Seit der Gründung am 20. August 1994 sind bei Pro Búsqueda 878 Fälle von entführten und verschwundenen Kindern registriert worden. 360 Fälle konnten inzwischen aufgeklärt werden. Es ist damit nachgewiesen, dass es in El Salvador jenseits der "offiziellen Wahrheit" hunderte von entführten Kindern gegeben hat, die seither verschwunden sind, und dass es hochrangige Militärs, Rechtsanwälte und einige Hilfswerke gibt, die in diese Vorgänge verwickelt sind.
In 222 der 360 Fälle ist es inzwischen zu einer Wiederbegegnung gekommen, zum längst erwarteten Tag, an dem eine Mutter oder ein Vater nach zwanzig oder mehr Jahren ihren Sohn oder ihre Tochter wieder in die Arme schließen konnte. In über 40 weiteren Fállen sind die vormals entführten und verschwundenen Kinder tot. Die Gewissheit vom Tod der Kinder macht es den Suchenden möglich, einen Trauerprozess einzuleiten oder eine Exhumierung zu betreiben. In ca. 90 Fällen steht eine Wiederbegegnung noch aus, das gilt vor allem für im Ausland Wiedergefundene.
In einem Land wie El Salvador mit seinem hohen Maß an Straflosigkeit und seinem schlecht funktionierenden Rechtswesen, bedeuten diese Ergebnisse nicht wenig. Die Schwierigkeiten bei der Aufklärung von Menschen-rechtsverletzungen und bei der Suche nach verschwundenen Kindern machen aus jedem Erfolg bei den Nachforschungen ein kleines Wunder.
Die Wiederbegegnung von Amy Hackenberger aus Pennsulvania (in der Mitte mit weißer Bluse) mit ihrer salvadorianischen Mutter, Cruz del Pilar (links neben Amy, mit ihrem Mann Pedro, Amys Stiefvater) im Jahr 2008. (Hinten rechts Amys Adoptiveltern June und John Hackenberger)