3.3.2026
Zwei E-Mails an einen Bekannten:
Herzlichen Dank für Deine guten Worte!
Der heilige Franz von Sales sagt, dass dort wo Lärm ist, der Heilige Geist nicht ist. Mir scheint, der Böse versucht heute alles, damit die Menschen nicht zur inneren Ruhe, nicht zum inneren Frieden finden, denn im Innersten unserer Seele wartet Gott auf uns. Es ist so wichtig, in seine eigene Seele einzukehren, dort bei unserem guten Gott in Ruhe zu verweilen.
Die heutige Arbeitswelt fördert nicht die innere Einkehr. Da kann ich Dich gut verstehen. Bei mir ist dies besser, da ich Frührentner bin, als Nachhilfelehrer und als Buchautor arbeite. Da kann ich mehr Möglichkeiten zur inneren Einkehr finden, aber leider nütze ich diese Möglichkeiten oft zu wenig. Ich bitte Dich darum um Dein Gebet, damit ich innerlicher werde. Herzlichen Dank!
In Gott mit Dir verbunden,
Adolf
Herzlichen Dank für Dein Gebet und Deine guten Worte! Ich bete auch für Dich. Lassen wir uns nicht von anderen Menschen frustrieren oder gar entmutigen. Es ist ja immer der Teufel, der uns entmutigen will und dies tut er auch durch andere Personen. Auch wenn andere Menschen zu hohe Anforderungen und Erwartungen an uns haben, sollten wir zwar versuchen, alles gut zu machen, aber wir sollten nicht versuchen, alles perfekt gemäß der Wünsche anderer zu machen. Wer viel Menschenfurcht hat, versucht immer, es allen recht zu machen, weil er Angst vor Kritik hat. Übergeben wir Jesus all unsere Menschenfurcht und versuchen wir immer auf das zu schauen, was Gott von uns will! Wir wollen Gott gefallen und nicht anderen Menschen.
In unserem guten Gott mit Dir verbunden,
Adolf
5.3.2026
An der Substanz der Lehre darf die Kirche nichts ändern. Dies hat sie aber leider getan, indem sie Ehebrechern in Einzelfällen den Kommunionempfang erlaubt, was 2000 Jahre lang streng verboten gewesen ist. Wer im Zustand einer schweren Sünde die heilige Kommunion empfängt, begeht ein Sakrileg. Amoris Laetitia mit der Interpretation von Papst Franziskus bezüglich des Empfangs der Sakramente für Ehebrecher muss unbedingt rückgängig gemacht werden. Solange Papst Leo dies nicht tut, stimmt er mit Papst Franziskus überein. Und wie sehr schadet dies der Glaubwürdigkeit der Kirche!
Die sakramental geschlossenen Ehen werden immer weniger. Da sich die Menschen immer weniger an Gott binden wollen, binden sie sich auch in der Ehe immer weniger. Die Menschen heute wollen frei und unabhängig sein, aber sie erkennen nicht, dass gerade die Bindung an Gott dem Menschen die wahre Freiheit schenkt.
6.3.2026
Hl. Basilius (um 330-379)
Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
5. Homilie über das Hexaëmeron, 6; SC 26 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1925)
Frucht bringen
Immer wieder vergleicht der Herr die Menschenseele mit dem Weinberg: „Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fruchtbaren Höhe“ (Jes 5,1). Und: „Ich habe einen Weinberg gepflanzt und mit einem Zaun umgeben“ (vgl. Mt 21,33). Offenbar versteht er unter Weinberg die Menschenseelen, die er wie mit einem Zaun mit dem Wall der Gebote und dem Schutz der Engel umgeben hat. Denn „der Engel des Herrn umschirmt, die ihn fürchten“ (Ps 33(34),8). Sodann hat er gleichsam Schutzwehren um uns aufgestellt, indem er „in der Kirche die einen erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer eingesetzt hat“ (vgl. 1 Kor 12,28). Darüber hinaus erhebt er durch das Beispiel dieser heiligen Männer unsere Gesinnung, so dass sie nicht zu Boden sinkt und mit Füßen zerstampft zu werden verdient. Er will auch, dass wir den Nächsten mit den Umarmungen der Liebe umfangen wie mit den Ranken eines Weinstocks und davon nicht ablassen, damit wir immer den Zug nach oben bewahren und uns wie Kletterreben bis zu den höchsten Gipfeln erheben.
Auch fordert er uns auf, uns reinigen, also beschneiden zu lassen. Eine Seele wird dann beschnitten, wenn sie die Sorgen der Welt, die eine Last für unsere Herzen sind, abschüttelt. Wer also die Liebe zu dieser Welt und die Gier nach Reichtum von sich weist oder die Leidenschaft für den erbärmlichen Ruhm als abscheulich und verachtenswert empfindet, der ist sozusagen beschnitten worden und atmet wieder frei, befreit von der törichten Last irdischer Gesinnung.
Um aber im Bild des Gleichnisses zu bleiben, dürfen wir nicht nur Holz produzieren, das heißt einherstolzieren und dem Lob Außenstehender nachjagen, sondern wir sollen Frucht bringen, indem wir unsere guten Werke aufbewahren, um sie dem wahren Winzer zu zeigen (vgl. Joh 15,1).
8.3.2026
Gütiger dreifaltiger Gott, ich liebe Dich. Bitte vergib mir all meine vielen Sünden! Ich habe Gutes unterlassen und Böses getan, ich habe vor allem zu wenig mit Deinen Gnaden mitgewirkt, ich habe zu wenig geliebt, obwohl Du mir Deine ganze Liebe geschenkt hast und Sie mir auch weiterhin schenken wirst. Es mangelt mir vor allem an Innerlichkeit. Ich bin oft zu äußerlich, lasse mich von äußeren Reizen leiten, anstatt von Deinem Heiligen Geist. Wenn ich müde und erschöpft bin, neige ich oft dazu, mir irdischen Trost zu suchen, z.B. im Internet, anstatt den wahren Trost allein bei Dir zu suchen. Ich gehe oft den leichteren, bequemeren Weg. Das innere Gebet ist ja auch nicht so leicht, es erfordert Selbstverleugnung. Um innerlich zu beten, muss ich auf alles Äußere bewusst verzichten, muss ich meine Sinneskräfte abschalten. Anbeten kann ich Dich nur im Geist und in der Wahrheit. Ich muss mich ganz auf Dich hin ausrichten. Du bist die ewige Liebe, nur Du kannst mir die wahre Liebe schenken. Deine Liebe will ich betrachten und beschauen. Inneres Schauen statt äußeres Schauen! Bewusster Verzicht auf alles Äußere, auf alles, was mich äußerlich anzieht, bewusster Verzicht auf jeden irdischen Trost! Hilf mir, aus dieser lauten, verwirrten und verwirrenden Welt innerlich bewusst auszuziehen, mich in meine Seele zurück zu ziehen, um dort ganz mit Dir vereint im Verborgenen zu leben. Äußerlich kann ich nicht aus dieser Welt ausziehen, aber innerlich mit Deiner Hilfe schon. Dies muss ich auch, da ich kein Sklave dieser Welt sein will, sondern Dein Kind und Dein Freund. Darum geht es mir, meine wahre Heimat kann allein bei Dir sein. Du bist mein Ein und Alles. Auf Dich vertraue ich und auf Dich hoffe ich. Du bist die einzige Quelle wahren Lebens, Du bist mein Leben, meine Liebe, meine Freude und mein Frieden. Ohne Dich kann ich nicht leben, ohne Deine Liebe erstickt meine Seele. Ich danke Dir so sehr, dass Du Dich mir ganz schenkst! Und ich bitte Dich, alles von mir zu nehmen, was mich hindert zu Dir und mir alles zu geben, was mich fördert zu Dir! Du schenkst Dich mir! Gib mir die Gnade, dass auch ich mich Dir ganz schenke! Und lass mich immer in Deiner Liebe bleiben! Hilf mir, allen Menschen, denen ich begegne, mit denen ich zu tun haben werde, Deine Liebe weiter zu schenken! Deine Liebe kann ich nur in mir bewahren, wenn ich sie weiter schenke, wenn ich mich ganz hingebe, um Dir zu helfen Seelen zu retten. Nur wenn ich ein Liebender werde, werde ich Dir ganz ähnlich. Und nichts anderes ersehne ich in meinem Leben. Danke! Amen.
9.3.2026
Maria, die Kirche und die Seele
Durch das Wirken des Heiligen Geistes ist der Sohn Gottes in Maria Mensch geworden. Und Er hat uns Getauften in Seinen Leib eingegliedert. Wir sind nun Glieder Seines heiligen Leibes. Der Heilige Geist ist die Seele dieses Leibes und Er schenkt allen Gliedern das wahre übernatürliche Leben, die heiligmachende Gnade. Aber diese Gnade verliert ein Mensch, wenn er eine Todsünde begeht. Wenn er dann wieder umkehrt und in der hl. Beichte die Vergebung seiner Sünden von Gott geschenkt bekommt, erhält er auch wieder diese heiligmachende Gnade. Wer nicht umkehrt, geht auf ewig verloren. Wenn ein Mensch nicht im Stand dieser Gnade lebt, kann der Heilige Geist in ihm nicht das Heil bewirken. Wer im Stand dieser Gnade lebt, wird durch den Heiligen Geist geheiligt, in dem Maß, in dem der Mensch mit der Gnade des Heiligen Geistes mitwirkt. Maria hat auf vollkommene Art mit allen Gnaden des Heiligen Geistes mitgewirkt. Sie war schweigsam, um die Stimme des Heiligen Geistes in ihrem Inneren zu vernehmen und sie war immer gehorsam, sie hat den erkannten Willen Gottes immer in die Tat umgesetzt, ohne Zaudern, ohne Vorbehalte. Ihre Seele wurde nie durch die Sünde befleckt. Bitten wir unsere Mutter Maria um ihre mächtige Fürsprache bei Gott, damit wir immer so wie sie handeln! Maria ist die reinste Braut des Heiligen Geistes.
10.3.2026
Der Mensch ist ein leib-geistiges Wesen. Den Geist des Menschen nennen wir auch Seele. Die Seele hat drei Fähigkeiten, sie kann rein Geistiges empfangen und versenden, sie kann Wahrheit erkennen, zwischen gut und böse unterscheiden und sie kann sich frei für das Gute oder Böse entscheiden. Die rein geistige Seele des Menschen ist von Gott unsterblich nach Seinem Ebenbild geschaffen. Darum sehnt sich der Mensch nach dem ewigen Leben in Gott.
Der Mensch ist ein Individuum und zugleich ein Sozialwesen.
Wonach strebt der Mensch? Der Mensch will etwas haben, er will etwas sein und er will etwas genießen. Dies entspricht seiner Natur und ist darum auch nicht in sich schlecht. Die große Gefahr dabei ist aber, dass der Mensch zuerst an sich selbst denkt, ichsüchtig, selbstsüchtig ist. Wir alle wollen etwas haben. Ich möchte etwas zum Essen haben, ich möchte eine Wohnung und Kleider haben. Aber vor allem will ich das ewige Leben, die ewige Liebe in Gott haben. Wenn ich zu sehr darauf aus bin, irdische Dinge haben zu wollen und zu wenig an die Bedürfnisse anderer Menschen denke, werde ich habsüchtig. Ganz ähnlich ist dies, wenn der Mensch etwas sein will. Jeder Mensch freut sich, wenn er geachtet wird, wenn er geliebt wird. Aber wenn ich zu sehr auf meine eigene Ehre aus bin, werde ich ehrsüchtig, hochmütig. Der Hochmütige sucht zuerst die eigene Ehre und erweist anderen Menschen und vor allem Gott zu wenig Ehre. Der Mensch will auch etwas genießen. Ich genieße es, wenn ich gut schlafen kann, wenn ich etwas zum Essen und zum Trinken habe, wenn ich nicht friere, wenn ich gesund bin, wenn ich die schöne Natur betrachten kann, wenn ich mich an Gott wenden darf und das darf ich ja immer. Aber es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ich zuerst nach irdischem Genuss oder ob ich nach himmlischem Genuss strebe. Wenn ich zu sehr nach irdischen Genüssen strebe, bin ich genusssüchtig, hedonistisch. Es gibt also drei große Gefahren für uns Menschen, die Habsucht, die Ehrsucht und die Genusssucht. Ein ichsüchtiger Mensch verfällt all diesen drei Gefahren. Hingegen ein liebender Mensch nicht, denn ein liebender Mensch schaut nicht zuerst auf seinen eigenen Vorteil, auf sein eigenes Wohlergehen, auf seine eigene Ehre, sondern er schaut auf Gott und dessen Willen. Dies kann ein Mensch aber nur dann, wenn er sich zuerst selbst verleugnet hat und Christus nachfolgt. Aber ohne die Hilfe Gottes vermag er all dies nicht. Der Mensch braucht die Gnade Gottes, um sein rein natürliches Streben zu überwinden, zu transformieren, also umzuwandeln. In der Taufe empfangen wir die Gnade Gottes und werden wir zu Kindern Gottes. Aber ohne Gebet und ohne Sakramentenempfang verlieren wir diese Gnade mit Sicherheit wieder. Wir neigen zum Bösen und gehen ohne Gott zugrunde. Darum müssen wir uns selbst misstrauen. Wir dürfen niemals denken, dass wir das Gute aus eigener Kraft heraus schaffen werden.
Die Sünde ist also eine und ist doch vielfältig. Sünde ist Gesetzwidrigkeit, denn sie wendet sich gegen die Gebote und Gesetze Gottes. Die Sünde ist Eigenwilligkeit, denn der Sünder will nicht den Willen Gottes erfüllen, sondern seinen eigenen Willen. Die Sünde ist Selbstsucht, denn der Sünder denkt nur an sich selbst, an sein eigenes Wohlergehen. Der Sünder widersetzt sich Gott, er entfernt sich von Gott, er vertraut auf sich selbst anstatt auf Gott allein. Der Sünder stellt sich selbst in den Mittelpunkt, für ihn ist er selbst das Maß aller Dinge. Obwohl allein Gott das Maß aller Dinge ist.
Der Mensch kann seine Ichsucht nur überwinden, wenn er demütig anerkennt, dass er nicht gut ist und dass Gott allein gut ist und dass er Gottes Hilfe stetig braucht, um aus seinem Leben etwas Gutes zu machen. Demut ist zuerst nötig.
Die Habsucht kann der Mensch durch die Freigebigkeit, durch die Armut überwinden.
Den Hochmut durch die Demut und den Gehorsam. Die Genusssucht durch die Reinheit und die Keuschheit. Hier können wir den tiefen Sinn der drei Gelübde erkennen. Wer Jesus nachfolgen will, muss die Armut (die Freigebigkeit, den Großmut, die Hochherzigkeit), den Gehorsam, die Demut und die Reinheit, die Keuschheit erwählen. Diese drei Gelübde können wir auch den drei göttlichen Personen zuordnen. Die Armut, die Freigebigkeit können wir Gott Vater zuordnen, denn Er ist die Güte.
Den Gehorsam, die Demut können wir Gott Sohn zuordnen, denn Er war Seinem Vater in allem gehorsam. In größter Demut hat Er sich selbst erniedrigt.
Die Keuschheit, die Reinheit können wir dem Heiligen Geist zuordnen, denn Er ist die reinste Liebe, die Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn. Er ist aus der Liebe des Vaters und des Sohnes hervorgegangen. Aus dieser Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn kann nur reinste heilige Liebe hervorgehen. Darum sagt uns Jesus ja auch, dass die Sünde gegen den Heiligen Geist nicht vergeben werden kann.
Wenn wir etwas haben wollen, sollten wir zuerst an die himmlische Herrlichkeit denken, wenn wir etwas sein wollen, sollten wir zuerst daran denken, dass wir Kinder Gottes sein dürfen und im Himmel Ihm ähnlich sein dürfen, wenn wir etwas genießen wollen, sollten wir zuerst daran denken, dass es keinen höheren Genuss geben kann, als mit Gott, mit der ewigen Liebe im Gebet vereint sein zu dürfen. Streben wir darum immer nach dem, was oben ist, nach dem Himmlischen, denn dazu sind wir von Gott berufen. Gott liebt uns und will immer das Beste für uns, unser ewiges Heil. Fügen wir uns Seinem Willen, übergeben wir Ihm vertrauensvoll unser ganzes Leben, lieben wir Ihn über alles!
11.3.2026
Herr Jesus Christus, ich liebe Dich und bete Dich an. Du bist der ewige Sohn Gottes. Du hast Dich entäußert und erniedrigt, Du bist Mensch geworden. Der ewige Vater hat Dich zu uns armen Sündern gesandt, um sich unser zu erbarmen, um uns all unsere Sünden zu vergeben, um uns für das ewige Leben zu erretten. Du bist gekommen, um uns all Deine Liebe zu erweisen, um uns Dein göttliches Leben zu schenken, um Dich selbst uns ganz zu schenken, um uns vom Vater Deinen Heiligen Geist zu schenken, damit Er in unseren Seelen Sein ewiges Heil wirkt und uns so heiligt. Wir sollen heilig sein, wie Du heilig bist, aber dies vermögen wir natürlich nicht aus eigener Kraft, sondern nur mit Deiner Gnade. Gib uns, dass wir immer gut mit Deiner Gnade mitwirken, dass wir immer auf die Eingebungen des Heiligen Geistes im inneren Schweigen achten und gemäß dieser Eingebungen leben! In meiner Armut komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Dein göttliches Leben! In meiner Sündhaftigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Dein Erbarmen, um Deine Vergebung! In meiner Gebrochenheit und Zerknirschung komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Heilung. In meiner Gefallenheit und Niedergeschlagenheit komme ich zu Dir und bitte Dich, o Jesus, mich wieder aufzurichten und mich zu ermutigen! In meiner Schwäche, Kraftlosigkeit und Ohnmacht komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Stärke! In meiner Unruhe und Ruhelosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Ruhe! In meiner Friedlosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deinen Frieden! In meiner Freudlosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Freude! In meiner Einsamkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Gemeinschaft mit Dir, um Deine Freundschaft! In meiner Lieblosigkeit komme ich zu Dir, o Jesus und bitte Dich um Deine Liebe! Dank sei Dir, Du meine Liebe! Amen.
14.3.2026
Jesus sagt uns, dass wir vollkommen werden sollen, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist. Wir Menschen auf Erden sind alle unvollkommen, vor allem unsere Liebe ist sehr unvollkommen. Aber wir wünschten uns, dass es die vollkommene Liebe gibt, wir wollen vollkommen geliebt werden und wir wollen vollkommen lieben. Aber woher kommt die Liebe? Sie kommt allein von Gott, Er selbst ist die ewige Liebe und ohne Ihn gibt es keine Liebe. Darum müssen wir Ihn täglich um Seine Liebe bitten. Aber auch unser Gebet allein würde nichts nützen, wenn wir nicht im Stand der Gnade leben würden. Nur durch die heiligen Sakramente und durch das Halten der Gebote Gottes können wir im Stand der Gnade bleiben. Aber um die Gebote Gottes halten zu können, müssen wir natürlich Gottes Kraft dazu erflehen, denn ohne Ihn vermögen wir nichts.
Alles Unvollkommene muss vom Vollkommenen verursacht sein. Das, was unvollkommen ist, strebt nach dem, was vollkommen ist, aber aus eigener Kraft vermag das Unvollkommene nichts. Gehen wir also zu dem, der allein vollkommen ist und bitten wir Ihn um all Seine Gnaden, vor allem um Seine Liebe, das heißt um Ihn selbst! Wer getauft ist, katholisch ist und im Stand der Gnade lebt, darf Ihn in der heiligen Kommunion empfangen, darf mit unserem guten Gott ganz eins werden. Aber wehe dem, der unwürdig den Leib und das Blut Christi empfängt! Bitten wir den Heiligen Geist immer darum, dass Er unsere Herzen reinigen möge! Im Himmel ist nichts Unreines und der Himmel allein ist unser Ziel. Der Heilige Geist will uns reinigen, aber wir selbst müssen mit den Gnaden des Heiligen Geistes mitwirken, alles tun, was uns möglich ist, damit wir ganz rein und heilig werden. Das christliche Leben, die Nachfolge Jesu erfordert unser ganzes Herz, unsere Selbstverleugnung und diese ist nicht leicht für uns sündige Menschen, die wir immer dazu neigen, den bequemeren Weg einzuschlagen. Wir müssen dem Irdischen absterben, all unsere Begierden kreuzigen, mit Jesus am Kreuz für diese Welt sterben, damit wir mit Ihm für den Himmel leben. Der Himmel soll jetzt schon unsere wahre Heimat sein! Streben wir also nach dem Himmlischen, nach dem Vollkommenen! Wenn wir vollkommen werden wollen, wenn wir Liebende werden wollen, wenn wir Menschen werden wollen, die Gott aus ganzem Herzen lieben und anbeten, müssen wir dem rein Irdischen absterben, müssen wir auf reine Unterhaltung verzichten. Unsere heutige Welt ist geprägt von einer rein diesseitigen Kultur der oberflächlichen und verdorbenen Unterhaltung. Aus diesem modernen Babylon müssen wir innerlich ausziehen, damit wir von den Sünden dieser Hure Babylon nicht angesteckt werden. Keiner soll glauben, dass er vor dieser Ansteckung gefeit sei! Nein wir sind schwache Menschen, die zur Sünde, zum Bösen neigen. Darum müssen wir uns selbst misstrauen und innerlich uns von dieser verdorbenen modernen Welt ganz trennen. Und denken wir daran, dass schlechter Umgang die Sitten verdirbt. Suchen wir uns gute Freunde, die aus innerster Überzeugung Christen sind!
Hl. Gregor der Große (um 540-604)
Papst und Kirchenlehrer
Buch XII, SC 212 (Morales sur Job, trad. A. Bocognano, éd. du Cerf, 1974; S. 197-199; ins Dt. übers. © evangelizo)
Die Demut des Herzens
Sehr oft sieht sich der Gerechte, wenn er von Widrigkeiten überwältigt wird, dazu genötigt, auf seine guten Werke zu verweisen, so wie der selige Ijob, der nach einem gerechten Leben von Plagen heimgesucht wurde; der Ungerechte aber, wenn er die Worte des Gerechten hört, sieht darin eher Hochmut als Aufrichtigkeit. Er beurteilt die Worte des Gerechten nämlich mit seinem eigenen Herzen und kann sich nicht vorstellen, dass der Weise diese Worte in Demut gesprochen haben könnte. Wenn es auch tatsächlich ein schweres Vergehen ist, sich etwas anzumaßen, was man nicht ist, so ist es doch sehr oft kein Vergehen, die Tugend, die man besitzt, in Demut zu erwähnen. Es kommt also häufig vor, dass Gerechte und Ungerechte die gleichen Worte benutzen, doch ihre Herzen unterscheiden sich immer grundlegend, und je nachdem, ob sie vom Ungerechten oder Gerechten kommen, beleidigen oder besänftigen die gleichen Worte den Herrn.
So sprach der Pharisäer, der den Tempel betrat: „Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines Einkommens.“ Doch der Zöllner war es, der den Tempel gerechtfertigt verließ, nicht er. Auch König Hiskija sprach, schwer von Krankheit gezeichnet und dem Ende seines Lebens nahe, in seinem reumütigen Gebet: „Ach Herr, denk daran, dass ich in Treue und mit ungeteiltem Herzen vor dir gegangen bin“ (Jes 38,3). Der Herr begegnet dieser Erklärung der eigenen Vollkommenheit jedoch weder mit Geringschätzung noch mit Ablehnung: Er erhört sein Gebet sofort. Da haben wir also einerseits den Pharisäer, der sich in seinen Werken für gerecht erklärte, und andererseits Hiskija, der behauptete, sogar in seinen Gedanken gerecht zu sein: Beide zeigen das gleiche Verhalten, doch der eine beleidigte den Herrn, während der andere ihn besänftigte. Warum ist das so?
Weil der allmächtige Gott die Worte eines jeden von uns nach unserer Gesinnung abwägt und sein Ohr keine Überheblichkeit in Worten wahrnimmt, die aus der Demut des Herzens kommen. So war auch der selige Ijob, als er seine guten Werke darlegte, keineswegs hochmütig Gott gegenüber, da er in Demut vorbrachte, was er wirklich getan hatte.
15.3.2026
Ewiger Vater, ich bitte Dich um Deine allmächtige, gütige und barmherzige Liebe! Ewiger Sohn, ich bitte Dich um Deine demütige, gehorsame und hingebungsvolle Liebe! Ewiger Heiliger Geist, ich bitte Dich um Deine reine, keusche und sich selbst schenkende Liebe! Guter dreifaltiger Gott, Du bist nur Liebe und willst uns an Deiner heiligen Liebe teilnehmen lassen! Du hast uns aus Liebe erschaffen, Du schenkst Dich selbst uns ganz, damit auch wir zu Liebenden werden können. Wir bitten Dich, steh uns immer mit Deiner Gnade bei, damit wir mit ihr gut mitwirken, Dir ähnlich werden, indem wir Liebende werden! Hilf uns, dass wir unseren Trost, unsere Freude, unseren Frieden, unsere Liebe nicht mehr im Irdischen suchen, sondern nur noch bei Dir! Hilf uns, uns innerlich vom rein Irdischen loszuschälen und uns ganz an Dich zu binden! Je mehr ein Mensch seine Freuden im rein Irdischen sucht, um so weniger kann er seine Freude in Dir finden. Aber die wahre Freude können wir nur in Dir finden. Du bist die ewige Liebe, aber alles Irdische vergeht. Auf Dich allein wollen wir unsere ganze Hoffnung setzen. Dir vertrauen wir, Dich wollen wir aus ganzem Herzen lieben. Führe uns immer näher zu Dir, lass uns in Dir leben auf ewig! Amen.
19.3.2026
Je mehr wir unseren Trost, unsere Freude, unseren Frieden, unsere Liebe im Irdischen, in den Geschöpfen suchen, umso weniger können wir diese hohen Güter in Gott finden. Diese hohen Güter kann man zwar im Irdischen suchen, finden wird man sie dort aber niemals wirklich, finden kann man sie nur in Gott. Denn Er allein ist die Liebe, der Frieden, die Freude und der Trost. An Ihn allein sollen wir uns letztendlich binden, von Ihm sollen wir im guten Sinne abhängig sein. Aber wie viele Menschen machen sich von irdischen Dingen abhängig! Um ganz in Gott zu leben, um ganz mit Ihm vereint zu leben, müssen wir irdische Stützen abbrechen. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass man echte Freundschaften in Christus abbrechen soll. Denn solche guten Freundschaften helfen uns, immer mehr mit Christus eins zu werden. Aber wir sollten innerlich ganz frei von allen irdischen Bindungen sein. Vor allem von Freunden sollte man nicht abhängig sein. Je mehr man seine Freunde innerlich ganz los lässt, um so tiefer werden dann diese echten Freundschaften. Wenn diese nicht echt sind, werden diese zu Ende gehen, wenn sie aber echt sind, dann werden sich noch tiefer, je freier man innerlich von ihnen wird.
Das Ziel unseres christlichen Lebens sollte immer die Gotteinung sein, wir wollen mit unserem guten Gott ganz eins werden. Und um mit Ihm ganz eins werden zu können, müssen wir von allem Irdischen innerlich ganz frei sein. Mit der Hilfe Gottes können wir auch innerlich ganz frei von allem Irdischen werden. Machen wir uns mutig auf den Weg und bleiben wir nicht auf halber Strecke stehen! Im Normalfall ist dies sicherlich ein lebenslanger Prozess. Mut, Geduld und Ausdauer sind dringend nötig. Vor allem müssen wir auf unseren guten Gott unser ganzes Vertrauen setzen. Denn diese irdischen Stützen kann man nur abbrechen, wenn man sicher darauf vertraut, dass Gott einen hält, dass Gott einen auffängt. Überprüfen wir uns also sehr gut, von welchen irdischen Dingen oder Personen wir innerlich noch abhängig sind! Bedenken wir, dass wir vor allem von uns selbst frei werden müssen, von jeglicher Selbstsucht, Ichsucht! Dieses innerlich frei werden von allem Irdischen ist das eine. Das andere ist, Christus immer mehr zu suchen, Ihn immer mehr zu lieben, Ihn in Seinen inneren Gesinnungen immer mehr nachzuahmen Ihm bis ans Kreuz treu nachzufolgen. Er ist das Leben, in Ihm sollen wir bleiben, in Seiner Liebe, in Seinem Heiligen Geist! Bitten wir Ihn, Er möge alles von uns nehmen, was uns noch zu Ihm hindert, also vor allem unsere Sünden, aber dann auch unsere Unvollkommenheiten! Bitten wir Ihn, Er möge uns alles schenken, was uns hilft, immer mehr mit Ihm eins zu werden! So dann bitten wir Ihn, Er möge uns selbst uns nehmen, so dass wir nicht mehr uns selbst leben, sondern nur noch für Ihn und Sein Reich! Wenn wir soweit sind, können wir mit Paulus sprechen: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Leider sind aber nur wenige Menschen zu dieser restlosen Selbstverleugnung bereit, denn die meisten wollen noch etwas für sich selbst zurückbehalten. Ich denke, diese Menschen haben nicht das vollkommene Gottvertrauen, dass zuerst nötig ist, um sich vollkommen selbst zu verleugnen. Wenn ich fest glaube, dass Gott gut ist und dass Er immer nur das Beste für mein Leben will, nämlich mein ewiges Heil, dann will ich mich Ihm ganz übereignen, Ihn in mir nach Seinem heiligen Willen schalten und walten lassen. Dank sei Gott!
Dazu ein paar Bibeltexte:
1 Kor 2,6-16:
Wahre Weisheit. 6 Freilich verkündigen wir auch Weisheit — bei Vollkommenen —, jedoch nicht die Weisheit dieser Welt oder der Großen dieser Welt, die zunichte werden. 7 Vielmehr verkündigen wir die geheimnisvolle, verborgene Weisheit Gottes, die Gott vor aller Zeit zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat. 8 Die erkannte keiner von den Großen dieser Welt; denn wenn sie dieselbe erkannt hätten, dann hätten sie nicht den Herrn der Herrlichkeit ans Kreuz geschlagen. 9 Nein, hier gilt das Schriftwort: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in kein Menschenherz gedrungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“ 10 Uns aber hat es Gott durch seinen Geist geoffenbart; denn der Geist ergründet alles, auch die Tiefen der Gottheit. 11 Wer kennt das Innere des Menschen außer dem Geist, der im Menschen ist? Ebenso kennt auch niemand das Innere Gottes als nur der Geist Gottes. 12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. 13 Und das verkünden wir, freilich nicht in Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt: So bieten wir Geistesmenschen Geistiges dar. 14 Der natürliche Mensch erfasst nicht, was vom Geiste Gottes kommt, es erscheint ihm töricht, und er kann es nicht begreifen, weil es geistig beurteilt sein will. 15 Der geistige Mensch dagegen hat über alles ein Urteil; er selbst aber wird von niemand richtig beurteilt. 16 „Denn wer erkennt den Sinn des Herrn, dass er ihn belehren könnte?“ Wir aber besitzen den Sinn Christi.
Paulus sagt uns hier klar, dass nur der Mensch, der in der heiligen Taufe den Heiligen Geist empfangen hat, der im Heiligen Geist lebt, die Offenbarungen Gottes durch das Wirken des Heiligen Geistes verstehen kann. Gott kann aber auch die Ungetauften durch das Wirken des Heiligen Geistes erleuchten, so dass sie die Offenbarungen Gottes verstehen können. Und wenn sie diese verstehen und annehmen, müssen sie Gott auch gehorchen und sich taufen lassen.
Der Mensch muss innerlich frei von allem Irdischen werden, sich Gott ganz öffnen, um dem Evangelium zu glauben und Christus nachzufolgen. Wenn ein Mensch diese Offenheit hat, wird er sich auch vom Heiligen Geist leiten lassen, so dass er dann auch das, was vom Heiligen Geist kommt, geistig richtig beurteilen kann. Der rein natürlich gesonnene Mensch kann dies nicht geistig richtig beurteilen. Dies ist auch der Grund dafür, dass diejenigen, die Christus treu nachfolgen, von der Welt abgelehnt werden. (vgl. Mt 10). Das darf uns aber nicht von der Nachfolge Christi abhalten. Denn denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Besten, wie uns Paulus sagt. Wenn uns also die Welt ablehnt, weil wir christliche Überzeugungen haben, dann ist das gut für uns, denn so reinigt uns Gott immer mehr, so dass wir innerlich immer freier und reiner werden. So handelt Gott an uns, damit wir unser Vertrauen nicht auf Irdisches setzen, nicht auf andere Menschen, sondern allein auf Ihn. Gott ist unsere feste Burg, unser Fels, unser Halt. Bauen wir auf Ihn! Er verlässt uns nicht, auch wenn uns alle Menschen verlassen sollten.
1 Kor 7,25-40:
25 Was die Jungfrauen betrifft, so habe ich vom Herrn kein Gebot; aber einen Rat will ich geben als einer, der durch die Gnade des Herrn Glauben verdient. 26 Ich meine, schon wegen der obwaltenden Bedrängnis ist es für sie gut, so zu bleiben, wie es überhaupt für jedermann gut ist. 27 Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Trennung; bist du ledig, so suche keine Frau. 28 Wenn du aber heiratest, begehst du dadurch keine Sünde; und wenn eine Jungfrau heiratet, begeht sie dadurch keine Sünde. Freilich werden solche irdische Trübsal haben, und davor möchte ich euch bewahren. 29 Das sage ich euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher sollen die, die eine Frau haben, so leben, als hätten sie keine; 30 die da weinen, als weinten sie nicht; die sich freuen, als freuten sie sich nicht; die etwas erwerben, als hätten sie nichts zu eigen; 31 die mit der Welt verkehren, als verkehrten sie nicht mit ihr; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. 32 Ich möchte, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefalle; 33 der Verheiratete aber ist um weltliche Dinge besorgt, wie er der Frau gefalle. 34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist besorgt um die Sache des Herrn, sie will an Leib und Seele heilig sein; die verheiratete dagegen ist besorgt um weltliche Dinge, wie sie dem Manne gefalle. 35 Das sage ich zu eurem Besten, nicht um euch eine Schlinge umzuwerfen, sondern weil ich bedacht bin auf gute Sitte und auf ungestörte Hingabe an den Herrn. 36 Wenn jemand meint, er handle schimpflich gegen seine Jungfrau, wenn sie über die Reife hinaus ist, und es so kommen muss, so tue er nach seinem Gutdünken. Er sündigt damit nicht: sie mögen heiraten. 37 Wer aber in seinem Herzen feststeht und nicht genötigt wird, sondern frei ist in seinem Willensentschluss und sich vorgenommen hat, seine Jungfrau zu behalten, der tut wohl daran. 38 Wer also seine Jungfrau verheiratet, handelt gut; wer sie nicht verheiratet, handelt besser. 39 Die Frau ist so lange gebunden, als ihr Mann lebt. Ist ihr Mann entschlafen, so ist sie frei und darf heiraten, wen sie will; jedoch geschehe es im Herrn. 40 Seliger aber ist sie, wenn sie bleibt, wie sie ist. Das ist meine Meinung, und ich glaube doch den Geist Gottes zu besitzen.
Hier zeigt uns Paulus ganz klar, dass wir alles Irdische innerlich loslassen sollen, damit wir uns ganz an Gott binden und Ihn mit ungeteiltem Herzen lieben sollen. Paulus kennt natürlich den Menschen gut und weiß, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, auf die eheliche Liebe zu verzichten. Und diese ist ja natürlich auch ein hohes Gut, wenngleich es besser ist, um des Himmelreiches willen auf sie zu verzichten. Wenn man sich aber dazu nicht in der Lage sieht, dann soll man aber dennoch so leben, als ob man nicht verheiratet wäre, das heißt, man soll innerlich vom Ehepartner nicht abhängig sein, was natürlich nicht leicht für einen Verheirateten ist. Der Mensch muss innerlich ganz frei von allem Irdischen werden, eben auch von anderen Menschen, um Gott aus ganzem Herzen lieben zu können. Dies ist der einzige Weg zur Gotteinung. Wer einen anderen Menschen innerlich nicht ganz loslässt, sucht noch seinen eigenen Vorteil. Die Liebe aber sucht nie den eigenen Vorteil. Die Liebe gibt sich hin, sie will sich verschenken.
Lk 14,33: So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er besitzt.
Hl. Bernhard von Clairvaux (1091-1153)
Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
24. Predigt über das Hohelied (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten“
Wenn ihr an Christus glaubt, so tut auch die Werke Christi, damit euer Glaube lebendig sei; die Liebe wird diesen Glauben beleben und die Tat ihn beweisen. Ihr, die ihr danach strebt, in Christus zu bleiben, müsst euch auch so verhalten wie er. Wenn ihr Ehre sucht, wenn ihr die Glücklichen dieser Welt beneidet, wenn ihr schlecht über Abwesende redet, Böses mit Bösem vergeltet – Christus hat so etwas nicht getan. Ihr sagt, dass ihr Gott kennt, aber eure Taten verleugnen ihn […]: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen“, sagt die Schrift, „sein Herz aber ist weit weg von mir“ (Jes 29,13; Mt 15,8). […]
Nun reicht aber der Glaube, selbst wenn es der rechte ist, nicht aus, um einen heiligen, rechtschaffenen Menschen hervorzubringen, wenn dieser Glaube nicht in der Liebe wirksam ist. Wer keine Liebe hat, ist nicht in der Lage, die Braut, die Kirche Christi zu lieben. Und die Werke, selbst wenn sie in Rechtschaffenheit vollbracht werden, vermögen ohne Glauben nicht, das Herz gerecht zu machen. Einem Menschen, der Gott nicht gefällt, kann man keine Rechtschaffenheit zuschreiben, denn „ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebr 11,6). Wer Gott nicht gefällt, dem wird auch Gott nicht gefallen. Wem aber Gott gefällt, der kann Gott nicht missfallen. Und wem Gott nicht gefällt, dem gefällt auch die Kirche, seine Braut, nicht. Wie könnte also jemand gerecht sein, wenn er weder Gott noch seine Kirche liebt, von der es heißt: „Die Gerechten lieben dich“ (Hld 1,3 Vulg).
Dem Heiligen genügt weder der Glaube ohne die Werke noch die Werke ohne den Glauben, um die Rechtschaffenheit der Seele zu bewirken. Wir, Brüder, die wir an Christus glauben, müssen versuchen, einen geraden Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam Herz und Hände zu Gott erheben, damit wir ganz gerecht befunden werden, indem wir die Richtigkeit unseres Glaubens durch gerechte Taten bestätigen, die Braut-Kirche lieben und vom Bräutigam geliebt werden, unserem Herrn Jesus Christus, Gott, gepriesen in alle Ewigkeit.
20.-21.3.2026
Viele kleine Schritte führen uns mit der Hilfe Gottes sicher ans ewige Ziel. Wir müssen nur darauf achten, immer in Jesus zu bleiben. Für mich ist es jetzt erst einmal wichtig, auf gewisse Dinge zu verzichten, ich möchte nur noch sehr wenig Musik anhören, im Normalfall keine Spielfilme mehr anschauen und auf andere Arten der reinen Unterhaltung verzichten. Im Internet möchte ich vorsichtiger sein und mich nicht mehr von meiner Neugierde leiten lassen. Mein Interesse an Fußball will ich einschränken. Ein schöner Sport, wenn man ihn aktiv betreibt, aber wenn man zu sehr darauf aus ist, im Internet oder im Fernsehen Fußballspiele anzuschauen oder Sportberichte zu lesen, dann besteht auch hier eine gewisse Abhängigkeit. Und von dieser will ich auch frei werden. Ich möchte eben näher zu Gott kommen und wenn mich rein irdische Dinge zu sehr interessieren oder gar fesseln, dann halten mich diese Dinge davon ab, näher zu Gott zu kommen. Der heilige Paulus war im Glauben viel weiter vorangeschritten als ich. Er konnte sagen: „Die Welt ist mir gekreuzigt und ich bin der Welt gekreuzigt.“ Sein Herz hängte nicht mehr am Irdischen, er war ganz frei davon und die Welt hatte an ihm kein Interesse mehr, weil sein Denken und Handeln ganz auf Gott bezogen gewesen ist.
Ich habe nur wenig natürliche Fähigkeiten, bin nun auch schon 63 Jahre alt und meine Gesundheit ist nicht gut. Dies alles führt dazu, dass andere Menschen wenig Interesse an mir haben. Gott aber hat dies in meinem Leben alles so vorgesehen, wie ich glaube, damit ich mich ganz auf Ihn konzentriere. Und das ist sehr gut so. Ich danke Gott für alles und bin in meinem Innersten sehr froh, auch wenn es mir äußerlich gesehen nicht so gut geht. Hätte ich mehr natürliche Fähigkeiten, wäre ich gesund, stark und erfolgreich, so würden sich die Menschen mehr für mich interessieren, aber ich wäre mit Sicherheit nicht so nah bei unserem guten Gott! Dank sei Ihm für alles! Vertrauen wir immer auf Seine gütige und weise Vorsehung!
Und wenn mir Gott noch mehr natürliche Fähigkeiten wegnehmen würde, wäre dies auch gut. Denn ich möchte ganz aus dem Glauben heraus leben. Ich will mich nicht auf meine natürlichen Fähigkeiten stützen, sondern allein auf Gott, auf unseren Herrn Jesus Christus, dem ich voll vertraue.
Ich liebe die heiligen Anna Schäffer sehr. Sie war auch im Dritten Orden des heiligen Franziskus. Von ihr möchte ich noch ein paar Worte zitieren, die ich auch sehr gut auf mein Leben anwenden kann:
"Der liebe Gott könnte mir in einem Augenblick alles (sie meint ihre schwere Leiden) hinweg nehmen, doch nein, es ist mir so nützlich! Und mit der heiligen Liebe und Freude will ich mein Kreuzlein umfassen und küssen und nach Gottes heiligem Willen solange leiden, bis ich reif werde zur ewigen Liebe, zum ewigen Leben. O mein Gott, ich preise Dir mehr für alle Leiden, die Du mir schenkst als für die unendlich vielen von Dir erhaltenen Freuden.
Die wahre göttliche Liebe erlangt man nicht, wenn man aus dem Kelche des Leidens nicht getrunken, die Entziehung des Lichtes nicht erfahren und die Verlassenheit von seitens Gottes nicht erduldet hat."
Wir müssen uns fragen, wohin uns unser Herz zieht, oder von wem oder von was lassen wir uns anziehen. Wir haben alle unsere natürlichen Neigungen und diese ziehen uns zu den irdischen Dingen, zum Geschöpflichen hin, da wir dies sehen können. Gott hingegen sehen wir nicht. Um Gott näher zu kommen, müssen wir an Ihn und an Seinen Sohn fest glauben, wir müssen auf Ihn hoffen und Ihn über alles lieben. Dazu müssen wir uns aber zuerst selbst verleugnen und dies ist nicht leicht und dies will nicht jeder. Wir müssen also unsere Natur überwinden. Und so betrachtet ist es nicht schlecht, wenn uns Gott gewisse natürlichen Neigungen und Fähigkeiten wegnimmt. Bitten wir Ihn darum, uns diese wegzunehmen, falls Ihm das so gefällt, so dass wir immer mehr aus dem Glauben heraus leben können! Stützen wir uns nicht auf Irdisches, denn ansonsten stürzen wir ein! Der moderne Mensch will eine Welt ohne Gott erschaffen. Dies kann niemals gut gehen. Gott allein ist der ewig Seiende, Er ist das Leben, Er ist die Liebe und die Wahrheit. Ohne Ihn gehen wir zugrunde. Ohne Ihn gibt es weder Ordnung noch Liebe, sondern nur ein großes Durcheinander. Ohne Gott kann die Seele nicht atmen, nicht zur Ruhe kommen, ohne Gott erstickt unsere Seele. Er allein kann unser Herz auf ewig erfüllen! Offen gesagt, ist es sehr dumm, zu glauben, dass Irdisches unser Herz erfüllen könnte. Reichtum, Macht, Vergnügungen können uns keinen inneren Frieden schenken. Auch können uns andere Menschen nicht die wahre Liebe schenken, auch wenn sie sich noch so sehr darum bemühen würden, denn die Liebe kommt immer allein von Gott. Wir aber dürfen Mitarbeiter Gottes sein, wir dürfen Seine Liebe empfangen, in uns behüten und bewahren und weitergeben. So will uns Gott in Liebende umgestalten und nur durch die Liebe können wir Ihm ähnlich werden. Je mehr wir Ihm ähnlich werden, umso mehr werden wir vergöttlicht. Wir werden natürlich nicht Gott, wir bleiben immer Seine Geschöpfe, aber wir dürfen Ihm immer ähnlicher werden, weil wir mit Ihm immer mehr eins werden, wenn wir in Seiner Liebe bleiben und in Seiner Liebe wachsen. Die Liebe ist unsere Berufung. „Alles vergeht, nur die Liebe bleibt!“ sagt uns Paulus. Streben wir also vor allem nach der Liebe! Aber die Liebe geht aus dem Glauben und der Hoffnung hervor. Ohne Glauben und Hoffnung können wir die Liebe nicht erlangen. Bitten wir Gott darum, Er möge in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe stärken und vermehren! Gott gibt uns alles, was zu unserem ewigen Heil gut ist, wenn wir Ihn vertrauensvoll und beständig darum bitten.
Es gibt heute so wenig Heilige, weil die meisten Menschen mittelmäßig und oberflächlich sind. Jesus aber sagt uns, dass wir unser Auge ausreißen sollen, wenn es um zum Bösen verleitet. Auch wenn dies nur ein Bild ist, so will uns Jesus durch dieses Bild ganz klar sagen, dass wir alles uns Mögliche tun müssen, um nach Seinem Willen zu leben. Gott will nicht nur, dass wir nicht mehr sündigen, Er will auch dass wir vollkommen werden. Und diese Vollkommenheit können wir nicht mit Mittelmäßigkeit erreichen, sondern nur mit einer radikalen Hingabe und Treue in der Nachfolge Jesu. Wer Jesus nur nachfolgen will, solange er nicht leiden muss, folgt Ihm nicht wirklich nach! Wir können Ihm nur nachfolgen, wenn wir dazu bereit sind, mit Ihm zu leiden und zu sterben. Aber wer ist das schon? Die heutigen Menschen sind meist viel zu verweichlicht und verweltlicht. Fast jeder sucht sich irgendwelche Vergnügungen und bindet sein eigenes Herz an diese und wehe, wenn man ihm diese wegnimmt. Dann verliert dieser Mensch seinen Halt oder besser gesagt, er entdeckt, dass er gar keinen Halt hat. Denn allein Gott kann unser wahrer Halt sein. Die meisten Menschen sind leider haltlos. Wir müssen ihnen das Wort Gottes authentisch verkündigen. Einige werden es annehmen.
21.3.2026
Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591)
Karmelit, Kirchenlehrer
Der Aufstieg zum Karmel, II, Kap. 22 22 (La Montée du Carmel, II, ch. 22; trad. OC, Cerf 1990, p. 736 rev.; ins Dt. übers. © evangelizo)
„Noch nie hat ein Mensch so gesprochen (Joh 7,46)“
Gott könnte zu uns sagen: „Mein Sohn ist mein ganzes Wort, meine ganze Antwort, er ist alles, was ich in Visionen gezeigt, alles, was ich geoffenbart habe; ich habe euch alles gesagt, alles beantwortet, alles geoffenbart, als ich ihn euch zum Bruder, Wegbegleiter, Herrn, Erbteil und Lohn gab […]: ‚Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören‘ (Mt 17,5). [...] Wenn du willst, dass ich dir verborgene Dinge oder geheimnisvolle Ereignisse aufdecke, blicke nur auf ihn und du wirst, in ihm verwahrt, tiefste Geheimnisse finden, Weisheit und Wundertaten Gottes, nach dem Wort des Apostels: ‚In ihm, dem Sohn Gottes, sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen‘ (Kol 2,3). Diese Schätze der Weisheit werden für dich erhabener, kraftvoller und nützlicher sein als alles, was du anderswo lernen könntest. Deshalb rühmt sich derselbe Apostel, ‚nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten‘ (1 Kor 2,2). Wenn du nach Visionen oder Weissagungen verlangst, göttlicher oder körperlicher Art, dann blicke auf ihn, den menschgewordenen Gott, und du wirst das finden, was alle deine Gedanken übersteigt, denn der Apostel Paulus sagt weiter: ‚Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig‘ (Kol 2,9)“.
Es ist also nicht mehr vonnöten wie einst, Gott zu befragen, und es ist nicht mehr nötig, dass er spricht […]. Es gibt keinen weiteren Glaubensinhalt mehr, der zu offenbaren wäre, und wird es nie mehr geben.
22.3.2026
Geliebter Herr Jesus Christus, hilf mir, mein Herz von allem rein Irdischen zu reinigen und zu entleeren, so dass Du allein in Deiner ganzen Fülle in meinem Herzen wohnen und regieren kannst! Gib mir Mut und Kraft, befreie mich von aller Menschenfurcht! Hilf mir, alle Menschen mit Deiner Liebe zu lieben, zu allen freundlich zu sein! Schenke mir ein freies Herz, dass sich nicht von anderen Menschen oder von Dingen abhängig macht! Stärke mich in meinen Versuchungen und bewahre mich vor allem Bösen! Amen.
23.3.2026
E-Mail an einen Bekannten:
Gott führt uns mit Sicherheit auf dem rechten Weg, wenn wir Ihn darum bitten. Die Frage aber ist, wie sehr wir bereit sind, uns selbst zu verleugnen, um wirklich in allen Dingen nur den Willen Gott tun zu wollen! Das Problem der meisten Christen ist die Oberflächlichkeit, die Mittelmäßigkeit, die Halbherzigkeit. Sie sagen, dass sie Christus nachfolgen wollen, aber sie sind nicht dazu bereit, gewisse Vergnügungen aufzugeben, auch wenn sie erkennen, dass diese Vergnügungen verhindern, dass sie sich Christus ganz hingeben. Wer sich ganz hingeben will, darf nicht mehr seinen eigenen Vorteil suchen, darf sich nicht mehr von seiner Habgier leiten lassen, sondern nur noch vom Heiligen Geist. Wer Christus nachfolgen will, muss bereit sein, mit Ihm zu leiden und zu sterben. Viele folgen Christus nur bis zu einer bestimmten Grenzlinie, bis zur Schmerzgrenze, aber sie sind nicht dazu bereit, sich Gott ganz hinzugeben, sich Ihm völlig auszuliefern, blind auf Ihn zu vertrauen. Gott aber ist nur gut, Er will immer nur das Beste für uns, unser ewiges Heil. Viele Menschen wollen es aber besser wissen als Gott. Sie sagen, dies oder jenes sei nicht gut für sie, obwohl es Gott so für sie gefügt hat. Wer Gott vertrauen will, muss sich Ihm in allem fügen. So wie Gott es im Leben fügt, ist es am besten. Seien wir darum fügsam gegenüber den Fügungen Gottes und verfügbar, so dass Gott frei über unser Leben verfügen kann, so wie es Ihm gefällt!
In unserem wunderbaren Gott mit Dir im Gebet verbunden,
Adolf
28.3.2026
Der ewige Gott
Die Seele des Menschen ist von Natur aus auf Gott hin ausgerichtet, denn von Gott kommt sie. Gott muss unser Ziel sein, zu Ihm wollen wir heim. Ihn wollen wir unser ganzes Leben lang suchen, Ihn immer besser kennen und lieben lernen. Gott muss unser ein und alles werden! Er ist die Liebe, Er hat alles aus Liebe erschaffen, Er liebt jeden von uns und will alle Menschen retten. Wir müssen lernen, Ihn um Seiner selbst willen zu lieben! Viele lieben Ihn zuerst um Seiner Gaben willen, aber nicht um Seiner selbst willen. Aber Gott allein ist gut und Er allein verdient um Seiner selbst willen all unsere Liebe und Hingabe! Gewiss ist es so, dass wir Seine Gaben, Seine Gnaden, Seine Liebe dringend brauchen, ohne diese würden wir zugrunde gehen, ohne diese würden wir alle in die Hölle kommen. Aber bedenken wir, wie gut der sein muss, der uns solch hohe Gaben schenken kann und will! Seine Güte ist unbegreiflich, weil Er selbst die Güte ist. Gott ist die Güte, die Liebe. Je besser wir Ihn kennen lernen, um so besser werden wir erkennen, dass Er nur Liebe ist und dass unser einziges Ziel sein muss, durch die Gnade Gottes selbst zu Liebenden zu werden, zu Menschen, die Gott über alles lieben. Nur so können wir adäquat auf die Liebe Gottes antworten. Liebe kann man nur mit Liebe richtig beantworten. Unser Schöpfer möchte uns an Seinem innersten Wesen Anteil schenken, Er will uns armselige Geschöpfe in Liebende umwandeln und uns so Ihm ähnlich machen. Bedenken wir, was das heißt, was das bedeutet, wie groß und erhaben unsere Berufung ist! Wir sind nur Geschöpfe und unsere Berufung ist es, Gott ähnlich zu werden und auf ewig bei Ihm, in Ihm zu leben. Und auch in aller Ewigkeit werden wir Ihn immer besser kennen und lieben lernen. Wir werden darum auch in unserer Liebe zu Ihm immer mehr wachsen, falls wir in den Himmel kommen sollten. Denn noch haben wir unser Ziel nicht erreicht, noch besteht die große Gefahr, dass wir auf ewig verloren gehen. Darum müssen wir uns stets überprüfen, ob wir auf dem rechten Weg sind! Suchen wir Gott um Seiner selbst willen oder nur um Seiner Gaben willen? Wer liebt, sucht nicht seinen eigenen Vorteil, sondern den Willen Gottes! Wer liebt, lässt sich nicht von seinen Begierden leiten, sondern nur vom Heiligen Geist, der in der Seele des Getauften wohnt! Wer liebt, nimmt sich selbst immer mehr zurück, verleugnet sich selbst, wird immer kleiner, damit Gott in ihm immer größer werden kann. Wer liebt, gibt seinen Eigenwillen, seine Eigensucht, seine Eigenliebe völlig auf, wird innerlich ganz frei von allem Irdischen, so dass Gott den ganzen Raum seiner Seele einnehmen kann. Überprüfen wir uns, ob wir Gott alles übergeben haben, ob wir Ihm unser ganzes Herz geschenkt haben, ob wir nur noch Seinen Willen suchen! Dies können wir, wenn wir uns täglich darum bemühen, Jesus Christus besser kennen und lieben zu lernen, denn Er ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, um uns von unserer Ichsucht zu befreien, um uns aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, um uns zu erlösen und zu erretten, um uns zu Seinem und unserem Vater im Heiligen Geist heim zu führen. Wir können nur wahrhaft Liebende werden, wenn wir an Jesus glauben, wenn wir Ihm nachfolgen, wenn wir Seine innersten Gesinnungen nachahmen, wenn wir Ihm immer ähnlicher werden, wenn wir durch Seine Gnade zu Liebenden werden. Gott will uns alles schenken, was wir auf diesem Heilsweg brauchen, ja, Er will sich uns selbst schenken, vor allem in der hl. Kommunion. Jesus ist für uns am Kreuz gestorben zur Vergebung unserer Sünden. Nur durch dieses Opfer können wir gerettet werden. Die entscheidende Frage ist, ob wir Ihn und Sein Opfer in größter Liebe und Dankbarkeit annehmen oder nicht! Die Frage ist, ob wir Jesus in unserem Herzen annehmen und ob wir wirklich wollen, dass Er uns in Liebende umgestaltet, wohl wissend, dass diese Umwandlung mit vielen Opfern und Schmerzen verbunden ist. Wir müssen mit Jesus leiden, wenn wir mit Ihm auferstehen wollen. Sind wir dazu bereit? Wer nicht oder noch nicht dazu bereit ist, sucht noch zuerst seinen eigenen Vorteil und nicht den Willen Gottes. Gott ist die Liebe und Er will uns von uns selbst befreien. Die Liebe allein befreit, denn die Liebe gibt sich restlos hin. Öffnen wir unsere Herzen, lassen wir uns von Gott lieben und umformen, indem wir Christus nachfolgen, Ihm dienen, Ihn lieben, in Ihm bleiben, in Seiner Liebe bleiben, im Heiligen Geist bleiben! Das ist der einzig wahre Weg. Jesus ist der einzige Weg zum Vater.
Woran kann man denn erkennen, dass man Gott um Seiner selbst willen liebt und nicht um Seiner Gaben willen? Dazu habe ich oben schon einiges gesagt. Wenn wir Jesus treu nachfolgen in Freud und Leid, wenn wir immer froh sind und Gott für all Seine Fügungen danken, wenn wir Gottes Gebote halten und auf die Kirche Jesu hören, wenn wir regelmäßig zur heiligen Beichte und in die heilige Messe gehen, wenn wir regelmäßig beten, unabhängig davon, ob wir uns dabei gut fühlen oder nicht, wenn wir aus dem Glauben, aus der Hoffnung und aus der Liebe heraus leben, wenn wir zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit suchen, wenn wir innerlich von allem Irdischen, von anderen Menschen und vor allem von uns selbst losgelöst sind, wenn wir innerlich ruhig bleiben und immer auf die gütige Vorsehung Gottes vertrauen, wenn wir uns von dieser Welt, von den bösen Mächten und von unseren bösen Neigungen nicht durcheinander bringen lassen, wenn wir uns selbst misstrauen und all unser Vertrauen allein auf Gott setzen, wenn wir in allen Leiden unseres Lebens standhaft bleiben, wenn wir unsere Menschenfurcht überwinden, wenn wir anderen Menschen in ihren Nöten bereitwillig beistehen, wenn wir zuerst das suchen, was oben ist und nicht unseren eigenen Vorteil, wenn wir nicht mehr für uns selbst leben, sondern allein für Gott. In allen Bereichen unseres Lebens können wir offen oder verborgen unseren eigenen Willen und unseren eigenen Vorteil suchen. Da dürfen wir uns nichts vormachen. Wir suchen oft unseren eigenen Vorteil im Bereich unserer Sinne. Darum müssen wir uns in diesem Bereich gut abtöten. Ebenso ist dies im geistigen Bereich. Wie viel lesen wir nur aus Neugierde, vor allem heutzutage im Internet? Wie viel denken wir an rein Irdisches? Wie viele unnütze Sorgen machen wir uns? Und nun zum geistlichen Bereich. Auch hier suchen wir oft zuerst unseren eigenen Vorteil. Wie oft beten wir um rein Irdisches? Wir bitten Gott um alle möglichen Gaben, aber wie wenig beten wir Ihn an, loben und preisen wir Ihn, lieben wir Ihn aus ganzem Herzen, danken wir Ihm für alles, besonders für Ihn selbst? Wir sehen also, dass wir überall zuerst unseren eigenen Vorteil suchen können. Darum müssen wir immer wachen und beten, uns selbst misstrauen, da wir uns allzu leicht von unseren bösen Neigungen leiten lassen und immer auf Jesus schauen, Ihm treu in dienender Liebe nachfolgen! Kein Mensch darf uns gleichgültig sein, wir sollen alle lieben und uns für ihr ewiges Heil einsetzen. Die Liebe muss sich in Taten zeigen. Lernen wir, selbstlos zu lieben! Wenn wir Gott aufrichtig um Seiner selbst willen lieben, Jesus in Liebe nachfolgen, Ihn nachahmen, Ihm treu bleiben in Freud und Leid, wenn wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst und all dies in reinster Absicht, sind wir gewiss auf dem rechten Weg. Wichtig ist, dass wir treu aus dem Glauben, aus der Hoffnung und aus der Liebe heraus leben, ohne hin und her zu wanken. Wir dürfen unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe nicht von äußeren oder inneren Umständen abhängig machen. Wenn wir diese drei Tugenden fest und beständig üben, werden wir gewiss unser ewiges Heil bei Gott erlangen. Wenn wir beten, schenkt Gott uns Seine Gnaden. Wenn wir im Glauben treu bleiben, nicht wankelmütig werden, wenn wir unsere Hoffnung stetig auf unseren Erlöser setzen, wenn wir immer in der Liebe Jesu bleiben und einander in Demut und Freude dienen, werden wir von Gott gerettet. Gott will uns retten, aber Er rettet und nicht ohne uns, nicht ohne unser Mittun. Wir sind Mitarbeiter Gottes. Jesus will, dass wir zu Liebenden werden, denn nur Liebende können Ihm helfen, Seelen für die Ewigkeit zu retten. Welche eine hohe Berufung, welch ein Auftrag, welch eine Sendung! Wir sollen dem Sohn Gottes helfen, Seelen zu retten. Zuerst unsere eigene Seele, dann die Seelen unserer Mitmenschen. Wobei die eigene Seele gerade dann am meisten in der Heiligkeit wächst, wenn sie sich dem Nächsten ganz in Liebe hingibt. Denn wer sein Leben gewinnen will, wird es verlieren, wer sein Leben um Jesu willen hingibt, wird es gewinnen. Ahmen wir die Selbsthingabe Jesu nach und haben wir keine Angst, dass wir dabei zu kurz kommen könnten!
31.3.2026
Die Welt dreht sich,
das Kreuz steht,
alles vergeht,
nur die Liebe bleibt.
Gott ist die Liebe.
Wer in Ihm bleibt,
bleibt bestehen.
Christus ist das Leben.
Wer in Ihm bleibt,
hat das Leben.
Er ist von den Toten auferstanden.
Wenn wir mit Ihm leben, leiden und lieben,
werden wir mit Ihm auferstehen.
Dank sei Gott! Amen.
4.4.2026
Ein Gespräch mit Jesus
Wenn wir mit unserem Erlöser sprechen, können wir wie zu einem guten Freund sprechen. Er hört uns ganz sicher zu. Setzen wir unser ganzes Vertrauen auf Ihn! Er ist der Sohn Gottes und will nur unser ewiges Heil.
Solange wir im Gebet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen, solange wir zuerst den Willen Gottes und nicht unseren eigenen Willen suchen, dürfen wir uns sicher sein, dass Jesus unsere Gebete erhört. Bitten wir Ihn also vertrauensvoll! Loben und preisen wir unseren guten Gott! Beten wir Ihn in großer Demut an! Danken wir Ihm für alles, für Freud und Leid!
Wenn wir Jesus um Rat bitten, sollten wir Ihm auch die Chance geben, uns zu antworten. Darum ist es wichtig, im Gebet auch zu schweigen. Es geht nicht darum, dass wir viele Worte sprechen, sondern dass wir viel lieben. Erwecken wir darum immer wieder Akte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe! Bitten wir Ihn darum, dass Er unseren Glauben vermehren möge, unsere Hoffnung stärken möge und unsere Liebe entzünden möge!
Was können wir Jesus alles erzählen, worum können wir Ihn bitten?
Wir können Ihm alles erzählen, was für uns wichtig ist und wir können Ihn um alles bitten, was uns hilft, unser ewiges Ziel zu erreichen. Der Himmel muss unser Ziel sein. Um das Heil unserer unsterblichen Seele dürfen wir Ihn immer uneingeschränkt bitten. Ebenso um das Heil der Seelen anderer Menschen. Vor allem müssen wir Ihn um Seine Gnade bitten, um die sieben Gaben und zwölf Früchte des Heiligen Geistes! Wenn wir Ihn jedoch um Irdisches bitten, wie z.B. um unsere Gesundheit, dann sollten wir nicht uneingeschränkt darum bitten, sondern immer nur unter der Bedingung, dass das Erbetene zur Ehre Gottes und zum Heil unserer Seele gereicht.
Wenn wir zu leiden haben, können wir Ihm ganz frei und ungezwungen unser Leid schildern und Ihn um Seine Gnaden bitten. Aber bitten wir Ihn nicht darum, dass Er all unsere Leiden beseitigen möge! Denn gerade die Leiden, die Gott in unserem Leben zulässt, können uns meist am besten helfen, heilig zu werden. Lesen wir die Schriften der Heiligen! Diese haben sich oft nach Leiden gesehnt, nicht um der Leiden willen, sondern weil sie wussten, dass die Leiden läutern können, uns reinigen können. Das beste ist es, wenn wir Jesus unsere Leiden und Probleme schildern und Ihn um Seine Hilfe bitten, damit Er allein alles nach Seinem heiligen Willen so fügen möge, wie es für uns am besten ist. Es geht also darum, dass wir unseren Eigenwillen restlos aufgeben, dass wir unser ganzes Vertrauen auf Gott setzen und nur das wollen, was Er will. Wenn wir in dieser Grundhaltung beten und leben, dann leben wir vor Gott in rechter Weise. Gott weiß viel besser als wir, was für uns das Beste ist. Lassen wir darum Ihn nur walten!
Bitten wir Ihn viel um das Seelenheil unserer Mitmenschen, bitten wir Ihn für unsere Angehörigen, für unsere Freunde, für unsere Bekannten, für alle Katholiken, für alle Christen, besonders für die leidenden und verfolgten, für unsere Kirche, für unsere Bischöfe, Priester, Diakone und Laien, für unsere Regierenden, für alle Menschen! Wir sollen ja für die anderen da sein, Ihnen helfen, dass sie ihr ewiges Heil erreichen. Wir dürfen Jesus helfen, Seelen für die Ewigkeit zu retten! Welch eine hohe Berufung! Das können wir aber nur, wenn wir Liebende werden, die nicht mehr ihren eigenen Vorteil suchen, die innerlich frei von allen irdischen Anhänglichkeiten sind und nur noch Gott und Seinen Willen suchen.
6.4.2026
Eine E-Mail:
Ich möchte, dass mein Herz ganz frei für Gott wird. Darum muss ich es entmüllen. Es muss innerlich ganz leer von irdischen Bindungen, Anhänglichkeiten, Anhaftungen, Abhängigkeiten werden. Die Frage ist ja immer die, wonach sich mein Herz sehnt. Stelle Dir auch immer wieder die Frage, wonach sich Dein Herz im Tiefsten sehnt! Letztendlich sehnt es sich danach, geliebt zu werden und zu lieben. Und wir dürfen uns nicht mit weniger als mit der wahren Liebe zufrieden geben. Die meisten heutigen Menschen suchen statt der wahren Liebe Ersatzbefriedigungen im rein Irdischen. Aber rein Irdisches kann unser Herz niemals erfüllen. Darum lautet ja auch der Titel meines ersten Buches "Wer kann mein Herz auf ewig erfüllen?". Wir Christen glauben ganz fest, dass Gott allein unsere Herzen mit ewiger Liebe erfüllen kann. Denn Er selbst ist die ewige Liebe. Und jede wahre Liebe kommt allein von Ihm. Gott möchte, dass auch wir zu wahrhaft Liebenden werden. Somit will Er uns an Seinem göttlichen Wesen Anteil schenken.
Mein Herz also muss innerlich leer werden von irdischen Abhängigkeiten, Anhaftungen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Gott mein ganzes Herz mit Seiner Liebe erfüllen kann. Und Jesus ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, um Sein Leben für uns am Kreuz ganz hinzugeben. In Jesus schenkt sich also Gott uns. Und dies geschieht in jeder heiligen Messe. Darum gehe ich ja normal täglich in die heilige Messe. Diese ist das Kreuzesopfer Jesu Christi. In ihr wird das Kreuzesopfer Jesu vergegenwärtigt, real gegenwärtig. Vom Kreuz herab schenkt Er uns all Seine Gnaden. In der heiligen Wandlung wird Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu verwandelt. In der heiligen Kommunion empfangen wir dann den verherrlichten Herrn Jesus Christus, Seine Gottheit und Seine Menschheit. Er schenkt sich uns ganz. Er will uns Nahrung sein, damit wir das Leben haben. Er selbst ist dieses ewige Leben und Er schenkt sich uns. Mehr Liebe kann uns Gott nicht schenken. Gott hält nichts für sich zurück, Er schenkt sich uns ganz. Und so wie Er sollen wir durch Ihn auch zu Liebenden werden, die sich selbst an andere verschenken, um das wahre Leben, das allein von Gott kommt weiter zu schenken. Auf diese Weise dürfen wir Jesus helfen, Seelen für die Ewigkeit zu retten. Es geht also im Leben darum, uns von Jesus zu Liebenden umformen zu lassen. Dies geht aber nur, wenn man sein Herz von irdischen Abhängigkeiten innerlich befreit. Jesus ist am Kreuz für uns gestorben zur Vergebung unserer Sünden. Denn in erster Linie sind es ja unsere Sünden, die uns daran hindern, Liebende zu werden. Wenn wir frei von Sünden sind, müssen wir darauf achten, dass wir nicht wieder sündigen. Und gerade diese irdischen Abhängigkeiten führen uns immer wieder in Sünden, direkt oder indirekt. Darum müssen wir von diesen frei werden und stetig darauf achten, dass wir uns nicht wieder von neuem versklaven lassen. Liebe kann nur in Freiheit geschehen. Die Sünde versklavt uns und Abhängigkeiten bilden eine Vorstufe der Sünde. Auch Abhängigkeiten machen uns unfrei. Und ich weiß, wovon ich sprechen. Ich war schon oft von Irdischem abhängig. Besonders auch von anderen Personen kann man leicht abhängig werden. Und diese Abhängigkeit verhindert wahre Liebe. Um ein gutes christliches Leben führen zu können, bedarf es vor allem der Demut und der Losschälung von allem Irdischen. Lassen wir alles Irdische innerlich los, vor allem unsere Begierden, dann werden wir durch die Hilfe Gottes freie Kinder Gottes, zu wahrhaft Liebenden. Die Liebe ist unsere eigentliche Berufung. Paulus sagt: "Alles vergeht, nur die Liebe bleibt!" Wenn wir in Jesus bleiben, bleiben wir in der Liebe.
Dies wollte ich Dir schon seit längerem mal ausführlicher schildern. Ich hoffe, dass Du mich und meine Lebensweise nun besser verstehst.
Das Loslassen
Loslassen müssen wir alle Sachen und Personen, bei denen wir unseren eigenen Vorteil suchen. Wenn wir uns an jemanden oder an etwas klammern um des eigenen Vorteils willen, lieben wir diese Person oder Sache nicht wirklich. Liebe bedeutet immer, nicht den eigenen Vorteil zu suchen. Eine andere Person kann ich nur wahrhaft und frei lieben, wenn es mir um diese Person selbst geht und nicht darum, ob mir diese Person einen Vorteil bringt. Dies bezieht sich auch auf Gott! Vor allem auch Gott müssen wir um Seiner selbst willen lieben! Je weniger wir bei Gott unseren eigenen Vorteil suchen, umso mehr schenkt sich Gott uns selbst. Gott will uns alles schenken, sich selbst. Aber so viele Menschen wollen nur, dass Gott ihnen bei ihren Problemen hilft. Diese Menschen versuchen, Gott zu benützen. Sie suchen Ihn nicht wirklich, sie suchen nur ihren eigenen Vorteil und somit suchen sie sich zuerst selbst. Dies ist Selbstsucht, aber keine Liebe. Das ist eine Scheinfrömmigkeit! Bitten wir Gott immer darum, dass in allem nur Sein Wille geschehen möge! Bitten wir Ihn darum, dass Er uns durch Seine Liebe zu Liebenden umwandeln möge! Bitten wir Ihn darum, dass Er in uns den Glauben vermehren, die Hoffnung stärken und die Liebe entzünden möge. Bitten wir Ihn um all Seine Gnaden, die wir brauchen, um in der Versuchung standhaft zu bleiben, so dass wir nicht sündigen und so dass wir heilig werden. Solche Bitten sind Gott immer wohlgefällig. Aber bitten wir Gott nicht darum, dass Er all unsere Wünsche erfüllen möge! Das wäre nicht gut für uns. Wir müssen mit Christus leiden, um mit Ihm auferstehen zu können. Unser Ziel ist der Himmel, hier auf Erden ist Prüfungszeit, Zeit unserer Erprobung, Zeit der Reifung, Zeit des Wachsens, Zeit des Kämpfens. Der Himmel allein ist unsere Heimat. Er soll auch jetzt schon unsere Heimat sein! Damit er auch jetzt schon unsere Heimat sein kann, müssen wir alles Irdische innerlich loslassen. Bewahren wir uns mit der Hilfe Gottes unbefleckt von dieser Welt mit all ihren Verführungen und Sünden! Vater, bewahre uns vor dem Bösen! Dein Wille geschehe in allem! Amen.
Der eigentliche Sinn der Fastenzeit (der österlichen Bußzeit)
Der eigentliche Sinn der Fastenzeit besteht nicht darin, 40 Tage lang auf etwas zu verzichten und danach nicht mehr. Z.B. auf Alkohol, auf Süßigkeiten,... Der Sinn ist auch nicht, dass ich 40 Tage lang weniger Zeit im Internet verbringe.
Der eigentliche Sinn ist, dass man sein Gewissen wahrhaftig erforscht und sich zu dauerhaften Entscheidungen durchringt. Es geht um ein neues Denken nach dem Willen Gottes, auf eine neue Sichtweise. Es geht darum, innerlich von irdischen Abhängigkeiten ganz frei zu werden, alles loszulassen, was mich an mich selbst bindet, was mich unfrei macht. Die Frage ist, wer oder was zieht mich am meisten an? Wovon ist mein Herz voll? Wonach sehne ich mich in meinem Inneren? Liebe ich Gott wirklich über alles? Ist es meine größte Freude, bei Gott zu sein, in der heiligen Messe, im Gebet, im Alltag, oder schaue ich mir lieber ein Fußballspiel an, oder einen Thriller? Prüfen wir uns ganz ehrlich! Alle irdischen Dinge, die uns fesseln, z.B. ein Thriller oder ein Fußballspiel, sollten wir lieber ganz sein lassen! Abtötung ist dringend nötig. Wenn wir uns nicht abtöten, ziehen uns die irdischen Dinge mehr an als Gott! Dann wird der Glaube, die Hoffnung und die Liebe immer schwächer. Wenn wir uns hingegen dazu durchringen, auf gewisse Dinge, die uns sehr anziehen, die uns sehr reizen, ganz zu verzichten, können wir allmählich zu einer größeren Gottesliebe und auch Nächstenliebe finden. Wahre Liebe sucht nie den eigenen Vorteil, sie lässt sich nie von den eigenen Begierden leiten, sondern nur vom Heiligen Geist! Überlegen wir also sehr gut, was uns innerlich alles bindet, was uns zu stark anzieht und trennen wir uns endgültig innerlich von diesen Bindungen! Lassen wir uns nicht von unseren Gefühlen, Vorstellungen, Wünschen, Begierden, Launen, Ängsten, Sorgen leiten, sondern nur noch vom Heiligen Geist! Das ist wahre Selbstverleugnung im Sinne Jesu. Denn Jesus sagt uns klar, dass, wer Ihm nachfolgen will, sich zuerst selbst verleugnen muss, dann sein Kreuz auf sich nehmen muss und dann Ihm nachfolgen muss. Ich habe in meinen Büchern sehr viel über diese Selbstverleugnung geschrieben, denn sie ist wesentlich. Es geht darum, wem ich mein Herz ganz schenken will, auf wen ich hören will, wem ich nachfolgen will. Und wenn ich erkenne, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der für uns Mensch geworden ist, um für uns zu leiden, zu sterben und aufzuerstehen, dann weiß ich, dass ich Ihm allein nachfolgen will, dass Er mein guter Hirte ist, auf den ich immer hören will. Wenn ich das erkenne, muss ich alles tun, was in meiner Macht steht, um alle Hindernisse zwischen Ihm und mir zu beseitigen! Den Rest wird Er selbst dann erledigen, weil Er mir in Seinen heiligen Sakramenten die nötigen Gnaden dazu schenken wird. In der Taufe und in der Beichte vergibt mir Jesus all meine Sünden, in der heiligen Kommunion schenkt Er sich selbst mir ganz!! Ich weiß es nicht und verstehe es nicht, wie man auf so eine große Liebe so kalt und abweisend reagieren kann! So viele Menschen interessieren sich gar nicht für unseren guten Erlöser, obwohl Er für jeden von uns Sein gottmenschliches Leben hingegeben hat! Wie viel Herzenskälte und Gleichgültigkeit! Welch eine Undankbarkeit! Und welch eine Verblendung! Die Fastenzeit dient also dazu, dass wir erkennen, dass alles Irdische vergeht und dass nur die Liebe bleibt. Das Leben ist kurz, wir dürfen uns nicht vom Wesentlichen ablenken lassen. Wir müssen diese kurze Zeit unseres Lebens gut nach dem Willen Gottes nützen. Darum wollen wir nun alles lassen, was uns nicht näher zu Gott führt. Je mehr wir auf reine Unterhaltung verzichten, umso mehr Zeit haben wir für das Gebet und für Gott! Betrachten wir die Heilige Schrift, studieren wir einen guten katholischen Katechismus, z.B. den römischen Katechismus oder den von Dr. Spirago, lesen wir die Schriften der Heiligen! Besonders empfehle ich die Schriften der hl. Teresa von Avila, da es ihr immer um das Wesentliche geht, um die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Der Verzicht auf rein Irdisches führt dazu, dass uns Gott immer mehr anzieht. Unser Herz muss von allem rein Irdischen leer werden, damit der Heilige Geist es mit Seiner unendlichen Liebe füllen kann! Wir wollen Gott intensiv suchen! Dies geht um so besser, um so mehr wir auf Sinnenfreuden verzichten. Darauf müssen wir zuerst verzichten! So viele Menschen lassen sich von ihren Sinnen leiten. Suchen wir nicht mehr uns selbst, unseren eigenen Vorteil, sondern nur noch Gott und Seinen Willen! Bitten wir Gott um die Gnade, dass Er alles Irdische von uns wegnehmen möge, was uns zu stark anzieht oder gar fesselt, bzw. dass Er uns die Gnade schenken möge, dass wir uns mit Seiner Hilfe von diesen Dingen oder Personen innerlich lossagen! Das ist keine Bitte, die uns leicht fällt, aber sie ist notwendig, wenn wir Christus nachfolgen wollen. Vertrauen wir auf Ihn! Wenn wir zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen, wird uns alles andere dazugegeben werden. Jesus möchte, dass wir auf Ihn vertrauen und uns keine Sorgen machen. Mit Seiner Hilfe wird uns das gelingen. Dank sei Ihm!
Nur wenn man alles Irdische innerlich loslässt, kann man unbekümmert und unbeschwert den Weg des Glaubens in der Nachfolge Jesu gehen. Wer das Irdische oder andere Personen und vor allem sich selbst nicht loslassen will, der will dies festhalten, will sich daran klammern, will es besitzen, will es beherrschen, um damit machen zu können, was er will. Dies aber steht im Widerspruch zu unserem katholischen Glauben. Wie hoch ist doch der Wert der drei Ordensgelübde, Armut, Keuschheit und Gehorsam! In diesen lässt die Ordensperson alles Irdische los, wenn sie diese Gelübde in guter Weise lebt.
Alles Irdische vergeht, nur die Liebe bleibt. Im Alter lässt auch unsere Erkenntniskraft nach. Auch diese müssen wir innerlich loslassen. Egal ob wir verheiratet sind oder nicht, wir müssen alles und jeden innerlich loslassen, wenn wir mit der Liebe Gottes in ihrer ganzen Fülle erfüllt werden wollen. Stützen wir uns darum nicht auf Irdisches, nicht auf andere Personen, nicht auf uns selbst, nicht auf unsere Fähigkeiten und Talente, sondern allein auf unseren guten Gott! Leben wir ein übernatürliches Leben im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe! Leben wir immer in der heiligen Gegenwart Gottes! Seien wir uns immer bewusst, dass der dreifaltige Gott in der Seele eines jeden Getauften wohnt! Es geht um unsere liebende Aufmerksamkeit und Achtsamkeit Gott gegenüber! Wie sehr sollten wir immer dankbar und froh sein! Wie schön ist das christliche Leben, wenn man immer in Gemeinschaft mit unserem guten Gott lebt und wenn diese Gemeinschaft immer mehr wächst! Je kleiner wir werden, um so größer kann Gott in uns werden und um so mehr werden wir mit unserem guten Gott geeint. Wenn wir dann sterben, stehen wir sogleich vor unserem Herrn Jesus Christus, der uns richten wird. Glaube und Hoffnung sind dann vergangen. Er wird uns nach unserer Liebe richten. Himmel, Hölle oder Fegefeuer. Seien wir darum auf der Hut, es wäre ein großer Fehler zu denken, dass man nicht jetzt schon umkehren müsste, dass es ja noch reicht bis kurz vor unserem Tod! Niemand kann sagen, ob er dann noch Zeit und Kraft zur Umkehr haben wird. Vor allen Dingen muss man bedenken, dass durch die Sünde die Liebe immer mehr erkaltet, immer mehr abnimmt, dass wir uns durch sie immer mehr von Gott entfernen! Wie sollte dann kurz vor dem Tod ein plötzlicher Gesinnungswandel stattfinden können? Wer mit seinem ewigen Heil spielt, hat es nicht verdient! Darum sagt uns Paulus: „Wirkt Euer Heil mit Furcht und Zittern!“
Fallbeispiele für irdische Anhänglichkeiten und Abhängigkeiten
Beispiel A:
Eine Ehefrau fühlt sich von ihrem Mann vernachlässigt. Sie spürt, dass er sich mehr für Fußball als für sie interessiert. Beide glauben zwar an Gott, aber Gott hat für sie nicht die höchste Priorität. Die höchste Priorität der Frau ist ihr Mann und die höchste Priorität des Mannes ist der Fußball. Beide sind im Irdischen gefangen. Notwendig wäre für beide ein neues Denken, eine echte Sinnesänderung, eine Ausrichtung auf Gott. Gute Exerzitien könnten hilfreich sein. Oder Gespräche mit einem guten katholischen Priester.
Beispiel B:
Eine Ehefrau und ein Ehemann lieben sich sehr. Aber ihre Liebe ist eine Liebe der Abhängigkeit. Für sie ist ihre gegenseitige Liebe das höchste. Auch für dieses Ehepaar hat Gott nicht die höchste Priorität. Dies führt dazu, dass man vom Ehepartner eine Liebe erwartet, die nur Gott schenken kann. Auch so eine Ehe kann auf Dauer nicht gut gehen, denn zu hohe Erwartungen können nicht erfüllt werden und führen mit Sicherheit zum Scheitern der ehelichen Liebe. Nur wenn die Liebe zu Gott an erster Stelle steht, kann eine Ehe gut gelingen. Die wahre Liebe kommt nämlich immer von Gott! Je mehr ein Mensch sich an Gott bindet, um so freier wird er in seinem Inneren. Nur durch eine echte Bindung an Gott kann man seinen Ehepartner innerlich loslassen und dieses Loslassen des Ehepartners ist für eine gute Ehe notwendig. Auch müssen die Eltern ihre Kinder innerlich loslassen und die Kinder ihre Eltern.
Beispiel C:
Ein Ehemann aus Ghana lässt sich von seiner Frau scheiden, weil er eine andere Frau gefunden hat, die besser aussieht. Die Frau war ihrem Mann immer treu. Die Frau hat eine 5 jährige Tochter. Der Mann will sich nicht um das Mädchen kümmern. Also bleibt das Mädchen bei der Mutter. Was soll die Mutter mit ihrer Tochter nun tun? Geld haben sie fast keines und der Vater weigert sich, ihr Geld zu geben. Vom Staat können sie auch keine Hilfe erwarten. Die Frau lernt nun einen anderen Mann kennen. Der Mann will sie heiraten und sich um die Frau und ihr Kind kümmern. Da die Frau in ihrer ersten Ehe vor Gott gültig verheiratet gewesen ist, kann sie ihren neuen Mann nur standesamtlich heiraten. Zuerst macht sich deswegen die Frau keine Gedanken darüber, denn sie ist froh, dass sie einen Mann hat, der sich um sie und ihre Tochter kümmert. Dann aber findet die Frau zu einem echten Glauben an unseren Herrn Jesus Christus und erkennt, dass sie sich auf einem falschen Weg befindet. Sie ist katholisch und spricht nun mit einem katholischen Priester über ihr Problem. Dieser sagt ihr, dass sie im Ehebruch lebt und dass dies eine schwere Sünde ist. Zur heiligen Kommunion darf sie darum nicht. Er sagt ihr, sie müsse sich entweder von ihrem neuen Mann trennen oder mit ihm wie Bruder und Schwester zusammen leben. Würde sich die Frau nun von ihrem neuen Mann trennen, wüsste sie nicht, wie sie sich und ihre Tochter versorgen könnte. Sie könnte zwar ein wenig Geld verdienen, da sie gut nähen und stricken kann, aber das würde nicht ausreichen. Sie spricht nun mit ihrem neuen Mann darüber, ob er bereit wäre, mit ihr wie Bruder und Schwester zusammen zu leben. Aber er ist es nicht. Was soll die Frau nun tun? Ihr fester Glaube verbietet ihr, mit ihrem zweiten Mann weiterhin intim zu verkehren. Darum lässt sie sich von ihrem zweiten Mann scheiden. Sie vertraut auf die Hilfe Gottes. Sie findet eine katholische Ganztagsschule für ihre Tochter und eine gute Anstellung, in der sie genug Geld verdient.
Dies ist ein positives Beispiel einer Frau, die durch ihren neu gefundenen katholischen Glauben irdische Abhängigkeiten überwinden konnte. So ein mutiger Weg ist nicht leicht, aber mit der Hilfe Gottes geht alles.
Beispiel D:
Ein zehnjähriger Junge wird gegen seinen entschiedenen Willen von seinen Eltern in ein Internat gesteckt. Der Junge leidet sehr stark an Heimweh und fühlt sich total schlecht in diesem Internat. Er weint viel. Immer wieder bat er seine Eltern, sie mögen ihn doch bitte vom Internat nehmen, aber die Eltern gingen überhaupt nicht auf seine Not ein und verweigerten die Bitte. In seiner großen inneren Einsamkeit und Trostlosigkeit entdeckt er eines Nachts seinen Geschlechtstrieb und beginnt mit Selbstbefriedigung. Und diese wurde in kurzer Zeit zu einer Sucht. Erst gut 11 Jahre später hat Gott ihn von dieser Sucht wieder befreit, nachdem er tiefer zum katholischen Glauben gefunden hat. Außer dieser Sucht der Selbstbefriedigung kam mit 13 Jahren noch die Nikotinsucht dazu, aus der er mit 18 Jahren nach großen Mühen wieder heraus fand. Obwohl er von der Sucht der Selbstbefriedigung durch Gott frei wurde, litt er noch Jahrzehnte später an den Folgen dieser Sucht.
Beispiel E:
Eine junge sehr hübsche Frau, 22 Jahre alt, überzeugte Katholikin, sehnt sich nach einem gut katholischen Ehemann. Aber hier in Deutschland ist es nicht so leicht, gut katholische, unverheiratete junge Männer besser kennen zu lernen, denn es gibt einfach nicht viele von diesen. So gerät diese junge Frau in eine innere Traurigkeit hinein. Und diese Traurigkeit lähmt diese Frau. Dies spüren natürlich auch die jungen Männer, die diese Frau kennenlernen. Was nun sollte man dieser Frau raten? Ich würde ihr raten, alles innerlich loszulassen, vor allem ihren starken Wunsch nach einem gut katholischen Ehemann und alles in die Hände Gottes zu legen. Gott wird es dann so richten, wie es für sie am besten ist. Ihr ewiges Heil hängt nicht davon ab, ob sie heiratet oder nicht, sondern es hängt von ihrem Glauben, ihrer Hoffnung und ihrer Liebe ab. Wir müssen lernen, alles loszulassen, unsere Wünsche, Vorstellungen, Absichten, Pläne, Erwartungen, Träume! Suchen wir zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird Gott für uns sorgen. Hören wir auf, uns Sorgen zu machen! Wenn wir uns um das Reich Gottes sorgen, wird Gott sich für uns sorgen, aber so wie Er es will und nicht wie wir es uns vorstellen, denn Gott weiß eben besser, was für uns das Beste ist!
Beispiel F:
Ein Mann, der in seinem Leben aufgrund schwacher Gesundheit nicht viel leisten konnte, geht normal jeden Tag in die heilige Messe und betet längere Zeit in der Kirche. Nun neigt er dazu zu denken, dass er wenigstens in diesem Bereich etwas leisten könnte, so dass dies Gott wohl gefallen könnte. Aber dann erkennt er, dass es nicht entscheidend vor Gott ist, was er in seinem Leben leistet, sondern nur wie viel er in seinem Leben liebt. Er muss lernen, alles loszulassen, auch sein Leisten-Wollen. Gott schaut in Liebe auf jeden Menschen und Er sucht bei jedem Menschen den guten und reinen Willen zur wahren Liebe. Gott ist die Liebe. Darum zählt bei Ihm nur die Liebe. Und wenn wir uns überprüfen wollen, wie echt unsere Liebe ist, müssen wir nur auf das hören, was uns Paulus in 1 Kor 13 sagt. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sie erträgt alles,...
Beispiel G:
Ein sehr intelligenter Diözesanpriester, der Professor der Theologie ist, glaubt, dass er den rechten Weg vor Gott geht, weil er sich an den ganzen katholischen Glauben hält, so wie die Kirche es lehrt. Aber in seinen Vorlesungen benützt er so viele Fachausdrücke und spricht in einer hoch wissenschaftlichen Weise, dass ihn die meisten Studenten nicht verstehen. Auch wenn dieser Priester von sich sagt, dass er nicht seine eigene Ehre sucht, sondern nur die Ehre Gottes, muss er sich doch fragen, ob er wirklich gute Früchte hervorbringt, ob seine Vorlesungen seinen Studenten weiter helfen. Er muss sich fragen, ob er nicht einfacher sprechen könnte, ohne deswegen den wahren Glauben zu verkürzen. Wenn man sich die Schriften der Heiligen anschaut, dann sieht man bei diesen, dass sie im Normalfall gut verständlich geschrieben und gesprochen haben. Besonders auch der heilige Apostel Johannes, der ein sehr tiefer Theologe gewesen ist, hat in einer sehr einfachen Art und Weise geschrieben. Aber warum konnte er dies? Weil er ein Liebender gewesen ist, dem es nicht darum ging, möglichst viel Wissen zu vermitteln, sondern in erster Linie Liebe und Wahrheit weiterzugeben. Auch die Wissbegier kann eine gefährliche Anhänglichkeit sein. Diese müssen wir unbedingt innerlich loslassen. Vor allem heute im Zeitalter des Internets und der künstlichen Intelligenz ist es schwer, auf die Wissbegier und die Neugier ganz zu verzichten. Überlegen wir uns gut, wie viel Zeit wir verschwenden aus Neugier und aus Wissbegier! In der Liebe geht es niemals um möglichst viel Wissen, sondern darum, dem Nächsten echte Liebe zu erweisen, ihm auf seinem Weg zu Gott weiter zu helfen.
Beispiel H:
Ein elfjähriger Junge lebt bei seinen Eltern in einer großen Stadt im Ruhrgebiet. Sein Vater hat ihn schon oft geschlagen. Der Vater selbst wurde schon von seinem Vater schlecht behandelt und oft geschlagen. Der Vater des Jungen hat auch seine Ehefrau schon öfters geschlagen. Seine Frau ist alkoholabhängig geworden und behandelt ihren Sohn auch nicht gut, sie hat ihn auch schon öfters geschlagen. Die Eltern kümmern sich viel zu wenig um ihren Jungen und schenken ihm auch nur sehr wenig Liebe. Woher sollten sie die Liebe auch haben? Die Liebe könnten sie nur bei Gott finden, aber dort suchen sie sie nicht. Da der Junge keine wahre Liebe bei seinen Eltern findet, sucht er sich die Liebe bei Freunden. Aber er findet keine guten Freunde. In seiner Clique, in seinem Freundeskreis, wird viel geraucht, nicht nur Zigaretten, auch Haschisch und viel Alkohol getrunken. Der Junge wird von all diesen Sachen schnell süchtig. Um dies alles auch finanzieren zu können, wird in dieser Clique auch gestohlen und mit Drogen gehandelt, mit Haschisch und mit Kokain. Dies alles wirkt sich natürlich auch sehr schlecht auf seine Schulleistungen aus und auf seinen Umgang mit seinen Eltern. Von seinen Eltern wird er darum noch öfters als bisher geschlagen, was dazu führt, dass er kaum noch zuhause ist. Sogar in den Nächten ist er oft nicht zuhause. Mittlerweile ist der Junge schon 15 Jahre alt, sein Leben erscheint ihm wenig sinnvoll zu sein, für seine Zukunft sieht er keine Hoffnung. Durch die Vorsehung Gottes lernt er nun einen anderen Jungen kennen, der 20 Jahre alt ist und in seinem Leben ähnliches durchstehen musste. Dieser Ältere hatte das Glück, die Fazenda da Esperanza kennenzulernen. Diese „Höfe der Hoffnung“ sind anerkannte katholische Therapieeinrichtungen.
Auf der Website fazenda.de lesen wir über die Geschichte dieser Höfe:
Die Geburtsstunde in Brasilien
Frei Hans Stapel ofm, ein junger Franziskaner aus Deutschland, der in die südbrasilianische Ordensprovinz eingetreten war, kam 1979 als Pfarrer in eine Pfarrei in Guaratinguetá bei São Paulo. Dort begann er mit den Mitgliedern seiner neuen Gemeinde die Worte des Evangeliums konkret zu leben. Viele Mitglieder der Pfarrei waren bewegt von der Art und Weise, mit der Frei Hans ihnen begegnete und schnell schenkten ihm viele Gemeindemitglieder ihr Vertrauen. In Gruppen betrachteten sie jeweils einen Abschnitt aus der Bibel, um zu verstehen wie das Wort Gottes Leitfaden für den Alltag sein kann. Die hieraus gelebten Erfahrungen werden mehrmals wöchentlich miteinander ausgetauscht.
Nelson Giovanelli, ein junger Mann, war einer von denen, die diese „Wort des Lebens“-Gruppen besuchte. Nachmittags, wenn er von der Arbeit heimkam, führte ihn sein Weg immer an einer Straßenecke vorbei, wo Jugendliche Drogen konsumierten. Aufgrund des Evangeliums fasste er Mut diese kennen zu lernen, mit der Zeit gewann er ihr Vertrauen und Freundschaften entstanden. Einige Monate später ging einer der Jugendlichen namens Antonio auf Nelson zu und flehte ihn an: „Ich halte es nicht mehr aus zuzusehen, wie meine Mutter weint. Ich will raus aus der Droge, schaffe das aber nicht allein. Ich brauche jemanden, der 24 Stunden an meiner Seite ist. Nimm mich mit, wohin du willst.“ Daraufhin nahm Nelson ihn mit zu Frei Hans und sie begannen zusammen jeden Tag das Wort Gottes konkret umzusetzen. Die Anderen waren fasziniert von Antonius Veränderung und schlossen sich seinem Weg an, woraus der erste „Hof der Hoffnung“ entstand. Sie wohnten zusammen und hatten die feste Absicht einen Lebensstil auf der Grundlage der „Regeln des Evangeliums“ zu beginnen. Sie lebten von der eigenen Arbeit und teilten miteinander die wenigen Dinge, die sie hatten. Dies war der Beginn einer außergewöhnlichen Lebenserfahrung, der Anfang einer neuen „Methode“, um langfristig ein geordnetes Leben ohne Drogen zu führen. Es war die Geburtsstunde der Fazenda da Esperança im Jahr 1983.
Der Weg in Deutschland
Die erste Fazenda außerhalb Brasiliens wurde nur 15 Jahre später 1998 in Deutschland gegründet. Möglich gemacht hat das auch Helmut Kohl, der von einer befreundeten Nonne eingeladen wurde sich die Fazenda in Brasilien anzuschauen. Da ihm dies als als amtierende Bundeskanzler nicht so einfach möglich war, schickte er seine Bundesfamilienministerin Claudia Nolte zur Fazenda nach Brasilien. Bei ihrem Besuch bei Frei Hans in Guaratinguetá traf sie auch auf den Berliner Pfarrer Georg Schlütter, der ebenfalls zum ersten Mal auf der Fazenda war, um sich dieses junge und dynamische Projekt anzuschauen. Claudia Nolte sagte zu ihm: "Können sie das nicht nach Deutschland holen? Ich helfe ihnen durch eine Anschubfinanzierung." Und in der Folge räumte sie tatsächlich alle bürokratischen Hürden aus dem Weg, mit denen eine Umsetzung niemals möglich gewesen wäre, und machte die Fazenda zu einem Modellprojekt.
Schließlich fand sich durch einen Zufall ein abgelegenes, als Müllkippe genutztes, ehemaliges LPG-Gelände in der Nähe von Nauen in Brandenburg. Doch aus der Sicht von Frei Hans war dies kein Problem, sondern viel mehr eine Chance. So sollten die jungen Leute um Pfarrer Hans Georg Schlütter bewusst nichts "Fertiges" beginnen, sondern konnten selbst etwas aufbauen. Die Gebäude auf Gut Neuhof boten eine gute Chance für umfangreiche Entwicklungen. Nachdem ein Spender gefunden wurde, konnte der Gutshof von der Treuhand (BVVG) gekauft werden und die umfangreichen Renovierungen mit einigen Franziskanerinnen aus Sießen, Mitgliedern der Fokolar-Bewegung und Berliner Jugendlichen beginnen.
Etwa zeitgleich entstand die Frauen-Fazenda im nur 20 Kilometer von Gut Neuhof entfernten Riewend, von der anfangs täglich der Bautrupp zur noch unbewohnbaren Fazenda Gut Neuhof fuhr.
Nach einigen Jahren des Wachsens und Gedeihens der beiden Fazendas wurde der Wunsch größer auch eine Fazenda in Süddeutschland zu beginnen. Am 21. Dezember 2007 ging dieser Wunsch mit der Einweihung durch den Augsburger Bischof auf dem 750 Jahre alten Gutshof Bickenried bei Irsee im Ostallgäu in Erfüllung.
Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Bereits im Sommer 2009 weihte Bischof Dr. Felix Genn aus Münster die dritte Männerfazenda im ehemaligen Franziskanerkloster Mörmter bei Xanten am Niederrhein ein.
Einen „Ort gegen die Kälte der Herzen“ – so nannte Erzbischof Becker aus der Diözese Paderborn die Fazenda zu Beginn seiner Messe am 15.04.2012, dem Einweihungstag der zweiten deutschen Frauenfazenda in Hellefeld im Sauerland.
Im Jahr 2013 kam die Fazenda auf Einladung des Trierer Bischofs Ackermann und des Dechanten Hermann- Josef Ludwig nach Boppard, um hier eine neue Fazenda für Männer zu eröffnen.
Im Mai 2015 wurde die fünfte deutsche Männerfazenda auf Gut Hange bei Freren im Emsland begonnen. Das Haus, ein ehemaliges Kloster der Thuiner Franziskanerinnen, wurde uns vom Bistum Osnabrück zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 2023 wurden die Frauenfazenda in Riewend und Frankreich und die Männerfazenda in Freren geschlossen.
Mittlerweile gibt es an über 125 Orten weltweit Fazenda-Gemeinschaften - vor allem in Brasilien, aber auch in ganz Lateinamerika, Afrika und auf den Philippinen. In Europa gibt es neben den sieben Einrichtungen in Deutschland noch weitere in der Schweiz, Italien, Frankreich, Portugal, Belgien, Russland und Polen.
Der Junge schaffte dann seinen Schulabschluss an einer Hauptschule und konnte seine Eltern davon überzeugen, dass es für ihn das beste sei, in so eine Fazenda da Esperanza für zwei Jahre zu gehen. Dort wurde er von seinen Süchten vollständig frei. Nun macht er eine Ausbildung zum Schreiner. Seine Mutter ging zu den Anonymen Alkoholikern, wo auch sie nach zwei Jahren frei von ihrer Sucht wurde. Der Junge fand in dieser Fazenda tief zum katholischen Glauben. Das Gebet, die heilige Messe und die heilige Beichte sind ihm nun unentbehrlich geworden. Durch den Jungen fanden auch seine Eltern zum katholischen Glauben. Seine Eltern wurden von ihrer Neigung zur Gewalt völlig befreit. Der Junge lebt noch bei seinen Eltern und in der Familie herrscht nun tiefer Friede. Dank sei Gott!
Beispiel I:
Eine verheiratete Frau hat ein Kind auf Anraten der Ärzte abgetrieben. Sie befand sich damals in schwerer innerer Not. Jahrzehnte lang litt sie darunter, bis sie zum katholischen Glauben fand. Jetzt weiß sie mich Sicherheit, dass Gott ihr in der heiligen Beichte all ihre Sünden vergeben hat und dadurch lebt sie nun in innerem Frieden. Dank sei Gott!
13.4.2026
Barmherziger Herr Jesus, heute habe ich Dich selbst wieder in der heiligen Kommunion empfangen dürfen. Wie kann ich Dir dafür nur danken? Wir katholische und orthodoxe Christen dürfen Deinen heiligen Leib und Dein kostbares Blut, Deine Gottheit und Deine Menschheit empfangen. Und wir selbst sind als Getaufte Glieder dieses Deinen Leibes. Du bist das Haupt des Leibes und wir sind seine Glieder. Der Heilige Geist ist die Seele dieses Leibes, Er durchströmt alle lebendigen Glieder dieses Leibes mit Seiner Gnade. Es gibt auch tote Glieder an Deinem Leib, die sich Dir ganz verweigern, durch die der Heilige Geist nicht mehr strömen kann, da sie sich im Zustand der schweren Sünde befinden und nicht umkehren wollen. Hilf diesen umzukehren! Und was ist mit den protestantischen Christen? Sie empfangen Deinen Leib nicht. Sie erkennen nicht, dass sie Deinen Erlöserleib dringend bräuchten, um das ewige Leben zu empfangen. Lass sie erkennen, dass die katholische Kirche die einzig wahre Kirche ist und dass sie nur in ihr die Fülle des Heiligen Geistes empfangen können! Alles Heil spendest Du durch Deine katholische Kirche, sie ist Deine Schatzverwalterin, in ihr allein finden wir alles, was wir brauchen, um zum ewigen Leben zu gelangen. Wie kann ich Dir nun für all Deine Gaben danken? Wie kann ich Dir meine ganze Liebe schenken? Indem ich mich selbst Dir ganz schenke, mein Herz, mein Innerstes. Nach Dir sehnt sich mein Herz bei Tag und bei Nacht, nur Du kannst mein Herz mit Deiner unendlichen Liebe erfüllen. So groß ist das menschliche Herz, so stark ist sein Verlangen, dass nur Du es mit Deiner unendlichen göttlichen Liebe erfüllen kannst. Alles andere ist Nichtigkeit und Eitelkeit, alles andere ist vergänglich, ist nur Staub, der verweht und vergeht. Aber leider habe ich in meinem Leben das nicht immer so erkannt und habe Dich oft nicht aus ganzem Herzen geliebt, weil ich mein Herz immer auch an Irdisches gehängt habe. Ich hatte immer auch falsche Erwartungen und Hoffnungen irdischen Glücks. Bitte vergib mir! Nun will ich Dir wirklich mein ganzes Leben, mein ganzes Herz schenken und gar nichts mehr für mich selbst zurückbehalten! Dein bin ich und Dein will ich sein für Zeit und für Ewigkeit! Wenn ich nun Dir gehöre, dann kannst Du frei über mein Leben verfügen, dann darfst Du mir auch alles nehmen, was Du willst und mir alles geben, was Du willst. Du weißt ja genau, was mich zu Dir noch hindert und was ich noch brauche, um ganz mit Dir eins werden zu können. Ich bitte Dich also innig darum, reiß alles Böse und Schädliche mitsamt seinen Wurzeln aus meinem Herzen heraus! Du kannst es auch herausschneiden und heraus brennen, wenn es nötig ist. Läutere und reinige mich vollständig! Ich will zu Dir, ich will ganz eins mit Dir werden. Ich vereinige mein Leben, Lieben, Leiden, Sterben mit Dein Leben, Lieben, Leiden und Sterben und bitte Dich, uns so vereint Deinem und meinem Vater als wohlgefällige Gabe aufzuopfern für das ewige Heil der Seelen! Liebster Jesus, ich weiß, wenn ich mit Dir ganz eins werden will, wenn ich ein Gott wohlgefälliges Opfer werden will, muss ich immer dazu bereit sein, mit Dir zu leiden und zu sterben. Es mangelt mir aber noch sehr an Opfer- und Hingabebereitschaft. Bitte vermehre Deine brennende Liebe in mir, so dass auch ich so wie Du zum liebenden Leiden für die Seelen bereit werde! Ich will nicht mehr meinen eigenen Vorteil suchen, nicht mehr meine Bequemlichkeit. Nimm von mir alles Oberflächliche und Mittelmäßige! Entzünde Deine heilige Liebe in mir! Gib mir die Bereitschaft, mich für die Seelen zu verzehren! Mein Herr Jesus, Du weißt ja wie schwach und elendig ich bin. Du sagst uns, dass wir zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen sollen und dass Du uns dann alles andere geben willst. Darauf vertraue ich, auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen. Deine Worte sind lebendig, sie schenken mir wahres Leben. Du selbst bist das wahre Leben und Du willst Dich mir ganz schenken! Heute in der heiligen Kommunion und an jedem folgenden Tag meines Lebens und in ewiger Vereinigung mit Dir beim Vater im Heiligen Geist! Amen.
13.4.2026
Wer die Sünde nicht hasst, kann kein Freund Jesu sein.
Die Kirche ist der Leib Jesu. Jesus ist das Haupt, wir sind die Glieder, der Heilige Geist ist die Seele. Leider ist es heute so, dass viele Glieder an diesem Leibe nicht mehr das tun, was das Haupt ihnen sagt. Fast jeder macht nur das, wozu er gerade Lust hat. Man stelle sich einmal vor, wie unser Leben aussehen würde, wenn unsere Füße, unsere Hände, unsere Augen, unsere Organe,... nicht mehr das machen würden, was unser Haupt ihnen befiehlt! Dann würde in unserem Leben gar nichts mehr funktionieren. Dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, wenn es in unserer Kirche heute so ist wie es ist. Das Durcheinander nimmt immer mehr zu. Und der Durcheinanderbringer hat einen Namen: Diabolos, das heißt der Durcheinanderbringer und das ist der Satan. Die Einheit der Kirche geht immer mehr verloren, wenn so viele Glieder ihrem Haupt, ihrem Meister, ihrem Erlöser, ihrem Retter, ihrem Heiland nicht mehr gehorchen wollen. Fast jeder will selbst bestimmen, woran er glaubt und woran nicht und fast jeder will allein entscheiden, was für ihn moralisch gut ist und was nicht. Der eine hält sich an die Glaubens- und Morallehre der Kirche, der andere nicht. Wir können nur heilig werden, wenn wir die Kirche lieben und wenn wir in allem auf ihre Lehren hören, denn sie allein ist die Verwalterin aller Erlösungsschätze Jesu. Jesus sagt zu Seinen Aposteln: „Wer Euch hört, der hört mich.“ Wenn Gott in Jesus Mensch wird, müssen wir für Ihn und für Seine Kirche sein. Die Kirche ist ja Sein Leib. Es geht nicht, für Jesus aber gegen Seine Kirche zu sein. Das ist ein Widerspruch. Leben wir nicht mit so einem Widerspruch! Dieser würde uns innerlich zerstören. Leben wir in vollkommener Einheit mit Jesus und Seiner Kirche! Nur so kann unser Leben gelingen.
Eine E-Mail vom 14.4.2026:
In der Endzeit leben wir bestimmt, aber wir wissen nicht, wie lange diese dauern wird und wann Jesus in Seiner Herrlichkeit wiederkommen wird.
Ja, es stimmt, dieses Durcheinander in der Kirche muss in den letzten Zeiten kommen, da viele falsche Propheten auftreten und die Menschen verwirren. Wir leben in einer Zeit des großen Glaubensabfalls hier in unseren Ländern in Europa. Aber in Afrika und in Asien gibt es ein enormes Wachstum dafür, auch viele Muslime bekehren sich zu Christus. Und wenn man bedenkt, was für Katastrophen in der Apokalypse angekündigt wurden und die haben sich ja gewiss noch lange nicht erfüllt. Es könnte natürlich sein, dass sich all diese Katastrophen innerhalb einer kurzen Zeit erfüllen werden. Aber genau so könnte es sein, dass es eine längere Zeit sein wird. Die Herrschaft des Antichristen ist allerdings zeitlich beschränkt, ca. 3,5 Jahre soll sie ja dauern. Mir scheint schon auch, dass der Antichrist bald kommen wird.
Entscheidend für uns persönlich ist nur eines, dass wir immer wachen und beten, dass wir alle Menschenfurcht ablegen und ganz auf Jesus vertrauen! Denken wir an Jesu Gleichnis der klugen und der törichten Jungfrauen. Die einen hatten genug Öl dabei, die anderen nicht. Mit diesem Öl meint Jesus bestimmt die nötige Liebe, die Liebe, mit der wir Jesus erwarten. Diese klugen Jungfrauen waren immer wachsam und bereit für die Wiederkunft Jesu, die anderen nicht. Die törichten Jungfrauen waren irdisch gesonnen, sie hatten mehr Liebe zur Welt als zu Christus.
In Christus mit Dir verbunden,
Adolf
Hl. Basilius (um 330-379)
Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Abhandlung über den Heiligen Geist, Kap. IX, PG 32 (Traité du Saint Esprit, 107B-110C, in Lectures chrétiennes pour notre temps, fiche H; © 1971 Abbaye d'Orval; ins Dt. übers. © evangelizo)
Eine vollkommen geistliche Seele werden
An den Heiligen Geist wenden sich alle, die der Heiligung bedürfen, zu ihm erhebt sich die Sehnsucht aller, die tugendhaft leben und durch seinen Hauch sozusagen „erfrischt“ und unterstützt werden in ihrem Streben hin zu dem Ziel, das ihrer Natur entspricht. […]
Sich reinigen von der Hässlichkeit, die man sich durch die Laster zugezogen hat, zurückkehren zur Schönheit des eigenen Wesens, sozusagen das königliche Bild in seiner Ursprungsgestalt durch Reinheit wiederherstellen: Dies ist die einzige Art und Weise, wie man sich dem Heiligen Geist nähern kann. Und wie sich die Sonne eines ganz reinen Auges bemächtigt, so wird er dir in sich selbst das Bild des Unsichtbaren zeigen, und so wirst du in der seligen Beschauung des Bildes die unaussprechliche Schönheit des Urbildes erblicken.
Durch ihn [den Heiligen Geist] erheben sich die Herzen, die Schwachen werden an der Hand geführt, die Fortgeschrittenen werden vollkommen. Er ist es, der jene erleuchtet, die von jeder Befleckung gereinigt sind und sie durch die Gemeinschaft mit ihm „geistlich“ macht. So wie reine und durchsichtige Körper zu strahlen beginnen, wenn ein Lichtstrahl auf sie trifft, und dann selbst einen neuen Glanz ausstrahlen, so werden die Seelen, die den Heiligen Geist in sich tragen, vom Heiligen Geist erleuchtet, vollkommen „geistlich“ und strahlen die Gnade auf andere aus.
14.4.2026
Unsere Heiligung
Wenn heute die Frage auftaucht, wie wir heilig werden können, dann heißt es zurecht, dass dies nur geht, wenn wir Liebende werden. Aber der Rest wird meist verschwiegen. Denn Liebende können wir nur werden, wenn der Heilige Geist unser Herz mit Seiner ganzen Liebe erfüllt. Dies aber geht nur, wenn unser Herz zuerst frei wird von allen Sünden, von den schweren und den lässlichen und dann, soweit möglich auch noch von allen Unvollkommenheiten. Unser Herz muss innerlich frei werden von allen irdischen Anhänglichkeitein. Erst wenn unser Herz auf diese Weise gereinigt, geläutert und geleert ist, kann der Heilige Geist es ganz mit Seiner heiligen, brennenden Liebe in Besitz nehmen, es ganz ausfüllen mit sich selbst. Der Heilige Geist wohnt ja in der Seele des Getauften, aber die meisten Getauften lassen dem Heiligen Geist kaum Spielraum, kaum Raum zum Wirken, kaum Möglichkeit, das Herz von allem Irdischen, von allem Nichtigen, von allem Eitlen, von allem Unnötigen, von allem Müll zu reinigen. Vor allem muss uns der Heilige Geist von unserer Habgier, unserer Selbstsucht, unserer Ichsucht, von unserem Eigenwillen, von unserer Eigenliebe reinigen. Jesus sagt uns dies ja ganz klar, dass wir uns zuerst selbst verleugnen müssen, dann unser Kreuz auf uns nehmen müssen, bevor wir Ihm dann treu nachfolgen können. Nur wer sich zuerst selbst verleugnet, kann vom Heiligen Geist mit dessen ganzer Liebe erfüllt werden, kann vom Heiligen Geist in allem geführt werden. Entweder lässt sich ein Mensch vom Heiligen Geist leiten oder von seiner Habgier. Das entscheidet jeder Mensch selbst. Der eine Weg führt zum ewigen Heil, der andere zum ewigen Unheil.
Jesus ist für uns Mensch geworden, um freiwillig für uns zu leiden und zu sterben und um uns so für die Ewigkeit zu retten. Er hat einen menschlichen Leib in Maria angenommen, um uns in Seinen heiligen Leib einzugliedern, damit auch wir mit dem Heiligen Geist durchströmt und durchglüht werden. Dies aber ist nur möglich, wenn die Glieder des Leibes Jesu in allem auf das Haupt des Leibes hören, Ihm in allem gehorchen, wenn sie also vollkommen ihren Eigenwillen, ihren Hochmut, ihre Habgier kreuzigen, um Jesus immer ähnlicher und gleichförmiger zu werden, um mit Ihm immer mehr eins zu werden. Jesus hat mit Seinem Fleisch gelitten, Er hat uns mit Seiner menschlichen Natur erlöst, indem Er Seinen Leib freiwillig für uns am Kreuz als heiliges Ganzopfer hingegeben hat. Da wir nun Glieder Seines Leibes sind, müssen auch wir unseren Leib Gott ganz hingeben. Nur so können wir Christus in Seiner Ganzhingabe, in Seiner Liebe ähnlich werden und nur so können wir Ihm helfen, Seelen für die Ewigkeit zu retten. Aus eigener Kraft vermögen wir natürlich nichts. Darum brauchen wir die Gnaden Gottes, vor allem die sakramentalen Gnaden, vor allem die heilige Kommunion. Bedenken wir: In der heiligen Kommunion empfangen wir den Leib Jesu, Seinen Erlöserleib, Seine Gottheit und Seine Menschheit. Seine Gottheit und Seine Menschheit vereinigt sich ganz mit unser Menschheit. Er allein schenkt uns das wahre Leben, Er schenkt sich uns selbst und nur so können wir fähig werden, durch Ihn zu Liebenden werden. Bedenkt dies, ihr Protestanten, die ihr keine heilige Kommunion habt oder auch ihr Katholiken, die nie oder nur selten die heilige Messe besuchen! Jesus will uns mit Seinem eigenen Leib nähren. Ohne diese heilige Nahrung verhungern wir geistlich. Ohne Jesus können wir keine Liebende werden. Nur wenn wir bereit sind, mit Jesus zu leiden, können wir auch mit Ihm leben und auferstehen. Dank sei Ihm!