Bei der Ammonifikation wird der, von Organismen in Exkrementen oder totem Material abgegebene, organisch gebundene Stickstoff von Destruenten in Ammoniak oder Ammonium umgewandelt. In anorganischer Form kann der Stickstoff für den Kreislauf weiterverwendet werden.
Viele Pflanzen sind auf Bodenbakterien angewiesen, die über Urease (siehe unten) verfügen. Die Urease ist nötig, weil Pflanzen den in Harnstoff gebundene Stickstoff nicht direkt nutzen können.
Erst der Stickstoff, der in den Ammonium-Ionen gebunden ist erweist sich als nützlich. Sie nehmen ihn auf und verwenden ihn für ihren Kreislauf.
Einige Destruenten können zudem energiereiche organische Substanzen in energiearme Substanzen anorganische Stoffe zersetzen und das dabei entstandene Ammonium steht dem Ökosystem zur Verfügung. Bei diesem Prozess gewinnen die Bakterien ihre lebensnotwendige Energie.
https://www.oliverkohlhaas.de/ökologie-1/stickstoffkreislauf/
https://freie-referate.de/biologie/natuerlicher-stickstoffkreislauf
Urease aus Canavalia ensiformis war das erste Enzym, das gereinigt und kristallisiert wurde. Dies gelang James B. Sumner, einem US-ameriakanischem Chemiker, im Jahr 1926. Er bekam dafür den Nobelpreis für Chemie. https://www.scienceinschool.org/de/2008/issue9/urease
Wie uns die Endung –ase schon verrät, handelt es sich bei der Urease um ein Enzym. Die Urease hat eine hohe katalytische Wirksamkeit und bewirkt, dass die Reaktion um einen Faktor 1014 schneller abläuft, als ohne Enzym. Wie jedes Enzym hat auch die Urease ein Temperatur- und pH-Optimum. Das Temperaturoptimum liegt bei ca. 60°C und das pH-Optimum bei einem pH-Wert von 7. Unter dem pH=1,97 bzw. über dem pH=11.8 und ab ca. einer Temperatur von 70°C denaturiert das Enzym vollständig.
Die Urease trifft man besonders in Samen von Pflanzen, in wirbellosen Tieren und in harnstoffzersetzenden Bakterien und Pilzen an. Insbesondere die Urease in Bodenbakterien übernimmt eine bedeutende Funktion im Stickstoffkreislauf, denn ohne sie wäre eine Stickstoffdüngung nicht möglich. Allerdings sind die Urease-positiven Bakterien in den Exkrementen die Ursache für die unerwünschte Ammoniak-Emission, die in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ein Problem darstellt.
Urease katalysiert die Spaltung von Harnstoff in Kohlenstoffdioxid und Ammoniak unter Verbrauch von Wasser. Der Harnstoff wird vom Enzym hydrolysiert. Darunter versteht man die Aufspaltung einer (bio-)chemischen Verbindung durch Anlagerung eines Wassermoleküls. Es bildet sich Ammoniak und Carbamidsäure, die spontan in Kohlendioxid und Ammoniak zerfällt.
In einer wässrigen Lösung reagiert der Ammoniak alkalisch und so entstehen Ammonium-Ionen und Hydroxidionen.
Das Mengenverhältnis von Ammoniak zu Ammonium-Ionen ist vom pH-Wert abhängig. Je mehr Ammonium-Ionen vorhanden sind, desto höher steigt der pH-Wert an.