Zu den griffbrettlosen Zithern gehören - wie zuvor schon erwähnt - neben den Akkordzithern auch die Melodiezithern.
Alte Melodiezithern entsprechen in ihrer Bauart den Akkordzithern und haben wie diese bei den Melodiesaiten meist einen Saitenabstand von ca. 9 mm. Bei der Verwendung des Klangkörpers einer normalen 6/25-iger Akkordzither kommt eine solche Melodiezither auf 42 Melodiesaiten und einen Tonumfang von G – c‘‘‘.
Aber auch früher gab es schon viele kreative Zitherbauer. So hat zum Beispiel die nachfolgende Zither einen Saiten Abstand von nur 6,5 mm. 44 Saiten und einen Tonumfang von F –c‘‘‘.
Über die Jahre sind die Griffbrettlosen Zithern immer weiter in Vergessenheit geraten, bis Ende der 1980-iger Jahre Hermann Veeh die erste Veeh-Harfe für seinen mit Down-Syndrom geborenen Sohn baute.
Ungeachtet der hochtrabenden Bezeichnung „Harfe“ ist die Veeh-Harfe instrumentenkundlich eine Kastenzither und gehört somit zu den bereits erwähnten Melodiezithern.
Wie der Name schon sagt haben die Melodiezithern nur Melodiesaiten. Dabei unterscheidet man chromatische und diatonische Melodiezithern.
Bei den diatonischen Melodiezithern fehlen – bildlich gesprochen - „die schwarzen Tasten“ und somit, wenn sie auf C-Dur gestimmt sind, die Halbtöne (cis, dis, fis, gis, ais). Mit diesen Zithern kann man immer nur eine Tonart spielen. Will man eine andere Tonart spielen muss die Zither teilweise umgestimmt werden.
Zu den diatonischen Melodiezithern gehören - bei den neueren Bauarten - die Diatonische Tischharfe, die Kleine Tischharfe, die Liederharfe ….
Zu den chromatischen Melodiezithern gehören die Melodiezithern der alten Bauart, und bei den neuen Bauarten die Veeh-Harfe, die Zauberharfe, die Große Tischharfe, das Kern-Klangbrett ….
Weiterhin unterscheiden sich Melodiezithern in der Bauform. Einige der neuen Zithern haben sich an der Bauform der alten Melodiezithern bzw. Akkordzithern orientiert. Dazu gehören die Veeh-Harfe, die Zauberharfe, die Große Tischharfe.
Andere Zithern, wie das Kern-Klangbrett und die Liederharfe haben sich an der Bauform des Hackbrettes orientiert.
Da ständig neue Bauformen hinzukommen, beschränke ich mich bei den Zithern der neuen Bauart im Folgenden auf die chromatischen Melodiezithern der Bauform Veeh- bzw. Zauberharfe. Dazu gehört dann z.B. auch die Große Tischharfe.
Die neuen Bauformen haben einen Saitenabstand von 11,5 m und unterscheiden sich in der Anzahl der Melodiesaiten.
Für die vielen Melodiezither-Bauarten der neuen Generation, die sich zwischenzeitlich auf dem Markt befinden, setzt sich zunehmend der Oberbegriff Tischharfen durch.