Der Pumakatari ist ein öffentliches Bussystem in La Paz, das im Jahr 2014 von der Stadtregierung eingeführt wurde. Der Name stammt aus der indigenen Aymara-Sprache und bedeutet „Puma-Besucher“. Ziel dieses Systems war es, den chaotischen und ineffizienten öffentlichen Nahverkehr zu modernisieren und eine zuverlässige, sichere und menschenwürdige Transportalternative zu schaffen.
Der Pumakatari fährt auf mehreren wichtigen Strecken durch La Paz. Zu den bekanntesten Linien gehören:
Chasquipampa – Busch
Achumani – Villa Salomé
Villa Salomé – San Pedro
Inca Llojeta – Parque Urbano Central
Irpavi II – PUC
Kupini II – PUC
Obrajes – San Pedro
Diese Linien verbinden zentrale Stadtteile mit peripheren Zonen und bieten mehr oder weniger direkte Anschlüsse zur Seilbahn „Mi Teleférico“, was ein integriertes Transportsystem ermöglicht.
Die Ticketpreise sind subventioniert und relativ günstig:
Einzelfahrkarte: ca. 2,30 Bolivianos
Ermäßigter Tarif (Schüler, Senioren): ca. 1,50 Bolivianos
Es gibt auch Wertkarten, die wiederaufladbar sind und Rabatte bieten.
Vorteile:
Sicherheit und Komfort: Die Busse sind modern, gut gewartet und verfügen über Kameras, GPS und einen barrierefreien Zugang für Menschen mit Behinderung und einen "Busbegleiter".
Pünktlichkeit und feste Routen: Im Gegensatz zu den informellen Minibussen fahren die Pumakatari-Busse nach einem festen Fahrplan und klaren Routen.
Umweltfreundlicher: Die Busse sind emissionsärmer als viele ältere Fahrzeuge in der Stadt und helfen, die Luftverschmutzung zu verringern.
Soziale Integration: Das System fördert soziale Inklusion, da es Menschen in abgelegenen Stadtteilen besseren Zugang zum Stadtzentrum ermöglicht.
Nachteile:
Begrenzte Reichweite: Das Netz des Pumakatari ist im Vergleich zu den Minibussen noch begrenzt und deckt nicht alle Stadtteile ab.
Kosten: Der Betrieb und die Wartung der modernen Busse sind teuer, was eine finanzielle Belastung für die Stadt bedeutet.
Konkurrenz mit Minibussen: Es gibt Konflikte mit traditionellen Fahrern, die Einnahmeverluste befürchten.
Verkehrsprobleme: Trotz besserer Organisation leidet das System unter dem allgemeinen Verkehrschaos in La Paz, was Verspätungen und sehr lange Fahrtzeiten verursachen kann.
Der ChikiTiti ist ein kleiner Stadtbus, der Teil des städtischen Verkehrssystems La Paz BUS ist und den größeren PumaKatari ergänzt. Das System wurde entwickelt, um schwer zugängliche Stadtteile von La Paz besser an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden. In der Theorie kann er auch Fahrräder transportieren. Die Bemühungen des Fahrradwegenetz in der Stadt auszubauen scheitern jedoch an der Topographie und den hohen Kosten für E-Bikes.
Der Name „ChikiTiti“ stammt vom Andenkatze (auf Aymara auch „Chikititi“ genannt), einem kleinen, agilen Raubtier, das in den Bergen Boliviens lebt. Der Name wurde gewählt, um die Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit des Busses an das schwierige Gelände von La Paz zu symbolisieren.
Technische Merkmale:
Kapazität: 55 Fahrgäste
Länge: 9 Meter
Breite: 2,5 Meter
Höhe: 3,36 Meter
Motor: Cummins (Großbritannien)
Getriebe: ZF (Deutschland)
Ausstattung: Digitale Zugangskontrolle, Sicherheitskameras, Heizung, Lautsprecher, Gepäckraum und Sensoren zur Hinderniserkennung
Funktion im Verkehrssystem:
Der ChikiTiti dient als Zubringerbus und ergänzt die Hauptlinien des PumaKatari sowie das Seilbahnsystem. Er fährt auf schmalen, kurvigen Straßen in dicht besiedelten oder abgelegenen Gebieten und bringt Fahrgäste zu größeren Umsteigepunkten.
Vorteile:
Verbesserung der Erreichbarkeit in schwer zugänglichen Vierteln
Integration mit anderen Verkehrsmitteln (PumaKatari, Seilbahn)
Barrierefreiheit und moderne Ausstattung
Beitrag zu einem umweltfreundlicheren Stadtverkehr
Herausforderungen:
Vandalismus: Einige Haltestellen wurden im Jahr 2024 zerstört, offenbar im Konflikt mit traditionellen Verkehrsanbietern.
Kraftstoffmangel: Im März 2025 kam es zu unregelmäßigem Betrieb, da es in der Stadt an Treibstoff mangelte.
Wirtschaftliche Belastung: Die Wartung und der Betrieb moderner Busse erfordern hohe Investitionen.
Wer mehr wissen möchte, kann die Webseite von La Paz BUS besuchen, mit Infos zu:
Buslinien des städtischen Transportsystems, insbesondere über die großen PumaKatari-Busse und die kleineren ChikiTiti-Busse.
Fahrpläne und Betriebszeiten, inklusive aktueller Änderungen wie den neuen Abfahrtszeiten ab März 2025.
Zukünftige Projekte, z. B. die Erweiterung des Liniennetzes und die Einführung von Elektrobussen.
Digitale Dienste wie GPS-Verfolgung der Busse über eine App.
Stellenangebote, mit der Möglichkeit, sich direkt online zu bewerben.
Kontaktinformationen und die Adresse des Hauptsitzes in La Paz.