Muriel Benarrosch (*1974 ,Genf, Schweiz)
Installation, Performance: „Berührung“
Ein Körper steht da. Lebendig. Als Statue.
Man darf ihn berühren – man soll.
Muriel Benarroschs Arbeit überschreitet die Trennung zwischen Werk und Betrachtenden, zwischen Intimität und Öffentlichkeit.
Berührung wird zum Akt der Emanzipation – und zur Zumutung.
Sie thematisiert Machtverhältnisse, Nähe, Kontrolle, aber auch Sehnsucht nach Verbindung.
In einer Welt, in der Normen Körper disziplinieren, und Kunst berührungsfrei bleiben soll, fordert diese Arbeit einen anderen Raum ein:
Einen Raum, in dem Kontakt heilsam, verstörend, echt sein darf.
Was passiert jenseits der Grenze, wo Kunst nicht mehr distanziert, sondern durchdringt?
Sandrine Pituctin (*1978, Zürich, Schweiz)
Diainstallation: „Was ich sah, verschwamm im selben Augenblick“
In Sandrine Pituctins Arbeit geht es um Erinnerung – und um ihr Verschwinden.
Um Bilder, die vertraut scheinen – und doch fremd bleiben.
Ein Diakarussell zeigt 85 Momentaufnahmen aus der eigenen Kindheit, vermischt mit Erinnerungen anderer Menschen.
Versteigert, gefunden, kuratiert.
Was ist Erinnerung, wenn sie geteilt wird?
Was bleibt bestehen – und was löst sich auf?
Sandrines Werk berührt etwas Universelles: den Versuch, das Flüchtige zu fassen.
Im leisen Klicken der Dias mischen sich Nähe und Distanz.
Und vielleicht ist gerade in dieser Überlagerung eine neue Wahrnehmung möglich?
Eine Erinnerung jenseits der eigenen Biografie – aber tief im eigenen Innern.
Vaida Mikliusiene (*1980, Kėdainiai, Litauen)
Ölmalerei, Mixed Media, Körperobjekte
Vaida Mikliusiene Arbeiten sind Antworten – auf Zumutungen, auf Zuschreibungen, auf Ungleichheiten.
Sie nimmt Rollenbilder auseinander: Frau, Mutter, Migrantin, Juristin, Künstlerin.
Ihre Kunst ist nicht linear, sondern widerständig – genauso wie ihr Lebensweg.
Der menschliche Körper wird in ihren Ölmalereien und Skulpturen zum Speicher von Geschichte und Identität – verletzlich, stark, transformierbar.
Ihre Werke stellen nicht nur Fragen.
Sie werfen sie zurück – an ein System, das Frauen kleinhalten will, das Herkunft zur Hürde macht und Machtpositionen in männlichen Händen belässt.
Was, wenn wir gerade durch unsere Vielschichtigkeit unübersehbar werden?