Nachgewiesene Ionen: (Fluorid-),Chlorid-, Bromid-, Iodid-Ionen
Chlorid-, Bromid- und Iodid- Ionen lassen sich in einer Nachweisreaktion aus wässrigen Lösungen nach dem Ansäuern mit Salpetersäure mit Silbernitrat fällen.
Anhand der Niederschläge lassen sich Rückschlüsse auf das Halogenid-Ion ziehen.
Der Silberhalogenidniederschlag wird anschließend mit Ammoniakwasser näher untersucht:
Silber(I)-fluorid (AgF) ist als einziges Silberhalogenid gut wasserlöslich.
By Ben Mills - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=Silbernitrat&title=Special:MediaSearch&go=Go&type=image
Silberchlorid (AgCl) bildet einen weißen, käsigen Niederschlag, der sich bei Zugabe von Ammoniak unter Bildung des farblosen Diamminsilber(I) in einer Komplexbildungsreaktion wieder auflöst.
Silberbromid (AgBr) fällt als hellgelber, nur in konzentriertem Ammoniak löslicher, Niederschlag aus.
Silberiodid (AgI) zeigt sich als ein gelb-grünlicher Niederschlag, der sich auch in konzentriertem Ammoniak nicht löst.
keine Ansetzung nötig
Alle wässrigen Lösungen der Halogenid-Salze weisen keine Tätigkeitsbeschränkungen für Schüler:innen der Sekundarstufe I und II sowie Lehrende auf.
Bei der Erweiterung des Experiments wird anschließend eine konzentrierte Ammoniak-Lösung zu den Niederschlägen gegeben (siehe Video). Dieses Experiment darf nicht von Schüler:innen durchgeführt werden und bedarf einer weiteren Gefährdungsbeurteilung.
Da dieser Nachweis auf der Fällung von Silbersalzen beruht, kann Silbernitrat nicht substituiert werden. Ebenso eignet sich nur eine konzentrierte Ammoniak-Lösung (25%) für den weiteren Nachweisschritt, sodass auch hier keine Substitution möglich ist.
Silbernitat- und Natriumiodid- Lösung sind stark wassergefährdend, Ammoniak-Lösung (25%) ist wassergefährdend. Silberionen werden durch Zugabe eines Reduktionsmittels (z. B. Glucose) reduziert, Reste mit Silberionen müssen als Silberabfälle gesammelt werden, es ist auf einen sauren pH-Wert zu achten (im alkalischen Bereich droht die Entwicklung von Silberazid).
Von der zu untersuchenden Proben werden mithilfe einer Pipette etwa 5 ml in ein Reagenzglas gegeben (bei Feststoffen wird eine Spatelspitze in 5 mL Wasser gegeben und durch Schütteln gelöst).
Anschließend werden die Lösungen leicht angesäuert, indem zu den Proben jeweils einige Tropfen verdünnte Salpetersäure hinzugefügt werden.
Nach Zugabe von etwa zwei bis fünf Tropfen Silbernitratlösung zu jedem Ansatz werden die Proben gründlich geschüttelt/durchmischt.
Erweiterung Lehrer:innenversuch:
Zu den Niederschlägen werden ca. 1,5 mL verd. Ammoniak-Lösung (15%ig) gegeben und erneut geschüttelt/durchmischt.
Zu den Ansätzen, die noch einen Niederschlag enthalten, wird ca. 1 mL konzentrierte Ammoniak-Lösung (25%ig) hinzugefügt und die Proben wiederum gründlich geschüttelt/durchmischt.
Fluorid-Lösung
Bildung eines leichten, weißen Niederschlags bei der Zugabe von Silbernitratlösung
Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von verd. Ammoniak (15%ig)
Chlorid-Lösung
Bildung eines weißen Niederschlags bei der Zugabe von Silbernitratlösung
Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von verd. Ammoniak (15%ig)
Bromid-Lösung
Bildung eines leicht gelblichen Niederschlags bei der Zugabe von Silbernitratlösung
Kein Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von verd. Ammoniak (15%ig)
Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von konz. Ammoniak (25%ig)
Iodid-Lösung
Bildung eines gelblichen Niederschlags bei der Zugabe von Silbernitratlösung
Kein Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von verd. Ammoniak (15%ig)
Kein Auflösen des Niederschlags nach Zugabe von konz. Ammoniak (25%ig)
Jander, G., Blasius, E.: Lehrbuch der analytischen und präparativen Chemie, Hirzel-Verlag, Stuttgart 2006, 16. Auflage
M. Tausch, M. von Wachtendonk (Hrsg.), Chemie – Stoff, Formel, Umwelt – Sekundarstufe 1, C.C. Buchner Verlag, Bamberg 1996