Ingmar Werneburg
OPUS MENSCH
Dichtung & Morphologie
OPUS MENSCH
Dichtung & Morphologie
Die Natur zeichnet den Menschen, wie er innerlich ist. PARACELSUS
STOFF
In das Gefäß, in meinem Labor, gebe zuerst ich den dunklen Stoff, die Inneren Organe, aus denen wir im Kern alle bestehen. Damit beschäftigen sich meine naturwissenschaftlichen Texte, alles natürlich, sehr empirisch. Vor allem arbeite ich zur Evolution der Wirbeltiere, zu denen freilich auch der Mensch hinzuzählt. Am Beginn meiner Forschung steht die Anatomie der Kiefermuskulatur bei Hornhechtartigen Fischen. Veränderungen in der Organentwicklung bringen Schwingung in die Wandlungsprozesse der Evolution. Die funktionelle Morphologie des Wirbeltierkörpers steht letztlich im Zentrum, vor allem bei Schildkröten und anderen Reptilien.
Mehrere naturwissenschaftliche Artikel/Kapitel
Siehe dazu meine wissenschaftliche Homepage
Wiss. Bücher:
ODEM
Der Odem durchdringt den Stoff. Alles gärt schon, belebt durch die Lungen. Doch was ist das Leben? Dieser Frage gehe ich in naturphilosophischen Texten nach, alles nach goethischem Prinzip. Mehrere kleine Aufsätze und auch Gedanken in meinen Tagebüchern beschäftigen sich mit dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, was sie umtreibt und zur Form kommen läßt. Hier hilft mir die praktische Kenntnis des Tier- und Pflanzenreiches. In meinen naturwissenschaftlichen Texten klingt dieses Denken schon an. Der Odem ist der Ursprung aller nicht-rationalen Bewegungen der Welt. Das Wesentliche fasse ich in den Fragmenten „Gestalt und Wandel“.
Gestalt und Wandel. Fragmente (in Arbeit)
* mit eigenen Tuschezeichnungen
GEIST
Doch der belebte Stoff braucht auch Geist, einen Blitz. Der Mensch merkt auf, denn nun geht es doch einzig um ihn. Er braucht seine Sinne und das Gehirn, um alles um sich, nicht nur die Natur, zu erfassen. In diesen Bereich ordne ich meine Schriften zur Wissenschaftsgeschichte einerseits, aber auch zur Kulturgeschichte und meine verlegerischen Tätigkeiten ein. Die Arbeiten zur Wissenschaftsgeschichte drehen sich um die Vergleichende Anatomie und die Evolutionstheorie. Ich diskutiere exemplarisch bestimmte morphologische Fragestellungen, Objekte und Werke einzelner Wissenschaftler. Meine Eigenart läßt sich auch an der Geschichte meiner unmittelbaren und geistigen Vorfahren ablesen. Als Verleger biete ich bei Scidinge Hall befreundeten Kollegen und Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit eines Diskurses. In der Zeitschrift Chelyops berichte ich aus meinem ‚alchymischen Institut‘, in dem ich mit meinen Mitstreitern Urzeitliches wieder zum Leben erwecke.
Wissenschaftshistorisches
Siehe dazu meine wissenschaftliche Homepage
Kulturhistorisches
Die Chronik der Familie Werneburg. Anno 2013
SØREN - Leben und Wirken von Sören Werneburg (1985-2018)
Die Taten des Lichts – Leben und Werk von Walter Werneburg (1922-1999)
Darin:
Biographische Skizze und Stimmen zum Werk [von Walter Werneburg (1922-1999)]
Begleitheft zur Ausstellung "Die Taten des Lichts". 2. Juni bis 25. Juli 2022 in Tübingen
Die Taten des Lichts - Sonderausstellung zur Kunst von Walter Werneburg (1922–1999)
Das Weltgedicht. Gespräch über das Werk Joachim Werneburgs
Dichtung und Morphologie. Autobiographie mit Werkverzeichnis. Anno 2023
Verlegerisches
Mehrere Bücher im Scidinge Hall Verlag zu naturwissenschaftlichen und künstlerischen Themen
Zeitschrift Chelyops ab 2016 mit Berichten aus der Paläontologischen Sammlung in Tübingen
* mit eigenen Tuschezeichnungen
LEIB
Der so belebte und geistig durchwirkte Stoff weitet sich aus. In der Form erst bildet sich ein Leib. Es strecken sich Arme und Beine. Nach fernen Ländern, Kulturen strebt nun der Mensch. Ich taste, begreife die Welt. Blutgefäße drücken sich ein in das Schädeldach. Sie zeichnen Kontinente. Literarische Reiseberichte entstehen. Alle Weltgegenden müssen durchdrungen werden. Die Erde ist ein Organismus, den ich erforsche, seziere. Es reißt mich nach Mexiko in den Tanz mit der Gefiederten Schlange, nach Schweden auf brennenden Booten, nach Fernost mit dem Skalpell in heilige Tempel.
Laborbuch (Tag- und Jahrbücher)
In: Die Söhne der Sonne, Scidinge Hall 2010
Unterwegs in Westschweden – Ein Reisetagebuch (2004)
Eine Morphologie der Neuen Welt (Scidinge Hall 2011)
In: Minoisches Licht und andere morphologische Reisen, Scidinge Hall 2017
*Vox Coelestis
*Der Nordharz
*Spätgotik in Lissabon
*Tübinger Fragmente
*Grabung auf dem Schesaplana
Die Insel im Plätlinsee
*Auf den Elster-Steinen
*Minoisches Licht
*Val Camonica
*Chiffren aus Uppland
*Wiltshire-Gesänge
*Rügen
Independence Day
Gärten der Welt
*Schamanen-Blut
* mit eigenen Tuschezeichnungen
HERZ
Die Welt ist nun im Kleinen, im Menschen, erschaffen. Alles konzentriert sich pulsierend im Herzen. Und das Blut strömt in die Glieder voll Kraft. Nun finde ich meinen künstlerischen Ausdruck. Zyklisch und in einzelnen Gedichten schaffe ich ein dichterisches Werk. Es geht um Pflanze und Tier, Mensch und Kultur, Gott und das Sein. Und einfache Tuschebilder gesellen sich zu meinen Texten.
Dramen
Komet (unveröffentlicht)
Gundolf (unveröffentlicht)
*Irings Falke – Radegundes Klage um Thüringen (2002) (Scidinge Hall 2013)
Einzelnes (hier nur Publiziertes)
In: „Urworte. Panisch“ (Scidinge Hall 2009)
Isla Maggiore, Der Traum, Der Krokus, Die Mandelblüte, Der Sänger, Das Veilchen, Kolibri, Lichtere Tage, Königspython, Herbst, Herbstnebel, Der Winter
In: Flucht nach Minorca (Scidinge Hall 2021)
Gedichte im Umkreis „Schwäbisches Ufer“: Jahreswende, Blautopf, Zur Geburt, Lohengrin, Schwäbisches Ufer, Bebenhausen, Thrakischer König, Der Diskos von Phaistos, Der ägyptische Tempel
*Haibun im Umkreis „Schwäbisches Ufer“ (2 Haibun: *Am Glauberg, *Oberweimar)
*Haibun im Umkreis „Schwäbische Masken“ (9 Haibun: *Der Heilige Michael, *Gott in Nordstetten, *Mara, *Urstrom, *Löwenmensch, *Totenmaske, *Das Tübinger Tor in Reutlingen, *Am Albtrauf, *Limestor)
Zyklische Dichtung
In: Gedichte im Umkreis „Urworte. Panisch“ (Scidinge Hall 2009)
Metamorphose des Menschen
Hallig Lun
Urworte. Panisch
Im Bambuswald
Eiskunstlauf
Die Heilige Hochzeit
Die Regenbogenschlange
Der Byzantinische Brunnen
In: Die Söhne der Sonne, Scidinge Hall 2010
*Die Söhne der Sonne – 100 Gedichte nach westschwedischen Felsbildern (2004/2005)
In: Flucht nach Minorca (Scidinge Hall 2021)
*Hirsau
*Die Wurmlinger Kapelle
*Der Schleifischer
*Flucht nach Minorca (23 Haibun)
Gedichte nach Kakinomoto no Hitomaro (2021-2023) (Scidinge Hall 2023)
Unveröffentlicht:
*Der Quetzalvogel – Dreiunddreißig aztekische Tierbeschreibungen (2024; 33 Haibun)
*Jakobuskirche in Tübingen (2025; 7 Haibun)
*Antike Trophäen (in Arbeit)
* mit eigenen Tuschezeichnungen
Zur Methode:
Das morphologische Prinzip
Morphologie bedeutet Gestaltlehre. Aus dem Vergleich unterschiedlicher Gestalten kann der Naturforscher das Ursprüngliche und das Besondere, das Gemeinsame und das Trennende, in einem Stammbaum voneinander extrahieren. So erkennt er das Wesentliche. Ähnlich gehe ich auch in meiner Dichtung vor. Wie der Körper eines Organismus’ haben auch meine dichterischen Texte eine strenge Form. Die genaue Beobachtung und das geschliffene Wort sind in Dichtung und Wissenschaft gleichsam von großer Bedeutung. In meinen Reiseberichten entsteht eine Kulturmorphologie. Ich suche nach den ‘göttlichen Ideen’ hinter den Phänomenen des Lebens und entdecke Metamorphosen.
Die Bezeichnung „Dichtung & Morphologie“ verweist also auf zwei sich ergänzende und einander bedingende Bereiche meines schriftstellerischen Schaffens. Natürlich sind rein dichterische und rein wissenschaftliche Publikationen streng voneinander getrennt. Eine Vermischung ist – in beiden Richtungen – untauglich. Was hier aber an Methode und dort als Inspiration auftritt, kommt schließlich in einer Synthese zusammen.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.02.2026
Der Text basiert auf dem Artikel:
Ingmar Werneburg (2026). OPUS MENSCH. Dichtung & Morphologie. CHELYOPS. Berichte aus der Paläontologischen Sammlung in Tübingen 3 (2026): S. 79-80. https://doi.org/10.5281/zenodo.18502922