Wenn ein System entscheidet, wer als relevant gilt, wer als entwicklungsfähig oder «formbar» betrachtet wird, wer überhaupt noch ein «Ticket» bekommt – dann stellt sich die Frage:
Was passiert jenseits dieser Grenze?
Grenzen markieren Räume.
Sie schaffen Ausschluss und Ordnung – aber auch Widerstand, Reibung, Resonanz.
Was geschieht, wenn diese Ordnung ins Wanken gerät?
Wenn ein Körper nicht mehr den Erwartungen entspricht?
Wenn Biografie, Herkunft oder Alter nicht ins vorgesehene Raster passen?
Wenn die Macht, die einst Stärke verlieh, plötzlich zum Hindernis wird –
und die Suche nach Wahrheit eine andere Richtung nimmt: durchdrungener, persönlicher – und universeller zugleich?
Und was bleibt, was verschwimmt – wenn wir beginnen, uns zu erinnern?
An die Kindheit, an Orte, an Bilder, die vielleicht nicht einmal unsere eigenen sind – und dennoch etwas in uns berühren.
Diese Ausstellung ist eine Reaktion – aber keine Antwort.
Sie ist eine Einladung jenseits dieser Grenze.
In einen Raum, wo Regeln brüchig werden, wo etwas sichtbar wird, das nicht eingeplant war.
Dort, wo sich drei Künstlerstimmen begegnen, die sich nicht mehr aufhalten lassen.