MOTIVATION:
Wärmemengenzähler („WMZ“) ermitteln über drei Messfühler die im Heizkreis umgesetzte Wärmemenge (meist in kWh oder MWh). Zwei Temperaturfühler messen die Vor- und Rücklauftemperaturen eines Heizkreises, weiterhin wird (meist am Rücklauf) der Volumenstrom (meist in m³/h) des durch den Heizkreis fließenden Wassers gemessen. Diese drei Messwerte werden – wie später noch gezeigt werden wird – mathematisch verknüpft, das Ergebnis ist die im Heizkreis umgesetzte Wärmeleistung, deren Zeitintegral die Wärmemenge (Wärmeenergie) ergibt. Sinnvollerweise sollten die Zähler zumindest monatlich abgelesen und die Daten in eine Tabelle aufgenommen werden. Dies dient dazu, Fehler in der Heizungsanlage möglichst frühzeitig in Erfahrung zu bringen. Fehler in der Heizungsanlage, die für kalte Räume verantwortlich sind, werden in kürzester Zeit festgestellt, Übertemperaturen (z.B. durch einen defekten Mischer) werden jedoch oft erst nach Monaten bemerkt.
Leider werden die Zähler jedoch in aller Regel nur jährlich abgelesen und es wird üblicherweise nur die verbrauchte Energiemenge (kWh oder MWh) notiert, nicht jedoch die durch den Heizkreis geflossene Wassermenge. Beide Zählerstände sind an jedem Wärmemengenzähler abrufbar!
Frage: Warum macht es Sinn, am Wärmemengenzähler nicht nur die verbrauchte Energiemenge abzulesen, sondern auch die durch den Heizkreis beförderte Wassermenge?
Antwort: Das Verhältnis zwischen beförderter Wassermenge und verbrauchter Energiemenge führt zu einer, hier als Transportfaktor bezeichneten Größe, die Erkenntnisse hinsichtlich der Hydraulik liefert.
Anhand des Transportfaktors kann nach jeder Zählerablesung ein Urteil über die Effektivität des Energietransportes vom Erzeuger zum Verbraucher gefällt werden. Der Transportfaktor ist eine integrale Größe, er gibt Auskunft über das Verhalten der Anlage seit der letzten Ablesung. Sollten sich Fehler innerhalb der Anlage eingeschlichen haben (defekter Mischer, geänderte Pumpenleistung, Beeinflussung durch benachbarte Heizkreise, ...), so gibt der Transportfaktor Auskunft darüber, wo der Fehler gesucht werden kann. Bei größeren Anlagen mit mehreren Heizkreisen ist es mit Hilfe des Transportfaktors auch möglich, die Heizkreise hydraulisch aufeinander abzustimmen.
Im unten eingebetteten PDF-File finden Sie den gesamten Text, der auch auf meiner Homepage (www.simota.de) verlinkt ist.