ Sein Herz hängte nicht mehr am Irdischen, er war ganz frei davon und die Welt hatte an ihm kein Interesse mehr, weil sein Denken und Handeln ganz auf Gott bezogen gewesen ist.
Ich habe nur wenig natürliche Fähigkeiten, bin nun auch schon 63 Jahre alt und meine Gesundheit ist nicht gut. Dies alles führt dazu, dass andere Menschen wenig Interesse an mir haben. Gott aber hat dies in meinem Leben alles so vorgesehen, wie ich glaube, damit ich mich ganz auf Ihn konzentriere. Und das ist sehr gut so. Ich danke Gott für alles und bin in meinem Innersten sehr froh, auch wenn es mir äußerlich gesehen nicht so gut geht. Hätte ich mehr natürliche Fähigkeiten, wäre ich gesund, stark und erfolgreich, so würden sich die Menschen mehr für mich interessieren, aber ich wäre mit Sicherheit nicht so nah bei unserem guten Gott! Dank sei Ihm für alles! Vertrauen wir immer auf Seine gütige und weise Vorsehung!
Und wenn mir Gott noch mehr natürliche Fähigkeiten wegnehmen würde, wäre dies auch gut. Denn ich möchte ganz aus dem Glauben heraus leben. Ich will mich nicht auf meine natürlichen Fähigkeiten stützen, sondern allein auf Gott, auf unseren Herrn Jesus Christus, dem ich voll vertraue.
Ich liebe die heiligen Anna Schäffer sehr. Sie war auch im Dritten Orden des heiligen Franziskus. Von ihr möchte ich noch ein paar Worte zitieren, die ich auch sehr gut auf mein Leben anwenden kann:
"Der liebe Gott könnte mir in einem Augenblick alles (sie meint ihre schwere Leiden) hinweg nehmen, doch nein, es ist mir so nützlich! Und mit der heiligen Liebe und Freude will ich mein Kreuzlein umfassen und küssen und nach Gottes heiligem Willen solange leiden, bis ich reif werde zur ewigen Liebe, zum ewigen Leben. O mein Gott, ich preise Dir mehr für alle Leiden, die Du mir schenkst als für die unendlich vielen von Dir erhaltenen Freuden.
Die wahre göttliche Liebe erlangt man nicht, wenn man aus dem Kelche des Leidens nicht getrunken, die Entziehung des Lichtes nicht erfahren und die Verlassenheit von seitens Gottes nicht erduldet hat."
Wir müssen uns fragen, wohin uns unser Herz zieht, oder von wem oder von was lassen wir uns anziehen. Wir haben alle unsere natürlichen Neigungen und diese ziehen uns zu den irdischen Dingen, zum Geschöpflichen hin, da wir dies sehen können. Gott hingegen sehen wir nicht. Um Gott näher zu kommen, müssen wir an Ihn und an Seinen Sohn fest glauben, wir müssen auf Ihn hoffen und Ihn über alles lieben. Dazu müssen wir uns aber zuerst selbst verleugnen und dies ist nicht leicht und dies will nicht jeder. Wir müssen also unsere Natur überwinden. Und so betrachtet ist es nicht schlecht, wenn uns Gott gewisse natürlichen Neigungen und Fähigkeiten wegnimmt. Bitten wir Ihn darum, uns diese wegzunehmen, falls Ihm das so gefällt, so dass wir immer mehr aus dem Glauben heraus leben können! Stützen wir uns nicht auf Irdisches, denn ansonsten stürzen wir ein! Der moderne Mensch will eine Welt ohne Gott erschaffen. Dies kann niemals gut gehen. Gott allein ist der ewig Seiende, Er ist das Leben, Er ist die Liebe und die Wahrheit. Ohne Ihn gehen wir zugrunde. Ohne Ihn gibt es weder Ordnung noch Liebe, sondern nur ein großes Durcheinander. Ohne Gott kann die Seele nicht atmen, nicht zur Ruhe kommen, ohne Gott erstickt unsere Seele. Er allein kann unser Herz auf ewig erfüllen! Offen gesagt, ist es sehr dumm, zu glauben, dass Irdisches unser Herz erfüllen könnte. Reichtum, Macht, Vergnügungen können uns keinen inneren Frieden schenken. Auch können uns andere Menschen nicht die wahre Liebe schenken, auch wenn sie sich noch so sehr darum bemühen würden, denn die Liebe kommt immer allein von Gott. Wir aber dürfen Mitarbeiter Gottes sein, wir dürfen Seine Liebe empfangen, in uns behüten und bewahren und weitergeben. So will uns Gott in Liebende umgestalten und nur durch die Liebe können wir Ihm ähnlich werden. Je mehr wir Ihm ähnlich werden, umso mehr werden wir vergöttlicht. Wir werden natürlich nicht Gott, wir bleiben immer Seine Geschöpfe, aber wir dürfen Ihm immer ähnlicher werden, weil wir mit Ihm immer mehr eins werden, wenn wir in Seiner Liebe bleiben und in Seiner Liebe wachsen. Die Liebe ist unsere Berufung. „Alles vergeht, nur die Liebe bleibt!“ sagt uns Paulus. Streben wir also vor allem nach der Liebe! Aber die Liebe geht aus dem Glauben und der Hoffnung hervor. Ohne Glauben und Hoffnung können wir die Liebe nicht erlangen. Bitten wir Gott darum, Er möge in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe stärken und vermehren! Gott gibt uns alles, was zu unserem ewigen Heil gut ist, wenn wir Ihn vertrauensvoll und beständig darum bitten.
Es gibt heute so wenig Heilige, weil die meisten Menschen mittelmäßig und oberflächlich sind. Jesus aber sagt uns, dass wir unser Auge ausreißen sollen, wenn es um zum Bösen verleitet. Auch wenn dies nur ein Bild ist, so will uns Jesus durch dieses Bild ganz klar sagen, dass wir alles uns Mögliche tun müssen, um nach Seinem Willen zu leben. Gott will nicht nur, dass wir nicht mehr sündigen, Er will auch dass wir vollkommen werden. Und diese Vollkommenheit können wir nicht mit Mittelmäßigkeit erreichen, sondern nur mit einer radikalen Hingabe und Treue in der Nachfolge Jesu. Wer Jesus nur nachfolgen will, solange er nicht leiden muss, folgt Ihm nicht wirklich nach! Wir können Ihm nur nachfolgen, wenn wir dazu bereit sind, mit Ihm zu leiden und zu sterben. Aber wer ist das schon? Die heutigen Menschen sind meist viel zu verweichlicht und verweltlicht. Fast jeder sucht sich irgendwelche Vergnügungen und bindet sein eigenes Herz an diese und wehe, wenn man ihm diese wegnimmt. Dann verliert dieser Mensch seinen Halt oder besser gesagt, er entdeckt, dass er gar keinen Halt hat. Denn allein Gott kann unser wahrer Halt sein. Die meisten Menschen sind leider haltlos. Wir müssen ihnen das Wort Gottes authentisch verkündigen. Einige werden es annehmen.
21.3.2026
Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591)
Karmelit, Kirchenlehrer
Der Aufstieg zum Karmel, II, Kap. 22 22 (La Montée du Carmel, II, ch. 22; trad. OC, Cerf 1990, p. 736 rev.; ins Dt. übers. © evangelizo)
„Noch nie hat ein Mensch so gesprochen (Joh 7,46)“
Gott könnte zu uns sagen: „Mein Sohn ist mein ganzes Wort, meine ganze Antwort, er ist alles, was ich in Visionen gezeigt, alles, was ich geoffenbart habe; ich habe euch alles gesagt, alles beantwortet, alles geoffenbart, als ich ihn euch zum Bruder, Wegbegleiter, Herrn, Erbteil und Lohn gab […]: ‚Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören‘ (Mt 17,5). [...] Wenn du willst, dass ich dir verborgene Dinge oder geheimnisvolle Ereignisse aufdecke, blicke nur auf ihn und du wirst, in ihm verwahrt, tiefste Geheimnisse finden, Weisheit und Wundertaten Gottes, nach dem Wort des Apostels: ‚In ihm, dem Sohn Gottes, sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen‘ (Kol 2,3). Diese Schätze der Weisheit werden für dich erhabener, kraftvoller und nützlicher sein als alles, was du anderswo lernen könntest. Deshalb rühmt sich derselbe Apostel, ‚nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten‘ (1 Kor 2,2). Wenn du nach Visionen oder Weissagungen verlangst, göttlicher oder körperlicher Art, dann blicke auf ihn, den menschgewordenen Gott, und du wirst das finden, was alle deine Gedanken übersteigt, denn der Apostel Paulus sagt weiter: ‚Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig‘ (Kol 2,9)“.
Es ist also nicht mehr vonnöten wie einst, Gott zu befragen, und es ist nicht mehr nötig, dass er spricht […]. Es gibt keinen weiteren Glaubensinhalt mehr, der zu offenbaren wäre, und wird es nie mehr geben.
22.3.2026
Geliebter Herr Jesus Christus, hilf mir, mein Herz von allem rein Irdischen zu reinigen und zu entleeren, so dass Du allein in Deiner ganzen Fülle in meinem Herzen wohnen und regieren kannst! Gib mir Mut und Kraft, befreie mich von aller Menschenfurcht! Hilf mir, alle Menschen mit Deiner Liebe zu lieben, zu allen freundlich zu sein! Schenke mir ein freies Herz, dass sich nicht von anderen Menschen oder von Dingen abhängig macht! Stärke mich in meinen Versuchungen und bewahre mich vor allem Bösen! Amen.
23.3.2026
E-Mail an einen Bekannten:
Gott führt uns mit Sicherheit auf dem rechten Weg, wenn wir Ihn darum bitten. Die Frage aber ist, wie sehr wir bereit sind, uns selbst zu verleugnen, um wirklich in allen Dingen nur den Willen Gott tun zu wollen! Das Problem der meisten Christen ist die Oberflächlichkeit, die Mittelmäßigkeit, die Halbherzigkeit. Sie sagen, dass sie Christus nachfolgen wollen, aber sie sind nicht dazu bereit, gewisse Vergnügungen aufzugeben, auch wenn sie erkennen, dass diese Vergnügungen verhindern, dass sie sich Christus ganz hingeben. Wer sich ganz hingeben will, darf nicht mehr seinen eigenen Vorteil suchen, darf sich nicht mehr von seiner Habgier leiten lassen, sondern nur noch vom Heiligen Geist. Wer Christus nachfolgen will, muss bereit sein, mit Ihm zu leiden und zu sterben. Viele folgen Christus nur bis zu einer bestimmten Grenzlinie, bis zur Schmerzgrenze, aber sie sind nicht dazu bereit, sich Gott ganz hinzugeben, sich Ihm völlig auszuliefern, blind auf Ihn zu vertrauen. Gott aber ist nur gut, Er will immer nur das Beste für uns, unser ewiges Heil. Viele Menschen wollen es aber besser wissen als Gott. Sie sagen, dies oder jenes sei nicht gut für sie, obwohl es Gott so für sie gefügt hat. Wer Gott vertrauen will, muss sich Ihm in allem fügen. So wie Gott es im Leben fügt, ist es am besten. Seien wir darum fügsam gegenüber den Fügungen Gottes und verfügbar, so dass Gott frei über unser Leben verfügen kann, so wie es Ihm gefällt!
In unserem wunderbaren Gott mit Dir im Gebet verbunden,
Adolf