Auch hier beschränken wir uns auf die Akkordzithern, denn an Spielanleitungen für die Tischharfen dürfte kein Mangel herrschen. Tischharfen-Spieler sollten aber ruhig mal reinschauen. Vielleicht ergibt sich eine interessante Alternative zum bisherigen Spiel.
Wie bereits erwähnt, hat die Akkordzither rechts die Melodiesaiten und links die Akkorde.
Die Melodiesaiten werden mit dem Daumen der rechten Hand von links nach rechts, die Akkorde mit dem Daumen der linken Hand von rechts nach links angeschlagen.
Es empfiehlt sich für die Melodiesaiten statt des Daumens ein Daumenplektron (Zither-Ring) zu verwenden. Im Musikhandel werden Daumenplektrons in Kunststoff und Metall angeboten. Kunststoff ist zu empfehlen, wenn man einen weichen Ton bevorzugt.
Bei der Verwendung eines Plektrons ist - vor allem bei solchen aus Metall - darauf zu achten, dass der Dorn nicht zu lang ist, damit die Oberfläche der Zither nicht verkratzt wird.
Daumenplektron
Ein Daumenplektron kann man auch für den Daumen der linken Hand verwenden. Dafür gibt es Daumenplektrons für Linkshänder.
Wie schon erwähnt hat das Material des Plektrons einen Einfluss auf den Klang der Saiten und natürlich auch Ihr Anschlag.
Zusätzlich können sie den Klang noch beeinflussen in dem Sie die Zither direkt (ohne Tischdecke) auf den Tisch legen und/oder oben ein Buch unterlegen, wodurch die Zither leicht schräg liegt und somit unter der Zither ein zusätzlicher Resonanzraum entsteht.
Probieren Sie einfach mal etwas aus.
Sollten störende Geräusche auftreten, so liegt das in aller Regel an Gegenständen die noch auf dem Tisch liegen z.B. die Schere vom Zuschneiden der Unterlegnoten.
Spielen kann man die Akkordzither nach konventionellen Noten. Zur leichteren Orientierung kann man sich hierfür eine Klaviatur aufzeichnen und unter die Melodiesaiten legen.
Oder man spielt nach Zahlen. Hierfür stehen über den konventonellen Noten die Nummern der Melodiesaiten und unter den Notenlinien die Nummern für die Begleitung.
konventionelles Notenblatt mit Zahlen für das Spielen der Akkordzither
Teilweise wurde dabei auch auf die konventionellen Noten verzichtet und nur die Zahlen für die Melodie und die Begleitung in zwei Reihen übereinander geschrieben.
Akkordzither spielen nach Zahlen
Am einfachsten ist es aber die Akkordzither nach Unterlegnoten zu spielen.
altes Unterlegblatt - leicht
Dabei wird ein solches Unterlegnotenblatt so unter die Melodiesaiten geschoben, dass die linke dicke Linie unter der ersten Melodiesaite 1/ c‘ liegt.
In aller Regel wird es erforderlich sein das Unterlegnotenblatt dafür noch etwas nachzuschneiden.
Zweckmäßigerweise erstellt man sich dafür eine Schablone aus Pappe, die an der dicken Linie anzulegen ist und mit der man dann den rechten Rand – passend zur eigenen Zither - nachschneiden kann.
Nach dem Einlegen des Unterlegnotenblattes sollten die abgebildeten Noten exakt unter der jeweiligen Saite liegen. Was aber nur selten der Fall sein wird. Bei einer geringen Abweichung kann man das Blatt ein wenig verschieben. Bei dem obigen Blatt könnte man z. B. das Blatt statt an der Saite 1/c‘ an der Saite 7/h‘ - auf der die meisten Noten liegen - ausrichten.
Bei größeren Abweichungen und bei Stücken, die über den ganzen Notenbereich gehen ist es am einfachsten – sofern man einen Kopierer zur Verfügung hat - die Unterlegnoten entsprechend verkleinert oder vergrößert zu kopieren.
Dabei ist zu beachten, dass Unterlegnoten ebenfalls dem Urheberrecht unterliegen und nur zum eigenen Gebrauch kopiert werden dürfen.
Jetzt kann man mit dem Spiel beginnen. Dazu zupft man - von oben nach unten - der Verbindungslinie folgend - immer die Saite, die über der geraden zu spielenden Note liegt.
In diesem vorstehenden Beispiel beginnt man mit 2/d‘, es folgt 5/g‘ usw..
Auf der Akkordzither spielt man bevorzugt solche Stücke, die man kennt - “die man im Ohr hat“ - Dadurch sind die auf dem Unterlegnotenblatt abgebildeten Notenwerte nur als Orientierung zu betrachten. Zählen Sie also nicht sondern singen oder summen Sie die Melodie lieber mit.
Nachdem Sie die Melodie einige Male durchgespielt haben können Sie jetzt zusätzlich die Melodiestimme mit Akkorden begleiten.
Die Akkorde sind bei der Akkordzither von 1 – 6 durchnummeriert. Dabei liegt - bei der alten Anordnung - der 1. Akkord/C-Akkord ganz rechts, gefolgt vom 2. Akkord/G-Akkord bis hin zum ganz links liegenden 6. Akkord/E-Akkord.
Steht nun neben der Note auf dem Unterlegnotenblatt eine Zahl so ist das der Hinweis auf den gleichzeitig mit der Note zu spielenden Begleitakkord.
Bei leicht zu spielenden Stücken, wie bei dem vorstehenden Beispiel, erfolgt die Begleitung mit ganzen Akkorden. An Stellen an denen ein Moll-Akkord erforderlich wäre spielt man ersatzweise nur die Bass-Saite oder spezielle Saiten aus einem Akkord, da wie bereits erwähnt auf der 6/25-iger Akkordzither keine Moll-Akkorde vorhanden sind.
Aber warum einfach wenn es auch kompliziert geht?
altes Notenblatt - schwer
Bei diesen Begleitangaben ist zu beachten, dass es – da nicht genormt – zu allem Überfluss auch noch unterschiedliche Schreibweisen gibt. Bei der Schreibweise oben folgt man den Anweisungen von links nach rechts. Bei einer anderen Schreibweise folgt man den Anweisungen in der Richtung der Verbindungslinie zur nächsten Note.
Mir macht das Spielen nach diesen Unterlegnoten keinen Spaß und aus diesem Grunde erfolgt die Begleitangabe auf unseren Unterlegnoten auch nur mit ganzen Akkorden.
Sie können nach diesen Unterlegnoten natürlich auch einfach spielen. Ignorieren Sie den Zahlenwust und spielen Sie nur den ganzen Akkord.
Das Schöne an diesem Instrument ist ja, dass jeder so spielen kann, wie es Ihm gefällt. Wichtig ist nur, dass man Spaß dabei hat.
Also betrachten Sie alles nur als Anregung und nicht als Anweisung und probieren Sie einfach mal etwas aus.
So kann man z.B. bei einer längeren Note den zu spielenden Akkord „auflösen“. Dafür spielt man zunächst die Basssaite gefolgt von den Begleitsaiten oder man spielt alle Akkordsaiten einzeln hintereinander (Arpeggio).
Auch kann man bei einem langsamen Stück den Akkord - bis zum nächsten Wechsel des Akkords – zusammen mit den nächsten Noten noch mehrmals wiederholen.
Ein ungewolltes Nachklingen der Akkorde kann man dabei durch Handauflegen abstoppen.
Als Variation zur Akkordbegleitung macht es aber auch Spaß mal ein Stück zweistimmig zu spielen. Hierfür benötigt man ein zusätzliches Daumenplektrum für den linken Daumen.
Am leichtesten zu spielen sind solche Stücke bei denen zu jedem Ton der Melodiestimme auch ein Ton der zweiten Stimme arrangiert wurde.
Solche Stücke lassen sich auch einfach zu Zweit spielen.
Bei komplizierteren zweistimmigen Stücken, die man zu Zweit spielen möchte, ist ein Metronom hilfreich und Zählen leider unerlässlich.
Zweistimmige Stücke finden Sie ebenfalls bei den Unterlegnoten.