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Geschichte

Vor vielen versammelten sich einige Eltern, die für ihre Kinder eine Kindertagesstätte einrichten wollten, in der vor allen Dingen ihre Mitwirkung und Mitbestimmung maßgeblich sein sollte. Sie gründeten daraufhin den Förderverein Kinderparadies e.V. Dies ist ein eigenständiger Verein mit dem Ziel die Gründung einer Kindertagesstätte zu ermöglichen und sie darüber hinaus zu fördern. Er besteht noch heute und bietet die Möglichkeit, für Eltern aber insbesondere auch für weitere Verwandte und Freunde der Kinder in unserer Einrichtung sowie für sonstige, mit dem Kinderparadies Verbundene, unsere Arbeit und die Kinder des Kinderparadies finanziell zu unterstützen.
Diese Eltern nahmen damals Kontakt mit dem Jugendamt der Stadt Köln auf und bekamen von dort - nach Antrag - den Bedarf für eine weitere Kindertagesstätte in Köln-Poll bescheinigt. Dabei ergab sich der Sitz der Kindertagesstätte aus dem zur Verfügung stehenden Raumangebot eines ehemaligen Supermarktes. Die „Gründungseltern" waren in Köln-Porz wohnhaft, so dass sich der Standort Poll eher zufällig ergab. Als nächster Schritt wurde der Verein Elterninitiative Kinderparadies e.V. mit Satzung vom 01.09.1989 beim Notar gesellschaftsrechtlich gegründet, in das Vereinsregister eingetragen und seine Gemeinnützigkeit - nach Antrag - vom Finanzamt anerkannt.
Mitglieder des Vereins sind die Eltern, deren Kinder in der Einrichtung betreut werden. Das Kinderparadies ist dem Paritätischen Wohlfahrtsverband als Dachverband (DPWV) angeschlossen. Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand hat geschäftsführende Funktion und übernimmt die Arbeitgeberseite dem Personal gegenüber. Alle Mitglieder verpflichten sich zu einer aktiven und regelmäßigen Mitarbeit in den unterschiedlichen Gremien und für alle anfallenden Arbeiten.

Dann erfolgte durch die Eltern die Entwicklung der Kindergartenkonzeption für das Kinderparadies. mit der der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Einrichtung konkretisiert wird. Das Konzept enthielt Vorschläge über die Zahl der Plätze, Anzahl der Gruppen, die Art der Gruppen (z.B. „kleine altersgemischte Gruppe), und die Öffnungszeiten. Auch die pädagogische Grundorientierung (also das pädagogische Konzept) wurde vereinbart.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wurde nach geeigneten Räumen zum Betrieb einer Kindertagesstätte gesucht. Im Januar 1991 fand der Verein die Räume in der Müllergasse 21, einem früheren Lebensmittelladen. Besonders die Größe und die verkehrsgünstige Lage ließen die Planung einer zweigruppigen Einrichtung zu. Das komplette Gebäude musste in Eigenleistung renoviert werden, die öffentlichen Gelder waren noch nicht genehmigt. Mitgliederspenden ermöglichten Ende Januar 1992 den Start der Renovierungsarbeiten, das überdurchschnittliche Engagement der Eltern deren Fertigstellung im März 1992.

Das Jugendamt der Stadt Köln hat den Verein Kinderparadies e.V. als freien Träger der Jugendhilfe anerkannt. Damit erhielt er die Möglichkeit, beim Jugendamt Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln zu erhalten (z.B. für die Gehälter der Angestellten, die monatlichen Pflegesätze pro Kind, Zuwendungen für Baumaßnahmen und Inventar).

Die öffentlichen Zuschüsse flossen und fließen nicht automatisch. Ihre Höhe richtet sich nach den verfügbaren öffentlichen Geldern und dem - nachgewiesenen - individuellem Bedarf der Einrichtung. Die Grundausstattung sowie die bauliche Errichtung der Kindertagesstätte (Umbau des ehemaligen Supermarktes zur Kindertagesstätte) bedurften langwieriger Verhandlungen und einer Menge Durchhaltevermögen. Aber auch beim laufenden Betrieb (jährlicher Betriebskostenantrag) geht es um erhebliche Summen und um „gutes" Wirtschaften.Letzteres betrifft zum Beispiel die Bildung von Rücklagen für Renovierungen und Wiederbeschaffungen, da hierfür die öffentliche Hand keine besonderen Mittel zur Verfügung stellt. Gleichzeitig darf in der Regel die Höhe der Rücklagen aber die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht in Frage stellen.

Alle Ausgaben des Vereins sind ordentlich zu dokumentieren und mit Kaufbelegen o.ä. nachzuweisen. Wenn nicht alles bis auf den letzten Cent belegt werden kann, muss der Verein diese Posten selbst berappen. Um bezüglich der Finanzen unabhängig von den jeweiligen Akteuren im Verein eine gute Buchführung und Jahresabschlussarbeiten (Bilanzerstellung) sicherzustellen, bedienen wir uns eines Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers. Auch für die Gehalts- Steuer und Sozialversichungszahlungen werden wir durch professionelle externe Hilfe unterstützt. Durch dieses Vorgehen entstehen zwar für den Verein nicht unerhebliche Kosten, jedoch übersteigen diese Tätigkeiten erfahrungsgemäß das zumutbare, ehrenamtliche Engagement und vielfach fehlen auch die hierfür notwendigen Fachkenntnisse der Vereinsmitglieder.

Trotz der erheblichen öffentlichen Zuschüsse müssen die Mitglieder einer Elterninitiative neben ihrer Mitbestimmung (und damit auch Mitverantwortung) immer auch einen Elternbeitrag - Geld und „Muskelkraft" zum Beispiel beim Einkaufen, Putzen und Renovieren - einbringen. Neben dem einkommensabhängigen Betrag an das Jugendamt ist nämlich für die Kinderbetreuung in einer Kindertagesstätte ein weiterer einkommensunabhängiger Betrag direkt an die Einrichtung für den laufenden Betrieb zu leisten. Letzterer wird durch die mindestens einmal jährlich stattfindende Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vereinsvorstandes von allen Mitgliedern mehrheitlich beschlossen.

Es waren erhebliche Anstrengungen der „Gründungseltern" nötig, die Räumlichkeiten des Kinderparadieses herzurichten, denn die Auflagen sind klar geregelt:

  • günstige Miete -> möglichst ehemalige Gewerberäume, da für Wohnungen eine Nutzungsänderung beantragt werden muss
  • helle, saubere, trockene und gut belüftete Räume zum Spielen und Schlafen
  • angrenzende oder schnell und sicher zu erreichende Grün- und Spielflächen
  • Einhaltung der Sicherheitsvorschriften (Brandsicherung, Fluchtwege, kindergerechte Sanitäranlagen usw.)
  • gesonderter Raum für Schlafmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren
  • Küche
  • Mitarbeiterraum etc.

Und: Kinder brauchen viel Platz - je jünger die Kinder sind und je länger sie in der Kindertagesstätte bleiben, umso mehr Platz benötigen sie. Aber auch die den „Gründungseltern" nachfolgenden Mitgliedergenerationen haben kontinuierlich an den Unterhaltungen und Instandsetzungen sowie an vielfältigen Verbesserungen in der Einrichtung mitgewirkt.

Da nachwachsende Mitglieder an diesen „Vorarbeiten" Anteil haben, hat sich die Mitgliederversammlung für die Erhebung eines Aufnahmebeitrages unter Berücksichtigung sozialer Komponenten ausgesprochen. Damit unsere Kinder im Kinderparadies professionell betreut und versorgt werden, stellt der Verein.

Erzieher/Innen und weitere Mitarbeiter/Innen ein. Wie viele von ihnen pro Gruppe gebraucht werden und welche Ausbildung sie haben müssen, ist gesetzlich geregelt. Das gilt auch für sonstige Dinge, an die sich ein Arbeitgeber (also der Verein, vertreten durch seinen Vorstand) halten muss: Krankenkasse, Sozialversicherung, Mutterschutz, Arbeitszeitordnung etc. Bei der Personalauswahl steht für uns neben der Qualifikation insbesondere die Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit im Vordergrund. Für die Leitung der Kindertagesstätte sind uns Lebens- und Berufserfahrung sowie kommunikative Fähigkeiten und nicht zuletzt eine Eignung in Management und Buchhaltungsfragen sehr wichtig.

Nachdem dann noch die Betriebserlaubnis vorlag stand der Eröffnung unsere Kindertagesstätte nichts mehr im Weg. Seit dem 15. März 1992 läuft der Betrieb der Kindertagesstätte mit öffentlichen Geldern in zwei Gruppen mit insgesamt 35 Kindern und dem hierfür vorgesehenen Personal. Seitdem ist das Engagement der Eltern auch weiterhin gefragt. Sie helfen bei Hausmeister-, Garten-, Renovierungs- sowie Aus- und Umbauarbeiten, bei der Vereinsführung, bei der Organisation von Festen, beim Einkaufen, Kochen und Reinigen, bei der Beseitigung von Hochwasserschäden und vielem mehr.

Doch die Art und Weise der praktischen Elternmitwirkung, also das „was und wie" bleibt dem Verein (der Mitgliederversammlung) selbst überlassen. Die verschiedenen Mitwirkungsmöglichkeiten ergeben sich - neben den Gesprächen mit „älteren" Vereinsmitgliedern - auch aus dieser Broschüre.
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