In diesem Versuch prüfen wir drei verschiedene Bodenarten auf Azotobacter. Die drei Bodenarten stammen von Magerwiesen, Fettwiesen und Waldböden, nämlich aus den gleichen Böden wie bei den übrigen Praktika verwendet wurden. Wir überprüfen also die Azotobacterdichte bei diesen verschiedenen Bodenarten aus unserer Umgebung.
50 Krümel von Fettwiese auf einer Agarplatte angeordnet.
Wie im ersten Versuch "Bodennitratwert" verwendeten wir die drei Bodenarten Magerwiese, Fettwiese und den Waldboden. Davon entnahmen wir je 50 Krümel, die wir möchlichst gut verteilt in eine Agarschale legten. Diese Agarschalen haben wir zuvor selbst hergestellt. Eine Agar Lösung besteht aus: 20g Glukose, 0,8g Dikaliumhydrogenphosphat, 0,2g Kaliumdihydrogenphosphat, 0,5g Magnesiumsulfat, 0,1g Eisenchlorid, 0,075g Calciumchlorid, 0,05g Natriummolybdat und 20g Agar. Diese Stoffe wurde mit dest. Wasser auf einen Liter aufgefüllt und über einem Bunsenbrenner umgerührt und vermischt. Die Lösung wurde mit Watte und Alufolie verschlossen und später in einem Dampfkochtopf ca. 20 Minuten lang sterilisiert. Somit war diese Lösung fertiggestellt und konnte in mehrere Petrischalen abgefüllt werden, welche dann auf einer Sterilbank trockneten. Somit waren die Agarschalen fertig hergestellt.
50 Krümel des jeweiligen Boden wurden auf den Petrischalen gleichmässig verteilt. Schlussendlich hatten wir je drei Petrischalen pro Bodenart. Diese haben wir während vier Tagen bei 30°C gelagert.
In dieser Grafik sind die Resultate der Auszählungen der Kolonien/50 Krümel dargestellt. Bei der Magerwiese wurden um 77.7% der Krümel Kolonien gebildet, bei der Fettwiese um 88.7% und beim Waldboden um 81.8%.
Die Magerwiese weist zwar den tiefsten Wert an gebildeten Kolonien auf, jedoch ist dieser Wert immer noch sehr hoch. Dies könnte einerseits daran liegen, dass sie direkt an einer Strasse lag, wodurch Stickstoff durch die Verbrennungsmotoren fixiert wurde, was den Stickstoffgehalt und somit auch den Bakteriengehalt erhöhen kann. Andererseits könnte der erhöhte Wert auch daran liegen, dass die Erdkrümel bei der Lagerung zusammengerutscht sind, wodurch das genaue Auszählen der Krümel mit gebildeten Kolonien deutlich erschwert wurde, wodurch die Resultate sicherlich verfälscht wurden. Ausserdem gab es sehr unterschiedliche Werte bei den Resultaten. Um einen vergleichbareren Wert zu erhalten wurde alle Böden je in drei Agarschalen untersucht, wovon dann ein Mittelwert berechnet wurde, damit das Resultat nicht von einem, eventuell aussergewöhnlichen Versuch ausgeht. Jedoch gab es sehr unterschiedliche Werte bei der Magerwiese, und da es nur drei Werte pro Boden gab, hat dies den totalen Wert dann ebenfalls etwas verändert. Auch dadurch wurde der Wert dann noch einmal in die Höhe gehoben, obwohl dies sicherlich nicht der Hauptgrund für die zu hohen Werte der Magerwiese darstellt.
Wie in der Theorie beschrieben, brauchen die Bakterien den Stickstoff in den Böden als Energiequelle, was eine Erklärung liefert, wieso in einem stickstoffreichen Boden vermehrt Bakterien anzutreffen sind, als in einem stickstoffärmeren Boden wie einer Magerwiese.