Stickstoff gelangt über verschiedene Wege in unsere Böden. Unter anderem über landwirtschaftliche Düngung, über Bindung von Luftstickstoff durch Knöllchenbakterien und über nitrifizierende Bakterien.
Kasernenkreisel in Thun
Der Boden kann in verschiedene Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften aufgeteilt werden. Zum einen die Magerwiese, welche einen sehr tiefen Nährstoffgehalt aufweist, da sie nicht gedüngt wird. Dadurch enthalten sie eine sehr grosse Pflanzenvielfalt, mit bis zu 50 Arten/Quadratmeter, was man zum Beispiel an angelegten und gepflegten Strassenkreiseln findet. Damit sie ihre Nährstoffarmut auch behalten kann, muss sie jedoch regelmässig gemäht werden, damit der Stickstoffeintrag der Luft nicht zu gross wird.
https://naturnetz.ch/de/angebot/unterhalt-pflege/magerwiesen/
Allmendingenallee
Weiter gibt es die Fettwiesen, welche vor allem in der Landwirtschaft zu finden sind, und Ackerbau oder Tierhaltung beherbergen. Sie enthalten eine sehr grosse Nährstoffkonzentration, dafür aber eine kleine Artenvielfalt, da die am besten angepasste Pflanzen die anderen überwuchern und somit verdrängen. Stickstoff gelangt unter anderem in Form von Dünger in die Böden, welcher dann von Bakterien umgewandelt und von den Pflanzen aufgenommen wird. Wenn aber zu viel Dünger eingesetzt wird, können die Pflanzen diesen nicht mehr aufnehmen und das Nitrat wird ins Grundwasser ausgewaschen und trägt zur Bodenversauerung bei.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fettwiese
Burgerwald bei Thierachern
Als dritten Boden haben wir uns den Waldboden vorgenommen, der ebenfalls recht hohe Nitratwerte aufweist, da er als wichtiger Stickstoffspeicher der Umwelt dient, wodurch viel Nitrat hergestellt wird. Der Stickstoff dient dem Wald aber unter anderem damit der Wachstum beschleunigt werden kann. Die folgenden Auswirkungen werden von Experten in Zusammenhang mit der Überdüngung mit Stickstoff gebracht:
· Störungen im Ernährungszustand der Bäume: Stickstoff-Überschüsse können die Aufnahme anderer Elemente wie zum Beispiel Magnesium hemmen, was zur Unterversorgungen des Waldes führen kann.
· Geringeres Wurzelwachstum, insbesondere weniger Feinwurzeln. Das wiederum führt zu Kronenverlichtungen, höherer Anfälligkeit der Bäume gegen Windwurf und Trockenheit.
· Höhere Anfälligkeit der Bäume gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
· Bodenversauerung.Diese führt zur vermehrten Auswaschung von Nährstoffen und damit zur Verarmung der Böden an wichtigen Pflanzennährstoffen wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Im Extremfall werden giftige Stoffe wie Aluminium im Boden freigesetzt. Die Bodenversauerung führt zudem zur Abnahme der für die Durchlüftung, Entwässerung, Verrottung und Durchmischung der Waldböden wichtigen Regenwurmpopulationen.
· Abnahme der Artenvielfalt: Hohe Stickstoffeinträge fördern insbesondere das Wachstum von Brombeeren. Diese hemmen das Aufkommen von Jungwuchs.
· Der so genannte "Critical Load" ("kritischer Eintragswert") an Stickstoff wird gemäß Bundesamt für Umwelt (BAFU) in über 80% der Wälder in der Schweiz überschritten. Dieser Wert ist die Menge an Stickstoff, die ein empfindliches Ökosystem (wie z.B. ein Wald oder ein Moor) erträgt, ohne dabei Schaden zu nehmen. Für die Schweiz beträgt der "Critical Load" 10-20kg Stickstoff pro Hektar und Jahr.
https://www.waldwissen.net/wald/klima/immissionen/wsl_stickstoffeintrag/index_DE