V a i d a M i k l i u š i e n ė
(*1980, Kėdainiai, Litauen)
Ölmalerei, Mixed Media, Körperobjekte
Vaida Mikliusiene Arbeiten sind Antworten – auf Zumutungen, auf Zuschreibungen, auf Ungleichheiten.
Sie nimmt Rollenbilder auseinander: Frau, Mutter, Migrantin, Juristin, Künstlerin.
Ihre Kunst ist nicht linear, sondern widerständig – genauso wie ihr Lebensweg.
Der menschliche Körper wird in ihren Ölmalereien und Skulpturen zum Speicher von Geschichte und Identität – verletzlich, stark, transformierbar.
Ihre Werke stellen nicht nur Fragen.
Sie werfen sie zurück – an ein System, das Frauen kleinhalten will, das Herkunft zur Hürde macht und Machtpositionen in männlichen Händen belässt.
Was, wenn wir gerade durch unsere Vielschichtigkeit unübersehbar werden?
Artist Statement
„Es ist in Ordnung, wenn sie nicht gut in Mathematik ist – sie ist ja ein Mädchen.“
Das sagte einmal ein Lehrer über meine Tochter.
Ein Mann, der sein Leben dem Formen von Generationen junger Menschen gewidmet hatte.
In diesem einen Satz lebte eine ganze Weltanschauung – ein System von Vorurteilen, Erlaubnissen und Verboten.
Seitdem versuche ich, es zu durchbrechen.
Ich war ein Mädchen aus der Provinz, aufgewachsen im sowjetischen und postsowjetischen Litauen – mit dem ganzen postkolonialen Bouquet aus Minderwertigkeit und Hunger nach einem besseren Leben.
Deshalb wurde ich zunächst Juristin. Ich war erfolgreich.
Zehn Jahre lang verhandelte ich Macht, Verträge, Täuschung und Gerechtigkeit – bis ich erkannte, dass ich zu einer Dienerin starrer Machtsysteme geworden war.
Ich wandte mich der Kunst zu, auf der Suche nach radikalem Wandel.
Meine Arbeit ist eine Untersuchung des Lebens selbst – seiner materiellen und unsichtbaren Strukturen, seiner Körper, Erinnerungen und Energien.
Der menschliche Körper muss in meiner Kunst anwesend sein.
Er erscheint als lebender Behälter – atmend, erinnernd, verbindend.
Ich male, forme und konstruiere um ihn herum.
Öl, Glas, Wasser, Pflanzen, Metall – jedes Material kann zum Boten werden.
Mich ziehen die Prinzipien an, die die Welt regieren: Schwerkraft, Zirkulation, Anziehung, Verfall.
Ich kehre zur Geschichte zurück – sogar zur Vorgeschichte – auf der Suche nach Ursprüngen und den Kräften dahinter.
Die uralten Venusfiguren, die weiblichen Gestalten der Frühzeit, die Mythen von Macht und Stereotypen – sie sind in uns eingeschrieben.
Ich möchte sie neu lesen, mit offenem Blick darauf, was es heute bedeutet, Mensch zu sein.
Kunst ist für mich Leidenschaft für Wahrheit und Veränderung.
Sie ist eine Praxis des Sehens – jenseits von Urteil und Gewohnheit.
Die Wirklichkeit ist dünner, als sie aussieht.
Also – was siehst du?
Ausstellungen
Einzelausstellungen
2024 The Same Stories, Atelier Windows, Wädenswil, Schweiz
2023 Portfolio Exhibition, Schule für Gestaltung Bern und Biel, Bern, Schweiz
2022 The Wind of Lights, Atelier & Kunstgalerie Hodler GmbH, Thun, Schweiz
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2025 (geplant) Your Ticket Is No Longer Valid?, Wartsaal Wipkingen, Zürich, Schweiz
2025 Intervention „Ecofeminist Landscaping“, Haus für Kunst Uri, Altdorf, Schweiz
2024 ZHdK Propädeutikum Werkschau, Zürich, Schweiz
2024 Adam Brody Pop-Up Gallery, Zürich, Schweiz
2021 Frontofbicycle, Galerie Katapult, Basel, Schweiz
2020 Frontofbicycle, Basel Art Center, Schweiz
2019 Frontofbicycle, Basel Art Center, Schweiz
2019 Frontofbicycle Pop-Up, Basel, Schweiz
2018 World Lithuania, Litauisches Nationalmuseum / Rathaus Vilnius, Litauen
Ausbildung
Ab 2025 Herbst – Hochschule Luzern (HSLU) Design Film Kunst - BA Fine Arts
2023 – 2024 Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) – Gestalterisches Propädeutikum
2015 – 2020 Schule für Gestaltung Bern und Biel (SfG BB) – Portfolio-Zertifikat
1999 – 2004 Universität Vilnius, Fakultät für Rechtswissenschaften – Master of Law (LL.M.)
1987 – 1999 Šviesioji (ehemals Juozas Paukštelis) Gymnasium, Kėdainiai, Litauen
1993 – 1997 Kinderkunstschule, Kėdainiai, Litauen
Social Medial
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