Schon in der griechischen Sagenwelt kann man von der „Erfindung“ der Zither lesen: „Als Apollon eines müßigen Tages an einem See umherspazierte entdeckte er einen (leeren) Schildkrötenpanzer, über den er einige Bogensehnen spannte und feststellte, dass sich damit verschiedene Töne erzeugen ließen.“
Der Begriff Zither stammt denn auch von dem griechischen Wort „kithára“ ab.
Im Mittelalter tauchen ähnliche Begriffe auf: „Cetera“, „Cistola“, Gitarra“ oder „Cister“ bei denen es sich im wesentlichen um Lauteninstrumente handelte.
Der diffuse Gebrauch des Begriffs Zither wurde erst im 18. Jahrhundert klarer und bezog sich zunächst auf das Scheitholt.
Das Scheitholt, ein im Mittelalter weit verbreitetes, einfaches Instrument, gilt somit auch als der Urvater der in Mitteleuropa verbreiteten Kastenzithern.
Scheitholt
Im außereuropäischen Raum sind außer den Kastenzithern auch Stabzithern, Röhrenzithern, Schalenzithern und Rahmenzithern bekannt.
War das Scheitholt noch drei- bis viersaitig, so vergrößerte sich ab dem 19. Jahrhundert die Saitenzahl stetig. Zusätzlich wurden Griffbretter auf die Korpusdecke geleimt.
Diese Weiterentwicklung der Zither bezeichnet man auch als Kratzzither , da das Instrument mit einem Plektrum nahe am Steg „angekratzt“ wurde.
Fortan wurden die Kastenzithern unterteilt in griffbretthaltige und griffbrettlose Zithern.
Im Unterschied zu anderen Saiteninstrumenten verlaufen die Saiten bei den Zithern über die ganze Länge des Korpus und zwar parallel dazu. Wobei der gesamte Körper als Resonator dient.
Kratzzither
Eine Weiterentwicklung dieser griffbretthaltigen Zithern stellen die Schlagzithern (1830) und später die Konzertzithern (1850) dar, die sich vorrangig im alpenländischen Raum verbreiteten.
Konzertzither
Mit dieser Entwicklung veränderte sich auch die Anschlagtechnik, denn die Saiten wurden nun mit Daumenringen angeschlagen.
Das Spielen ist sehr anspruchsvoll. Namenhafte Musiker und virtuose Spieler machten diese Zither zum Konzertinstrument.
Herzog Maximilian von Bayern (1808 – 1888) erreichte gar, dass das vorher als „Lumpeninstrument“ angesehene Instrument auch in den höfischen Kreisen Einzug hielt. Er wurde wegen seiner Leidenschaft auch Zither-Maxl genannt, war selber ein virtuoser Zitherspieler und komponierte auch für dieses Instrument. Durch ihn und seinen Lehrer Johann Petzmayer (1803-1884) wurde die Zither das bayerische Nationalinstrument schlechthin.
Auch Sissi spielte auf der Zither und brachte das Instrument an den Wiener Hof.
Während die Vorläufer noch von begabten „Dilettanten“ gebaut wurden, so nahmen sich mit zunehmender Beliebtheit dieser Zithern die Geigen- und Lautenbauer ihrer an.
Weltberühmt wurde die Konzertzither durch die Filmmusik, die Anton Karas (1906 – 1985) für den Film „Der dritte Mann“- der 1949 Weltpremiere hatte - komponierte. Dieses Lied ist urheberrechtlich noch bis Ende 2055 geschützt.
Wird heute von einer Zither gesprochen, meint man im Allgemeinen die Konzertzither.
Eine andere Entwicklungsrichtung stellten die griffbrettlosen Psalterien dar, deren Name auf das griechische Wort für „zupfen“ zurückzuführen ist. Der Korpus war zumeist trapezförmig, ähnlich wie das Hackbrett, das jedoch mit kleinen Hämmerchen gespielt wird.
Hackbrett
Aus den griffbrettlosen Psalterien entwickelten sich ab 1880 diverse griffbrettlose Zithern. Hierzu mehr unter "Geschichte der Akkordzithern".